Sebastian Nokelsky

DER KLEINE CLOWN SCHENKT DIR EIN LÄCHELN

Das Licht ging an. Der Vorhang öffnete sich. Alles war für die Vorstellung vorbereitet. Aber der Direktor schaute in das leere Zirkuszelt. Kein Sitzplatz war belegt. Keine Gäste am Eingang. Traurig nahm der Direktor seinen Zylinder ab und erinnerte sich an jene Zeiten, als der Zirkus noch ausverkauft war. An tausende von Zuschauern und Kinder, die in der ersten Reihe saßen, lachten und applaudierten. Aber diese Zeiten waren vorbei. Er drehte sich um und ging zurück hinter den Vorhang. Plötzlich hörte er jemanden weinen. Ein kleines Mädchen kauerte in einer Ecke neben der hoch gebauten Tribüne. Sie war gezeichnet von Armut und Hunger. Der Direktor gab ihr sofort etwas zu essen und legte eine Decke über das, in Lumpen gekleidete Kind. Die Tränen des Mädchens waren Zeugen der Gewalt, die sie erleiden musste. Und doch war da etwas in ihrem Gesicht, das dem Direktor neue Hoffnung gab. Ein Lächeln.
Eine Woche später hatte der Wanderzirkus Romodus sein Zelt in einer anderen Stadt aufgebaut und es füllte sich mit vielen Besuchern. Zwar nur zu Hälfte, aber es war ein neuer Anfang . Natürlich saßen die Kinder ganz vorne in der ersten Reihe. Das kleine Mädchen bereitete sich auf ihren ersten, großen Auftritt vor. Mit der weit gesteiften Hose, der runden, roten Nase und den langen, grünen Haaren fehlte nur noch eines. Eine lustig aussehende Mütze, die ihr der Direktor voller Stolz aufsetzte. Da waren keine Tränen mehr zu sehen. Nur ein kleiner Clown mit einem strahlenden Lächeln .

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