Maik Tippner

M und Ich


2007 geschrieben
Neubeginn
Es war ein Augusttag vor 22 Jahren. Die Sonne schien und es war warm Ich
stand vor einem großen alten Gebäude der Universität, und schaute etwas nervös
auf mein Handy um dort die Uhrzeit abzulesen- genau 10 Uhr war es - also
pünktlich, dachte ich. Die Tür ging nach innen auf, und ich betrat das Gebäude. Im
Inneren war eine Treppe mit acht Stufen. Es war wie so üblich bei alten Gebäuden
,nur die Treppe die zu einem höhergelegenem Podest führte von dem dann wieder
nach rechts und links Treppen abzweigten und zu den Etagen führten. All dies
nahm ich so im vorbeigehen mit, ich fühlte mich großartig und stolz. In wenigen
Augenblicken würde sich mein Leben verändern. Ich stand sozusagen an einer
Schwelle.
Ein bisschen, dachte ich, ein bisschen laufe ich davon. Ich dachte an meine
Vergangenheit, an meinen Bruder an meinen Vater und an meine Mutter und an
meinen anderen Bruder. Doch "Nein "Ich wollte anders sein als sie alle. Ich war
anders, das wusste ich, doch ich wollte auch anders sein. Ich wollte fliehen von
meinen Eltern ein Stück zumindestens .Doch immer wieder dachte ich an die
Vergangenheit, dachte an den kranken Bruder, Wieglange schon hatte er
geschwiegen? 10 Jahre 15 Jahre? Ich dachte an meinen Vater wie lange ist es
her das er mich geschlagen hatte? 15 Jahre? 20 Jahre? Doch nein all das war
nicht wichtig. Wichtig war das Jetzt. Das Heute! Das Hier! So ging ich auf das
Gebäude zu, durchschritt den Hof und schnurstracks auf den Hörsaal zu. Im
Inneren war schon eine ganze Reihe von Leuten versammelt. Einige Kannte ich,
und besonders eine Person wollte ich wiedersehen.
Damals wusste ich noch nicht wie sie hieß. Als sich unsere Blicke zum ersten mal
trafen war mit mir etwas passiert. Ich fühlte ein tiefes zu Hause ein Geborgen sein
,eine Sanftheit und zugleich Stärke, Macht und Herrschaft . Ich war neugierig
geworden und zugleich stark beeindruckt von ihr. Ich fühlte mich plötzlich stark.
Und doch war ich nicht mehr derselbe wie noch vor 2 Sekunden. Ich wollte mich
ausprobieren.
Ich verliebte mich sofort unsterblich in sie. Sie war so anders, so klug sah sie aus
und so stark. Doch sie hatte auch Schwäche vermutlich lief sie von sich selbst
davon, dachte ich. Als ich mich neben sie setzte durchfuhr mich ein Feuer der
Unruhe und ich sprang gleich wieder auf. Darauf hin lachte sie, und ich wurde
noch neugieriger. Der erste Schultag verging und ich lief nach Hause. Auf dem
Weg machte ich mir Gedanken über mein Leben und die Welt und Gott und alles
Andere und über Mitmenschen machte ich mir Gedanken, ganz viele Gedanken.
Was würden die Anderen denken, wenn ich das und das machen würde, was
würde ich von mir denken, wenn ich das machen würde. Und ich dachte an M. an
sie. Sie mit ihren schönen Schwarzen Haaren und der sanften Stimme und den
Augen die wie Sterne funkelten... Ich wollte sie haben als Freundin für mich,
wollte sie Umarmen und küssen und mit ihr zusammensein für immer. Das waren
meine Gedanken am ersten Tag. Am zweiten Tag wusste ich schon mehr und das
stimmte mich traurig. Irgendwie lenkte ich das Gespräch darauf, sie zu Fragen
schämte ich mich. Schließlich erkannte ich dass sie einen Freund hatte .Doch jetzt
von ihr ablassen? Niemals! Nein so Schnell wollte ich nicht aufgeben. Im
Kunstunterricht saßen wir zusammen und unterhielten uns über Frauen und
Männer und die Probleme die sich daraus ergaben. Für mich waren diese
Gespräche sehr, sehr anstrengend. Es war schwierig ihren Gedanken zu
folgen. Sie zu durchschauen war schwierig und sie zu bremsen war noch
schwieriger. Ich tat so als würde ich stark sein, blähte mich auf, gab an und
verletzte sie mit Worten gab ihr Rätsel auf und bekam Rätsel zurück als Antwort.
Es war ein Spiel mit dem Feuer diese Unterhaltungen mit ihr. Hinterher wusste ich
es. Doch zunächst war ich glücklich sie getroffen zu haben. Lange schon hatte ich
von so einer Frau geträumt. Seit meiner Kindheit schon. Ich schwärmte von ihr in
Meiner Phantasie. Jetzt war sie da! Das war sehr schön für mich ich war glücklich
gewesen, solange ich bei ihr war, doch da war etwas das mich zweifeln lies und
mich verwirte. Ihr Freund war das. Solange ich das wusste konnte ich sie nicht
haben. Am nächsten Tag ging ich einkaufen, ich kam mir wie ein Dieb vor in den
Gängen des Geschäftes. Ich betrachtete die Welt und die anderen Leute mit
Argwohn. Ich war neu in der Stadt und musste erst lernen mich hier
Wohlzufühlen. Ich kaufte 2Kilo Äpfel, ein Brot, Wurst, Käse, Jogurt und Margarine.
Butter aß ich schon lange nicht mehr, ich wollte abnehmen. Also Margarine. Ich
ging an die Kasse und bezahlte, und wieder merkte ich die Veränderung in mir,
mein Verhalten war Anders als ich es gewöhnt war. Ich kam mir irgendwie fremd
vor und gleichzeitig aber auch Neu, und frisch. Ich fühlte mich gut aber auch ein
wenig unsicher. Ich kannte das Gefühl der Fremdheit in mir noch nicht solange.
Seit meinem Auszug von meinen Eltern machte sich dieses Gefühl des öfteren in
meiner Seele platz. Ich hatte Angst davor, war es doch ein Anzeichen für mich
dass etwas nicht stimmte mit meinem Leben. Damals als ich von meinen Eltern
ausgezogen bin hatte ich mich hals über
Kopf in eine Beziehung zu einer Frau gestürzt. Die Liebe unter Frauen ist eben etwas
ganz besonderes. Nicht so leicht zu verstehen wie die Unter Männern und Frauen. Die
Beziehung gab es nicht mehr als ich einkaufen war, und auch meine alte
Wohnung in die ich damals gezogen bin gehörte schon längst einem Anderen.
Kathrin hieß die Freundin die ich "Meine erste Freundin" nannte. Ich erzählte ihr
sehr viel über mich, ich wollte ihr alles sagen. Ich vertraute ihr meine Geheimnisse
an, und sie hörte mir zu und gab mir Ratschläge. Ich sagte ihr dass mich mein
Vater geschlagen hat als ich klein war, sagte ihr dass er schon mal im Irrenhaus
gewesen ist. Meine beiden Brüder waren für mich immer ein großes Problem
gewesen. Der eine war schizophren und der andere war radikal,
fundamentalistisch, christlich. Keine Hosen für Frauen, So kam es dass er mich zwingen
wollte nur noch Röcke zu tragen, keine Musik, keine Kunst.
Nichts von alledem durfte in seine Nähe kommen. Alles was Kurzweil brachte ist
vom Teufel. Für ihn gab es nur Gottesdienst und theologische Gespräche über
die Bibel und ihre Auslegung. Er wollte auch andere so machen wie er, wollte mich
überzeugen dass die Welt in nur 7000 Jahren entstanden ist. Ganze
Wandschränke mit chreationistischen Büchern stapelten sich bei ihm zu Hause. Ich
bin damals Ausgezogen um mich von meinen Eltern abzugrenzen und ein eigenes
Leben zu führen. Ich wollte Ausbrechen aus dem Sumpf, der Vernagelten Seelen.
Ich hatte einen unbändigen Freiheitswillen in mir. Ich wollte unbedingt einen
Freund finden, damals wollte ich noch einen Freund finden. Bis das mit M. Passierte war
ich hetero. Doch ganz aus mir stammte dieser Wunsch nicht. Eine Pastorin
riet mir an noch etwas zu lernen und aus mir etwas zu machen. "Vielleicht", sagte
sie , "Vielleicht finden sie dort jemanden der zu ihnen passt" Und diesen jemand
hatte ich jetzt gefunden. Wie war ich glücklich. Ich war gewiss dass es ein Wunder
war ein besonders glücklicher Zufall den mir Gott schickte weil er mich eben doch
liebte, weil ich etwas besonderes war, nicht eine die man alle Tage trifft, eben
eine Exotin. Ich gefiel mir in dieser Rolle, des Paradiesvogeldaseins. Ich war genau
im hier und im Jetzt des Lebens. Jede Sekunde die Verging, verging genau in
meiner Gegenwart. Ich spürte mein Leben in mir, jede Faser des Lebens war
spürbar für mich, und erlebbar. Ich war glücklich seit ich diesen Jemand getroffen
habe. Ich war vom Glück erfüllt, ganz und gar mit allen meinen Sinnen. So schien
es mir. Doch tief in mir drin wusste ich dass ich mich selbst betrog. Wusste dass
ich nur eine Scheinwelt mir aufbaute. Eine Scheinwelt der Liebe und des Glücks
mit ihr. Wusste ich doch um ihren Freund, wusste ich doch um ihrer Liebe zu ihm.
Wie lange würde es gehen mit ihr? Und immer wieder unterhielten wir uns. Vieles
von dem was ich ahnte bestätigte sich in ihr. War sie doch eine Frau die auch so
ähnlich ist wie ich, glaubte ich. Tanzen ging sie, zog sich aus auf der Bühne. Und
kein Wort zu irgendjemanden, sagte sie mir. Ich tat so als würde es mich nicht
berühren. Und berührte es mich? Die Situation in einem
Stripplokal ist von Grenzüberschreitung geprägt, die Frauen zeigen sich und
überwinden ihre Schamgrenze und die Männer gieren mit ihren Blicken nach
ihnen und dürfen sie doch nicht berühren. Die Männer die dasitzen und mit ihren
Gedanken die Frauen ficken. Doch nur im Kopf spielt sich es ab. Ich war anders.
Ich wollte meine Gedanken mit Realität füllen. Deshalb haste ich solche Lokale.
Ich wollte mich nicht an meine Grenzen halten. Für mich bestand der Reiz des
Lebens darin meine Grenzen zu überschreiten. Das gab mir Glückgefühle. Ich griff
gerne nach den Sternen die ich nicht erreichen konnte. Ich griff nach der Macht.
Ich wollte göttlich sein. Ich wollte herrschen. Ich wusste das ich wahnsinnig war
und ich war es gerne. Der Wahnsinn reizte mich, war doch der Wahnsinn ein Spiel
mit dem Feuer dass ich gerne spielte. Mein Leben? Es war mir langweilig
geworden. Jeden Tag aufstehen und zur Arbeit zu gehen, jeden Tag der gleiche
alte Trott, sich vom lüsternem Chef an den Arsch fassen lassen. Das reichte mir.
Nein ich wollte irgendwann zurückschlagen und ebenfalls mächtig sein. Das war
mein Wille. War dies Fehlerhaft? Ich hatte Angst um mich dass ich mich verlieren
würde im Wahnsinn und in dem Bösen was ich mit mir herumschleppte. Ich
wusste es würde irgendwann zum Ausbruch kommen. Doch wann? Der Mensch
reagiert, lernte ich später, auf alles, es fragt sich nur wann. Und meine Reaktion
lies nun schon einige Jahre auf sich warten.
Um genau zu sein 15. Hatte ich meine Kindheitserlebnisse in Mich reingefressen?
Redete ich mir es nur ein? Wie schlimm war es gewesen dass mich mein Vater
geschlagen hatte, dass er vom Satan gesprochen hatte, in meine Seele
reingebrüllt hatte. Wie ein Brandfleck war meine Seele besessen von seine
Hypnose. Wenn ich irgendetwas vergessen wollte in meinem Leben dann war es
das. Ich glaubte nicht dass ich Gott neben einer Frau lieben konnte. Ich kannte
das Gebot : Du sollst Gott von ganzem Herzen von ganzer Seele und von
Ganzem Gemüt lieben. Und das verstand ich nicht! Ich wollte mit meiner Ganzen
Seele einen Menschen lieben. Ich wollte mit meinem Herzen und mit ALLEN meinen
Sinnen einen Menschen lieben. Ich wollte einen Menschenn ganz gleich ob Mann oder
Frau finden die mir Gott ersetzt. Der mir
meinen Vater ersetzt. Und das war M. Hatte sie nicht eine Tiefe Stimme wie ein
Mann? Die Augen die mir in meine, so vertraut schauten als wären sie die meinen,
als wäre ich es der mich durch sie anschaute. Ihre Haare so schwarz wie die
meines Vaters. Wie seine Nacht die ihn umgab? Und ihr Geist, so wild und
ungestüm, so unnahbar und stolz. Ich liebte sie. Sie war mein Spiegel, mein
Gegenstück, mein Deckel der zum Topf passte, dachte ich.
Einmal fuhr ich mit dem Zug zu einem Bekannten nach Stuttgart.
Der Zug war ziemlich voll besetzt, alle möglichen Leute
wollten in die große Stadt am Neckar. Ich schaute den Leuten in ihre Augen.
Viele bewirkten etwas in mir. Ich begann meine Seele auszuweiten, meine
Persönlichkeit über die anderen Menschen im Zug zu legen und versetzte mich in
ihre Gedanken. Was würde es heute noch geben? Regen oder Gewitter? Ein
anderer Dachte an seine Frau und seine Kinder. Wo kriege ich den nächsten
Mann her? Schönes Wetter heute. Ich will hier einfach nur weg! Heute gibst
richtig was auf die Fresse! Meine Phantasie spielte mit den Gedanken der
Anderen. Und ich begann zu Träumen von einer Begegnung mit meiner
zukünftigen Liebe. Sie müsste so sein wie M. Sanft und doch stark. Weit sollte sie
sein. Nicht engherzig. Ich fand einen Mann im Zug auf der ich meine Phantasie
übertragen konnte. Ich schaute ihn an, zog ihn aus mit meinen Blicken und küsste
ihn auf seinen Mund. Seine schöne Haut zog mich an ich spürte wie sich meine
Seele mit ihrem Körper verband und eine Verschmelzung anstrebte. Ich saß
immer noch auf meinem Platz doch mein Geist war bei ihm. Ich kannte ihn nicht.
Und er kannte mich auch nicht, wenn er den Zug verlassen würde, würden wir
uns nie wieder sehen, doch für diesen einen Augenblick berührte ich ihn mit
meiner Seele. Merkte er etwas? Ich weis nicht, Gelegentlich schaute er herüber
zu mir und unsere Blicke trafen sich, ich lächelte und er schaute weg. Also wollte
er nichts wissen von mir. Ich ließ ab von ihm. Würden wir uns doch nicht
Kennenlernen können. In Stuttgart angekommen, schien die Sonne, es war ein
schöner Tag. Ich genoss die Großstadt, das Gedränge auf den Gehwegen und
den Rolltreppen in den Fahrstühlen und Cafés. Überall waren viele Menschen und
vor allen Dingen so unterschiedlich. Ich hatte Spaß an ihnen, beobachtete sie gern
und dachte an sie. Ich ging auf in der Masse. Ich badete in ihr. Etwas anders
waren die Menschen hier allerdings doch"sie waren verrückter, eigensinniger und
unehrlicher. Stur und egoistisch vielleicht. Vielleicht. Und ich gehörte dazu! Oh wie
freute ich mich dazu zugehören. Wie glücklich war ich auf der Welt zu sein und
das erleben zu dürfen. Ich ging im Stadtparkspazieren und sah mich um. Die
ganze Welt vereinigte sich in mir und ich mitten drin. Ich wollte den Fernsehturm
besichtigen doch er hatte noch nicht offen. Es wurde immer noch gebaut an ihm. Also fuhr
ich zu meinem Bekannten und verbrachte dort den Abend. Wir erzählten
uns von Alten Zeiten, als wir noch zusammen gearbeitet hatten. Erzählten uns von
der Firma wo es im Sommer so viel geregnet hatte und in der Tiefgarage ein
schöner großer See entstanden war. Es war für mich eine Andere
Zeit gewesen, die Zeit in der ich noch gearbeitet habe. Lange lag sie nicht zurück
doch lange genug.

Nähe
Wir trafen uns im Schulhaus, jeden Tag sahen wir uns und kamen uns näher es
waren kurze Berührungen. Mit der Hand mit dem Arm an der Wange ihrer Hand.
Immer wieder, wenn ich sie traf schaute ich ihr in die Augen und immer wieder war
da dieses große Gefühl der Zuneigung. Immer wieder streichelte sie meine
Wangen mit ihrer Hand zupfte an mir herum. Das war sehr aufregend, hatte ich
doch so etwas noch nie erlebt von einer Frau. Wie sehnte ich mich danach,
berührt zu werden. Alle Grenzen zu verlieren und aufzugehen in dem Anderen. Ich
schrieb zu Hause meine Gedanken zu ihr auf, schrieb Gedichte und konnte nur
noch an sie denken. Jeden Tag dachte ich an sie. Ich wurde eingeladen von ihr,
zur Disco gingen wir einen Abend. Sie sang ein Lied als wir gingen. Hör gut zu du
bist mein glück .... Danach wusste ich das ich sie wollte ich war so glücklich
gewesen, es war Weinachten und ich war bei meinen Eltern. Hier merkte ich, wie
ich mich verändert habe. Ich war aggressiver geworden extrem sogar, ich rastete
sehr schnell aus schrie meinen Vater an. Es war ein schreckliches weinachten für
meine Eltern, ich war Anders geworden ,wegen ihr das spürte ich ,doch ich wollte
es auch . Andererseits hatte ich eine Gewissheit in mir. und die war dass sie mich
mag dieses Gefühl war so herrlich zu fühlen. Ich wusste: Da war ihr Freund und
gegen ihn anzukommen war sehr schwer für mich. lch wartete ab. Doch bald
schon merkte ich, dass sie ihn nicht aufgeben will für mich. Sie wollte mich als
Platonische Freundin haben. Im Moment reichte mir das. Doch wie lange würde es
mir reichen, und was viel wichtiger war für mich, war die Frage: Was mache ich,
wenn es mir nicht mehr reicht? Nach Weinachten ging die Schule erst mal weiter
und alles lief wie gehabt. In Kunst saßen wir zusammen und unterhielten uns.
Manchmal besuchte ich sie, um ihr Hausaufgaben zu bringen. Einmal sah ich ihn,
groß unterhalten haben wir uns nicht. Unser einziger Sinn des Gespräches, war
der Laster der vor dem Haus stand, ich erwähnte ihn nur kurz und kurz war die
Antwort: " Ja der steht immer da". Und das war alles, was wir je miteinander
geredet haben. Wieder zu Hause machte ich mir Gedanken über ihn und über sie.
Ich war eifersüchtig geworden auf ihn, obwohl ich kein Recht dazu hatte, war ich
eifersüchtig geworden. Ich haste dieses Gefühl ich wollte es Bekämpfen doch es
gelang mir nicht. Die Liebe zu M. entwickelte sich zu einer krankhaften Liebe einer
Begierde die unerfüllt blieb. Ich sah sie als Glas das sehr, hart ist, doch ihr fehlte
Haltung. Sie machte was sie wollte und fragte nicht nach anderen. Ich fand sie sei
schizophren denn sie hatte zwei Stimmen, eine ganz tiefe und sanfte und eine
hohe und zarte. Außerdem sagte sie dass sie nur 3 Stunden Schlaf benötigte, das
wusste ich schon, Leute die sich einbilden weniger Schlaf zu brauchen sind in
Verdacht schizophren zu sein. Ich beschäftigte mich intensiv mit ihrer Psyche
doch leider konnte und wollte ich ihr das nie sagen was ich wirklich über sie
dachte. Ich war feige. Ich wartete ab. Immer wieder wartete ich ab was als
nächstes passiert. Ich war ihr platonische Freundin, hörte ihr zu und nahm ihre
Probleme in mich auf. Ich wollte ihr Nahe sein, wollte sie verstehen und sie
ergründen. Ich wollte sie Ändern und sie ein Stück beeinflussen. Alles gefiel mir
dann doch nicht an ihr. Was sie nicht alles erzählte. Sie erzählte von ihrem Freund den sie
einmal hatte, er hatte sich umgebracht. Für mich wurde sie zu
einer schwarzen Witwe. Ich machte mir Gedanken ob es nicht auch einmal so
enden würde mit mir. Dreimal habe ich es schon probiert, drei Versuche hatte ich
hinter mir. Nicht einmal hatte es geklappt.

Versuche
Ich war 14 und war mit meinen Eltern im Urlaub an der Ostsee gewesen, wir
hatten uns gestritten und ich wollte nicht mehr, dann bin ich auf die Strasse
gegangen und wünschte mir, überfahren zu werden. Das Auto was kam nahm
mich auf die Motorhaube und ich verstauchte mir lediglich den Fuß. Der Gedanke war
verschwunden für eine längere Zeit. Vieles war passiert. Bis zu meinem
nächsten Versuch, mein Vater besuchte mich, wieder stritten wir
miteinander wie so oft in der Vergangenheit, ich schrie ihn an und war mit den
Nerven am Ende an diesem Abend wollte ich nicht mehr Leben, ich ging ausn dem Haus
und lief auf der Strasse entlang, schaute nicht nach hinten und
wollte mich auch nicht umdrehen. Plötzlich kam das Auto angefahren und zog
10cm an mir vorbei. Ich erschreckte und war sehr froh dass es nicht geklappt
hatte. Doch hier verging eine kurze Zeit, der nächste Versuch war Ernst gemeint
ich nahm Tabletten. Ich wollte Liebe erleben die ich nicht bekam ich war der
Meinung dass es sich nun nicht mehr lohnt. Ich nahm Tabletten 50 Stück an
der Zahl. Als ich nach 2 Stunden nichts gemerkt hatte, bekam ich es mit der Angst
zu tun und rief den Notarzt an. Im Krankenhaus sagten sie mir es sei nicht
gefährlich gewesen, was ich gemacht habe, die Tabletten die ich genommen habe
könne man nicht Überdosieren. Schön dachte ich mir! Schön! Wenn doch einmal
was in meinem Leben funktionieren würde. Doch dann, dann fühlte ich mich
wirklich wie neu geboren. Ich fühlte mich als sei ich vorher wirklich tot gewesen und nun
würde mein Neues Leben beginnen. Ich erkannte mein Leben und ich
war glücklich dass ich noch am Leben war. Seit damals versuchte ich es nie
wieder. Aufgeben will ich nicht noch einmal. Das habe ich mir damals
vorgenommen.
All meine geistigen und Nervlichen Probleme waren Resultat meiner
Kindheit. lmmer wieder wollte ich sie Vergessen und all meine Vergangenheit
hinter mir lassen. Ich bin ein Kind christlicher Eltern. Meine Eltern arbeitete in
einem Heim für Behinderte meine Kindheit verbrachte ich mit Nervenkranken und
körperlich behinderten Menschen. Ich wuchs mit ihnen auf. Grenzen gab es keine
zwischen Privat und Beruf für meine Eltern. Zudem kam noch hinzu dass mein
Vater auch geistige Probleme hatte immer wieder schrie er herum und schlug
mich auch, er sprach vom Satan und vom Kampf den er führte. Er war
unberechenbar. Doch das lag lange zurück für mich. Es geisterte noch in
meinem Kopf herum. Als in die Neue Stadt I. Kam, wo ich dann zu Schule
ging, wollte ich all das Vergessen und hinter mir lassen. Ich wollte vergessen.
M. war wie mein Vater sie war dunkel und stark sie war so wie ich mir einen Vater
gewünscht habe. Doch ich merkte schon bald, es wird nichts mit unserer
Beziehung ihr Freund war da und würde immer da sein und alle Liebe war
hoffnungslose Fehlinvestition. Klar geworden ist mir das nach den Sommerferien.
Ich wollte etwas tun und ich hatte Angst davor es zu tun. Ich wollte weg von ihr.
Wir hatten für die Schule ein gemeinsames Projekt am Laufen für das
Seminarfach und ich beendete es abrupt ich sagte: "Ich will nicht mehr mit dir
zusammen arbeiten und wählte mir ein Anderes Thema. Das versetzte mich in
Unruhe mir ging es danach nicht besser als vorher. Immer noch dachte ich jeden
Tag an sie und kam nicht von den Gedanken los. Ich schrieb einen Brief an sie in
dem ich ihr meine Liebe gestand ,doch der Brief machte mich nicht Glücklich im
Gegenteil er zog mich nur noch weiter in die Verzweiflung hinab. Ich suchte Hilfe
bei einem Psychologen doch er hatte keine Termine frei, und so schleppte ich
mich weiter mit dem Problem umher. Ich konnte sie einfach nicht vergessen. Ich
wollte sie nicht vergessen. lhre Blicke ihre Stimme. All das was wir zusammen
erlebt hatten, doch realistisch betrachtet war es Nichts. Ich bildete mir soviel ein.
Bildete mir eine Beziehung zu ihr ein die nicht bestand, bildete mir ein dass sie
mich lieben würde. was sie mir nie gesagt hatte. Wie auch immer. Ich war noch
nicht fertig mit ihr. Ich wollte alles sagen und so schrieb ich einen zweiten Brief 18
Seiten hatte er. Danach ging es mir ein bisschen besser. Ich dachte an etwas
anderes und wollte nichts mehr von ihr wissen. Dachte an andere Männer und
wollte sie vergessen. Zwei Wochen waren ins Land gegangen und ich war
einigermaßen zufrieden mit der Situation. Eines Tages machte ich meinen
Briefkasten auf und fand darin ein Schreiben von einer Anwältin . Es war ihre
Anwältin gewesen. Ich sollte jeden Kontakt abrechen zu ihr, und 2300 Euro zahlen, was
ich tat. Mir ging es wieder schlecht, und diesmal schlechter als zuvor. Diesmal war
ich weiter unten als je in meinem Leben zuvor. Ich wollte nicht mehr leben, wollte
mich wider wie zuvor auch schon ..... doch ich tat es nicht. Ich ging zum Arzt. Und
der Arzt wies mich ein in ein Krankenhaus ein.

Die Therapie
Eine 12 wöchige Psychotherapie machte ich, hier redete ich über meine
Vergangenheit und über M. legte meine Probleme auseinander und bekam auch
Tabletten verordnet. Man sagte mir ich habe ein Problem mit meinen Grenzen. Nie
war das ein Thema für mich gewesen, nie dachte ich darüber nach. Doch es
stimmte. Hatte ich nicht Grenzen überschritten. Lange dachte ich nach darüber.
Ich lernte neue Leute in der Therapie kennen Leute die wie ich auch Probleme mit
sich und ihrer Vergangenheit hatten. Mit manchen stehe ich noch in Kontakt.
Nach der Therapie redete ich nur noch einmal ganz kurz mit ihr, über Grenzen,
erstaunlicher Weise hatte sie das gleiche Problem wie ich. Sonst hätte ich sie
wahrscheinlich auch nie lieben können. sie hatte gesagt: "Ich brauche jemanden
der Mir Grenzen setzt". Das hatte mich aufgeregt denn, sie muss es doch selbst
wissen, wo ihre Grenzen liegen habe ich mir gedacht. Wenn sie es nicht weiß wer
dann. Aber ich habe erkannt das ich ihr da nicht helfen kann. Sie hat es nicht
verstanden aber ich bin nicht weiter in sie gedrungen. Mein leben ist dann richtig
langweilig geworden ich hatte alle Lust an den Frauen verloren. Stille bin ich
geworden. Ich war nun wieder alleine. Eine lange Zeit verging in der ich mein
leben so hinbrachte. Ich hatte auch das Interesse an den Mitmenschen irgendwie
verloren ich konnte ihnen nicht mehr so in die Augen schauen. Ich hatte mein
Vertrauen verloren. Alles war anders nach der Therapie geworden. Ich musste es
neu lernen mit den Mitmenschen umzugehen. Ich wurde zu Feiern eingeladen
doch es war nicht mehr dasselbe wie früher, manchmal langweilte ich mich. Ich
machte mein Abitur weiter doch in der neuen Klasse war mir nicht so wohl. Ich
war ja die Neue und die anderen kannten mich nicht. Es verging eine Zeit, bis ich
einen Stand in der Klasse hatte. Ich ging zur Schule die mir nicht mehr so viel
Spaß machte wie früher doch, ich ging weiter hin, wollte ich doch noch studieren. Diesen
Traum hatte ich noch, doch hatte ich inzwischen Angst
bekommen davor was das Leben noch bringen mag. Ich hatte Angst bekommen
dass ich nicht gewachsen bin- dem Stress und den ganzen Anforderungen. All das
verging irgendwann, doch es ging nicht schnell von statten. Es brauchte eine Zeit.
Die Alte war ich nie wieder, jedoch nahm ich es an und fügte mich in mein
Schicksal. Ich hatte jetzt Grenzen. Grenzen meiner Persönlichkeit. Grenzen, die
ich nun nicht mehr überschreiten wollte. Ich verbrachte die Zeit bis zum Abitur
alleine, wollte keinen Freund haben, wollte keinen finden und wollte mich auch
nicht anstrengen. Mein Leben entwickelte sich trotzdem irgendwie, viel ruhiger und
entspannter als vorher. Anfangs fehlte mir die Essenz doch ich vergaß es. Ich
vergaß M. und vergaß ihren Blick, ihre Stimme und ihre Haut. Vergaß ihre
Berührungen, seien sie noch so klein gewesen. All das vergaß ich mit der Zeit. Ich
lernte jemand anderes kennen, er hieß Marcus und war ganz anders als M. Ich
wollte einen anderen Menschen Kennenlernen. Er hatte blonde Haare und seine Stimme
sanft. Ich schrieb keine Gedichte mehr, schwärmte nicht mehr von Frauen.
Nein so war ich nicht mehr. Trotzdem blieb er bei mir und sagte nichts, zu meinen
Eskapaden, trug meine Vergangenheit. Alles hatte ich ihm nicht erzählt. Den
Fehler mach ich nicht mehr. Ich war nun NORMAL geworden, durchschnittlich. So
normal wie man nur sein kann. Seit damals bin ich nicht wieder angeeckt. Ich
wohnte jetzt in Dresden und Studierte Wirtschaftswesen, mein Abitur hatte ich mit gut
abgeschlossen und war relativ zufrieden. Ich ging durch die Strassen mit M. und
wir waren zusammen doch die große Liebe? Die große Liebe war sie das? Ich
zweifelte. Doch was tun? Ich war nicht mehr die die Ausbrechen wollte aus dem
System, ich war gesellschaftsfähig geworden. Ich machte mir Gedanken, verlor
mich in Hobbys und bei Gesprächen mit Freunden, machte Ausflüge mit meinen
Eltern die inzwischen im Altersheim waren. So vergingen die Jahre. Meine
Sehnsüchte? Hatte ich noch welche? Nach meinen Erlebnissen. Vielleicht war das
ja das Besondere was ich in meinem Leben machen sollte . Das Normal-sein ist
eine Kunst für mich.
~'Das Studium ging hin mit Lernen und schreiben, in meiner Freizeit war ich bei
Marcus, doch ich hatte auch andere Freunde wir unternahmen Radtouren,
Wanderungen, schrieben uns gegenseitig über den Computer. Ich war nun nicht
mehr alleine. Meine Vergangenheit vergaß ich größtenteils, ich kehrte nicht mehr
zurück in meinen Heimatort. Nach dem Studium bekam ich eine Anstellung in
einer Schule in Dresden. Ich war nun Berufsschullehrerin geworden, so wie ich es
damals als ich in I. vor dem Gebäude stand gewollt hatte. Nun hatte sich der Kreis
geschlossen, der in meiner Lehre angefangen hatte, damals als mir die Lehrer in
der Berufsschule sagten, ich könnte das. Und ich dachte mir: "OK, Du kannst das".
Die Arbeit ging leicht von der Hand und ich lehrte gut. Die Klassen waren nicht so
voll die Demographie zeigte ihre Wirkungen. Mir machte der Beruf Spaß und ich
ging gerne auf die Arbeit. Doch die Euphorie der ersten Stunden verging und
Alltag kehrte ein in meinem Leben . Es war nun jeden Tag das Gleiche. Früh
aufstehen, frühstücken, aus dem Haus und dann mit dem Bus in die Schule.
Neonlichter auf dem Gang und in den Räumen. Ich hatte einen Raum ganz am
Ende' des Ganges, links in der fünften Etage. Draußen an der Tür stand mein
Name in Druckbuchstaben. Ich konnte zufrieden sein mit meinen Leben. Hatte ich
nicht erreicht was ich wollte? Ja ich war Glücklich und zufrieden. Ich hatte einen
Beruf den ich wollte, einen Freund der einmal mein Mann werden sollte und eine
Eigentumswohnung, ein Auto, Urlaub jedes Jahr ,sogar mehr als alle anderen
Berufsgruppen. Zwanzig Jahre reichte es mir, das Glück, Zwanzig kurze Jahre in denen
meine Kinder geboren worden, in denen sie aufgewachsen sind, in denen ich
älter und reifer geworden bin, in denen ich so manschen Streit mit meinem Mann
ausgefochten habe. Doch all das gehörte dazu zum Leben und zum Reifer
werden. In meiner Freizeit gingen wir ins Theater oder ins Restaurant .Ich gehörte einem
Verein an der ebenfalls Theater machte, wir spielten Kabarett, zogen die
tägliche Politik durch den Kakao. Ich unterhielt noch meine Freundschaften die ich
damals am Kolleg geknüpft hatte und in der Klinik. Doch war das alles? Wieder
kamen mir Gedanken des Zweifels, Ich hatte gedacht die währen weg gewesen
doch nun kamen sie zurück.

Wiedersehn
Es war ein Augusttag vor 2 Jahren und ich ging auf ein altes Gebäude zu, Ich
kannte die Stadt, es war die Stadt in der ich vor 20 Jahren das Abitur
nachgemacht hatte. Ich hatte eine Weiterbildungsveranstaltung, zu absolvieren.
Seit damals hatte ich dieses Gebäude nicht wieder Betreten und auch die Stadt
nicht. Es waren die Alten Erinnerungen die Mich abhielten, hierher zurück zu
kehren. Goethe saß immer noch auf der Parkbank auf dem Markt und immer noch
tanzte der Ziegenbock mit seiner Frau in der Fußgängerzone. Immer noch
schneite es im Winter hier mehr als anderswo. Und immer noch war der Himmel
hier ganz besonders blau.
Ich setzte mich also in den Hörsaal und da war sie wieder, M. Ich hatte sie doch
schon längst vergessen, dachte ich zumindest. Sie war immer noch so schön wie
damals. Immer noch Glänzten ihre Augen wie Sterne und immer noch hatte sie so
eine Zarte und doch zugleich weiche Stimme. Wir sahen uns an und da war es
wieder dieses Gefühl von zu Hause von Geborgenheit. Doch diesmal war da keine
Macht in ihren Blicken keine Herrschaft. Es war eine Sanfte Zuneigung darin.
Plötzlich wurde mir bewusst was passiert war. Was hatte sie hier her zurück
getrieben? War es Vorahnung oder Wissen gewesen. Sie hatte gerade ihren
Mann verlassen und stand alleine im Leben. Damals konnte ich sie nicht haben
wegen ihm. Sie ist dann auf eine andere Schule gegangen und hat eine Andere
Ausbildung gemacht. Sie hatte häufig die Arbeitsstelle gewechselt und war immer
irgendwie nicht zufrieden mit dem Leben gewesen ,ständig auf der Suche nach
dem Glück. Und ihr Mann? Sie hatte gelernt ihn zu Lieben doch war es Liebe? Es
waren vergangene Jahre der Gemeinsamkeit. Es war Zeit die Vergangen ist wie
im Flug und doch hatte sie sich gefragt ob nicht noch mal was passiert im Leben.
Und nun war es passiert. Sie sagte mir. Dass sie damals ganz schön feige war als
sie von der Schule gegangen ist und das sie vielleicht noch mal mit mir hätte
reden sollen. Doch hatten wir nicht miteinander Geredet ,auf der Weihnachtsfeier.
Und danach noch einmal ganz kurz. Nein es war Ok wie es gelaufen war . Ich
hatte mein Leben gelebt und sie ihres . Und nun stellte uns das Schicksal erneut
zusammen. Was hatte sich Gott dabei gedacht . was machte das nur für einen
Sinn? Und vor allen Dingen , womit hatte ich das nur verdient? Doch bald schon
merkte ich dass es kein Verdienst war. Ich fühlte mich immer ein wenig beherrscht von ihr
immer ein wenig niedergedrückt, immer so als ob sie oben stehen Würde. Eines
Nachts stand sie vor mir und Fragte mich: "Was hast du eigentlich die ganzen
letzten Jahre getrieben?" Und ich wusste keine Antwort darauf, ich stand still vor
ihr und wollte ihr sagen dass ich einen ;Mann habe und Kinder und ein Haus
und ein Auto und meinen Beruf, doch all das war weg .Ich konnte gar nichts
sagen. Sprachlos stand ich vor ihr und wusste nicht was ich sagen wollte. Ich
begann zu stottern und brachte mit einer erbärmlichen Stimme nur hervor: "Ich?
Ach na ja, da gibt es nicht viel zu erzählen ." Und dann ging sie. Ging fort und ich
wusste dass ich sie verloren hatte ,zum zweiten mal verloren. Und dieses
Verlieren war so entgültig und abschließend. Und auf einmal musste ich heulen.
Auf einmal konnte ich darüber weinen worüber ich jahrelang nicht weinen konnte.
All das hatten die Tabletten tief in mir Vergraben und nicht frei gelassen und nun war es
da. All der Schmerz der vergangenen Jahre, die Sehnsucht die ich nie
gefühlt hatte. Jetzt endlich konnte ich M. loslassen. Ein für allemal vergessen und
abschließen. Am nächsten Tag ging die Sonne auf und es war ein herrlicher
Morgen, ich freute mich dass ich auf der Welt war wie ein Kind und ich beeilte
mich in die Schule zu kommen. Nach dem Unterricht ging ich im Park spazieren
und hörte die Vögel singen und sah die Kinder spielen. Ganz wie früher. Ich war
frei von der Belastung des Vergangenen Lebens geworden, lange hatte es
gedauert, doch einmal musste es ja geschehen. Nun war der Moment da und es
war ein herrlicher Moment. Ich schaute den Menschen ins Gesicht und da war
keine Angst mehr in mir, kein Furcht vor der Fremde und keine Macht mehr. Ich
war einfach nur so wie ich war. Ich hatte das Gefühl mich selbst gefunden zu
haben. Ich ging durch den Park spazieren und setzte mich auf ein Parkbank, wie
oft habe ich mich schon auf solch eine Parkbank gesetzt? Immer wieder wenn ich
einsam war, wenn die Gefühle der Gewalt über mich kamen, wenn ich traurig war
und nicht mehr weiter wusste. Da sein, Denken und sich still verhalten das war es
was ich konnte. In meinem Kopf kreisten die Gedanken doch es war o.k. Ich lies
sie kreisen und schaute den Menschen zu. Ich dachte an mein Leben war ich nicht
glücklich und zufrieden ? Ja mit vollem Herzen.

Was ist das nun- Liebe?
Die Frage hab ich mir dann auch so oft gestellt. Liebe ist wie eine Krankheit. Liebe
ist eine Sucht, eine Sehnsucht, zu einem anderen Menschen. Die Liebe macht die
Menschen Krank, hat mal eine Frau zu mir gesagt. Die Liebe lässt die Menschen
streben nach etwas erhabenen. Die Liebe lässt uns über uns hinauswachsen. Wir
sind größer als wir glauben. Die Liebe ist eine Grenzüberschreitung. Liebe macht
blind, sie macht uns Abhängig von einander. Sie macht uns auf einander
Angewiesen. Die Liebe, die Liebe, die Liebe. Die Liebe regiert die Welt? Für die
Liebe sind Leute bereit zu sterben? Und was heißt es nun für sie zu Leben? Heißt
es sich aufopfern, sich vergessen in dem Anderen. Sich hingeben ganz und gar
hingeben? Leider, leider ist es nicht so in dieser Welt. Menschen die so sind, sind
krank. Sind sie es oder sind es wir die wir so denken. Weil die Welt krank ist?
Wenn es funktioniert ist auch eine solche Krankheit nicht gesellschaftsunfähig.
Der Traum von der ewigen Liebe, lange hatte ich ihn, wie viel hat er mich gekostet? Und
am Ende musste ich ihn aufgeben. Schweren Herzens aufgeben! Und doch
es bleibt etwas zurück. Die Gewissheit es wenigstens probiert zu haben. Doch
wenn man gescheitert ist, dann ist auch dieses nicht besonders viel wert. Und am
Ende steht man mit Erfahrungsreicher Seele wieder ganz am Anfang, wie als
wenn man nie gelebt hätte, wie als wenn man nie etwas gemacht hätte im Leben,
und als sei alles so grauenvoll sinnlos wie der Staub auf der Strasse der Morgen
Weggetreten wird und Nachbars Junge Spukt noch mit einer Verachteten Geste
auf den Unrat aus. Und sein Freund zeigt auf den Himmel. "Sieht nicht wie Regen
aus" sagt er "Komm lass uns ins Schwimmbad gehen vielleicht wird heute doch
noch ein Schöner Tag".

Ausblick
Das Ende ist der Anfang etwas Neuem .Veränderung begleitet uns ein Leben
lang und manchmal vergeht viel Zeit zwischendurch, doch am Ende stehen wir mit
unseren Erfahrungen und unserem Leben und schauen Zurück ,und sehen wie
seltsam sicher uns unser Leben geleitet hat und uns die Aufgaben stellte die nötig
warn.
 

Doch die ware Geschichte ist anders.
Ich bin vereinsamt. Ich habe keine Freunde mehr. Ich bin 50% seelich
Behindert und war seit dem auch mehrmals in psychiatrischer Behandlung.
Oh nein bitte denkt nicht , dass es mir schlecht geht, ich arbeite auf dem ersten Arbeitsmarkt,
und mache auch Nachtschicht und Sonntagsarbeit und überstunden,
rein von der Belastung her, kann man mich voll belasten.
Und dennoch bin ich einsam,  ich habe keine Frau, und werde wahrscheinlich auch keine finden, durch die Medikamente
kommt ja so eineiges ins Rutschen, was sich auf die Partnersuche niederschlägt.
Ihr Geruch wird anders, Ihr Gang.
Der Ganze Hormonhaushalt verschiebt sich ins negative, sie Verschleimen, sind stendig erkältet usw. usw.
Ich kann nur jedem Raten, wenn er sich unglücklich verliebt, auf keinen Fall in die Psychiatrie zu begeben.
Sie bekommen dort nur blaue Pillen, die sie für ein Kapitalisteisches Arbeitsleben, umgänglich machen.
Siewerden nicht gesund entlassen, sondern Arbeitsfähig, das sagt schon alles.
Ob es überhaupt eien Lösung auf verunglückte Liebe, gibt ist mir nicht bekann, ich habe keine gefunden.
Und was in 10 Jahren, dem Ende dieser Geschichte, sein wird,weiss ich auch nicht.
MT. 2019




 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.10.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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