Lena Kelm

Ein multikultureller Dialog

Vor unserer Wohnanlage befindet sich ein kleiner Spielplatz. In den 90er Jahren spielten dort nur ein paar Kinder, nun sind es beinahe zwanzig mit ihren Müttern, die sich laut unterhalten. Der Lärm steigt in die Höhe, hallt unerträglich in der Nacht.

„Im Sommer bleiben die Mütter mit ihren Kindern bis nach Mitternacht auf dem Spielplatz. Ich schlafe schlecht, gehe unausgeschlafen zur Arbeit“, erzähle ich einem älteren deutschen Ehepaar, das sich auch über den Lärm beschwert.

Gespräche führen eher zu Streitigkeiten, um eine Eskalation zu vermeiden, sprechen wir das Problem in der Mieterversammlung an.

Eine junge Frau türkischer Abstammung meldet sich.

„Und eure Hundekacke, was ist damit? Hallo?“

„Ich habe keinen Hund.“, beteuere ich eilig. „Gegen eine Bestrafung von Hundebesitzern, die ihrer Pflicht nicht nachkommen, habe ich nichts einzuwenden.“

„Und wenn wir mittwochs Frühstück im Nachbarschaftstreff machen, kommt kein Deutscher!“, klagt die junge Frau.

„Ich habe es einmal versucht, aber die Frauen unterhielten sich nur auf Türkisch. Sie bleiben unter sich. Vielen gelingt es nicht, eine Konversation auf Deutsch zu führen, den Eindruck gewannen auch andere Nachbarn.“, sage ich verdrossen.

Nach der Versammlung bleiben viele Fragen offen. Wir fühlen uns unverstanden. Können wir den Graben zwischen uns jemals überwinden?

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.06.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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