Aylin

Die ticken (Kommentar)

Die ticken

 

Die ticken, leise und unhörbar. Unbeachtet und allein gelassen in Flüchtlingslagern unter kurdischer Bewachung.

Die ticken wie eine Zeitbombe und niemand will sie haben, die deutschen Frauen und Kinder der ehemaligen IS-Kämpfer. Die Kurden möchten sie verständlicherweise gerne loswerden. Aber wohin mit so was?

Sitzt die schwarz umburkate Krähe und sagt in friesischem Zungenschlag in die Kamera: „Ich hatte meinen Haushalt, habe mich um meine Kinder gekümmert. Wenn alles so geblieben wäre, dann wäre doch alles ok gewesen.“ Ja, wäre es das? Vermummt bis über die Zähne, selbst die Hände sind von Handschuhen versteckt, bei sicherlich 40 Grad Hitze. Da könnte jeder drin sein in der Kutte: Eine Terroristin, der Papst oder mein Eiermann.

Wie tickt diese Frau, die sich in einem demokratischen Land jede Freiheit nehmen konnte und die sich dann zugunsten eines Todesschwadrons mit einem wildfremden Mann verheiraten ließ? Ja, nett! Diese Frau, die sich offenbar immer noch einredet, sie habe von nichts gewusst und hätte ein ganz normales Leben mit Ehemann geführt. Sie wollte halt gerne in Arabien leben. Hätte sie sich in Ovelgönne einen hübschen Migrantensohn angeln und mit ihm nach Tunesien oder Marokko gehen können.

Eine andere im Vollumhang beteuert, es sei nur Abenteuerlust gewesen.

Meine Güte, da biegen sich einem ja die Fußnägel hoch. Wenn wir früher Abenteuerlust verspürten, dann kauften wir uns ein Interrailticket und fuhren bis nach Afrika. Heute kann man als Au-Pair-Mädchen in allen Ländern der Welt anheuern. Wie tickt also so eine, die sich als Gebärmaschine für IS-Helden hergegeben hat, um den Kriegsnachschub zu sichern?

So ganz richtig auf jeden Fall nicht.

Klar, ist jetzt nicht so schön für sie. Die Lebensbedingungen im Flüchtlingscamp sind ziemlich übel und die deutschen Frauen müssen fürchten, nach arabischem, teilweise Scharia-Recht verurteilt zu werden. Der Alte knutscht irgendwo im Nirwana mit Jungfrauen und Witwenrente ist auch nicht zu erwarten. Da möchte man doch lieber zurück nach Deutschland, wo nette Psychologen warten, bunte Kitas für die Kleinen. So, als wär nix gewesen. Gar nix.

Es ist aber was gewesen. Die Weiber haben sich einer Terrorgruppe angeschlossen, die vor laufender Kamera Menschen filetiert haben und dafür als Helden gefeiert wurden. Die überall in der Welt Anschläge verübt haben. Darum sind sie dahingegangen, weil sie die Frauen von Helden sein wollten. Das ist was anderes als wenn man als Jugendliche über der Reling des Kirmeskarusels hängt und mit dem Kartenabreißer flirtet.

Es hat etwas Abstruses, Unwirkliches und Schockierendes. Der kurdische Wächter berichtet, dass die ca 9000 Menschen im Camp sich zunehmend radikalisieren, solidarisieren und die IS- Ideologie wieder feiern. Kinder, darunter blond gelockte, hissen johlend die schwarze Flagge, klatschen, skandieren. Na dann, willkommen im deutschen Kindergarten zum Strohsternebasteln und fröhlichem „Piep, piep piep, wir ham uns alle lieb.“ Wer daran glaubt, der glaubt auch an den Osterhasen.

So schrecklich diese Bilder auch sein mögen, so hart muss man diesen Frauen gegenüber sein. Sie wollten in solche einem Land leben, nach Gesetzen, die ein Steinzeitislam vorgibt und dann sollen sie nun auch da bleiben und sehen, wie diese Gerichte sie aburteilen.

Mitleid wäre hier unangebracht, denn sie sind nicht resozialisierbar und würden eine große Gefahr für unsere Gesellschaft darstellen. Selbst im Gefängnis könnten sie noch dazu beitragen, Muslime zu radikalisieren.

Wir sollten sie nicht unterschätzen, diese Frauen, Männer und Kinder, denn wie hartnäckig sich Ideologien in der Verklärung von Vergangenheit und Erinnerung halten, sehen wir nicht zuletzt an der neu aufflackernden, braunen Szene.

Die Bundesregierung scheint das ähnlich zu sehen und versucht, sich mit flaumenweichen Argumenten aus der Affaire zu ziehen. Es sei ja keine Botschaft da.

Diese Menschen haben ihre Kinder in eine Terrorideologie hineingeprägt, die ihren ursprünglichen Heimatstaat bedroht hat und vernichten wollte. Ich finde, sie haben den Anspruch auf die deutsche Staatsbürgerschaft verloren. Und damit auch das Recht, zurückzukehren.

Es ist ihr persönliches „Abenteuer“, nicht unsres. Denn sie ticken leise. Zu leise.

 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 31.08.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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