Peter Kröger

Ananas

 

 

Das Ende nahte. Das Toben begann. Ich wollte nach Hause, alle wollten nur weg und ich wollte nach Hause zum alten Paul, es sollte Junge Erbsen aus der Dose geben. Ich liebte Junge Erbsen aus der Dose. Paul mochte sie nicht, aber morgen gab es Ananas aus der Dose, die mochte er, ich trug sie in meiner Tasche. Auf dem Gehweg wälzten sich Menschenmassen mal in diese, mal in jene Richtung, wieder und wieder wurde ich gerammt, getreten, beschimpft. Ich flüchtete mich in Hauseingänge, die ich hastig verließ, wenn schwer bepackte Gestalten neben mir aus dunklen Fluren hinausdrängten und schreiend ihre großen Koffer ins Getümmel stießen, um eine Schneise der Rettung zu schlagen, die sich schloss, kaum dass sie sich geöffnet, kaum dass sie sich als bloße Illusion erwiesen hatte. Vereinzelt flackerten Taschenlampen auf; Autos rasten umher, laut und lächerlich, bald verschluckt von mittäglicher Dunkelheit. Ihr Ziel blieb unklar. Aufs Land? Nach Osten, Westen? Und dann? Ich blutete an den Händen, aus dem Mund. Ein Zahn fehlte. Der Eisengeschmack hielt meine Sinne wach. Nach langem Ringen erreichte ich meine Wohnung, wo Paul zu Erbsen und Wein lud. Der alte Paul. Ich schätzte ihn in meiner Nähe. Warum er da war? Ich wusste es nicht. Er wohnte allein nebenan und suchte Gesellschaft. Vielleicht war es nur das. Zu alt, um zu fliehen, sagte er. Wohin auch? Wir nickten uns zu und wechselten ein paar Worte. Er reichte mir eine Serviette. Ich tupfte das Blut ab. Dann aßen wir. Morgen zöge ich durstig umher, um Wasser für uns aus aufgebrochenen Läden zu stehlen. Vielleicht etwas Wein. Warum auch nicht. Wir glaubten an keinen Gott. Nicht einmal zuversichtlich waren wir. Die Ananas hatte mich einen Zahn gekostet. Ein Riesenmeteorit, früher gab es das nicht, bemerkte Paul listig. Dieser Mann könnte mein Freund werden, dachte ich. Wo wir verdarben, war einerlei. Schnell käme der eisige Winter. Draußen war es ganz leer geworden. Bald sind alle fort, sagte ich. Paul schwieg. Wir horchten und teilten die Stille. Die Stadt schien zu schlafen. Die Kerzen brannten schon. Die Ohrensessel waren unversehrt. Traurig waren die Geschichten und schön.

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