Aylin

Merkel zittert (Kommentar)

Merkel zittert

 

Merkel zittert, aber wankt sie auch?

Die Frau mit der eisernen Disziplin, die sich nie in die Karten schauen ließ, wirkt schwach und abgekämpft.

Ich gehörte nie zu ihren Anhängern, hielt sie nie für das „Mädchen“, sondern für die Frau, die Kohl mit Unschuldmiene und Pottfrisur aus dem Amt drängte. Eine Frau, die wusste, was sie wollte.

Viele wählten sie, wählen sie noch. Ich jedoch dachte immer, sie verstand, die Schwächen der anderen Parteien für sich auszunutzen, sich selbst den Ball zuzuspielen, zu halten und dafür die Anerkennung zu kassieren. Das mag mancher nicht durchschaut haben, vielleicht aber auch gut gefunden haben. Dies muss ich als Demokrat akzeptieren. Mehr nicht.

 

Merkel schleicht. Ich hätte es wahrlich nicht für möglich gehalten, dass in mir für diese Frau einmal Mitleidsgefühle aufkeimen könnten. Sie wirkt alt und verbraucht und krank. Wenn man selbst älter wird, dann weiß man, dass einem so ab sechzig vieles zusetzt, was man früher locker abgetan hat: Hitze, Stress, lange Flüge. Sie aber tourt um den halben Erdball, führt Gespräche. Geht es ohne sie nicht?

Ohne Zweifel hat sie sich im Ausland Respekt verschafft, doch im Alter sieht man manches verkniffener, enger- zu eng vielleicht, was möglicherweise zur Setzung falscher Schwerpunkte führen kann. Es fällt einem nicht auf, bis irgendwann eine liebende Tochter ankommt und mahnt. Merkel aber hat keine liebende Tochter.

 

Was hat sie erreicht, sie persönlich? Meiner Meinung nach hat sich auf den Schröder-Reformen ausgeruht und die Lorbeeren für deren unglaublich inhumane Arbeitnehmerpolitik über Jahre kassiert.

Sie hat die CDU gespalten mit ihrer verfehlten Flüchtlingspolitik in 2015. Die von ihr proklamierte Alternativlosigkeit hat auch unser Land gespalten und rechts- und linksradikalen Rändern Auftrieb gegeben und dafür gesorgt, dass sich eine Partei wie die AFD im Bundestag ansiedeln konnte. Die Leute aber wählten sie und haben es erneut getan. Dies muss man als Demokrat respektieren. Mehr nicht.

Das Land braucht jedoch eine starke CDU und eine starke SPD, um unsere Demokratie, unsere Wirtschaftkraft und unsere soziale Politik zu gewährleisten. Dies alles steht auf dem Spiel.

Getrieben - wovon?- muss sie weiter, obwohl sie zum amerikanischen wie auch französischen Staatsoberhaupt nicht mehr den besten Draht hat. Von Russland, um das sich sowohl Brand wie auch Kohl stets bemühten, mal ganz zu schweigen. Sie will Europa zusammenhalten, was ich gut finde. Dennoch ist längst klar, dass ihre Flüchtlingspolitik niemals zu dem von ihr gewünschten Ergebnis in Europa durchsetzbar ist.

Merkels Bilanz ist also düster und ihre Schwestern und Brüder im Osten werden ihr die Quittung dafür bei den Landtagswahlen präsentieren.

Wer aber macht eigentlich bei uns Bundespolitik und kümmert sich darum, während Merkel um den Globus fliegt und sich beweihräuchern lässt? Der Bürger sieht nicht nur die SPD führungslos, sondern empfindet auch die CDU so. Irgendwie.

AKK war ein Griff ins Klo ( auf das sicherlich sehr gerne die gehen, die nicht wissen, wo sie pinkeln sollen). Der Rest ist eine Gruppe, die verlernt hat ( oder der es aberzogen wurde), eine eigene, saubere, klare Meinung gegen Merkels Position innerhalb der CDU zu vertreten.

Und Merz? Ja, Merz ist für Merkel ein rotes Tuch. Den ans Ruder zu lassen, wäre für sie eine Schmach.

Wer aber soll es machen- wer könnte Kanzlerkandidat der CDU werden?

„Unser Armin“, der immer so niedlich mit den Augen rollt? Süß!

Die schicke Julia, die sicherlich dann immer ein Müsli von Nestle dabei hat ?

„Flinten-Uschi“, die gerade Milliarden im Bauch der Gorch Fock versenkt hat?

Altmeier? Hust, die Ikone der gelungenen Energiewende?

Spahn, der jetzt schon vor Kraft kaum laufen kann und außer Phrasen bei Pflege nichts zu bieten hat?

Also doch AKK, bei der manchen Bürger das Gefühl beschleicht, als habe eine Monarchin ihre Nachfolgerin bestimmt?

 

Bevor Merkel aber dem Merz das Zepter übergäbe, sagen böse Zungen, bräche sie lieber auf offener Bühne zusammen. Theresa May lässt grüßen: Oh my dear, it’s so hard to get old. So leave, as long as you can do it with a smile.

Und Merkel zittert. Nichts sonst, nichts weiter.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.07.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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