Angela Pokolm

Einmal Hölle und kein Zurück

Angesichts wiederholt auftretender Berichte zum Thema 'Tierleid' war es mir ein Bedürfnis, mich mit dem traurigen Schicksal so vieler unserer Mitgeschöpfe auseinander zu setzen, das man wahrlich nur als 'Hölle' bezeichnen kann ...

Ich weiß, meine (wahre) Geschichte ist eine schwere Kost. Habe selbst sehr viel Mut und Kraft gebraucht, um mich diesem Thema anzunähern und die nachfolgenden Zeilen zu schreiben.

Ich verbinde damit das Anliegen, als winziges Steinchen mit zu helfen, dass wir Menschen unser Herz für die Tiere, die ihr Leben für uns geben, öffnen und sie mit der Achtung behandeln, die sie als lebende Wesen und Mitgeschöpfe verdienen.

Jedem Leser, der zumindest versucht, sich mit meinem Text und seinem Anliegen zu befassen, danke ich an dieser Stelle von Herzen im Namen der unzähligen leidenden Tiere.
Angela Pokolm



 

Sie werden geboren um zu leiden und zu sterben.
Für uns.


Sie sind fühlende Wesen wie wir.
Sie empfinden Schmerzen wie wir.
Sie haben Angst wie wir.

 

Zu Zig- bis Hunderttausenden
zusammengepfercht,
viel zu eng,
in Hallen
oder Käfigen,
in den eigenen Ausscheidungen
oder auf Gitterboden.
Wer das falsche Geschlecht hat, wird getötet.
Enge.
Kein artgemäßes Verhalten möglich.
Krank gezüchtet.
Krank gemästet.
Verletzt.
Krank.
Misshandelt.
Schmerzen.
Schmutz.
Kot.
Blut.

 

Irgendwann liegt ein Stück Fleisch oder ein Ei auf unserem Teller.
Und keine Augen schauen uns mehr an.
Fragend.
Angstvoll.
Hilflos.


Wann und wie haben wir Menschen die Achtung vor dem Leben verloren?

 

Ein ganzes Leben
auf 1 Quadratmeter und weniger
in Kastenstand oder Abferkelbucht.
Oder viele - bis zu mehreren hundert -
zusammengepfercht in viel zu engen Buchten.
Harter streuloser Spaltenboden.
Operative Eingriffe ohne Betäubung.
Enge.
Kein artgemäßes Verhalten möglich.
Krank gezüchtet.
Krank gemästet.
Verletzt.
Krank.
Misshandelt.
Schmerzen.
Schmutz.
Urin.
Kot.
Blut.

 

Irgendwann liegt ein Stück Fleisch auf unserem Teller.
Und keine Augen schauen uns mehr an.
Fragend.
Angstvoll.
Hilflos.
 

Wann und wie haben wir Menschen die Achtung vor dem Leben verloren?

 

Nur wenige Stunden nach der Geburt
von der Mutter getrennt.
Einzelhaltung,
Massen-Transporte in LKW und/oder Schiff,
Zwangsfütterung.
Operative Eingriffe ohne Betäubung.
Viel zu enger „Laufstall“
mit hartem streulosen Spaltenboden.
Oder Anbindung in viel zu engen Ständen
auf den eigenen Ausscheidungen.
Enge.
Kein artgemäßes Verhalten möglich.
Krank gezüchtet.
Krank gemästet.
Oder ausgezehrt.
Verletzt.
Krank.
Misshandelt.
Schmerzen.
Schmutz.
Urin.
Kot.
Blut.

 

Irgendwann liegt ein Stück Fleisch auf unserem Teller. Oder ein Glas Milch steht vor uns.
Und keine Augen schauen uns mehr an.
Fragend.
Angstvoll.
Hilflos.

 

Wann und wie haben wir Menschen die Achtung vor dem Leben verloren?

 

Dann kommt der Weg zur letzten Station.
Auf LKW oder Transporter geladen.
Misshandelt.
Gequält.
Angst.
Panik.
Schmerzen.


Viele haben einen weiten bis sehr weiten Weg,
auch per Schiff.
Stunden, Tage, sogar Wochen.
Meist ohne ausreichende Versorgung.

Hunderte bis tausende Kilometer.
Bei eisiger Kälte oder glühender Hitze.

Zusammengepfercht.
Aneinandergedrängt.
Schutz suchend.
Misshandelt.
Verletzt.
Hunger,
Durst.
Qualen,
Schmerzen.
Und Angst, immer wieder Angst.
Hilflos.

Wer Glück hat, stirbt unterwegs.
Wer kein Glück hat,
auf den wartet die Endstation der Hölle.

Gebrochene Beine.
Ausgerenkte Glieder.
Ausgestochene Augen.
Durchschnittene Sehnen.
Gebrochene Flügel.
...
Schläge und Tritte.
Qualen.
Schmerzen. Immer wieder Schmerzen. Unerträglich.

Angst, Panik.
Todesangst.
Schmerzen.
Urin und Kot.
Und Blut. Viel Blut.
Dann Tod.

Endlich.

 

Sie sind fühlende Wesen wie wir.
Sie empfinden Schmerzen wie wir.
Sie haben Angst wie wir.


Sie geben ihr Leben für uns. Ein Leben voller Leiden. Ohne Grenzen.


Wann und wie haben wir Menschen die Achtung vor dem Leben verloren?


 

Die skizzierten Schicksale der Hühner, Schweine und Rinder mögen stellvertretend stehen für weitere Tiergruppen, die einen ebensolchen Lebens- und Leidensweg haben:
Gänse, Enten, Puten, Kaninchen, Fische, Krebstiere.

 

Angela Pokolm
2019

Eyes on Animals, eine kleine niederländische Tierschutzorganisation, hat es sich zur Aufgabe gemacht, weltweit, in Zusammenarbeit mit anderen, internationalen Tierschutzvereinigungen, so gut es geht, das Leid von Schlachttieren zu lindern.
(https://www.eyesonanimals.com/de/)

Die Albert-Schweitzer-Stiftung (u.a.) setzt sich, unter Zusammenarbeit mit den Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft, für einen besseren Umgang mit den Tieren in der "Intensivhaltung" ein - mit dem langfristigen Ziel tragfähige Alternativen für die Massentierhaltung zu finden und zu verwirklichen.
(https://albert-schweitzer-stiftung.de/)



Ein Tropfen auf den heißen Stein? Ein winziger Funke Hoffnung?

---

Vor allem an orientalischen und (südost)asiatischen Schlachthöfen, dem Ziel vieler Tiertransporte, gibt es so gut wie keine Gesetze, die die Tiere schützen.

(https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/landwirtschaft/tiertransporte/
https://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung/tiertransporte-zahlen-fakten )

In der Eu und in Deutschland sollten eigentlich Tierschutzgesetze den Umgang mit sog. „Nutz“- und Schlachttieren regeln.
Leider mit mäßigem Erfolg. Wie Recherchen und Beobachtungen von Tierschutzorganisationen, auch hierzulande, immer wieder zeigen.

https://www.br.de/radio/b5-aktuell/programmkalender/ausstrahlung-1885780.html
https://www.br.de/mediathek/podcast/der-funkstreifzug/505 [„Tierleid auf dem Bauernhof“]

https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/landwirtschaft/
https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/recht/tierschutzgesetz/

https://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung
Angela Pokolm, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.08.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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