Brigitte Waldner

Rudolf mit der Stirnlampe - Ein Räubermärchen


Als der liebe Gott vom Himmel herunterschaute,
sah er Rudolf, den Nachbarräuber,
in der Stadt über eine Brücke fahren
mit Beutegeld in der Tasche und mit Beutesachen,
die er seiner Schwester bringen wollte.

Gott griff herab mit unsichtbarer Hand,
nahm das Auto aus dem Verkehr,
tauchte es in den Fluss, bis es verschwand.
Mit ihm versank der Räuber Rudolf lautlos.
Die Beute schwamm auf den Wellen davon.

Der Teufel, der heimlich von unten heraufblickte,
sah Rudolf untergehen, griff nach ihm
und zog ihn direkt in die Hölle hinab,
wo Rudolfs sündiger Körper zu Asche verbrannte.
Ohne die Beute landete er im Jenseits.

Als seine Räuberseele seinen Opfern dort begegnete,
konnte er sich an nichts mehr erinnern
und sie sich auch nicht mehr an ihn.
Aber der liebe Gott und die Engel vergaßen es nicht.
Sie rissen ihm die Stirnlampe vom Kopfe.

Dann erkannte der liebe Gott erst die hässliche Fratze,
als sie der Heiligenschein nicht mehr umschmeichelte:
Es war ein Monster in Räuber Rudolfs Geiste,
das auf der Erde unbestraft sein Unwesen trieb,
dessen Taten von Kiwaran nicht verfolgt wurden.

Daraufhin ließ der liebe Gott ein Erdbeben zu,
das die Erde so schwer erschütterte,
dass Rudolfs Elternhaus einstürzte. Die darin wohnende
siebenköpfige Hydra lag unter den Trümmern.
Ihre Köpfe schlängelten, Hilfe suchend, heraus;

sie konnte sich selbst nicht mehr befreien.
Verschüttet unter reichlich viel Beutegeld und -Sachen,
die zu schwer wogen, dass es unmöglich war,
sie zu befreien, schlängelte sie bis in alle Ewigkeit,
unaufhörlich und lautlos, atemberaubend besiegt.

© Brigitte Waldner

 

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