Andreas Rüdig

Annabella

Annabella von Schwalmtal ist die tragische Frauenfigur des Niederrheins. Wie der Name schon sagt, stammt sie aus dem schönen Städtchen Schwalmtal. Ihr Vater ist der Erzherzog Karl V Eugen von Kleve, damals der mächtigste Fürst und Adelige vor Ort.
 

Sie lebte 1406 - 1431, ist also nicht sehr alt geworden. Ihr Frevel: Sie hat sich unsterblich in Johan van Venlo verliebt, einen jungen Mann aus niederem niederländischen Adel.
 

Was daran so frevelhaft ist, fragen Sie, liebe Leser? Liebe ist doch schön. Im Mittelalter aber bestimmt nicht. Da wurden Ehen nach Gesichtspunkten wie Nützlichkeit und Zweckmäßigkeit geschlossen. Dementsprechend verkuppelte sie ihr Vater auch (aus dynastischen Gründen) mit Egolf, dem Sohn des Fürstbischofs von Friesland.

Doch wie sollte Annabella Kontakt zu ihrem geliebten Johan halten? Telefon und elektronische Briefe waren ja noch gänzlich unbekannt; außerdem las ihre Zofe ihre Korrespondenz. Daß es für ein adeliges Fräulein nicht geziemt, in den Taubenschlag zu gehen, braucht wohl nicht extra erwähnt zu werden.

Jeden Tag ein Gemälde. Dieser Satz wurde zum Wahlspruch ihres kurzen Lebens. "Mal´ jeden Tag eine neue Skippe," wies sie ihren "Schnellzeichner" Pieter van Roermond an. "Landschaften, Porträts, Stilleben, Stadtansichten, antike und biblische Themen - was immer du möchtest."

Einzige Voraussetzung: Pieter sollte so viele Allegorien, die ihre Liebe symbolisieren und zum Ausdruck bringen, wie möglich einfügen. Rosen kommen also genauso zum Einsatz wie die griechischen und römischen Götter der Liebe oder das biblische Buch der Liebe.

Wie der geheime Kontakt aufgeflogen ist? Ganz einfach: Papa van Venlo fiel natürlich die große Kunstsammlung seines Sohnes auf, ohne daß er einen Künstler beauftragt hatte. Er ließ die Boten (heute würde man sagen: Spediteure) überwachen und kam so den beiden Liebenden auf die Schliche.

Woraufhin Sohnemann Johan nicht mehr Rehe und Hirsche, sondern feindliche Soldaten jagte. Nicht erreichbar für die Dame seines Herzens setzte sie im Dorfteich ihrem Leben ein Ende.

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