Marlene Remen

DER STILLE RAUM

Gedankenverloren schaute sie hinaus, hinaus durch das kleine Fenster
im Dachgeschoss, welches einen weiten Blick über die Häuser, Gärten
und die Parallelstrasse frei gab. Kleine, weiße Wolken zogen am blauen
Himmel vorbei und ein leichter Wind bewegte die Blätter der Lindenbäume
auf der anderen Strassenseite.  Hatte er dies auch so wahrgenommen, hier
in diesem Zimmer, welches sein Schlafzimmer einst gewesen war ?

Nun hatte dieses Zimmer eine andere Bedeutung bekommen, war zu einem
Erinnerungsraum geworden, zur Erinnerung an einen geliebten Menschen,
der viel zu früh aus seinem Leben gerissen worden war. Dessen Träume und
Sehnsüchte nicht erfüllt werden konnten, dennoch lebte sehr viel von ihm in
diesem Raum. So viele Dinge, die ihm gehörten und ihm auch viel bedeutet
hatten, alles hatte sie in diesem Raum zusammen getragen. Seine CD-Sammlung,
die kleinen Modelle der VW-Käfer Autos, Poster von ganz speziellen VW`s,
Bilder von ihm, vom Baby bis hin zum erwachsenen jungen Mann.

Gedichte, die sie für ihn geschrieben hatte, waren in einer  Mappe von ihr
eingetragen worden, die Beileidsbriefe von Verwandten, Freunden und Nachbarn,
nahm sie sehr oft in die Hand, um sie noch einmal anzusehen. Und der Schmerz war
allgegenwärtig und hörte nicht auf. Warum nur, warum nur, mußte dies geschehen ??
Eine Antwort konnte ihr Niemand geben und sie hätte auch keine akzeptieren können.
Warum konnte sie es nicht sein, warum schlug das Schicksal nicht bei ihr zu,
sie hatte ihr Leben, seines hatte noch nicht einmal richtig angefangen, hatte sich ganz
hinten angestellt und immer gesagt : "Später, später, ist doch noch Zeit !"
Doch die Zeit blieb nicht stehen und das Leben kann grausam sein und unberechenbar.

Leise schloss sie die Tür zum Zimmer und wußte, morgen, ja morgen ging sie wieder
hinauf, wie an jedem Tag. Und auch, wenn es weh tat, so fühlte sie sich dennoch
ganz nah bei ihm und seiner Liebe zu ihr.


Der stille Raum unter dem Dach, in dem Erinnerung lebt.
Dort steht die Zeit für immer still und niemals das Vergessen trägt....

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.07.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Werner Leder pflegt seit frühester Jugend Meditation und Kontemplation. Über Jahrzehnte sammelte er Eingebungen,Gedanken und Intuitionen aus der Zwiesprache mit Gott-Vater und Jesus. Durch sein mutiges Glaubensbekenntnis,vor den Menschen,wurde er bald als Außenseiter abgestempelt. Das aber hinderte ihn nicht sich noch mehr und intensiver mit Gott zu befassen. Die "Freundschaft" Gott-Mensch dauert bereits über Jahrzehnte. Und noch immer empfängt Werner Leder Worte,Bilder und Eindrücke nicht nur in der "Stillen Stunde", sondern auch während alltäglicher Arbeitsverrichtungen. Immer und immer wieder sagte Jesus zu ihm: "Bewahre meine Worte,schreibe auf was du hörst,siehst und empfindest,und zu gegebener Zeit veröffentliche alles mit all euren Möglichkeiten. ICH BIN der ICH BIN von Ewigkeit zu Ewigkeit. Trinke das Wasser aus der Quelle des Lebens. ICH BIN die Quelle. Amen. So sei es!"

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