Qayid Aljaysh Juyub

Abstract: Die verborgenen Wurzeln des Bergmenschen

In der Monographie des bayrischen-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlers und Kryptogelehrten Hille Billy Hinterwälder wird auf originelle Weise unzweifelhaft bewiesen, dass der den Himalaya verunsichernde Yeti ursprünglich aus den bayrischen Urwäldern stammte und genetisch die bajuwarische Stammesgemeinschaft ungemein beeinflusste. Während seines kosmopolitischen Studiums in vielerlei Lokalitäten und Gaststätten fiel dem Kryptogelehrten von Gottes Gnaden auf, dass speziell in Rosenheimer Tavernen die Kundschaft mehr als nur zufällige Ähnlichkeiten mit dem primitiven Affenmenschen besaß und ein Großteil der Kommunikation durch lautes Grunzen und Quieken erfolgte. diesem Kontext beweist Hinterwälder, dass er nicht, wie gar böse Zeitgenossen behaupten, etwa betrunken in einem Schweinestall landete und einschlief, sondern äußerst wissenschaftliche Untersuchungen in besagter Gastronomie nach der Paulaner-Erdinger-Methode anstellte. Als weiteres, entscheidendes Indiz für seine mit viel Phantasie und Alkohol nachvollziehbare Abstammungstheorie weist der Autor auf den Fund eines vollständig erhaltenen Yeti-Skeletts im Hühnerstall des Einsiedlerbauern Alois Affenschänders hin. Die kalte, wissenschaftliche Erklärung untersuchender Stellen, dass es sich bei dem Fund um die Überreste eines unter mysteriösen Umständen aus dem örtlichen Zoo entwendeten Gorilla handeln sollte, widerlegt der Kryptogelehrte recht eindrucksvoll mit der sogenannten Merke-L-Methode. Die besteht laienhaft ausgedrückt darin, störende Fakten in genial einfacher Weise auszublenden und seine Überzeugungen aus dem tiefen Glauben der eigenen Unfehlbarkeit zu verifizieren. Auf Basis seiner unwiderlegbaren Erkenntnisse, entwarf der Autor mit der ebenso revolutionären wie auch innovativen Gehirn-Weg-Herz-An-Methode nach endlosem wirtschaftswissenschaftlichen Recherchen im Münchener Hofbräuhaus die vorzeitliche Odyssee des bedauernswerten ‚Bavaro-Yetis‘, der wohl von brutalen, rechten Neandertalern vertrieben wurde, von Oberbayern in die rauhen Gefilde Innerasiens, wo der scheue Urbajuware nun seit ewigen Zeiten mit unbeholfenen Versuchen der Kontaktaufnahme Einheimische und Reisende erschreckt. Hinsichtlich der Bemühungen unseres Schneemenschen gelang es dem wunderbaren Wissenschaftler mit der beschriebenen Methodik nachzuweisen, dass es sich bei aufgezeichneten Knurrlauten dieses Wesens eigentlich um einen bajuwarischen Dialekt handelt und in etwa dem verzweifelten Aufschrei ‚Dahoam is Dahoam‘ entsprechen. Dieser desperate Ruf nach Hilfe erschütterte den wackerer Kryptogelehrten dermaßen, dass er nach einer ausgiebigen Studiensitzung im Wirtshaus zum ‚zahlenden Ochsen‘ eine großanlegte Spendenaktion zur Wiederansiedlung des Yetis in Oberamergau startete. Wie der Autor klagt, war diese abendliche Aktion leider bei der kaltherzigen Landbevölkerung nicht sehr erfolgreich. Im Gegensatz dazu jedoch begeisterte die Idee der Repatriierung des Schneemenschen beamtete Studienabbrecher in hoher Funktion im bayrischen Heimatministerium, sodass umfangreiche Landesmittel dem edlen Zweck zur Verfügung gestellt wurden. So war H.B. Hinterwälder in der Lage aus diesen Mitteln eine umfangreiche Studienreise in die Karibik mit der ‚MS Deutschland‘ zu finanzieren, an der natürlich auch Spesenspezialisten aus dem Heimatministerium teilnahmen. Mit diesem erfreulichen Ende schließt dann auch der erste Teil einer geplanten, unendlichen Buchreihe über den heimwehkranken Schneemenschen und seinen wirtschaftswissenschaftlichen Retter.
 

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