Jürgen Malodisdach

Die Blütis ( 1 )

Da lag sie nun

 

Hübsch anzusehen in ihrem hauchzarten Bikini, der mehr zeigte als er verbergen konnte.

Blondes langes Haar, jung, so etwa 20 Jahre, mit einer Figur, die viele Männer um den Verstand bringen könnte. Tat sie wahrscheinlich auch öfter mal.

Die Liege auf dem Sandstrand war ihr momentanes Ruhemöbel, war ausreichend umlagert von vielen jungen und auch älteren Menschen beiderlei Geschlechts.

Warum auch nicht. Die Hundstage, also mehr als heißen Sonnentage, lockten jeden Menschen der die Zeit hatte, hierher. Der See mit seinem schönen Sandstrand und den angrenzenden Grasflächen lud ja geradezu ein, hier zu campieren. Natürlich auch zum Baden.

Wobei die verliebten Pärchen die angrenzenden, mit Büschen und kleinen Bäumchen bewachsenen Flächen , zu besonderen Aktivitäten nutzten. Warum auch nicht, wir leben ja nicht mehr im Mittelalter mit den damaligen Moralauffassungen.

Träumte sie vielleicht ein bißchen? Und wenn ja, wovon ? Ein Glück eventuell für den oder die Traumpartner die hier mitspielen konnten, in diesem Sommerfilmchen.

Da war es wieder, dieses Jucken der Haut. Ein Sonnenbrand macht manchmal die unbedeckten Körperteile zum Spielball der Strahlen der guten alten Sonne.

Also aufstehen war angesagt und den Körper, soweit man heran kommt, mit der mitgebrachten Creme vorsichtig einschmieren. Erst einmal die Augen öffnen.

Plötzlich war da so ein kleiner Nebel. Sie rieb sich die Augen. Dachte wohl, daß es eine kleine Sehstörung war. Aber der Nebel wurde größer und größer. Hüllte sie gänzlich ein.

Sehr komisch , dachte und sagte sich die junge Frau. Wieso ist hier alles so rötlich bis braun. Sogar das Wasser hat diese Färbung. Sieht aus wie eine rotbraune Brühe.

Nanu, noch einmal sagte sie sich. Hat mein Kopf etwas abbekommen. Habe ich jetzt etwa noch einen Sonnenstich. Macht mein Kreislauf Probleme. Und wo kommen die dicken und großen Pflanzen plötzlich her, die um mich herum stehen.

Sehen ja fast aus wie Bäume. Die drei großen Gewächse. Haben aber gar keine Krone aus Zweigen und Blättern. Dafür eine wunderschöne große farbenprächtige Blüte am oberen Ende. Sogar mit Augen, die einen Eindruck machen, als würden sie beruhigend sagen wollen, hab keine Angst. Es wird alles gut. Zwar neu und ungewöhnlich , für das Leben überall aber notwendig.

Die drei großen freundlichen Blüten neigten sich über den schönen Körper der Frau und ließen eine dichte Wolke von feinstem Staub, wie Blütenstaub herab rieseln. Sie wollte schreien und sich wehren. Aber nichts funktionierte. Ihr schöner Körper verweigerte jeden Befehl ihres Gehirns. Der herrliche Duft des Blütenstaubes benebelte ihr gesamtes Wesen. Es war gar nicht unheimlich, eher beruhigend und richtig schön. Und von Sekunde zu Sekunde wurde es finsterer um sie.

Sie wußte nicht was los war. Wußte auch nicht wie lange das Alles gedauert hatte. Wußte auch nicht wo sie jetzt war.

Als sie dann langsam zu sich kam, sah sie eine riesige Menge dieser seltsamen Bäume mit großer Blüte und schönen, strahlenden, gutmütigen Augen. Die Augen waren aber auch alles in der Blüte. Menschen haben noch eine Nase , Ohren, einen Mund und noch ein Kinn. Diese Wesen hatten so etwas nicht.

Sie sagte Nichts, überlegte nur ständig. War das jetzt nur ein Traum ? Das konnte nicht sein, denn der See und der Strand mit ihrer Liege waren nicht mehr da. Sie konnte ihre Augen soweit öffnen wie sie wollte. Sie sah immer nur diese Unmenge unterschiedlicher Größe um sie herum stehender Baum-Blüten-Wesen.

Das müßten Tausende sein, die hier stehen. Und dann das ganze Umfeld. Es gab keine Wolken am Himmel. Alles hatte eine leicht orangene Farbe. Es gab aber auch keine Gebäude, keine Fahrzeuge. Keine Wassergebiete , soweit sie sehen konnte.

Langsam festigte sich in ihrem Bewußtsein, das sie nicht mehr zu Hause auf ihrer Erde war. Hier war alles komplett anders. War sie entführt worden, von Außerirdischen, von so genannten Alien ? Eben diesen Blütenbäumen. Und wenn ja, was wollen die von ihr.

Jetzt wurde es ihr plötzlich bewußt. Sie war hier in dieser fremden Welt , umringt von freundlichen, aber eben doch Alien. Sie sah an sich herunter. Sah ihren Körper und ihren Bikini, den sie für viel Geld erworben hatte. Wunderte sich, daß sie nicht fror. Also war es hier auf dem fremden Planeten so angenehm warm.

Als nächstes fiel ihr die unheimliche Stille, die hier herrschte, auf.

Sie war ja nicht dumm. Hatte zwar noch keinen Titel und keine abgeschlossene Berufsausbildung. Studierte aber schon mehrere Semester Medizin und Elektronik. War auch etwas in Physik und Chemie bewandert. Sie war ledig und sogar ohne Freund. Wenn ihr nach Liebe und Sex der Sinn stand, hatte sie immer mal hier und mal da die Möglichkeit ihrem Körper einen ordentlichen Orgasmus zu verschaffen.

Also eigentlich alles Bedingungen, die die Frage aufwarfen, was wollten die Alien von ihr. Wofür war sie ausgesucht und hierher auf diesen fremden Planeten gebracht worden. Und wie und ob überhaupt die Möglichkeit besteht, daß sie wieder zurück zur Erde kommen könnte.

Die Fragen, die sie sie sich selbst stellte, wurden jäh unterbrochen. Ursache war die plötzlich aufkommende Bewegungsfreudigkeit der vielen Blütenbaumaliens.

Mensch ist das ein Wortgebilde. Sie sagte sich, ich muß diesen Wesen einen kurzen Namen geben. Sagen wir mal, ich nenne sie einfach Blütis. Okay , einfach und leicht verständlich, B l ü t i s .

Also betrachtete sie diese große Anzahl von Blütis bei ihrem, für sie unverständlichen Treiben. Ihr fiel jetzt auf, daß ein, anscheinend Oberblüti, irgend etwas zu der Menge sagte. Denn die war regelrecht euphorisch. Bewegte sich in alle Richtungen. Sah aus , wie ein hoch gewachsenes Blumenmeer, das sich im Wind bewegte.

Allerdings hörte ich überhaupt nichts von der eventuellen Rede des Oberblütis. Sie fragte sich, ist mein Gehör defekt oder was ist los . Sie dachte daran, daß sie bei den Blütis keine Ohren zum Empfang von Schallwellen sieht. Vielleicht kommunizieren sie im Ultraschallbereich miteinander. Antennen waren auf den Körpern auch nicht zu sehen.

Da kann auch die ganze Haut oder ein spezielles Organ als Antenne dienen. Mensch dachte diese schöne junge Erdenfrau. Müssen diese Blütis eine hohe Entwicklungsstufe erreicht haben. Umso mehr die Frage, warum wurde ich entführt und was wollen diese hoch entwickelten Wesen von einem Erdenmädchen.

 

 

Fortsetzung folgt

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.08.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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