Marlene Remen

DAS HAUS AM MEER II

Bei seiner Rückkehr aus dem kleinen Ort kam ihm vor dem Haus
schon Ginette, die Haushälterin von Madame entgegen und
begrüßte ihn mit einem fröhlichen "Bon Jour", Jorge.
Ein kleines Schwätzchen wurde noch gehalten und Ginette sagte ihm,
Madame ließ ihn bitten, den Pavillon im Garten zu richten, denn
für den Nachmittag hatte sich Abbe Pierre angemeldet und sie
wollten den Kaffee dort einnehmen. Das versprach ein lustiger
Nachmittag zu werden, denn Abbe Pierre erzählte gerne von seinen
Schäfchen in der Pfarrgemeinde und ihren Verfehlungen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück machte sich Jorge sogleich daran,
was Madame ihm aufgetragen hatte. Der Pavillon war über und über
mit roten und weißen Röschen berankt und er entfernte die verwelkten
Blüten und legte weiche Auflagen auf die Sitze. Noch über den kleinen
Tisch gewischt und dann war dies erledigt. Alles andere würde Ginette
richten und auch das Bewirten übernehmen. Auf sie war Verlaß und keine
Arbeit wurde ihr zuviel, sie verehrte Madame.

Die Aussenbeleuchtung der Eingangstreppe mußte er noch kontrollieren,
einige Lämpchen waren ausgefallen und er machte sich sogleich daran,
sie auszutauschen. Warum Madame darauf bestand, daß die Beleuchtung
niemals ausfallen durfte, dies war ihm ein Rätsel, aber er tat, wie ihm geheissen.
Zu beiden Seiten der Treppe wuchsen zartrosa Azaleen und weiße Hortensien,
ein wundervoller Anblick. Sie bildeten einen schönen Kontrast zum weißen
Anstrich des Hauses. Fast war es Mittag geworden und Jorge ging in sein
Gartenhäuschen, um etwas zu essen. Das Beschneiden der Rosenbüsche konnte
noch warten und er hob sich diese Arbeit für den Nachmittag auf.

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