Qayid Aljaysh Juyub

Story XV: Der Gärtner oder eine gar garstige Moritat

Bibbi Blockhill seufzte zufrieden auf, als der letzte Besucher das Helios Sonnenstudio verließ. Dieser Typ, Karl Krautss -Betonung auf dem doppelten ‚S‘, wie der unbescheidene Frührentner stehts bemerkte- mit Namen, war einer jener besonders aufdringlichen Kerle, die sie förmlich mit ihren gierigen Blicken auszogen. Normalerweise genoss die attraktive, blonde Mitdreißigerin die bewundernden bis notgeilen Blicke männlicher und gewisser weiblicher Kunden, aber dieses mittelalterliche, verfettete Kahlkopfexemplar erzeugte in dem Objekt der Begierde doch den unwiderstehlichen Drang die letzte Mahlzeit oral zu emittieren. So richtig zum Abreihern war natürlich die Tatsache, dass dieser Antiadonis sich obendrein noch für völlig unwiderstehlich hielt. Welch ein Gegensatz zu ihrem Binukiu, der vergnügte sich zwar mit jeder willigen Dame, die sich nicht bei drei auf einem sehr hohen Baum befand, besaß zwar keinen Traumkörper, aber der Gedanke an seinen dominanten, herben Charme sowie an sein übergroßes Lümmelchen ließen ihr beizeiten einen wohligen Schauer reiner Wonne über den Rücken laufen; ein echter Kerl eben!

‚Ich hasse diese verkackten Machos!‘

Nach dieser äußerst emanzipatorisch geäußerten Wunschvorstellung schüttelte Bibbi sich noch leicht in Erinnerung an Karl dem Kahlen, um sich nun, die gelangweilte Trägheit völlig abstreifend, mit feierabendlichem Feuereifer der Schließung des Grillstudios zu widmen. Dabei ging die sonst völlig desinteressierte Halbtagsangestellte mit ungewöhnlicher Akribie vor, die sonst eigentlich nur dem Lackieren ihrer Fuß- und Fingernägel während der Arbeitszeit vorbehalten blieb, da ihr Chef, dieser kleine Emporkömmling Aton, nicht lange mit dem Feuern von schlampigen Mitarbeitern fackelte und der kleine Streber vom Frühdienst, Freddie Echnaton, seinem hochverehrten Boss wirklich alles erzählte.

Nachdem es unserer vollbusige Heldin nach einigen Anstrengungen -das Verwenden eines Schlüssels kann für einige Blondinen doch recht schwierig sein- gelungen war die Außentür zu verriegeln, begann sie eilig mit ihrem abendlichen Kontrollgang durch die einzelnen Kabinen.

‚Oh Mannu!‘

Soeben hatte Bibbi Kabine 666 betreten und bemerkte eine ordentlich aufreihte Linie von leicht bräunlichen Kohlköpfen auf der altersschwachen Sonnenbank. Vermutlich stammte dies von dem bekloppten Krautss, dieser keimenden Kartoffel, der so ihre Zuneigung erringen wollte. Jedenfalls blitzte dieser etwas einfältige Einfall spontan durch den sonst eher schwerfälligen Geist des blonden Giftes, das denn auch ziemlich genervt aufseufzte.

‚Törööö!‘

Der trompetenartige Ausruf ließ die attraktive Blondine herumfahren, um an der Kabinentür eine sehr ungewöhnliche Gestalt wahrzunehmen. Mit aufgerissenen, verständnislosen Augen nahm Bibbi den Eindringling wahr und brach, als sie dann schließlich realisierte, was da vor ihr stand, in kreischendes Gelächter aus, das aber fast unmittelbar durch die heftig geschwungene Gartenkralle, die in ihre Haare haltende, obere Extremität eindrang, für immer beendet wurde.

 

Das schicke, mit Brillianten besetztes I-Phon XL trötete die Tatorttitelmelodie-so programmiert als Erkennungszeichen für primitive Diensthandys niederer Kollegen- wieder einmal zur Unzeit, seinen Besitzer, Oberkommissar Punchie, bei seinem Morgenritual unterbrechend. Genervt seufzend legte der erfahrene Kriminalist den gerollten Euroschein nobelsten Nennwertes auf den 1000-Dollarspiegel, der sich auf seinem exklusiven Designertisch befand.

‚Was gibt‘s!‘

‚Hier Polizeihauptmeister Seppel! Entschuldigung mein Anruf, Kommissar Pierrot ist heute krankgemeldet und man hat mir an Sie verwiesen…‘

‚Mensch Seppel, ich mache gerade meinetwegen Homeoffice und bin momentan unabkömmlich. Als Ihr Vorgesetzter befehle ich Ihnen, sich an die Herren Kommissare Rivel oder Grock mit Ihrem Problemchen zu wenden! Schließlich ist es bereits 10:00 Uhr und die Faulpelze sollten längst auf der Dienststelle sein‘

‚Jawoll Herr Oberkommissar, dat Gärtner hat wieder gemordet!‘

Der pflichtbewusste Polizeioffizier seufzte genervt: Immer diese Kinkerlitzchen! Des Seppels geäußerte, ökologisch wertvolle Berufsbezeichnung war der Spitzname eines aufblühenden Stars am Serienmörderhimmel, der seine Opfer ausschließlich mit Gartengeräten entleibte und die Tatorte mit Gemüsesorten der Saison drapierte.

‚Ach eine Leiche, wie bedauerlich! Wie auch immer, befolgen Sie jetzt meine Anweisungen! Der ermittelnde Kommissar soll mir dann morgen Bericht erstatten, aber bitte nicht vor 13:00 Uhr!‘

‚Tut mich echt leid, Herr Oberkommissar, dat hat mich dat Herzog von Otranto, wat Polizeidirektor is, persönlich gesagt.‘

‚Seppel, Sie Kretin! Ich meine: Sie Idiot, damit Sie mich auch verstehen! Warum haben Sie das nicht gleich gesagt?! Wo hat denn unser Gartenfreund zugeschlagen?‘

‚Jawohl, Herr Oberidi… Ich meine: Ja Chef. Dat Tatort is die Bachbergstr. 7, dat is fast beim Puff, also dat Rotlichtviertel…‘

‚Halten Sie Ihren vorlauten Mund! Ich weiß, wo das ist und komme sofort:‘

‚Jawoll, Herr Oberkommissär, dat wissen Se bestimmt…‘

Nachdem Punchie auf elektronischem Wege seinem Untergebenen wütend das Wort abgeschnitten hatte, vollendete er sein unterbrochenes Vorhaben, indem er eine Line edlen, weißen Pulvers genoss, dessen Güteklasse außer Frage stand, da der flexible Beamte es Tags zuvor geschickt aus der Asservatenkammer entwendete.

Dieser verdammte Seppel! Manchmal wusste der so unabkömmlich pflichtbewusste Oberkriminalist wirklich nicht, ob sein Knecht nun realiter mit derartig geringen mentalen Fähigkeiten gesegnet war -denn selig sind ja die geistig Armen, wie euch jeder pseudodemokratische Politiker freudig bestätigen wird- oder ihn mit seiner Schwejkiade nur grandios veräppelte. War gar des Polizeihauptmeisters letzte Bemerkung eine Anspielung auf seine diversen und sehr einträglichen Connections zum Zuhälterkönig Karl-Heinz Wirsch? Nein das konnte einfach nicht sein und wenn doch, so war das dem Polizeidirektor nebst sonstigen Großbonzen herzlich gleich, vorausgesetzt, es blieb auch bei höherer Stelle genug hängen.

Der milieuerfahrene Oberkommissar seufzte genervt. Das er sich nun wieder um diese Peanuts kümmern musste! Wen interessierte es schon, wenn irgendein Irrer einen Normalo umlegte; das geschah ja mittlerweile an jeder Straßenecke! Aber halt, das musste eine politische Sache sein, sonst hätte sich der Herzog von Otranto nicht persönlich eingeschaltet. Entweder gab es Hinweise oder es wurden eben halt solche von berufener Stelle konstruiert, die auf einen rechten Hintergrund des gestörten Täters hinwiesen. Punchie kannte seinen Chef gut genug! Der hatte schließlich einige Administrationen überlebt und stets im Sinne seiner Brötchengeber politisch missliebige Personen auf die eine oder andere Weise aus dem Verkehr gezogen; sozusagen vom Inquisitor gegen links zum Hexenjäger gegen rechts. Der erfahrene Ermittler lachte leise in sich hinein. Falls man jeweils ein entsprechendes Ministerium schuf, dann könnte er sich sehr gut vorstellen, wer dann der zukünftige Polizeiminister sein würde. Eins war allerdings klar: Der Herzog verstand absolut keinen Spaß!

So machte sich der stets politisch korrekte, aber ansonsten völlig korrupte Oberkommissar mit schwerem Herzen, zumal eigentlich das Abholen einiger wohlgefüllter Briefumschläge dankbarer ‚Stammkunden‘ anstand, auf den Weg…

‚Herr Oberkommissar, melde gehorsamst: Dat is der Tatort! Wenn Se bitte mitkommen möchten.‘

Punchie betrachtete seinen Seppel unwillig. Wie konnte er nur auf die absurde Idee kommen, dass dieser verblödete Kerl hier überhaupt ein Spielchen abzog. Vor einigen Minuten, nachdem er sich zuvor auf dem benachbarten Supermarktparkplatz mit nicht ganz billigen Designerdrogen entspannt hatte, war der Schrecken der Unterwelt mit seinem aus Nebeneinkünften finanzierten Lotus XL vorgefahren und brachte das noble Gefährt elegant zum Stehen, was angesichts der einhundert Stundenkilometer Ankunftsgeschwindigkeit schon eine rennfahrerische Leistung darstellte; allerdings übte der mobile Gesetzeshüter auch regelmäßig Hochgeschwindigkeitsrennen in der Innenstadt. Mit ungewöhnlicher Schnelligkeit gelang es dem Polizeihauptmeister Seppel, der seit seinem Anruf geduldig auf das Eintreffen des Vorgesetzten vor dem Sonnenstudio wartete, durch einen gewaltigen Sprung zur Seite nicht in die Statistik der Verkehrsopfer einzugehen, sodass nur einige Mülltonnen ein trauriges Schicksal erlitten. Enttäuscht sein oberordnungspolitisches Haupt schüttelnd verließ der Kriminalist aus Leidenschaft ungern seine Luxuslimousine und wurde auch schon flugs vom offensichtlich völlig unbeeindruckten Beinaheverkehrsopfer auf gewohnt stupide Art eingewiesen.

‚Was Sie nicht sagen, Seppel! Sind die SpuSi und der Leichenfledderer schon fertig?‘

‚Nee Chef, die sind nich so schnell als-wie Se mit Ihre Verhaftungen, die arbeiten nämlich.‘

‚Was soll das denn schon wieder heißen, Sie Clown?‘

Mit ochsengleicher Unschuldsmiene blickte der smarte Polizeihauptmeister seinen unwilligen Vorgesetzten an.

‚Nix Chef! Ich mein nur, die sind nich fertig!‘

‚In gewisser Weise ähneln Sie der Sphinx, Seppel. Ihre mentalen Fähigkeiten reichen zwar nicht zum Brunzen aus, aber Sie sind mit Sicherheit so rätselhaft. Und jetzt setzen Sie den Sitz Ihres bescheidenen Denkapparates in Bewegung.‘

Der verständnislose Blick seines verwirrten Untergebenen versetzte den Oberkriminalist gewohnheitsmäßig in eine mittlere Rage.

‚Damit Sie mich verstehen: Bewegen Sie Ihren Arsch jetzt gefälligst in Richtung Tatort!‘

‚Zu Befehl, Herr Oberkommissar. Wat immer Se sagen!‘

Gehorsam betrat der uniformierten Geistesriese das Sonnenstudio des Grauens mit seinem Herrn im Gefolge, dessen eiserne Selbstbeherrschung gerade noch den unwiderstehlichen Drang unterdrücken konnte, seine Dienstwaffe an seiner statt sprechen zu lassen.

Der geneigte Leser mag die Details der sich darbietenden Szene schon in unzähligen Kriminalfilmen, die mindestens ebenso von Unkenntnis wahrer Polizeiarbeit geprägt sind wie meine Schmierereien, beobachten können, sodass ich mir die schmutzigen Details aus reiner Faulheit spare. Während im Hintergrund allerlei Statisten herumwieselten, die mit irgendeinem kriminaltechnischen Schnickschnack beschäftigt waren, befanden sich im Geschäftsraum des Sonnenstudios drei für diese Szene wichtige Personen: Herr Aton, sein Angestellter Echnaton und der Pathologe Babushka.

‚Wenn Se hier kucken, Chef. Dat beiden Südländer sind die Herren Echnaton und Aton. Dat Echnaton is der Junge, wo die Leiche entdecken tat. Dat Opfer arbeitet hier, tut heißen Bibi Blockhill, is 35 Jahre und is wohnhaft in dat Brokenstr. 666a. Dat Opfer is ledig, aber wohl mit eine Herr Binukiu liiert…‘

‚Seppel, Sie Knalltüte, verschonen Sie mich derart unwichtigen Details!‘

‚Jawohl Meister Chef! Soll ich dat Südländer jetze verhaften tun?‘

Während die beiden ‚Südländer‘ ägyptischer Abstammung völlig konsterniert den diensteifrigen Seppel anstarrten, schüttelte Punchie in völligem Unverständnis über so viel Unvermögen das kommissarische Haupt.

‚Seppel, Sie Pfeife, wie oft soll ich Ihnen noch sagen, dass wir dieses Verfahren ausschließlich bei Bioateutonen anwenden! Entschuldigen Sie sich jetzt gefälligst bei den Herren!‘

‚Entschuldigen Se, aber dat Kommissar wat Ober is, tut sonst immer dat verhaften lassen, wat die Leiche gefunden hat, weil dat einfach is. Manchmal greifen wa uns auch ne Obdachlose, wat seinen Verstand versoffen getan hat, weil dat auch bestimmt dat Mörder is und sich nich wehren tut. Deshalb hat dat Chef eine Aufklärungsrate von 100 Prozente!‘

Wieder dachte der 100-prozentige Oberkriminalist an seine Dienstwaffe, beschloss aber, mit äußerster Willensanstrengung, verbal zu feuern; vielleicht konnte man den ehrlichen Seppel gelegentlich in eine dunkle Seitengasse locken und dort dem Elend ein Ende machen.

‚Schweigen Sie, Sie verdammter Idiot. Nehmen Sie, meine Herren, nicht ernst, was der Polizeihauptmeister dort deliriert. Diese niederen Chargen haben doch manchmal eine ganz eigenartige Art von Humor!‘

‚Echnaton, mein getreuer Knecht, sage dem Sterblichen, dass mir die Methoden der hiesigen Büttel in meiner unendlichen Weisheit durchaus bekannt sind. Oh mein demütiger Diener, verkünde der niederen Polizeilichkeit, Dein heiliges Alibi, nämlich, dass Du in ehrfurchtsvoller Anbetung die Nacht mit mir verbracht hast. Für weitere Fragen mögen sich die Vertreter der profanen Weltlichkeit an unseren ‚Advocatus Dei‘, Lucifige Rofocale, wenden!‘

Die Benennung des göttlichen Anwalts verursachte bei Punchie ein sehr kräftiges Unwohlsein in der Magengrube. Der berühmt berüchtigte Strafverteidiger der Kanzlei Asmodeus & Friends genoss einen eindeutigen Ruf, der sich darauf gründete, dass es dem von jeglichen Skrupeln befreiten Juristen gelungen war, für den unübertroffenen Massenmörder Mackie Messer -im Volksmund auch ‚Jack the Knive‘ genannt- einen Freispruch wegen ‚eines Formfehlers‘ zu erlangen; allerdings sollte man in diesem Sinne nicht unerwähnt lassen, dass die örtlichen Gerichte nicht wirklich mit gerechtigkeitsliebender Weisheit gesegnet waren.

‚Aton, dessen Licht die Welt der sterblichen Menschen segnet, lässt sich herab euch folgendes zu verkünden, oh ihr geringes Gewürm: Wer Ohren hat zu hören, der höre…‘

‚Schon gut, Herr Echnaton, ich habe Ihren Chef schon verstanden! Die Herren mögen die Inkompetenz meines Personals verzeihen! Selbstverständlich fällt nicht der Schatten eines Verdachts auf Sie! Grüßen Sie doch bitte Herrn Rofocale von mir recht herzlich!‘

Da das ägyptische Pärchen trotz der offensichtlich mächtigen, rechtsverdreherischen Verbindungen zum advokatischen Meister des Winkels einen leicht durchgeknallten Eindruck auf den servilen Chefermittler machte, formte sich im kommissarischen Oberstübchen eine einträgliche Idee.

‚Seppel, Sie Troglodyt, sind eigentlich die Tageseinnahmen noch in der Kasse?‘

Der Angesprochene lächelte mit einer wissenden Einfalt.

‚Klar Chef, verstehe. Wollen Se die sich sichern?‘

Konnte diesen verdammten Schwejk-Verschnitt nicht einfach der Blitz treffen? Wieder befand sich der Chefermittler am Rande eines hysterischen Anfalls.

‚Verdammter Kretin… Ich meine: Danke für die Information, Polizeihauptmeister.‘

Mit einem schleimigen Grinsen staatlicher Verbindlichkeit wandte sich der Leitbulle an Aton und seinen frommen Diener.

‚Die Herren müssen verstehen, wir müssen dringend die Geldscheine auf… hmm, meinetwegen Fingerabdrücke untersuchen. Zu meinem größten Bedauern werden die bei diesem hochtechnologischen und klimaneutralen Verfahren zerstört. Gewiss werden die Herren mir beipflichten, dass kein Opfer zu groß ist, um der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen!‘

‚Echnaton, mein herzgebobbeltes Dreckschippche, frage diesen einfältig unverschämten Sterblichen, ob sein schwacher Geist annimmt, dass wir unsere Hosen mit einer Kneifzange schließen? Rufe sodann, oh geliebtester aller Gottesknechte, den Rofocale an.‘

Bevor nun Atons Sprachrohr die Worte seines Herrn angemessen wiederholen konnte, griff der geschäftstüchtige Oberkommissar deeskalierend ein.

‚Aber, aber, meine Herren. Kein Grund zur Aufregung. Ich denke, in Ihrem Fall können wir auf eine nähere Untersuchung der Penunze verzichten. Es ist sicherlich nicht notwendig, den ehrenwerten Lucifige Rofocale mit einem unbedeutenden Fall wie diesen zu behelligen. Seien Sie versichert, dass ich Sie wegen dieses Bagatelldeliktes nicht weiter belästigen werde! Sie können jetzt beruhigt nach Hause gehen. Falls Sie es wünschen, gebe ich Ihnen eine Polizeieskorte, damit Sie nicht weiter von solchem Unsinn wie Verkehr mit Vorfahrt oder roten Ampeln belästigt werden!‘

Flehentlich blickte Punchie den hoheitsvoll blickenden Aton an.

‚Ich bin barmherzig auch zu denen, die es nicht verdienen, denn sie sind wie Staub an meinen Füßen oder Ameisen, die sich am Glanze meiner wärmenden Präsenz erfreuen. Du, Echnaton, eile Dich nun, um in meinem Bette das heilige Werk zu vollenden.‘

Wohlgefällig betrachtete der Sonnengott den bei seinem Vorgesetzten so unpopulären Polizeihauptmeister an.

‚Er folge mir eskortierend, da ich die Kinder und Narren liebe, denn ihr Glauben ist rein und stark. Er möge auch helfen, die Dreifaltigkeit in meinem Schlafzimmer kommen zu lassen!‘

‚Seppel, wenn Sie die Herren befriedigt haben, laden Sie doch bitte alle Verdächtige aufs Kommissariat.‘

‚Zu Befehl!‘

Ein freudig und ochsengleich grinsender Uniformträger beeilte sich, die liebevoll in Dominanz zugeneigten Ägypter beim Verlassen des Ortes zu eskortieren.

Babushka, der Pathologe, hatte in grinsendem Schweigen verharrend die bisherigen Geschehnisse verfolgt und meldete sich nun umso deutlicher zu Wort.

‚Oioi, Kommissärchen, was für ein Malheurchen. Sind Ihnen doch die beiden Ägypterchen entwischt…‘

‚Und was wollen Sie alter Leichenfledderer von mir? Labern Sie mich jetzt nicht voll, sondern kommen Sie zur Sache!‘

‚Ach Kommissärchen, regen Sie sich doch nicht so auf. Wollen Sie sich jetzt vielleicht noch das gemeuchelte Opferchen ansehen?‘

Offensichtlich hatten sich die niederen Chargen verschworen, den gebeutelten Oberkommissar zu nerven; außerdem waren da noch diverse Entzugserscheinungen.

‚Was soll denn der Unsinn, Sie alter Geier? Ich habe wichtigeres zu tun, als irgendwelche Kadaver zu begaffen! Stehlen Sie mir also nicht meine Zeit, Sie nekrophiler Pferdemetzger, sondern berichten sie mir das Wesentliche in Kürze!‘

‚Schade, Herr Oberermittlicherchen, das Kadaverchen ist wirklich nett anzusehen, trotz dem Gartenkrällchen im Schädelchen. Aufgrund meiner hochwissenschaftlichen Analyschen konnte ich feststellen, dass die Verblichene ihr Missgeschickchen zwischen gestern und heute ereilte. Ansonsten muss ich an dem Leichnamchen ein sehr genaues Autopsiechen durchführen, um Ihnen detailliertere Infochen geben zu können.‘

Ob man wohl Seppel und den Pathologen zusammen in eine dunkle Gasse locken konnte?

‚Und Sie sind im Oberstübchen nicht ganz dichtchen! Ich werde wohl ein ernstes Wort mit Ihrem Chefchen, Herrn Thanatos, reden müssen, Sie leichenschänderischer Perversling!‘

‚Aber Kommissärchen…‘

‚Jetzt schweigen Sie, ich habe hier schon genug meiner kostbaren Zeit verschwendet.‘

Suchend sah sich der nach einem geeigneten Untergebenen um, der die ungeliebten Ermittlungen weiterführen konnte. Schon stach ihm der prädestinierte Sündenbulle ins Auge.

‚Hey da, Unterwachtmeister, komm mal her.‘

‚Jawohl, Herr Oberkommissar!‘

Freudestrahlend eilte der Gerufene herbei -ein eher mickrig unscheinbares Exemplar der staatlicher Ordnungsmacht- und salutierte stramm vor dem bewunderten Führer, der dies mit einem verächtlichen Grinsen zur Kenntnis nahm.

‚Wie heißt Du eigentlich?‘

‚Karl Alhimar, Herr Oberkommissar!‘

‚Klingt irgendwie arabisch, aber egal! Hör zu Alhambra, Du wickelst jetzt diesen ganzen Zirkus hier ab, da ich noch wichtige Ermittlungen im örtlichen Kontakthof zu erledigen habe, bei denen ich nicht gestört werden darf. Du hast jetzt die volle Verantwortung und die absolute Super-Power von Krypton. Falls was schiefgeht, meldest Du das der Dienstaufsicht und erklärst, dass Du völlig eigenmächtig gehandelt hast. Hast Du das verstanden?‘

‚Jawohl, zu Befehl, Herr Oberkommissar!‘

Die Euphorie über so viel Zuwendung und Machtvollkommenheit ließen den subalternen Beamten fast vor Freude weinen, zumal der gewöhnlich das letzte Glied in der Nahrungskette bildete.

‚Möge die Macht mit Dir sein!‘

Mit diesen sinnreichen Worten verließ Punchie eilig den Ort des kriminalistischen Verderbens.

 

‚Törööö!‘

Traurig blickte er, der verkannte König des Vorstadtdschungels, in den dreckigen Spiegel seines ebenso winzigen wie heruntergekommenen Badezimmers. Nein, ein erfreulicher Anblick, so ging es durch sein dickschädeliges Haupt, war er trotz seines herkulischen Körperbaus nun wirklich nicht; wenn er nur diesen langen Gesichtserker sah! Kein Wunder, dass die Hells Angels oder Bandidos ihn trotz seiner langen Liste gemeuchelter Zeitgenossen lachend mit Fußtritten verjagten. Natürlich war eine Mitgliedschaft bei den weitaus brutaleren Gangs, wie den ‚Wilden Kerlen‘ oder den ‚Vorstadtkrokodilen‘, damit völlig undenkbar. So konnte und durfte es nicht weitergehen!

Entschlossen schmiss er sich in sein mörderisches Outfit und machte sich, sein Schippchen und Eimerchen schnappend, auf den unheilvollen Weg ohne Wiederkehr.

 

Gelangweilt betrachtete Punchie die Pornoseite auf seinem Dienst-PC, die als neueste Attraktion ein Spektakulum mit wohlproportionierten Damen, Herren und Eseln sowie anderem Getier großspurig ankündigte. Nach mehreren Runden des Bordellkönigs schauspielerisch -angesichts unseres müden Leitbullen eine wahrhaft Oskar würdige Leistung- und anderweitig begabten Talenten, stand der Sinn des oberkommissarischen Gesetzeshüter nun auf ein unkonventionelles Fest für die Augen. Tja, das Darknet wurde auch immer spießiger. Lag das etwa an der zunehmenden Zahl an politischen Entscheidungsträger, die hier zu ‚Recherchezwecken‘ surften?

Jäh wurden die ordnungspolitischen Gedankengänge des enttäuschten Voyeurs durch eine skypische Fanfare unterbrochen. Entsetzt fuhr der erfahrene Ermittler zusammen. Oh Gott, der Ton war ihm wohlbekannt und der Herzog ein gestrenger Herr.

Schnell die erotische Webside ungewöhnlicher Genüsse schließend, beeilte sich der beflissene Kriminalist, die Videokonferenz anzunehmen und forsch schleimiger Stimme seinen Dominus zu begrüßen.

‚Herr Polizeidirektor, welche außerordentliche Freude. Was darf ich denn für Sie tun.‘

Woher wusste dieser vertrocknete Knilch eigentlich, dass er vor einigen Minuten widerwillig in sein ärmliches stolperte – die Gymnastik und gewisse, potenzsteigernde Mittelchen, deren Effekt aber nicht das gewünschte Maß erreichte!

‚Punchie lassen Sie diese Schleimereien und geben Sie gefälligst Rapport. Haben Sie den Täter jetzt verhaftet.‘

‚Nein, mon ministre. Leider…‘

‚Genug! Ich bin wirklich tief enttäuscht von Ihnen! Ich möchte Ihre billigen Ausreden auch nicht hören. Statt Damen im Rotlichtviertel zu beglücken und billige Pornographie zu konsumieren, sollten Sie besser Ihre Pflicht mir gegenüber erfüllen. Vielleicht hätte ich doch Kommissarin Baba Jaga auf diesen Fall ansetzen sollen, die liefert stets die passenden Delinquenten und hat einträgliche Beziehungen zu russischen Geschäftsleuten. Ich frage mich ernsthaft, ob die nicht besser für Ihre Stelle geeignet wäre? Aber da ich ein fairer Mann bin, will ich Ihnen noch eine Chance geben! Eigentlich ist das Profil des Täters selbsterklärend, aber ich will Ihnen trotzdem einen kurzen Abriss meiner Vorstellungen geben: Der Täter ist ein mittelalterlicher, weißer Mann, der selbstverständlich dem rechten Spektrum angehört – ich bin sicher, dass Sie hierfür die richtigen Beweise beschaffen. Damit die politisch korrekte Bestrafung reibungslos funktioniert, sollten die kognitiven Fähigkeiten des Täters nicht allzu ausgeprägt sein. Schleppen Sie mir aber keinen Obdachlosen an, ein bioteutonischerer Petite Bourgeois erscheint mir eine ideale Wahl. Ach ja, perfekt wäre es auch, wenn der Kriminelle ein bekennender Klimaleugner ist. Haben Sie das jetzt begriffen?‘

‚Natürlich, Euer Polizeilichkeit. Vielen, vielen Dank für das wissenschaftliche Profiling…‘

‚Sie sind wirklich ein übler Schleimbolzen, aber ich erwarte nichts Anderes von meinen Subalternen. Übrigens ist die korrekte Bezeichnung ‚Euer Gnaden‘, seitdem der König der Löwen mich in den Adelsstand erhob. Und nun hurtig, ich erwarte bis morgen einen präsentablen Täter. Schlucken Sie heute weniger von Ihren Leckerlis und denken Sie an die Baba Jaga; als Frau ist die sowieso politisch geeigneter als Sie!‘

Bevor der gemaßregelte Oberkommissar seine ölige Replik absondern konnte, war die Verbindung auch schon unterbrochen.

Der Herzog von Otranto, mit bürgerlichem Namen Joseph Fouché, wusste einfach alles! Nur gut, dass die persönlichen Eskapaden seiner Untergebenen sein polizeiliches Gemüt nicht belastete, da der polizeidirektorale Träger des ‚Verdienstkreuzes für aufrechte Haltung‘ mit keiner Art von Gewissen belastet war und sich seine betriebliche Blindheit durch üppige ‚Geschenke‘ seiner ‚Lausbuben‘ ordentlich schmieren ließ.

Widerwillig kontaktierte der nun diensteifrige Chefermittler seine transusige Vorzimmerdame, Frau Petruschka, die sich auch sofort am Telefon meldete, da die ungewöhnlichsten Ausnahmen ja bekanntlich die Regel bestätigten.

‚Ah the Punch, what do you want?‘

‚He? Reden sie gefälligst teutonisch mit mir und geben Sie mit Ihren Englischkenntnissen für Arme nicht so an. Ich verstehe das recht gut und Sie können sich diese sexuellen Avancen durchaus sparen!‘

Von einem ihm ebenso unerklärlichem, wie amüsierten Lachen nur leicht irritiert, setzte der sprachgewandte Kriminalist die Unterhaltung fort.

‚Sagen Sie mir lieber, ob der Seppel inzwischen hier ist und die Verdächtigen zusammengetrieben hat?‘

‚In der Tat, die sitzen inzwischen im Warteraum. Kommissarin Pulcinella und Ihr Lakai erwarten Sie bereits sehnsüchtig im Vernehmungszimmer, Sie Linguist.‘

‚Diese billigen Komplimente können Sie sich sparen!‘

Den Hörer aufknallend und förmlich aus seinem Büro und das Vorzimmer stürmend und die breit grinsende Petruschka ignoriend, bewegte sich der agile Oberkommissar in Richtung Zentrum verhörtechnischer Inquisitionen. Eigentlich brauchte er jetzt einen fetten Schuss, aber der panikerfüllte Gedanke an die Konsequenzen des herzöglichen Zorns ließen sämtliche intendierte Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz in den Hintergrund treten.

Leicht außer Atem betrat Punchie eilig den Tempel der Wahrheitsfindung und blickte sogleich in das spöttisch grinsende Gesicht Rosa Pulcinellas, deren breites Gesäß nur schlecht auf einem der beiden bescheidenen, für die vernehmenden Beamten reservierten Stühle Platz fand; tatsächlich sprach es immens für die Stabilität des Utensils, dass es unter der Catcher gleichen Körperlichkeit jener Ermittlerin nicht zusammenbrach. Auf der anderen Seite eines mikrofonbewehrten, schmucklosen Metalltisches befand sich dann auch ein minderwertiger Klappstuhl, der für mögliche Delinquenten vorgesehen war. Der findige Polizeihauptmeister Seppel stand derweil versonnen, selig befriedigender Erinnerungen aus dem Tal der Könige memorierend, lächelnd nahe dem Eingang der bunkerartigen Räumlichkeit.

‚Sieh an unser Kasperle! Ich dachte schon, Sie hätten beim Onanieren auf der Herrentoilette die Zeit vergessen!‘

Punchie zwang sich, die dritte Kandidatin für eine mögliche Entsorgung in einer dunklen Seitengasse anzulächeln. Quotenfrau Pulcinella besaß zwar nicht die geringste Qualifikation, um auch nur den niedrigsten Dienstgrad bei der Polizei zu besetzen, war aber aufgrund ihres Geschlechts in ihre jetzige Planstelle förmlich katapultiert worden. Hier gebot es der staatsdienerische Selbsterhaltungstrieb, gute Miene zum obszön bösen Spiel zu machen; zumal die Dame in besonderer Gunst Otrantos stand, der sie auch gerne seinen als Zeichen ‚gegen rechts‘ seinen Dienstherren präsentierte. In anderen Zeiten hielt sich der Herzog einen gewissen Adolf Larifari in gehobener Position, der zwar auch jegliches Maß an normaler, polizeilicher Inkompetenz überschritt, aber durch seinen offen praktizierten Faschismus ein wirklich exzellentes Aushängeschild ‚gegen links‘ darstellte.

‚Oh, meine liebe Pulcinella, was für ein gelungen Scherz! So geistreich und witzig!‘

Verständnislos strich sich die Komplimentierte über die fettigen Dreadlocks und grunzte verächtlich.

‚Scherz? Lassen Sie mal Ihre Machosprüche Sie Clown. Sie finden sich schneller vor dem Tribunal der Frauenbeauftragten als Sie schleimen können!‘

Ein kurzes, mörderisches Glitzern trat in des verkannten Charmeurs Augen, der sogleich einem filmreif debilen Lächeln wich. Das bescheidene Imitat einer Feministin wiederum füllte förmlich Ihr enges T-Shirt mit dem Logo der allseits bei diversen Politgrößen beliebten Band ‚grober Heringssalat‘ -berühmt für ihre Titel ‚Wenn das Bullenblut vom Messer spritzt‘ und ‚Jeder der kein Nazi ist, hüpft jetzt auf einem Bein‘- noch mehr aus, als dass es die emanzipatorische Körperfülle ohnehin gebot.

‚Entschuldigen Sie vielmals, Dame Pulcinella. Meine Absicht war es keineswegs Sie zu beleidigen, im Gegenteil…‘

‚Aus der Kiste winden Sie sich nicht mehr heraus! Das wird Konsequenzen haben!‘

Für einen kurzen Moment, erbleichte der abgebrühte Ermittler ob der in dumpfer Wut hervorgestoßenen Worten, denen ein aggressives Schweigen folgte. Innerlich seufzend fügte sich der gemaßregelte Leitbulle in sein Schicksal und beschloss, zumindest die Täterfindung in zufriedenstellender Weise zu erledigen.

‚Seppel, holen Sie jetzt den Tatverdächtigen herein!‘

Der Angesprochene, aus den süßesten Erinnerungen gerissen, blickte zunächst seinen Herren in einer Weise an, mit der vermutlich auch die Katze den Kalender betrachtete, besann sich aber dann.

‚Chefche, wat soll ich denn für nen Täter holen tun. Dat sind nämlich zweie, wegen dat Vielfalt und so. Dat is dat Binukiu, wat südländische Freund is, und dat Krautss!‘

Da die oberordnungshütende Konzentration von den vorhergehenden Ereignissen noch ein wenig beeinträchtig war, erfolgte die Antwort recht unbedacht.

‚Meinetwegen führen Sie den Freund als ersten vor. Aber beeilen Sie sich gefälligst, Sie Knalltüte!‘

Nachdem Punchie seinem Seppel mit befehlsgewohnt nassforscher Stimme seine Instruktionen erteilte, betrachtete er scheu aus den Augenwinkeln seine Kollegin, deren eindeutige Mimik -so ungefähr hatte wohl vor Urzeiten auch Medea ausgesehen, als sie ihren Nachwuchs abschlachtete- sich seinen Blick schnell wieder sicheren Gefilden zuwenden ließ.

Nach einigen Minuten beredeten Schweigens öffnete sich die Tür der heiligen Hallen polizeilicher Wahrheitsfindung und herein trat (Trommelwirbel) Binukiu eskortiert vom getreuen Seppel.

Entsetzt betrachtete der routinierte Oberkommissar das dürre Männchen offensichtlich vorder- oder mittelasiatischer Herkunft, dessen Erscheinungsbild von derartiger Hässlichkeit war, das es schon wieder attraktiv wirkte.

‚Wenn ich vorstellen tun darf: Dat is nu dat Binukiu, wo Freund von Opfer und dat Haupttäter is!‘

Die stolze Präsentation des polizeilichen Seppels machte Punchie schier rasend. Diese uniformierte Landplage konnte doch nicht wirklich so bescheuert sein, da musste irgendein perfider Plan gegen ihn dahinterstecken.

Der ‚Hauptverdächtige‘ wiederum nahm des Seppels einleitende Worte zunächst überrascht zur Kenntnis, lachte dann aber kurz auf und betrachtete den Chefermittler mit einem Blick spöttischen Wissens.

‚Seppel, Sie verdammter Kretin! Wie können Sie es denn wagen, den Herrn hier zu belästigen! Eine kurze Routinebefragung hätte in diesem Fall völlig ausgereicht. Herr Binukiu, Sie können natürlich sofort gehen und sich von den Strapazen erholen, mein schwachsinniger Assistent wird Sie dann nicht weiter belästigen…‘

‚Einen Moment, Oberkommissar Punchie. Wenn der Herr Binukiu schon hier ist, dann möchte ich ihm doch einige Fragen stellen!‘

Pulcinellas Stimme hatte eine ungewöhnlich sanfte Tonart angenommen, während sie den durchgestylten ‚Tatverdächtigen‘ mit einem seltsamen Glitzern in den Augen betrachtete, der wiederum schenkte der korpulenten Kommissarin feixend ein gönnerhaftes Nicken.

‚Herr Binukiu, möchten sie vielleicht einen Kaffee oder Tee? Ich bin sicher, der Herr Oberkommissar holt Ihnen den gerne!‘

‚Danke, Frau! Aber ich kann von einem Kafir keine Getränke oder Speisen annehmen, weil die für mich unrein sind. Gerne beantworte ich Deine Fragen, Frau, aber mache es kurz, da meine Kunden im Görlitzer Park, wie Deinem Kollegen wohl bewusst sein dürfte, auf ihre Medizin warten.‘

‚In welchem Verhältnis standen sie zum Opfer?‘

Punchies unwillkommene Einmischung trug ihm einen äußerst missbilligenden Blick seiner wissbegierigen Kollegin ein, die ihn seine Frage mehr als bedauern ließ.

‚Unwissender dimmi, Bibbi war eine meiner Nebenfrauen und mir ebenso lieb wie Chalid, mein Kampfhund.‘

‚Entschuldigen Sie meinen unsensiblen Kollegen, Herr Binukiu. Natürlich weiß ich, wie sehr sie unter diesem Verlust leiden und wie tief Ihre Trauer ist!‘

Der wenig sensible Chefermittler erlebte soeben eine Premiere: Mitleid und Verständnis von Rosa der Männermordenden! Ein Ereignis, würdig in die Annalen eingetragen zu werden.

‚Trauer? Bibbi war, wie ich schon erwähnte, nur eine Nebenfrau. Ich hasse es nur, wenn sich jemand unbefugt an meinem Besitz vergreift. Damit Du das verstehst Frau. Chalid, diese räudige Töle, darf nur ich töten. Wenn das jemand anders tut, dann zahlt er entweder Blutgeld oder bekommt meine Rache zu spüren!‘

Pulcinellas Gesicht bekam einen geradezu zärtlichen Ausdruck.

‚Ich verstehe Sie nur zu gut, mein lieber Binukiu. Aber nun zu meinem eigentlichen anliegen: Mögen Sie eigentlich füllige Frauen und könnten Sie sich eine Beziehung mit einer starken Frau vorstellen?‘

Der Angesprochene zwinkerte dem äußerst verwunderten Oberkommissar verschwörerisch zu und antwortete herablassend lächelnd.

‚Eine ernsthafte Beziehung mit einer Ungläubigen kann ich nicht eingehen, wegen der Ehre! Allerdings kann ich gerne eine handfeste Nebenfrau gebrauchen, es ist ja eine Stelle freigeworden. Aber genug Frau, ich habe noch einige Worte mit Deinem Kollegen zu wechseln!‘

Binukiu betrachtete den mit dunklen Vorahnungen erfüllten Chefermittler mit einem raubtierhaften Lächeln.

Punchie, mein Bester, ich soll Dich recht herzlich von Alkhalifat Allaqalaq grüßen. Er vermisst die monatliche CO2-Pauschale von seinem niederen Diener Kalle Wirsch, die Du überbringen solltest. Mein Onkel, der Kalif, ist sich sicher, dass das nur ein Versehen sein kann und gibt Dir 72-Stunden Zeit, Deinen Fehler wiedergutzumachen, bevor unser geschätzter Mitarbeiter Akhdir Tamsah. Dir einen Besuch abstatten wird!‘

Mit Mühe konnte der ordnungshütende Bote einen entsetzten Aufschrei unterdrücken und konnte mit erheblicher Mühe verhindern, sich einzunässen. Alkhalifat Allaqalaq war nicht nur der geschätzte Golfpartner des Herzogs von Otranto, sondern zufällig auch absolute und unantastbare Herrscher des organisierten Verbrechens. Neben Crocodile Dundee gehörte Akhdir Tamsah zu den effektivsten Killern des Clans, wobei letzter wegen der besonderen Grausamkeit seiner Taten selbst abgebrühten Gangstern Furcht einjagte.

‚Bitte, ich zahle sofort. Richten Sie, geehrter Binukiu, dem Kalifen meine tiefe Dankbarkeit für seine außerordentliche Gnade…‘

Mit einer ebenso herrischen wie abfälligen Handbewegung beendete der Neffe des Hades die polizeilichen Dankbarkeitsbekundungen.

‚Du kannst mir den Tribut gleich morgen im ‚Görli‘ aushändigen, heute muss ich noch zu einigen Ämtern, um mir die Sozialleistungen für meine verschiedenen Identitäten zu holen. Das sind zwar nur Trinkgelder, aber Du kennst ja sicher den Spruch: Auch kleine Kamele machen Dung.‘

Jungenhaft lächelnd holte der multipersonale Binukiu einen goldenen Kugelschreiber aus seinem Armani Anzug und kritzelte seine Telefonnummer auf die Handfläche der fasziniert lauschenden Pulcinella.

‚Da kannst Du heute Abend anrufen, Frau.‘

Der ungestüme Verehrer verstaute elegant das edle Schreibgerät, holte aus der linken Tasche seines exquisiten Anzuge ein kleines Beutelchen hervor und warf es mit einer verächtlichen Geste dem völlig konsternierten Oberkommissar zu.

‚Das geht aufs Haus! Dann bis morgen und bedenke, Tamsah freut sich schon richtig auf den Auftrag!‘

An einem schon seit geraumer Zeit mit offenem Mund dastehenden Seppel vorbeiflanierend, verließ Binukiu fröhlich die Marseillaise pfeifend den Raum.

‚Was für ein Mann! Der hat bestimmt einen längeren Rüssel als Dumbo, der fliegende Elefant!‘

Die offensichtlich verliebte Kommissarin ignorierend, war der oberkommissarische Geist noch mit der unmittelbar vorhergehenden Konversation beschäftigt.

‚Chefche?‘

Noch immer verwirrt sah Punchie seinen Seppel an, der ihn einen fragenden Blick zuwarf.

‚Was denn?‘

‚Wenn dat Oberkommissar wissen möchte, wat für nen Totengräber am günstigsten sein tut. Ich kenne da wat, wat echt für wenig Geld auch dat am übelsten zugerichtete Leiche aussehen lassen tut, wie ein Engelchen. Dat sind die, wo auch meine Großmutter unter dat Erde gebracht hat. Dat Institut tut auch dem Kalif gehören tun, der macht Ihnen bestimmt eine Sonderpreis im Voraus, wegen dat Tamsah und so.‘

Der so Beratene betrachte seinen eifrigen Ratgeber mit blutunterlaufenen Augen. Die gesetzeshüterische Furcht transformierte sich allmählich in polizeiliche Gewalt.

‚Sie elender Judas! Ich werde Sie…‘

‚Bitte keine antisemitischen Sprüche! Ihre Machoallüren reichen mir schon aus!‘

Die ungewöhnlich zahme Bemerkung seiner Kollegin, die offenbar durch romantische Gefühle milde gestimmt war, brachte den wutentbrannten Leitbullen auf den politisch korrekten Teppich.

Mit einer verschämten Geste steckte der Ordnungshüter Binukius Abschiedsgeschenk ein und konzentrierte sich wieder auf seine eigentliche Aufgabe: Die Entlarvung eines geeigneten Täters. Vielleicht konnte man die ganze Sache diesem verräterischen Seppel anhängen, aber das war nur die ‚ultima ratio‘, da ohne die besondere Erlaubnis Otrantos kein noch so unbedeutender Kollege für die gute Sache geopfert werden durfte. Aber hieß der zweite Kandidat nicht ‚Krautss‘ - das hörte sich doch gut an!

‚Polizeihauptmeister, bringen Sie mir jetzt den zweiten Tatverdächtigen!‘

‚Wat? Ach dat Krautss, wo jetze Täter is. Wird sofort serviert!‘

Wenige Minuten später stand das Objekt ermittlungstechnischer Begierde vor seinen Inquisitoren – eine ebenso unattraktive Erscheinung wie sein Vorgänger, aber bei weitem nicht so gut gekleidet.

‚Dat is nu dat Karl Krautss, wo wohnen tut in Gelsum-Süd in dat Rue Morgue 7b. Dat is der, wo dat Opfer zuletzt gesehen und verehrt haben tut.‘

‚Danke Polizeihauptmeister. Sie sind also Herr Karl Krautss!‘

Die unangenehmen Emotionen hinsichtlich eventueller, clankrimineller Aktivitäten in naher Zukunft abschüttelnd, betrachtete Punchie den Auserwählten mit wachsendem, raubtierhaftem Interesse – das äußere Erscheinungsbild passte schon einmal perfekt zu den herzöglichen Wunschvorstellungen.

‚Jawohl, Herr Inspektor! Karl Krautss mein Name, mit doppeltem ‚S‘!‘

‚Klar: ‚SS‘! Verdammter Nazi! Seppel, legen Sie den verdammten Faschisten in Ketten!‘

Nach ihren hysterisch vorgetragenen Zornesausbruch Pulcinellas, die dabei erregt aufgesprungen war und von einem Bein auf das andere hüpfte, beeilte sich der Angesprochene, dem völlig perplexen Krautss recht unsanft Handfesseln anzulegen.

Wie genoss Punchie die erfreuliche Situation. Endlich war auch dieser Witz von einer Polizistin zu irgendetwas nütze.

‚Beruhigen Sie sich werte Kollegin, der Rechtsextremist ist nun schließlich fixiert! Seppel, wenn der Tatverdächtige weiter Widerstand leistet, setzen Sie Ihren Taser ein! Und von Ihnen verbitte ich mir weitere rechtsradikale Äußerungen!‘

‚Widerlicher, alter, weißer Mann!‘

Krautss wie ein besonders ekelhaftes Insekt betrachtend, nahm die heftig mit ihrer Erregung kämpfende Kommissarin Platz.

‚Nein, Frau Oberinspektor, das war ja gar nicht so gemeint…‘

‚Einfach widerlich! Der Nazi ist für mich einfach unerträglich!‘

Zur Überraschung aller Beteiligten verließ die dauerempörte Pulcinella, ihren Stuhl in der Erregung umstoßend, mit olympiareifer Geschwindigkeit den Raum. Punchie war der furiose Abgang nicht allzu unrecht, da dies ihm die Möglichkeit bot, den Täter in aller Ruhe zu überführen und den alleinigen Ruhm einzuheimsen.

‚Krautss, ich warne Sie! Wenn Sie weiter Ihren rechten Müll verbreiten, wird das Konsequenzen haben!‘

‚Aber Herr Chefinspektor, ich bin nicht rechts!‘

‚Schweigen Sie, das zu beurteilen, steht Ihnen nicht zu! Leugnen nützt Ihnen hier gar nichts, sondern macht alles noch viel schlimmer. In Ihrem Interesse sollten Sie meine Fragen ehrlich beantworten. Also sagen Sie mir: Warum genau haben Sie Frau Bibbi Blockhill so grausam gemeuchelt?‘

‚Ich habe die Frau nicht umgebracht, bitte glauben Sie mir, ich habe sie verehrt. Als Mülldetektiv bin ich doch auch quasi ein Kollege von Ihnen und würde nie ein solches Verbrechen begehen. Mensch und Natur liegen mir doch am Herzen, obwohl mir das mit dem Klimawandel komisch vorkommt. Mein Vater sagte schon immer: schaffe, schaffe, Häusle baue…‘

Der gewiefte Oberkriminalist sah den offensichtlich geschockten Delinquenten, der in zunehmende Konfusion verfiel, fast liebevoll an. Der Typ würde sich ausgezeichnet im nachfolgenden Schauprozess machen.

‚Ein Klimaleugner sind Sie auch noch! Krautss, Sie sind ja eine richtige Bestie! Was würde Ihr Vater sagen, wenn er wüsste, welches Monster er erzeugt hat!‘

‚So war das nicht gemeint…‘

‚Ich habe Sie gewarnt! Seppel, bitte tasern!‘

Der gelangweilte Oberkommissar war des Spielchens überdrüssig, zumal noch eine dringende Geldbeschaffungsaktion bei Schutzbefohlenen anstand, um eine gewisse Transaktion im Görlitzer Park zu einem lebensverlängernden Ende zu bringen. Was nun Krautss anging, so entsprach sein Profil in jeder Hinsicht den Vorgaben des Herzogs von Otranto. Ein Geständnis für den Mord an Blockhill und beliebige Tötungsdelikte herauszupressen, dürfte eine Angelegenheit von keinen drei Tagen sein; für einen perfekten Täter übte sich selbst der Herzog in Geduld.

‚Karl Krautss, ich verhafte Sie wegen dem dringenden Tatverdacht des Mordes an Bibbi Blockhill. Seppel, sammeln Sie den Jammerlappen auf und werfen ihn doch bitte in den Carcer Mamertinus!‘

 

Völlig zufrieden mit sich und seiner kleinen Welt gönnte sich Punchie ein ordentliches Näschen aus Binukius Geschenkpackung. Vor seinem anstehenden Rundgang, um die dringend benötigten Gelder des Schutzes von einsichtigen Gastronomen einzutreiben, hatte der erfolgreiche Kriminalist sich entschlossen, noch kurz in sein heimeliges Büro einzukehren. Der Kalif war schon ein ganz schöner Pfennigfuchser, wegen schlappen 1000 Euro einen derartigen Aufstand zu machen. Allerdings stellte es eine unverzeihliche Gedankenlosigkeit des geschäftstüchtigen Oberkommissars dar, zu glauben, dass Alkhalifat Allaqalaq nicht auffallen würde, dass er eine der vielen Abgaben des Zuhälterkönigs unterschlug. Dummerweise ging die Kohle unmittelbar für illegales Glücksspiel drauf, sodass Punchie nun besondere Maßnahmen ergreifen musste. Zwar schuldete der Ordnungshüter zwar dem gestrengen Kalifen nach Begleichung der Schuld noch einige – quasi als Zinsen- Gefälligkeiten, aber dies bereitete dem charakterlich flexiblen Polizisten die geringsten Sorgen. Zumindest hatte der Herzog von Otranto jetzt den heißersehnten Täter und würde ihm weiterhin freie Hand lassen, da er an Kleinkriminalität wenig interessiert war und nur Coups in großem Stil bevorzugte. Blieb nur noch, dem im Zwielicht wandelnden Polizeidirektor Bericht zu erstatten, bevor er aufbrach, um die Kollekte einzusammeln.

‚Törööö!‘

Unbemerkt hatte eine illustere Gestalt das ärmliche Büro betreten, während der gutgelaunte Oberkommissar sich anschickte, eine weitere Ladung energiereichen, weißen Pulvers zu schnupfen.

‚Seppel, Sie Vollpfosten…‘

Punchie bemerkte, dass es keineswegs der getreue Polizeihauptmeister war, der da vor ihm stand. Vor ihm befand sich eine riesige Gestalt, die sich offensichtlich auf seltsame Art als Gartenzwerg kostümiert hatte. Zipfelmützchen, krachlederne Hosen ..etc… Entgeistert starrte der Oberkommissar den wunderlichem Gast an, der dann auch das Gespräch in einer seltsam hohen Stimmlage eröffnete.

‚Ihre Vorzimmerdame meinte Sie sind hier der verantwortliche Ermittler. Wenn ich mich vorstellen darf:‘

Galant zog der Riese seine lustige Zipfelmütze im Fliegenpilzdesign vor dem sprachlosen Gangsterjäger.

‚Ben Flowers. Ich möchte mich gerne stellen. Ich habe all diese Leute mit meinen Geräten aus dem Gartenbaumarkt getötet. Nicht, dass es mir wirklich Spaß gemacht hätte, aber wissen Sie wie öde es ist, immer nur der Gute zu sein. ‚Törööö!‘ Dauernd irgendwelche Bälger oder Omas retten zu müssen, die Dir höchstens nichtsagende Dankesworte geben, wenn sie Dich nicht beklauen oder vors Schienenbein treten, ist einfach deprimierend. Ich sagte mir: Ben, ist das wirklich alles? Ich war schon versucht Schluss zu machen und zu den Elfenbeinjägern zu gehen. Aber dann, als ich mir voller Verzweiflung als Suizidversuch den neuen Batman ansah, kam mir die Erleuchtung! Wie schillernd ist der großartige Joker neben dieser farblosen Fledermaus! Also beschloss ich endlich ein erfülltes Leben als Schurke zu genießen! Und es macht Spaß! ‚Törööö!‘ Aber ich habe ein Problem! Ich sehne mich nach der Gesellschaft von Gleichgesinnten. Leider glauben mir Bandidos und Hell’s Angels nicht. Deshalb, mein Guter, verhaften Sie mich wegen meiner Untaten! Ich breche dann aus und werde endlich ernstgenommen!‘

Dem verwundert belustigten Oberkommissar dämmerte es, dass er es mit einem völlig durchgeknallten Zeitgenossen zu tun hatte, der jedoch einen harmlosen Eindruck auf ihn machte.

‚So, so, Sie sind der Gärtner. Was Sie nicht sagen. Ich gebe Ihnen einen guten Rat: Gehen Sie doch einfach zur nächsten psychiatrischen Einrichtung und bitten Sie um Aufnahme. Ich bin sicher, dass man Sie dort gerne erwartet. Wissen Sie was: Bitten Sie doch einfach meine Vorzimmerdame, die Petruschka, einfach, einen uniformierten Kollegen zu holen, der Sie in die nächste Anstalt eskortiert. Ich verhöre Sie dann bei Gelegenheit.‘

Dem bisher krampfhaft das Lachen verbeißenden Oberkriminalisten kam ein längst überfälliger Gedanke.

‚Wie sind Sie eigentlich hier hereingekommen?‘

‚Ich habe einfach alle auf meinem Weg mit meinem Schippchen und Eimerchen umgebracht! Schließlich brauchen Sie auch Beweise, um mich festzunehmen.‘

Ben Flowers schüttelte bedauernd sein gigantisches Haupt.

‚Mit Ihrer Sekretärin kann ich leider nicht mehr reden, da ich mein Schippchen in ihrem Kopf verloren habe. Ach mein Eimerchen. Das befindet sich jetzt auf dem Kopf eines Uniformierten namens Seppel, den ich zwar nicht umbringen konnte, der aber orientierungslos durchs Polizeirevier irrt! Verhaften Sie mich jetzt?‘

Offensichtlich war der Typ total übergeschnappt. Punchie stellte zu seinem Entsetzen fest, dass er seine Dienstwaffe nicht bei sich trug. Eine körperliche Auseinandersetzung mit dem Riesen erschien ein wenig risikobehaftet. So entschloss sich der Oberkommissar für eine andere Taktik.

‚Aber guter Mann! Beruhigen Sie sich. Natürlich verhafte ich sie hiermit. Gehen Sie am besten jetzt nach Hause und warten sie auf das SEK!‘

‚Ich lege jetzt meine Verkleidung ab, damit Sie meine wahre Identität erkennen!‘

Der Typ war nicht nur verrückter als eine Scheißhausratte, sondern offensichtlich auch noch total pervers! Einer sich totstellenden Ratte ähnlich ließ Punchie den Striptease über sich ergehen. Was da zum Vorschein kam, erschien im völlig absurd.

‚Meine Fresse, legen Sie doch wenigstens dieses lächerliche Elefantenkostüm ab. Besser Sie springen hier nackt durch die Gegend, als in diesem Outfit.‘

‚Elefantenkostüm?‘

‚Ja, Sie kranker Spinner. Da sahen Sie ja sogar als Gartenzwerg weniger grotesk aus.‘

Mit müder Resignation schüttelte Ben Flowers sein rüsselbewehrtes Haupt.

‚Sie glauben mir nicht! Gut, dass ich in meinem Zipfelmützchen noch einen Gardena-Gartenschlauch versteckt habe! Dann bringe ich Sie eben auch um und warte auf einen, der mir glaubt!‘

Einige Minuten später war die Gartenarbeit getan und der ungläubige Oberkommissar vermutlich in einer besseren Welt.

Und wenn er sich nicht zu Tode gelangweilt hat, so wartet Ben Flowers bis heute auf einen, der ihm glaubt.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.11.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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