Georges Ettlin

Das Garn der Fadenfrau

Der Zugang zum weiblichen Körper ist in der heutigen Welt wegen unerwünschten Kindern, Gesundheitsfobien, Kommerzzwang, Prekariatisierung des
Mittelstandes, Geldnot und wegen den optischen Ablenkungen durch die kostengünstigeren erotischen Webseiten im Internet
viel schwieriger geworden als früher : Realer Sex ist anrüchig und schmuddelig geworden!

Ganz alleine im Garten vor mich selber dahindämmernd sah ich plötzlich einen schwarzen Faden aus frischem Garn zwischen den Erbeeren liegen
und ich zog daran, bis er sich spannte und folgte ihm neugiring bis zum Garten der jungen Nachbarin. Die hübsche Frau hatte sich aber
in ihren eigenen Beziehungsfäden seit Jahren so sehr verwickelt, dass ich sie daraus entrollen und befreien musste.

Dabei habe ich mich selber so sehr verhäddert und verwickelt, dass ich nun selber gefesselt war und merkte, dass der
Faden ausgehend von den losen Strumpfbändern der schönen Frau bis zu den Schwiegermüttern, Tanten, Onkeln und vielen vergangenen
Freunden der Frau reichte und dass diese Menschen alle sich ebenfalls rettungslos in ihre Beziehungsfäden derart hoffnungslos
verwicklelt hatten, dass sie alle den Zugang zum weiblichen Körper verloren hatten.
Als es mir trotzdem gelang, mich vom Garn zu befreien,schlich ich zu meinem Haus zurück und schaute beim RTL Filmchen  und
guckte am Computer nur noch Bildchen an.

***
c/G.E.

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