Helmut Jeremias

Die Geisterhöhle

Günther wohnt mit seinen Eltern und seiner Schwester in einem schönen Haus am Waldrand. Das Haus hat auch einen großen Garten .Zwischen dem Garten und dem Wald ist eine Wiese. Bis zum Waldrand
darf Günther alleine gehen, weiter aber nicht. An einem Dienstag im Frühling kommt Günthers Freund Benjamin nach der Schule zu ihm, um zu spielen. Die beiden sind zuerst im Garten,dann auf der Wiese und gehen schließlich in den Wald, obwohl es ihnen die Mutter noch einmal verboten hat. Sie sehen vor sich einen dunklen Weg, der in den dichten Forst führt.
„Das ist der Weg zur alten Geisterhöhle “, sagt Günther. „Lass uns dahin gehen!“
„Nein!“, antwortet Benjamin, „Das ist viel zu gefährlich. Außerdem habe ich Angst.“
„Du bist ein Feigling“, ruft Günther und schlägt alleine den dunklen Weg ein. Nach einigem Zögern geht ihm Benjamin nach. Nein, als Feigling möchte er wirklich nicht bezeichnet werden. Eine Zeit lang folgen die beiden dem Pfad; der Wald um sie herum wird immer dichter. Die Äste der Bäume berühren sich über dem Weg und lassen fast kein Licht mehr durch.
„Vielleicht sollten wir umkehren “, schlägt jetzt Günther vor. Aber Benjamin ist nun entschlossen weiter zu gehen. Plötzlich wird das Gelände steiler und steiler. Die beiden Jungen kommen zu ein paar
Felsbrocken. Zwischen diesen entdecken sie den Eingang zu einer Höhle. Im Wald um sie herum ist es ganz still, richtig unheimlich. Nicht einmal Vögel hören sie mehr singen.
„Na los, gehen wir hinein“, meint Benjamin.
„Ich weiß nicht.“, antwortet Günther: „Wir haben keine Taschenlampe und überhaupt."
Doch sein Freund lässt sich davon nicht abhalten. "Komm schon!", meint er und macht einen Schritt nach vorne in Richtung Eingang. Günther folgt ihm zaghaft. Modrige Luft schlägt ihnen entgegen. Die beiden bleiben wieder stehen.

„Was zum Teufel macht ihr hier!“, ruft plötzlich eine Stimme. Es ist der alte Förster Friedrich, der mit seinem Hund unterwegs ist. „Wie könnt ihr nur auf die Idee kommen, alleine in die alte Mine zu gehen. Das ist viel zu gefährlich.“
Die beiden Jungen sehen sich betreten an. „Aber wir dachten,dass das eine Geisterhöhle ist “, sagt Benjamin.
„Blödsinn!“, sagt Franz.„Das war früher eine kleine Mine, wo man Silber abgebaut hat. Aber das ist schon lange her. Es ist unverantwortlich,dass der Eingang noch immer nicht verschlossen ist. Kommt ich bringe
euch nach Hause. Und morgen vernagle ich den Zugang mit ein paar Brettern."
Gehorsam folgen ihm die beiden. Eigentlich sind sie ganz froh, dass sie ein Erwachsener begleitet.
Am Waldrand treffen sie Günthers Mutter, die schon verzweifelt nach ihnen sucht. Als Franz ihr erzählt, was geschehen ist , wird sie ganz böse und schimpft: „Ich habe euch doch verboten in den Wald hineinzugehen.
Aber Friedrich beruhigt sie: „Es sind doch Jungen. Wenn man ihnen etwas verbietet, machen sie es trotzdem. Das nächste Mal müssen Sie besser aufpassen oder einfach mit den beiden gehen.  Außerdem ist ja nichts passiert.
Und das stimmt auch. Deshalb beruhigt sich die Mutter und alle essen auf der Terrasse noch einen Kuchen und trinken dazu Kakao.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.07.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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