Heike Diehl

Das Musenmädchen

 Das Musenmädchen

 

Es war ein herrlicher Frühlingstag. Blauer Himmel wohin man sah und die Son-ne meinte es wirklich gut. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge tummelten sich auf den Blumen in unserem Garten und es war für mich ein Genuss und eine wahre Freude sie zu beobachten. Ich hatte es mir, mit einem Cappuccino und ein paar Keksen bewaffnet, auf unserer Terrasse gemütlich gemacht und las. Irgendwie hatte ich auch Lust, eine Geschichte zu schreiben. Nur worüber? Einen Krimi? Ach nee, lieber nicht! Es gibt schon so viel Kriminelles auf der Welt und das Fernsehen müllt uns förmlich zu mit Krimiserien. Eine Liebesgeschich-te? Gibt es auch schon massenhaft: Rosamunde Pilcher, Inga Lindström, Uta Danella und wie sie alle heißen. Ich nahm mir einen Notizblock und ließ meine Gedanken kreisen. Ein Märchen vielleicht?

 

Jo, warum denn nicht? Also schrieb ich: Es war einmal ein König der hatte zwei Töchter…blablablaaaa... ein alter Hut! Das reißt keinen mehr vom Hocker. Science Fiction ist nicht so meine Welt oder Storys von Aliens und schleimigen, grünen Monstern. Genauso wenig Horror mit viel Blut und hässlichen Fratzen. Ach Mensch! Ist schon ziemlich blöd, wenn man gerne etwas schreiben möchte und weiß nicht worüber.

 

Ich war so in Gedanken versunken, dass ich den seltsamen Gast nicht bemerkte, der plötzlich auf dem Rand des Blumenkastens saß, der auf dem Fenster stand. "Du siehst nicht gerade glücklich aus", sagte eine piepsige Stimme. Ich drehte mich um und konnte es kaum glauben: Da saß doch tatsächlich ein klitzekleines Mädchen, das nicht größer war als meine Hand und blickte mich mit großen Kulleraugen neugierig an. "Wer bist du denn?", fragte ich die Kleine. "Ich bin das Musenmädchen. Meine Oma ist die Muse, die kennst du doch bestimmt. Ich komme immer zu Menschen, denen es an Ideen zum Schreiben fehlt und du siehst mir so aus, als könntest du meine Hilfe gebrauchen." "Na und ob!", rief ich begeistert und fing an die Kleine zu mögen. Ihr Kopf glich einer Glühbirne, der auf einem ziemlich dünnen Hals saß. Spindeldürr war sie, aber dafür hatte sie große Füße und Hände. Sie trug ein pinkfarbenes T-Shirt, eine hellblaue Hose und gelbe Turnschuhe und auf ihrer kleinen Knollennase tummelten sich unzählige Sommersprossen. Ihr Haar war strohblond und sie hatte es in zwei lustige kleine Rattenschwänze gebunden. Ich fand sie einfach niedlich.

 

"Liebe, Krimis und Horror hast du ja schon ausgeklammert", bemerkte das Musenmädchen. "Wenn du ein Märchen schreiben willst, musst du ja nicht unbedingt über Könige und Prinzessinnen schreiben. Im Märchen ist alles möglich und du kannst deiner Fantasie freien Lauf lassen." "Es gibt aber schon so viele Märchen", entgegnete ich, "ich möchte gerne etwas schreiben, was es noch nicht gibt. Das ist nicht so einfach und damit stehe ich nicht alleine!" Wie recht du hast", seufzte das Musenmädchen. "Ich hatte heute schon zehn Leute und allen konnte ich helfen und dann schaff ich das bei dir auch. So blöd siehst du nämlich gar nicht aus." "Oh, danke für die Blumen", lachte ich. "So etwas baut auf."

 

"Ich weiß was! Ich weiß was, hihihihiii!", rief das Musenmädchen fröhlich und hopste auf demBlumenkasten herum. "Trampel mir nur nicht meine Blumen platt", meinte ich. "Dann verrate mir doch mal, was du weißt", forderte ich sie auf. Ich war neugierig. Die Kleine sagte: "Warum schreibst du nicht einfach eine Geschichte über mich, einfach das, was du gerade erlebt hast, frei Schnauze und ohne viel Schnickschnack! Versuche es doch einfach mal. Vielleicht gefällt es ja ein paar Leuten und wenn nicht, dann ist das auch nicht tragisch. Es gibt immer welche die an allem etwas meckern haben. Lass sie doch, Hauptsache du hast deinen Spaß. Na wie sieht's aus?" Ich fand ihren Vorschlag genial. "Mensch, das ist eine super Idee!", rief ich begeistert aus, "genau das werde ich auch tun. Ich danke dir. Du warst mir eine große Hilfe."

 

"Ist doch mein Job", meinte das Musenmädchen bescheiden. "Tschüs, bis wiedermal!". Plötzlich war sie verschwunden. Schade! Ich hätte gerne noch ein wenig mit ihr geplaudert. Also fing ich an das Erlebte aufzuschreiben und so kam diese Geschichte zustande. Vielleicht kommt das Musenmädchen ja auch mal zu dir, wer weiß .....

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.05.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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