Elke Müller

Amerika

Die Nacht verlief ohne weiteren Zwischenfälle. Der Tag begann grau, als sie sich schon auf den Weg gemacht hatten. Kevin Perez saß nun schweigend auf seinem Pferd und versuchte über manche Dinge klar zu werden, er wusste, Fehler aus der Vergangenheit konnte er nicht mehr rückgängig machen, aber vielleicht würde nun die Gerechtigkeit siegen. Als Siedlerjunge hatte er es nicht leicht gehabt, wurde ständig von älteren Kindern eines besseren Standes laufend herumgestoßen und gedemütigt.

Heika hatte man als Führer bestimmt, denn er kennt dieses Land wie kein Zweiter. Kennt die Gefahren die überall lauern und ist daher voller Misstrauen. Seine Gedanken bewegen sich in alle Richtungen und flucht in sich hinein, bricht dann seine Gedanken ab. „ Was machen wir nun?“ fragte er skeptisch. „ Ehrlich, ich habe noch keine Ahnung,“ antwortete Redmon. „ Mein Verstand sagt mir…am besten wäre es, wenn wir uns nach einen US Marshal umschauen, der den gesuchten Mörder Bill Brex dingfest macht.“ Heika schwieg eine Weile, sah wenig Chancen das der Mistkerl geschnappt wird. Schon in vielen Staaten würde man ihn aufhängen, wenn man ihn nur habhaft werden würde. Blickte dann Redmon direkt an. Dessen bräunliche Haut durch den ständigen Aufenthalt im Freien nun noch eine ganze Nuance dunkler geworden ist und seine Augen blickten jetzt ausdrucksvoller. Ein paar kleine Narben waren dort und da vorhanden, was nichts weiter bedeutete in diesem rauen Land, wo es allerhand Männer gibt, die ihr eigenes Gesetz mit den Colt austragen und es immer Gejagte gab. „ Ich habe nicht deine Erfahrung, das gebe ich gerne zu, obwohl ich lange mit vielen Weißen in die Schule gegangen war… aber ich habe den Eindruck, jeder muss mit seinem Leben fertig werden. Denn eins habe ich schnell gelernt, die menschliche Gesellschaft ist undankbar, verlogen, scheinheilig und heuchlerisch… Du bist ein Halbblut nicht war? Und in dir steckt ein eiserner Kern.“ Redmon lächelte. Plötzlich erinnerte er sich wieder an seine Kindheit. Wie ihn seine Mutter liebevoll am Krankenbett versorgte wenn er krank war, wie geduldig sie neben ihn saß und schreiben, lesen und rechnen beibrachte. Wie viel Energie, Liebe und Güte doch in ihr steckte bis ... Wegen seinen Vater war er dann fort geritten und weggeblieben. Er wollte nicht mehr herum gestoßen werden, sondern ein freier Mann sein. Es ist jetzt schon eine Ewigkeit her… Mir macht es nichts mehr aus, wenn man über mich rätselt. Ich habe schon dem Tod genug ins Auge gesehen und es ist halt eine grausame Ironie, des Lebens. Aber egal was man erlebt hat, ob Reich oder Arm, allen passiert das selbe – wir müssen einmal sterben. So macht man sich natürlich über sein Leben so seine Gedanken. Denn ehrlich gesagt, gehört viel viel mehr Mut dazu, hier, das Leben durchzustehen als es zu verschwenden. Denn, es sind entbehrungsreiche Jahre.“ Heika zögerte, in seinen fast schwarzen Augen funkelte es. „ Der Indianer ehrt Mutter Erde, die Natur, jedes Tier, jede Pflanze, das sind Brüder und Schwestern… Eure Kriege, diese extreme große Umweltzerstörung, sowie des Menschen Gier nach Geld und Macht – dies ist für mich immer noch unfassbar. Und was macht der weiße Mann?“ „ Oh ja,… wir sind dabei, unseren eigenen Lebensraum zu zerstören. Dabei könnten wir von euch Indianern lernen. Aber die Menschen machen schon immer krumme Geschäfte und man mordet unter den Deckmantel der Notwendigkeit.“ „ Das ist deine feste Überzeugung?“ „ Ja! Die Welt ist an Brutalität nicht zu überbieten, es gibt so gut wie nichts was unmöglich ist. Nur, keiner kann die Zeit stoppen.“Das musst du mir etwas genauer erklären.“ „ Gut. Nehmen wir zum Beispiel den Wolf. Den Wolf wollen wir nicht als Raubtier bei uns haben, aber auch nicht als Bestie. Aber warum soll er ein Feind des Menschen sein? Aus dem Grund, damit wir ihn ohne Gewissensbisse einfach abknallen können! Wie du siehst, in jeden von uns schlummert ein Mörder. „ Du hast dich verändert.“
Man sprach dann nicht mehr viel während des Rittes nach Westen. Man wusste was sie zu erwarten hatten.
Die kleine Town kam in Sicht. Sie liegt an einer Flussbiegung. Es geht nur über eine Furt, um hinüber zu kommen. Heika stand im Schatten eines Felsen und die einiger Bäume. Die kleine Stadt Rivercity hatte er sich zum Nachmittag schon kurz angesehen. Redmon nickt ihm zu. „ Es kann los gehen.“ Heika blieb zurück.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.10.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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