Heinz-Walter Hoetter

Das furchtbare Schicksal der Betty Lou

Eine junge Frau und ein junger Mann kannten sich schon seit der Schulzeit und liebten sich so sehr, dass sie nie mehr auseinander gehen wollten.

 

Sie schworen sich daher ewige Treue und wollten für immer zusammen bleiben, egal was auch immer kommen würde.

 

Eines Tages kam die junge Frau mit Tränen geröteten Augen zu ihrem Geliebten und sah ihn tieftraurig an.

 

Ihr Freund nahm sie sofort liebevoll in die Arme und fragte seine Geliebte, warum sie denn so weine.

 

Mit Tränen erstickter Stimme sagte sie zu ihm: „Liebster, ich bin krank. Ich bin so sehr krank, dass ich wohl in absehbarer Zeit sterben werde.“

 

„Du machst mir schreckliche Angst, Schatz. Du bist doch mein ein und alles. Sag' mir einfach, was für eine Krankheit du hast. Vielleicht gibt es für dich doch noch eine Rettung.“

 

„Ich war letzte Woche mit meinen Eltern zusammen in der Stadt bei einem Spezialisten, der bei mir eine akute Leukämie diagnostiziert hat. Es ist eine sehr seltene Erkrankung. Leider wurde bisher noch kein geeigneter Stammzellenspender gefunden, der mir die Chance auf ein neues Leben geben könnte. Ich habe solche Angst, Liebster. Was soll ich nur tun?“

 

„Ich werde ab jetzt jeden Tag bei dir bleiben und mit dir zusammen die Hoffnung auf einen Spender nicht aufgeben. Sie werden bestimmt einen finden. Du wirst wieder gesund. Lass' uns zusammen zu unserem Schöpfer beten, damit er Gnade walten lässt. Ich will dich nicht verlieren!“

 

Die beiden jungen Menschen blieben noch lange zusammen. Sie selbst ging erst spät am Abend nach Hause zu ihren Eltern, die sich schon große Sorgen um ihre einzige Tochter gemacht hatten.

 

Es vergingen quälende Wochen und der jungen Frau ging es immer schlechter. Alle dachten, sie würde bald sterben.

 

Doch dann geschah das Wunder, woran keiner mehr geglaubt hatte. Es wurde ein Spender gefunden, der mit seinem Blut das Leben der jungen Frau rettete.

 

Eine Zeit lang sah es so aus, als ob es ihr tatsächlich wieder gut ging und ein ganz normales Leben führen konnte, bis zu dem Tag, als sie plötzlich zusammenbrach.

 

Im Krankenhaus konnten die Ärzte eine äußerst bedrohliche Erkrankung der Nieren feststellen, die bereits ein tödliches Stadium erreicht hatte.

 

Der junge Mann wich seither nicht von der Seite seiner Liebsten, die er immer wieder unter Tränen liebkoste, bis ihn die Ärzte von ihr wegnehmen mussten.

 

Am nächsten Tag stand er wieder an ihrem Bett und hielt die Hand seiner todkranken Geliebten. Plötzlich schlug sie die Augen auf und blickte ihn voller Sanftmut an. Dann flüsterte sie ihm leise zu: „Mein Schatz! Wenn ich sterbe, dann musst du mir versprechen, dass du auch ohne mich weiterlebst und immer gut auf dich aufpasst. Ich werde zu dir kommen, wenn du an mich denkst und mich in der Not brauchst.“

 

Ihr Freund brach in Tränen aus, ergriff die beiden schlaff gewordenen Hände der jungen Frau und küsste sie sanft auf ihre blass gewordenen Lippen. Er hörte noch, wie sie plötzlich noch einmal tief durchatmete und kaum hörbar zu ihm sagte, dass sie ihn so sehr liebe. Dann starb sie.

 

Die herbei gerufenen Ärzte konnten trotz aller Bemühungen ihr Leben nicht mehr retten.

 

Eine Woche später wurde das junge Mädchen auf dem Alten Friedhof der Stadt beerdigt. Das Grab war voller Blumen und wunderschön. Als alle Trauergäste gegangen waren, stand ein junger Mann noch lange neben dem geschmückten Grabhügel und weinte still vor sich hin. Schließlich lehnte er sich vor und küsste das Bild seiner über alles geliebten Freundin.

 

 

Unter dem Fotos stand der Name eines lachenden Mädchens in großen Buchstaben:

 

B E T T Y   L O U

 

***

 

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

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