Thomas-Otto Heiden

Das Sonderangebot

Das Sonderangebot 

Wenn man mal davon absieht, dass es heute scheinbar nur noch Sonderangebote gibt, sind die sogenannten wahren Angebote, meist nur in geringer Stückzahl vorhanden. So trug es sich zu, dass ich einen Trimmer, für meinen Garten erwerben wollte. Tage und Wochen vorher, wusste ich schon davon. Der Prospekt, an meinem Kühlschrank, mit einem Magnet befestigt, ließ es mich nicht vergessen. Also dackelte ich am Tage der Erscheinung, zum Supermarkt. 
Vorsorglich hatte ich den Prospekt in meinen Leinenbeutel gesteckt. Man kann ja nie wissen, ob man ihn braucht. Ich habe ihn gebraucht. Soviel schon einmal im Voraus.
Ich war also schon recht früh dran an diesem Morgen. Viel zu früh wenn, man mich fragt. Denn das Gerät sollte an einem Samstagmorgen das Geschäft erreichen. „Eigentlich unüblich“. Aber was solls. Ich freute mich doch so sehr auf dieses neue Werkzeug, dass ich den einen Samstag, an dem mich mein Wecker schon um sechs Uhr aus dem Bett holte, verschmerzen konnte. Und das nur, weil ich davon ausging, nicht der Einzige zu sein, der sich dafür interessierte. 
Und natürlich, weil ich es liebe, im Garten zu werkeln, auch weil dieses Gerät die Arbeit erleichter, zudem mit einem Akku betrieben werden kann. Dann ist es eine richtig gute Sache, so ein Teil zu besitzen. Insbesondere an schwer zugänglichen Stellen oder an den Rändern der Gehwegplatten zur Terrasse. Ein Rasenmäher schafft das nicht immer so sauber. 
Ich stand nun in besagtem Geschäft, aber von dem Trimmer keine Spur. Egal welchen Gang ich erkundete, ich fand nichts. Zum Glück hatte ich den Prospekt dabei, ich nahm ihn aus der Tasche und schlug die Seite auf, auf der, der Trimmer abgebildet war. Ich prüfte das Datum, den Tag, und den Laden. Alles stimmte. Da ich sonst nichts brauchtet, hielt ich erst einmal Ausschau nach jemandem vom Personal. Keiner war zu sehen. Mein Weg führte mich dann erst einmal zur Kasse. Die nette Dame an der Kasse verwies mich aufs Büro. Sie hätte dafür keine Zeit. Also ging ich zum Büro, klopfte an die Tür und wartete. Es dauerte etwas, bis mir jemand die Türe öffnete. Munter, sah der nett wirkende junge Mann nicht gerade aus und die Hoffnung in mir schwindete, heute noch einen Trimmer zu bekommen. 
Trotz seiner müden Augen hörte er mir, in der Tür zum Büro stehend geduldig zu. Ich zeigte ihm den Artikel im Prospekt und er meinte nur, da muss ich mal im PC nachschauen. Der junge Mann verschwand wieder im Büro. Es dauerte einige Zeit, bis er wieder raus kam. An seinem Gesicht konnte ich aber schon erkennen, dass ich heute wohl ohne Trimmer, nach Hause gehen würde. 
Schließlich sagte er sehr leise, für mich der eh schlecht hört, kaum zu verstehen. Es gab da einen Fehler, den die Druckerei gemacht hätte. Der Trimmer sei erst nächsten Samstag zu haben. Ich wusste es. Ging es mir durch den Kopf? Aber, freundlich wie er war, bot er mir an, einen für mich auf Seite zu legen. Ich könne ihn dann am nächsten Samstag, im Laufe des Tages bei ihm abholen. Bat mich aber auch, es niemandem zu sagen, dass mit dem beiseite Legen. Weil es nämlich nicht erlaubt sei. Ich versprach es ihm. So trennten sich unsere Wege. Eine Woche später bekam ich dann, weswegen ich am Samstag zuvor, zur nachtschlafenden Zeit, aus dem Bett gefallen war. 


Ja ich gehe gerne einkaufen. „Wirklich“. 


Beim nächsten Mal. (In der Obstabteilung) 


Thomas-Otto Heiden

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