Hans Elmer

Schule schwänzen

Schule schwänzen,

 

hat eine neue Qualität erreicht. Zu meiner Zeit gab es das zwar auch schon, aber die Resonanz war eine andere, sagen wir mal eher familiär. Oder anders, wenn man erwischt wurde, gab’s zu Hause erst mal rechts und links eins in die Fresse. Das nannte man damals Erziehung. Und dann gab es noch die Lehrer, die sich mehr oder weniger an dieser Art Erziehung beteiligten. Einen von diesen „Erziehern“ habe ich bis heute nicht vergessen, obwohl mehr als sechs Jahrzehnte dazwischen liegen. Der muss ja was ganz besonderes gewesen sein? Ja, das war er. Wohlmeinend würde man ihn als konservativ bezeichnen. Für mich war er ein perverses, sadistisches Schwein. Wenn der einem mit seinem Stock auf die ausgestreckte Hand schlug, hat er immer versucht die Fingerspitzen zu treffen. Da tut’s am ärgsten weh. Und wenn er nicht richtig getroffen hat, hat er noch mal durchgezogen. Ich stand da manchmal kurz vor dem Herzstillstand. Das ist nicht Bildhaft gemeint, der Schmerz war wirklich unbeschreiblich.

 

So im Nachhinein bin ich sicher, dass er bei jedem Schlag einen Orgasmus hatte. Der Unterricht danach war immer sehr entspannt und harmonisch. Das war wohl seine Art von „Kuscheln danach“. Zu meinem Leidwesen war ich öfters daran beteiligt, an seiner ausgeglichenen Sexualität. Leider bin ich nicht religiös, denn dann könnte ich darauf hoffen, dass er bis ans Ende aller Tage in der Hölle schmort.

 

Das also war sie, die gute alte Zeit. Warum ich euch das erzähle? Ganz einfach, unter euren Kritikern ist so mancher dabei, der sich nach dieser guten alten Zeit zurück sehnt. Und lasst euch nur nicht täuschen, weil diese Kritik eher verhalten rüber kommt. Unter den älteren von denen sind einige, denen noch das „Heil Hitler“- Geschrei ihrer Eltern in den Ohren nachklingt. Und das „Gedankengut“ der jüngeren ist nicht sehr weit weg davon. Die Zurückhaltung dieser Herrschaften liegt einzig an dem starken Medien- Echo. Da will sich keiner so direkt in die Schusslinie stellen. Allen voran natürlich Christian Lindner, der wenn es dummes Zeug zu reden gilt, immer ganz weit vorne steht. Aber egal wes Geistes Kind diese Kritiker sind, wobei es mir schwer fällt, in diesem Zusammenhang von „Geist“ zu reden, ihnen mangelt es an der nötigen Intelligenz, die man einfach braucht, um die Situation zu begreifen. Denn es ist nicht fünf vor zwölf, es ist zwei vor zwölf. Es könnte auch schon zwei nach zwölf sein, dann ist eh schon alles egal.

 

Und zu euch ihr zögerlichen fast- Befürworter, möchte ich auch noch etwas sagen. Ihr liebt und beschützt eure Kinder und Enkelkinder, und versucht jegliches Leid von ihnen fernzuhalten. Wenn dann aber die Enkel eurer Enkel elendiglich im Chaos draufgehen, dann wird niemand das sein, der das Leid von euren Enkeln nimmt.

 

Am elegantesten ist wieder mal die Merkel. Die lobt einfach euer Engagement. Zwar kommentarlos, aber sie ist aus dem Schneider. Kein Mensch weiß, was er damit anfangen soll. Für mich ist die so glaubhaft wie ein katholischer Bischof, der von einer rückhaltlosen Missbrauchs- Aufklärung faselt. Wenn wir schon mal bei diesem Verein sind, gibt es von denen eine Meinung zu diesen Schüler-Demos? Ich habe da noch nichts gehört. Die sorgen sich wohl mehr um euer Seelenheil, als um eure weltliche Zukunft. Aber es geht hier nicht nur um eure Zukunft. Ich möchte nicht in euer Haut stecken, wenn euch eure Kinder einmal fragen, wie war das damals mit euren Demos? War wohl nicht mehr als lauwarme Luft? Von unseren Politikern könnt ihr keine ehrliche Unterstützung erwarten. Vor allem nicht von denen, die scheinbar was zu sagen haben. Die sind allesamt Vasallen der Großindustrie.

 

Und was ist mit euren Lehrern? Der einzelne kann sich wohl nicht zu weit vorwagen, da drohen Repressalien von Seiten der Politik. Aber da gibt es doch bestimmt einen Verband? Da könnte man doch eine Klare Stellungsname erwarten. Oder eure Eltern selbst, da gibt es doch sicher auch einen Verband? Ihr braucht jede mögliche Unterstützung, sonst bleibt wirklich nur lauwarme Luft.

 

Bei den meisten der oben genannten Kritiker reicht es gerade mal zu einem lapidaren: Man könne doch auch samstags demonstrieren. Wenn sich Greta Thunberg samstags an die Straße gesetzt hätte, würde bis heute keine Sau ihren Namen kennen! Außerdem sind unsere Schüler durchaus in der Lage, diesen Unterrichtsausfall zu kompensieren. Darin haben sie jede Menge Übung, durch diese „legalen“ Ausfälle. Genaue Zahlen darüber gibt es nicht. Da wird geschönt und frisiert, auf Teufel komm raus. Oder etwas deutlicher, unsere Kultusminister lügen wie gedruckt. Man könnte auch sagen: Sie winterkornen, das trifft es ziemlich gut. Ab einer gewissen Position gilt Lügen bei uns als Kavaliersdelikt. Übrigens, der Unterrichtsausfall in Religion ist nur halb so hoch wie der in Deutsch. Auch das spricht für diese Nation.

 

Was also soll dieses saublöde Gelaber? Und wenn euch einer von denen über den Weg läuft, sagt ihm ruhig dass er ein Dummschwätzer ist. Spätestens wenn er dann mit so nem Scheiß wie „Achtung vor dem Alter“ anfängt, wisst ihr ganz sicher dass ihr Recht habt. Denn Achtung setzt eine Leistung voraus, nicht das zufällige ansammeln von Lebensjahren.

 

Ich könnte jetzt ewig weitermachen, mit meiner Auflistung der Probleme, die ihr euch mit euren Demos aufgeladen habt. Aber ich werde mich auf die Fakten beschränken. Ihr lehnt euch auf, gegen alles was diese Welt umtreibt. Gegen alles, was bisher als gut und richtig galt. Gegen eure Eltern, gegen eure Großeltern, gegen Kirche und Staat. Denn die sind alle daran beteiligt, dass diese Welt vor die Hunde geht.

 

Und ihr glaubt, ihr könntet daran etwas ändern, mit ein par Stunden Schule schwänzen? Kinder, ihr stänkert gegen das Establishment! Und das wird euch ganz gemütlich überrollen und platt machen. Die haben den längeren Schnaufer, die sitzen euch einfach aus. Spätestens wenn ihr mit dem Berufsleben oder einem Studium beginnt, seid ihr integriert, und das war’s dann.

 

Nun, wie sieht’s aus mit euch, ihr Revoluzzer? Habt ihr genug? Nein? Gut, dann geb ich euch jetzt den Rest. Es ist nämlich vor allem die Blödheit, gegen die ihr ankämpft. Und diese Blödheit ist gleichmäßig verteilt, in allen Schichten der Bevölkerung. Das Dumme dabei ist, dass sich gerade die Deppen vordrängeln, wenn es um ein Pöstchen geht. Die gemäßigten Deppen schaffen es gerade mal bis zum Kirchen- Gemeinderat. Wer aber ausdauern nach oben buckelt und nach unten tritt, der kann es bis zum Minister schaffen. Seht euch nur mal unsere Regierung an. Eine Verteidigungs- Ministerin die zu nichts fähig ist und irgendwelchen „Beratern“ zig Millionen in den Rachen wirft. Ein Verkehrs- Minister der mit seinem blöden Geschwätz die gesamte EU beleidigt. Usw.

 

Wenn ihr etwas erreichen wollt, braucht ihr ein Druckmittel. Und die hier Verantwortlichen verstehen nur ein Druckmittel: Wählerstimmen. Davon braucht ihr aber reichlich. Und selbst dann gibt es noch lange keine Garantie.

 

In Bayern läuft gerade eine Aktion zur Rettung der Bienen. Da haben ein par Millionen unterschrieben. Und schon bauen sich Söder und Kumpane mit ernsten Mienen vor den Kameras auf, als ob es für sie nichts Wichtigeres gäbe, als die Rettung der Bienen. Ich sage euch was daraus wird, gar nichts. Die sitzen das einfach wieder aus. Denn um die Bienen zu retten, müsste man genau das tun, was ihr fordert.

 

Und nun die schlechte Nachricht. Tut mir leid, aber jetzt bin ich schon mal dabei. Mir liegt die Umwelt genau so am Herzen wie euch. Nur habe ich euch einige Jahrzehnte voraus. Glaubt mir, das ist nicht so richtig lustig. Ich bin also Zeitzeuge dieses Niedergangs, der noch viel schlimmer ist, als ihr denkt. Desillusioniert? Na ja, auf jeden Fall nicht weit weg davon, und der Funke Hoffnung den ihr in mir geweckt habt, glimmt nur sehr zaghaft.

 

Die Möglichkeit, dass es schon zu spät ist, ist durchaus Realistisch. Das Weltklima lässt sich nicht so einfach an- oder ausknipsen. In den riesigen Gebieten der Permafrost- Zonen sind Milliarden von Tonnen Methan gebunden. Dass Methan als Treibhausgas wesentlich gefährlicher ist als CO2, weiß jeder. Aber niemand weiß, wie viel Erderwärmung es noch braucht, dass dieses Methan frei gesetzt wird. 1 Grad, 2 Grad, wie gesagt, niemand weiß das. Aber wenn es so weit ist, dann geht die Kurve steil nach oben. Dann messen wir die Erderwärmung nicht mehr pro Jahr. Dann messen wir pro Monat.

 

Doch dann geht’s erst richtig los. In den kalten Zonen der Weltmeere liegen noch mal ein par Milliarden Tonnen Methan. Aber die sind nicht irgendwo gebunden. Die liegen herum wie frischer Schnee. Oder besser gesagt wie Eis. Und bei der entsprechenden Erwärmung bricht in unseren Weltmeeren das Chaos aus. Strömungen werden sich verändern, manche werden ausfallen, neue werden entstehen, niemand kann hier eine Prognose wagen. Doch eins ist gewiss. Wenn an dieses Methan warme Meeresströme gelangen, fängt’s an zu sprudeln. Und diese Sprudel wird man auch aus dem Weltall sehen. Denn auch dann wird es diesen schwachsinnigen Größenwahn namens Weltraumforschung noch geben, wie auch den einen oder anderen Deppen aus Deutschland, der sich dann großspurig Astronaut nennt. Spätestens dann werden wir die Erderwärmung pro Woche messen. Wir werden dafür auch kein Komma mehr brauchen. Denn das was in einer Woche hinter dem Komma steht, das steht nächste Woche vor dem Komma.

 

Es mach mir wirklich keinen Spaß, diesen ganzen Mist hier aufzulisten, aber es sind nun mal Tatsachen. Und Tatsache ist auch, dass wir ziemlich knapp am Abgrund stehen. Unsere Zehen ragen schon darüber hinaus. Wenn ihr jetzt trotz, oder gerade wegen dieser ganzen Hiobs- Botschaften weiter machen wollt, meine Bewunderung ist euch gewiss. Aber da könnt ihr nicht viel damit anfangen. Ich sag’s noch mal. Ihr braucht jegliche Art von Unterstützung. Fangt bei euren Eltern an. Überzeugt sie, macht ihnen klar, dass diese Welt den Bach runter geht. Freitags irgendwo blöd im Weg herumsitzen reicht nicht.

 

Dieser Planet ist einzigartig, wahrscheinlich im Umkreis von einigen 100 Millionen Lichtjahren. Und das wird er auch bleiben, es wird Ruhe einkehren, wenn sich die Menschen erst mal selbst ausgerottet haben. Die Zielstrebigkeit, mit der wir darauf zusteuern, ist beachtlich, das macht uns so schnell keiner nach. Erdgeschichtlich ist die Existenz der Menschheit nur ein Wimpernschlag. Die Evolution ist wohl auch nicht ohne Fehler, aber sie korrigiert auch ihre Fehler. Bei uns kann sie sich gemütlich zurücklehnen, wir machen das schon selber. Dazu brauchen wir keinen Kometen- Einschlag oder sonstiges Spektakel. Wir zünden einfach alles an, was brennbar ist, das reicht. Und wenn wir nicht mehr genug Brennbares finden, dann blasen wir dem Planeten so viel Chemie in die Eingeweide, bis er auch noch den letzten Rest freigibt. Das nennen wir dann Wreking. Darin sind wir gut, für jede Schweinerei einen passenden Namen zu finden. Frei nach der göttlichen Anweisung: Macht euch die Erde untertan.

 

Mir könnte das alles eigentlich egal sein. In den par Jahren die noch vor mir liegen, wird nichts Wesentliches passieren. Auch meine Tochter wird noch einigermaßen durchkommen. Bei meiner Enkeltochter allerdings, da wird mir Übel, wenn ich an ihre Zukunft denke. In meinem Bekanntenkreis halten mich einige, nicht ganz zu Unrecht, für einen ziemlichen Rüpel. Aber unter dem Rüpel steckt auch etwas Ästhetik . Ich mag gute Musik. Mozart, Pink Floyd, Johann Strauß, Adele, Chopin, Amy Mc Donald und Weitere. Was mir echt zuwider ist, das sind Xaver Naidu, Westerhagen und ähnliches Kroppzeug. Mann sieht also, Musikgeschmack und gesunder Menschenverstand können durchaus harmonieren.

 

Die schönste Musik die es auf diesem Planeten gibt, ist für mich aber das Lachen unserer Kinder. Kein Komponist auf dieser Erde, auch nicht der Beste, ist in der Lage, derart schöne Melodien zu schaffen. Und ich würde mir wünschen, dass meine Enkeltochter das Lachen ihrer Enkel auch noch hören wird. Aber das wird nicht sein. Es wird Schweigen sein.

 

Wenn wir als Kinder über die Wiesen gelaufen sind, sind wir durch ein Meer von leuchtenden, duftenden Wildblumen gewatet. Bei jedem Schritt haben wir dutzende von Schmetterlingen, Käfern, Wildbienen und jede Menge anderer Insekten aufgescheucht. Das leuchten und duften ist verschwunden, das summen, brummen und zirpen ist verhallt. Wenn ich heute über die gleichen Wiesen laufe, sehe ich nur ökologische Wüste, aber die absolute Stille ist das was auf’s Herz drückt. Bei mir jedenfalls. All das Schöne haben wir unseren Kindern schon weggenommen. Wollen wir so Weitermachen?

 

Manchmal geschehen schon seltsame Dinge. Ich habe das Ganze hier vor ungefähr drei Wochen niedergeschrieben. Aus einem Gespräch heraus, über unsere Kindheit, habe ich heute diesen letzten Absatz hinzugefügt. Und während der letzten beiden Sätze kommt folgende Nachricht aus dem Radio: Aus einem Bericht der UN: Eine Million aller Tier- und Pflanzenarten stehen vor dem Aussterben. Gläubige Menschen würden das jetzt als Wink Gottes bezeichnen, für mich ist es Zufall. Aber es ist egal, wie man das sieht, es geht um die Sache. Und die Sache ist, das Überleben der Menschheit. Und zum überleben brauchen wir eine intakte Umwelt, und die fängt nun mal an bei dem kleinsten Insekt und dem unscheinbarsten Blümchen.

 

Wer das jetzt immer noch nicht begriffen hat, der kann sich vor den Spiegel stellen und sagen: Aha, so sieht also ein Vollidiot aus.

 

Was aber können wir, die nicht zu den Vollidioten gehören, nun machen? Ich sage es euch, wenn auch ungern: Nichts! Wir stehen dem Ganzen ohnmächtig gegenüber. Auch unsere Kinder, die für ihre Zukunft auf die Straße gehen, werden nichts erreichen, solange nicht eine deutliche Mehrheit hinter ihnen steht. Und davon sehe ich bis jetzt nicht viel. Ich werde nun versuchen, diese Ohnmacht deutlich zu machen.

 

Warum unsere Insekten so gut wie ausgestorben sind, ist hinlänglich bekannt. Und dass unter anderem damit auch unsere Vögel immer weniger werden, weiß auch jeder. Bevor ich jetzt aber mit meiner Argumentation weiter mache, muss ich etwas voraus stellen.

 

Ich verbringe meine Winter vorwiegend in Spanien. Und auf dem Campingplatz füttere ich die streunenden Katzen. Da gibt es, nicht ganz zu Unrecht, Argumente dagegen. Mir egal, die armen Viecher tun mir einfach leid. Ihre Dankbarkeit dafür ist auch wesentlich deutlicher, als bei unseren verwöhnten Hauskatzen. Die Vögel füttere ich auch. Da gibt es so richtig schief gewachsene Bäume mit grober Rinde. In deren Ritzen streue ich das Vogelfutter. Natürlich so weit oben wie möglich, denn unten sind die Katzen. Das funktioniert eigentlich ganz gut. In einem Winter hatte ich ein Rotkehlchen, das flog rotzfrech gleich in mein Auto, sobald ich die Schiebetür öffnete. Das war ja auch OK, denn es sammelte das von mir verschüttete Futter auf. Einmal hat es mir zu Dank dafür auf die Tastatur geschissen. Was ich darauf zu ihm sagte, hat es nicht sonderlich interessiert. Ich lasse das aber hier weg, es ist nicht druckreif. Womöglich habe ich auch das Geschlecht nicht erkannt. Ich habe das Vieh nämlich als weibliches Wesen beschimpft, und zwar rückwirkend bis zu Kleopatra. Die soll ja auch ein ziemliches Luder gewesen sein. Im nächsten Jahr war mein Rotkehlchen nicht mehr da. Das kann verschiedene Gründe haben. Ich habe da allerdings so eine hellgraue, langhaarige Katzendame im Verdacht. Das war die schmusigste von allen. Die habe ich allerdings mehrmals gesehen, wie sie diverse zudringliche Herren verprügelt hat. Da war sie nicht sehr sanft. Na ja, so sind sie die Weiber.

 

Egal, mit diesem Absatz wollte ich nur erreichen, dass jetzt die Tierfreunde nicht wild aufkreischen, sondern mich als ihresgleichen betrachten. Denn nüchtern betrachtet ist das Füttern von Vögeln schlicht weg falsch. Indem wir den Vögeln helfen, schaden wir den Insekten. Und jetzt bitte kein kleinliches: Verschiedene Futterquellen und ähnlichen Blödsinn. Es hängt nun mal alles zusammen, das lässt sich nicht schönreden. Außerdem, die Insekten sind in der Ökologie wichtig, ohne sie geht nichts. Die Vögel dagegen sind nur Nutznießer, wie wir Menschen auch. Das Problem das dieser Planet hat, ist wesentlich komplexer als es sich die meisten vorstellen. Wir müssten also vor den Vögeln die Insekten füttern. Wobei wir wieder bei der Ohnmacht des einzelnen sind. Das fängt bei der Landwirtschaft an und hört bei diesen ökologischen Wüsten, genannt „Grünflächen“ auf. Allein das Renaturieren dieser „Grünflächen“ wäre schon der erste Schritt. Damit meine ich städtische Parkanlagen und diese Wiesen um die Wohnsilos in den Vorstädten. Sobald sich das erste Gänseblümchen hervor wagt, rückt die Rasenmähertruppe an und macht alles platt. Wo soll da ein Insekt Nahrung finden? Es gibt noch Menschen die in ihren Gärten den Wildblumen ein Plätzchen gönnen, aber das ist wirklich nur der Tropfen auf dem heißen Stein.

 

Zum Problem dieses Planeten gehört auch das Ausbeuten der sogenannten dritten Welt. Diese Ausbeutung habe ich schon in meiner Geschichte „das kleine Glück“ beschrieben. Um aufzuzeigen, wie ohnmächtig der einzelne ist, werde ich dieses Thema noch mal aufgreifen. Nehmen wir einfach mal die T-Shirts. Die werden weit weg von uns produziert. Sehr weit weg. Und die Umstände wie das geschieht, sind auch sehr weit weg, von dem was wir uns unter Arbeit vorstellen. Knechtschaft wäre noch eine Verniedlichung. Denn die mittelalterlichen Knechte bei uns, hatten ein Dach über dem Kopf und bekamen was zum Essen. Und wie sieht es dort aus, weit weg? Da gibt es Kinder, die mit ihrer Arbeit die ganze Familie vor dem verhungern retten. Und von diesen Kindern gibt es viele. Sehr viele. Und das Dach über dem Kopf sind oftmals einfach Bäume.

 

Und was können wir dagegen tun? Gar nichts! Teure Marken- T-Shirts kaufen? Blödsinn! Dieselbe neunjährige, die heute die billigen näht, näht morgen die teuren. Ich selbst kaufe seit vielen Jahren meine Shirts second Hand. Da weiß ich wenigstens, dass diese ganze Chemie schon herausgewaschen ist. Wenn das jetzt aber plötzlich sehr viele machen, dann bricht der Markt ein. Und diejenigen die darunter leiden werden, sind weit weg von uns. Sehr weit weg. Das Ganze ist ein Scheißspiel.

 

Dies alles was ich hier geschrieben habe, wurde schon irgendwann von irgendjemand zu irgendwelchen Gelegenheiten gesagt. Ich habe es einfach zusammen gefügt, weil es wirklich zusammen gehört. Ich sage es noch einmal, es könnte schon zwei nach zwölf sein. Und ich sage es zum dritten Mal, eure Enkel werden auch mal Enkel haben. Damit meine ich euch ihr zögerlichen Duckmäuser, bringt endlich den Arsch hoch. Unterstütz wenigstens eure Kinder, das wäre schon mal ein Anfang.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.06.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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