Magdalena Wysocka

Stell dir vor

Stell dir vor du sprichst und niemand hört zu. Stell dir vor wie du strahlst und niemand registriert es. Stell dir vor du lachst und niemand lacht mit. Stell dir vor du flehst und niemand gibt nach. Stell dir vor du kämpfst und niemand steht an deiner Seite. Stell dir vor du fällst und niemand reicht dir die Hand. 

"Und wenn du jetzt die Augen öffnest ist der Albtraum schon vorbei."- Und wenn ich sie dann doch wieder schließen muss, weil ich feststelle, dass es nicht funktioniert? Und wenn ich mich dann festhalten muss, um den Schmerz zu ertragen? 

SCHOKOLADE HILFT IMMER - ich starre auf die kleine Packung Schokolade und lese die Buchstaben einzeln. Dann verschwimmt mein Schreibtisch um mich herum und ich lese nur noch HILF... Nach einer Weile dann HILF IMMER. Und ich frage mich, ob ich im Leben jemals jemandem eine Hilfe war? Und wer mir eine Hilfe war? Und ob ich eine Hilfe zwangsläufig als stützende Krücke ansehen muss, die benötigt wird, die aber niemand wirklich möchte. 

Nach einer Weile merke ich, dass ich nicht merke wie die Zeit vergeht. Dabei ist das doch meine Zeit. Und wenn wir ehrlich sind, dann haben wir doch auch nichts anderes als Zeit, die wir nutzen oder auch verschwenden können. Aber wann ist sie verschwendet? Wenn ich etwas tue, was niemand anders tun würde? Weil es keiner versteht? Solange ich die Zeit erlebe, kann doch nichts verschwendet sein? Ich muss sie erleben. Mit allen Facetten. Ich will Freude und Lebenslust fühlen und ich möchte den Schauer merken, der meinen Körper durchzuckt, wenn ich mich verliebe. Ich möchte Liebe spüren und Geborgenheit und gelassen und zufrieden sein können. Und ich möchte auch den Schmerz spüren, die unendliche Trauer, die sich wie ein Schatten über alles zu legen scheint. Und auch die Angst muss ich spüren... die mich einfängt und einengt und mir die Luft abschnürt. Ja, auch sie will ich spüren. Und die Wut. Lodernde Wut, die mich zu Tränen treibt. Ich will all das erleben. Erlebte Zeit kann nie verschwendet sein. 

Ich blicke auf meinen Schlüsselbund. Glückskind steht dort in dicken Buchstaben auf blauem Fließ. Ein Geschenk. Glückskind. So unpassend dachte ich, als ich die Aufschrift zum ersten Mal las. Glück ist so unfassbar. Glück...  

Stell dir vor du erzählst und jemand hängt an deinen Lippen. Stell dir vor du lächelst und jemand fragt dich nach dem Grund. Stell dir vor es wartet jemand auf dich. Stell dir vor du brauchst gar nicht Bitten, weil du gesehen wirst. Stell dir vor du bist nicht allein.  

Ich möchte alles erleben.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.08.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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