Karl-Konrad Knooshood

Klarheiten, schmerzlich vermisst

Klarheit, die ich vermisse,

die Leichtigkeit und 1000 Küsse,

es hagelt, das politische Klima,

bleibt nicht so ausgesprochen prima,

und bissig sind Tausende Verrisse,

 

Manchmal sehne ich mich,

nach dem Alten, ohne Nostalgiker zu sein,

doch als Allergiker seh 's als widerlich,

wie man steht – mehr denn je: allein,

langweilig und kompliziert,

so ist's Leben in dieser Zeit geworden,

und dennoch ist's extrem simplifiziert,

es strotzt von Gewalt, IS*am und Morden,

 

Früher waren die Nazis noch Glatzen,

Klischee: Springerstiefel, hohle Bierseel-Fratzen,

Grunge war Punk und Pank war Grunge,

Apfel-Zimt-Loops* gab's – und Nutchy Crunch**,

PRODIGY und METALLICA waren angenehm ungehemmt aggressiv,

MASSIVE ATTACK, ROBERT MILES, J. KADISON extrem kontemplativ,

alternativ waren Rock und Mode,

man starb eher natürliche als Messertode,

BIO war Nischenware, wenig angesagt,

Man wurde nicht sehr scharf gefragt:,

Wo man steht, für & gegen was man ist,

Telefonzellen all überall, oft spontan zugepisst,

Kein 11. September, kein #lalala# Islam,

Zahnfüllungen höchstens, mit Amalgam,

kein Schwein kannte CHEMNITZ, KÖTHEN, KANDEL,

keine Fridaysf***future, Hysterie ob Klimawandel,

die Industrie verkohlte munter,

die Bonbons waren zuckrig, bunter,

niemand forderte Multikulti-Meck,

fetttriefend war der fleischige, knallsüße Mausespeck,

kein KNORR-Augenwischen,

dass sie "Natur" auftischen,

- artifiziell, designt war der Food,

keine vegane Fruchtpampe, kein Smoothie-Spinatsud,

keine Flut an Lügenartikeln vom BIG RELOTIUS,

alles war witzig, spritzig, lustig, Luftikus,

es schmeckte nach Chemie und Spaß,

keiner wurde zensiert und geschasst,

kein moraliner Morast, kein Terrorübermaß,

kein Zensurius namens HEIKOOO MAAS,

keine ungebildeten, wilden Wildfremden,

die sich hier danebenbenehmen,

höchstens hotte LACOST-Edelhemden,

Die Linken waren liberal, nicht die Extremen,

viel Trivial, Ideal total: Zerstreuung,

Unterhaltung der Amüsierwilligen,

keine Denkverbote, Vorgaben, GEZ-TV-Rundum-DIE-UHR-Betreuung,

mit Propaganda vom Billigsten,

Tanz war Tanz, Dienst war Dienst,

keiner wollte irgendwen wirklich hassen,

keiner wollte "die AfD 'wegbassen'",

keiner verlor seinen Job wegen Politik,

niemand hat gut schweigend zum Bösen gegrient,

erwünscht, erlaubt war auch Systemkritik,

und mit unverstellt freiem Freidenkerblick,

holte jeder sich's verfügbare Vergnügen, Glück,

 

Keine Quasi-Stasi, keine Gesinnungsgestapo,

keine Oberblockwarte mit hippem Linkscoollook,

damals hieß es: da capo, da capo,

catchy saß die heiße Hook,

kein Spuk, kein Lug, kein Trug,

nur ein Quäntchen Oberflächlichkeit,

lediglich ein wenig Überfrachtung,

doch nicht linksgrünmoralische Verächtlichkeit,

keine grenzdebile geistige Umnachtung…



Nostalgie ist Schwäche, aber in diesem Fall: Man
sehnt sich zuweilen schon nach Zeiten, in denen
nicht jeder Abweichler gleich Nazi war und in denen
die wirklichen Nazis (wie heute) zum Glück eine
Minderheit und leicht abgrenzbar waren, als man
sich nicht vor Gewalt gewisser Neubürger fürchten
musste, als die Industrie nicht mit "natürlichen
Zutaten" geworben, sondern allen Chemie-Dreck in
jede Brühe gehauen hat, als man nicht von Ex-Stasi-
IMs namens Kahane belauert und belehrt und
moralisch getriezt wurde. Als noch Meinungsfreiheit
ohne Konsequenzen herrschte und niemand jemanden
"wegbassen" wollte (wie auf einer Anti-AfD-Demo in
Berlin)...
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zur Geschichte

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Karl-Konrad Knooshood).
Der Beitrag wurde von Karl-Konrad Knooshood auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.09.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Das Pferd aus dem Moor von Maren Frank



Ferien auf einem Bauernhof am Rande des Moors. Evelina wird in ein fast schon mystisches Geschehen hineingezogen, doch ihre Phantasie und ihr Feeling für Tiere und ganz besonders für Pferde lässt sie nicht im Stich.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Tragigkömodie" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Karl-Konrad Knooshood

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Aggression & Alkohol von Karl-Konrad Knooshood (Trauriges / Verzweiflung)
… WA(h)L-FANG im Herbst von Egbert Schmitt (Tragigkömodie)
Pilgerweg...letzte Episode von Rüdiger Nazar (Sonstige)