Gherkin

12 SHORTIES zum 11.11.2019




Zum 11.11.2019 (Karnevals-Auftakt)
12 wilde Cucumberian Chuzpisms


1)    Die 3 schrecklichsten Horror-Szenarien überhaupt:

    - Du verlierst deinen linken Hoden bei einem Messerkampf mit deiner Mutter, weil du dich zuvor geweigert hattest, ihren berühmten Sellerie-Mangold-Brot-    Lakritze-Auflauf über Gebühr zu loben. Sorgen! Kann ich die Schwester jetzt noch schwängern? Wird schwer... Reichlich Kummer!

    - Du wachst verheiratet neben einer Frau auf, die du nicht kennst, die jedoch exakt den gleichen Ehering wie du trägt, und von der sich alsbald heraus            stellt, dass sie früher Erwin hieß und Kirmes-Boxer war; jetzt musst du für sie und ihre 14köpfige Schausteller-Familie sorgen, du besitzt plötzlich        sechs Hunde, ca. 40.000 Euro Schulden (es war ein pompöses Vermählungs-Fest), ein altes Ketten-Karussell und einen alten Wohnwagen, in dem ihr jetzt ALLE leben werdet. Panik satt!

    - Reiner Calmund klingelt bei dir an der Haustür und schnauft: „Ha´m Sie hier vielleicht irgendwo eine Toilette?“ Schwitzend steht er da und trippelt nervös       hin und her. „Isch muss da nämlisch mal janz dringend einen Mörderhaufen in den Bottich wirbeln! Et eilt sehr!“ Grundsätzlich ist verlegene Verstörtheit,       trotzige Missbilligung, vornehmes Unverständnis und natürlich auch extreme Verunsicherung die gängige Reaktion auf dieses befremdende Ansinnen des feisten Mannes, der gerade spricht: „Sorry schon jetzt, quasi vorweg, dat wird jewaltig stinken! Isch war beim Mexikaner und hatte 12 Burritos plus 6 Fajitas und 3 Enchiladas. Die Flautas jingen zurück, einfach zu fad... Watt is jetzt? Darf isch ´erein kommen?“ Horror pur!

2)    „Ach, lieber Major“, seufzte Hetty während des Ausflugs mit dem Schaufelrad-Dampfer „Weserstolz“, Gedanken- und bedeutungsschwer, „Ihr Werben klingt recht bieder, das alles hört sich so glatt und zuckersüß an, frei von jedwedem Lapsus, mit polierter Oberfläche. Es fehlt etwas Grundsätzliches, Major!“ „Und was ist das, liebreizende Hetty, was?“ Mit versierter Grandezza fragt der Major der Reserve, mit Schmiss auf der linken Wange, tiefgründig die wunderschöne Hetty Heine. „Es fehlt Würze in Ihrem Leben. Ich mag die niedlichen Chaoten, die Angekokelten, die leicht Gescheiterten; bei Ihnen fehlt jegliche Peinlichkeit und daher auch die Basis menschlicher Struktur in Sachen Charakter, Naturell und Wesen. Nie besoffen in die Standuhr uriniert? Niemals den so berühmten Lampenschirm-Hut- Slapstick-Kracher nach einem Leichen-Schmaus gebracht und brüllendes Lachen dafür geerntet? Sie sind niemals splitterfasernackt auf dem Trafalgar Square aufgegriffen worden, schlafwandelnd, wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses hernach inhaftiert worden?“ „Äh,nein, wirklich niemals, Hetty!“ „Dann tut es mir sehr leid, Major Donotgood, dann kann ich unmöglich Ihre Frau werden. Mit einer perfekten, gnadenlos funktionierenden Maschine will und kann ich nicht verheiratet sein. Sie sind ohne Ecken und Kanten, das mag ich nicht. Mit so einem Mann möchte ich nicht mein Leben teilen...“

 „Halt!“ ruft der Major, und sein Gesicht hellt sich auf. „Da hab ich aber was! In einem Lift, hinauf auf die Aussichtsplattform des Londoner Gherkin Towers,     hab ich einen mörderisch bösen, gewaltigen Koffer abgestellt. Das war einer dieser Langzeit-Stinker mit Bierschiss-Urknall-Wucht, extrem laut, sehr feucht und mit „Land in Sicht“-Faktor III. Bio-Waffen-Gefährdungs-Alarm in London...  Volle 24 Etagen überdauernd, allen 19 Leuten dort die Tränen ins Gesicht treibend, und absolut bestialisch miefend. Eine alte Frau meinte, dies sei ein „pungent stench“! Viele in der Kabine mussten kotzen. Mit mir im Aufzug befanden sich 8 Nonnen, eine Gruppe älterer Damen, 1 Pfarrer und meine damalige Verlobte Nora, die sich kurz darauf vom Gherkin Tower stürzte, Gott hab sie selig, die Gute. Sie stürzte in den Tod, gleich, nachdem wir oben angekommen waren. Na, ist das nun was für Sie und Ihren, tja, etwas sonderbaren Geschmack, Hetty?“

„Sie sind ein widerliches Insekt, Major. Gehen Sie mir aus den Augen, und das bitte für immer!“ Da kenn sich einer mit den Weibsbildern aus, dachte der gute Major Donotgood. So ambivalent... Die wissen nicht, was sie wollen. Gibt man ihnen die ‘raue Oberfläche’, wenden sie sich ab, mit Grauen. Ist man zu brav, ist es ihnen viel zu langweilig. Wie ein Mann es auch macht, stets ist´s falsch. Kack die Wand an!

3)    Ich konnte es kaum fassen. Das Luxusrestaurant >L´Auberge de jeunesse au vieux tatou< (kein Gericht unter 120 Euro!) bietet für nur 1 Euro ein 6-Gänge-Menü an. Ich sofort hinein in das Nobel-Etablissement, prall gefüllt mit allerlei Gästen, die man sonst hier eher nicht vermutet hätte. Ein extrem freundlicher, sehr gut gelaunter Herr bedient mich. „Das Angebot, der Herr?“

 „O ja, sehr gern. Wirklich nur 1 Euro? Wo ist der Haken?“ „Kein Haken, mein Herr!“ Ich erhalte eine vorzügliche Vorspeise (Ziegenkäse-Sesam-Brûlée an     Feigen-Chutney), einen unvergleichlich opulenten Hauptgang (Saltim Bocca vom Eifeler Lamm an Wildgraupen-Pilz-Risotto, Rote Bete-Espuma & Mandel-    Rosenkohl) und hernach diverse Köstlichkeiten als Dessert ( Ein Zimtparfait, an groben Schokoladenspänen mit eingelegten Kerschtn ). In den 5 Pausen     gab es, neben exzellentem Wein und einem wunderbar wohlschmeckendem Baguette mit zart gesalzener Butter auf Olivenholzbrett serviert, Flammkuchen Reblochon mit Blumenkohl, Shiitake, Pesto, Zucchini und natürlich Reblochon, Salade de Lyon, mit Wolfsbarsch, geschmortem Fenchel und Feigen-Chutney. Außerdem gab es gefüllten Radicchio mit Zucchini-Ziegenkäse-Tarte. Wein? Superb! Es war ein Château Montrose 2010, Saint-Estèphe, ein so herrlicher Bordeaux aus Frankreich, dass ich gleich die ganze Flasche austrank. Aperitif: Sekt mit schwarzem Beeren-Likör. Ständig wurde Käse gereicht - und ab und an edles Tafelwasser, Espresso, starken Kaffee und Obstwasser.

Puh, so satt bin ich schon lange nicht mehr gewesen. Ich betrachtete all die Berge von Tellern, Schüsselchen und Töpfchen. Du meine Güte. Allein der    Wein hätte mich gute 400 Euro gekostet. Alles in allem hätte ich wohl einen Betrag von rund 1200 Euro auf der Rechnung wiedergefunden. Mindestens!

Dieses 6-Gänge-Menü würde ich niemals vergessen. Nie speiste ich so gut, so üppig, feudal und billig. 1 Euro wechselte den Besitzer, 2 Euro gab ich als    Trinkgeld. Man sagt ja, es reichen etwa 10 %. In diesem Fall jedoch wollte ich mich generös geben. Das Festmahl war einfach zu gut. An allen 18 Tischen   wurde getafelt, opulent und gewaltig. Kein Wunder! Für nur 1 Euro? Wer sagt denn da NEIN? „Wie war der Wein, mein Herr?“ „Vorzüglich, danke. Aber,    sagen Sie bitte. Wo ist der Chef des Hauses? Ich möchte mich bei diesem wunderbaren Menschen ganz herzlich bedanken. Und ihn befragen, wie er    das denn nur macht, ich meine, wie ist all das zu diesem Preis nur möglich? Kann ich den Chef, falls er abkömmlich ist, kurz sprechen?“

„Nun, werter Herr, das ist leider heute nicht möglich. Er penetriert gerade... meine Gattin. In der Zeit, so trug er mir auf, sein Restaurant zu leiten... Und    nun frage ich Sie, mein Herr: Wer wird wohl zuerst damit aufhören? Höchst wahrscheinlich mein Chef! Beehren Sie uns gerne jederzeit wieder! Danke!“

4)    Verwundert?

    Das Trampeltier, es kam zu zweit
    Und trampelte 4 Tiere breit
    Acht Rüsseltiere später
    Und 16 Hut-Vertreter
    Erwarb ich 36 Hüte
    Best quality, von feinster Güte
    An nunmehr 72 Tagen
    Könnt´ ich jetzt diese Hüte tragen
    Für den Applaus von 144 Walen
    Musst´ ich 288 Euro zahlen
    Doch hatt´ ich nur 200 hier...
    Den Rest lieh mir ein Trampeltier.
    Das Trampeltier, es kam zu zweit
    Und trampelte 4 Tiere breit...

5)    „Ihren so entsetzlichen Verlust bedauere ich sehr, Mam, und empfinde ihn, unter Seelen zermarternden Qualen und exorbitanter Pein, ja sogar unter       allerschrecklichsten Orkusschmerzen, in fast schon entwürdigender Heftig- und Deutlichkeit beinahe körperlich, es schmerzet höllisch, es zerfrisst mich     schier!“ „Wie? Was? Von welchem Verlust reden Sie da nur?“ „Nun, hiermit kondoliere ich, bedauere es, zerknirscht aussprechen zu müssen, Madame,     aber hier handelt es sich um Ihren unfassbar immensen Verlust der Jugend, Unbekümmertheit und den Großteil Ihrer Reize!“ Links und rechts erhielt er     seine Maulschellen! Mehrfach! Die Wangen: Glutrot! Er entfernte sich rasch.

6)    Dem Wahnsinn eines Kaspar Schmeißflieg ist der gutmütige, leicht bis etwa mittelschwer unterbelichtete Ralle Rehm hilflos ausgeliefert. Fischlippig, ein wenig schon ins Karpfenhafte abdriftend, steht er neben Kaspar, betrachtet diesen unverhohlen bewundernd, wie ein Dorfschullehrer seinen begabtesten  und besten Schüler ansehen mag, der wahnhaft, plötzlich, „in fremden Zungen zu sprechen“ ansetzt. Etwas forellig steht Rehm da und lässt´s geschehen...  Schmeißflieg, listig grinsend: „Gelt, mein Freund und  Kupferstecher Ralle, du bist doch unbestritten ein dummer, fetter, kahlköpfiger, exzessiver Onanant, Masturbant und Palmwedler, richtig?“ Ralle, deutlich verunsichert: „Nun jaaa, stimmt schon, ich bin dumm, fett und hab eine Glatze, richtig...“ Kaspar warf sich, wieder mal auf Kosten Rehms, reichlich fett weg vor Lachen. Bruuuuuhaaaaaahaaa.

7)    Yep, ich muss essen, schlafen, trinken, koten, urinieren und, vor allem, atmen! Aber ich muss NICHT twittern/facebooken/parshippen oder instagrammen!!! Allein die Tatsache, dass sich auf Twitter ein Trump... Allein das reicht schon.

8)    Schimmelmanns  Paule muss auf seine Frau Erna verzichten, 6 Wochen lang.
    Klinik. Eine OP steht an. Er ruft nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus ins leere Haus hinein, denn die Kinder sind schon lange ausgezogen: „Ich möchte hemmungslos stinken, mir auf dem Sofa dosenweise Bier reinschütten, und die Dosen nach dem Aussaufen hinter mich werfen. Ich will zwischen den Zehen, in meinen Nüstern und in der Arschritze pulen, ja, ich will furzen, rülpsen und fluchen, wann immer ich will. Bis in die Puppen aufbleiben und Pornos sehen. Zwei Päckchen filterlose Zigaretten schmauche ich täglich, ja, und zusätzlich noch zwei dicke Zigarren möchte ich dampfen, den Qualm voll gegen unsere neuen, weißen Gardinen blasen. Und es werden die billigsten, stinkendsten Stumpen sein, die zu haben sind. Ich will den Teufel tun und auch nur ein Mal aufräumen oder gar putzen, ich werden jeden Tag den Lieferservice anrufen und ich werde nichts wegräumen, niemals spülen, und ich werde während der sechs Wochen nicht einmal die Bettwäsche oder meine Unterhose wechseln. So!“

9)    Das fliegende Ungeheuer

    Wie den Hass in Worte kleiden?
    Auf dieses nervende Insekt!
    Du sollst aus dem Leben scheiden!
    Köder: Edel-Marzipan-Konfekt!
    Schon setzt sich jene Fliege nieder,
    nascht von der süßen Luxus-Falle...
    Schock fährt mächtig in die Glieder:
    Denn es trifft die Gürtelschnalle -
    das Vieh beim Schlemmermahl aufs Haupt!

    Nu isses dood... Ha´ ick jejlaubt...

    Doch da summt sie fröhlich gar von dannen,
    hinterlässt den Tisch aus Glas, zerbrochen!
    Ich werf´ mit Stühlen, Kannen, Pfannen,
    als hätt´ ein Rochen mich gestochen!
    Ach, zum Schluss das Heim verwüstet,
    schnaufend lieg´ ich auf dem Rücken.
    Setzt sich´s Insekt, kokett-entrüstet
    mir zum Spotte (sich zu beglücken!)
    frech auf meine Nase dreist,
    wobei es dann, in der Relation,
    noch einen Riesenhaufen scheißt!
    
    Ja, da zeigt es sich erneut:
    Des einen Leid, des and´ren Freud!

10)    Bedenkirchs Dilemma

    Der berühmte und allseits extrem beliebte Showmaster, besser als Gottschalk, charmanter als Pflaume und verschmitzter als Pilawa, jener bekannte
    Master Gerfried Jodokus Bedenkirch, ist bereits lange schon in Berlin, und zwar sehr gern, ansässig. Von Journalisten befragt, wo er am liebsten nach     dem Ausstieg aus dem Show-Zirkus wohnen wolle, meinte er, eher Spaßes halber: „Schöllkrippen oder Bitterfeld!“ So beginnt ein hanebüchener, bizarr-     grotesker Wettkampf dieser beiden Ortschaften um die Gunst des gewaltigen Showmasters. Beide Städte möchten sich natürlich unbedingt mit dem mega  prominenten Gesicht, in naher Zukunft, schmücken.

    Man buhlt mit allen Mitteln. Schon bald bereut der Show-König sein Statement (immer grotesker und bedrohlicher wird die wilde Hatz auf den Show-Master). Mit allen lauteren und, leider, auch unlauteren Mitteln wird gnadenlos nur das eine Ziel verfolgt: Bringt den Kerl nach Schöllkrippen/Bringt den Burschen sehr bald nach Bitterfeld! Wie, ist nicht entscheidend! Holt Gerfried Jo. Bedenkirch, diesen Samstag-Abend-Haupt-Segment-König, mit seiner Sendung „Schau hin und Show her!“, nach Schöllkrippen - holt ihn nach Bitterfeld, einem Stadtteil des Örtchens Bitterfeld-Wolfen.

    Blumengrüße, riesige Pralinen-Schachteln, die jeweils „Goldenen Schlüssel“ der beiden Städte, alles wurde unternommen. Es kamen auch Schecks per     Post. Bitterfeld schickte die größte Magnum-Sekt-Flasche dieses Planeten an Bedenkirch, mit dem beigefügten Zettel: >Wo Saufen eine Ehre ist, da ist     Kotzen keine Schande!< Schöllkrippen ließ sich nicht lumpen und sandte stante pede die größte russische Käsesahne-Torte der Welt, nach Art eines     russischen Zupfkuchens, gute 120 kg schwer, was dem Lebendgewicht des prominenten Masters der Show entspricht.

    Das war jener Augenblick, da sich Gerfried Jo. Bedenkirch an seine Agentin wandte: „Lizzy, meine Liebe, sei so gut und besorge mir bitte Prospekte von     Paraguay. Genau, Paraguay. Ich möchte dort, vielleicht bei Asunción, direkt am wunderbaren Rio Paraguay, ein Häuschen erstehen. Alters-Wohnsitz, du     verstehst? Ja, das ist mein Ernst!“

11)    Weddekadde-Blues (WEDDERLEUCHTEN)

    Allerliebst - die Wetter-Männlein
    Ab und an ist´s auch ein Weiblein
    Wie sie keckern, scherzen, lachen
    Und nebenbei das Wetter machen
    Das ist schon lustig anzuseh´n
    Bringt der Materie, der zähen
    Diesen freundlich-netten Charme:
    „Nur im Süden wird´s heut warm!“

    All dies Drücken und Schaben
    Dieses Bücken und Streichen
    Das Zeigen und Schieben
    Das gebuckelte Schleichen
    Mal gestikuliert der Sven
    Mal schiebt, zeigt der Ben
    Mal ist es ein Donald
    Dann wieder ein Ronald
    Ach, Claudia, du meine Augenweide!
    Trägst du Hosen: Wie ich dann leide!
    Bluescreen-Gezappel
    Nonsens-Gesabbel
    Tagsüber Sonne, Glätte des Nachts
    Die irrationale Mischung, die macht´s
    Nachtfrost und das Azoren-Hoch
    Fehlerquote: Leider sehr hoch!
    Da hilft ein universeller Mix
    Denn Genaues weiß man ja nix!
    Neuschnee mit vielen Verwehungen
    Und der Ostwind, der hat Blähungen
    Gefrierender Regen
    Auf all unseren Wegen
    Wetterfrösche sind urige Leute
    Was ist das für eine kaputte Meute:
    Rumpeln, krebsen, puschen, zagen
    Trippeln, huschen, grinsen, klagen
    Grollen, schleimen, hoffen, zahnen
    Wischen, deuten, drücken, mahnen!

    Als wenn wir Euch nun wirklich bräuchten:
    Ihr Dumpf-Propheten! Ha, Wetterleuchten!

    Macht´s Fenster auf und schaut hinaus!
    Denn SO sieht das Wetter heute aus!

12)    WANKELMUT TUT  SELTEN GUT

    Rox, der fickende Ferkelfisch (Kann ja auch nichts dafür. C. Darwin war an diesem Tag sturzbesoffen, als er diesem seltenen Salzwasserfisch seinen     Namen gab, „the fucking piglet fish“), bat seinen Schöpfer Aristide an einem frühen Morgen einst darum, die Ferkelhaftigkeit hart von ihm zu nehmen. Er     wolle nichts anderes sein als ein Fisch. Kein Ferkel. Nur noch Fisch. Als dies prompt geschah (Aristide ist ein sehr gutmütiger Schöpfer), begab es sich nun also, dass sich Rox in einer Art recht komplizierter Form von sehr komplexer, tja, Situation wiederfand, in der er sich ein wenig bis durchaus heftig unwohl zu fühlen begann. Aristide, der Schöpfer allen Seins und aller Wesenheiten, jedenfalls unter Wasser, und natürlich auch allen Drumherums, wurde darob von Rox konsultiert. Ob er gegebenenfalls....

    Kurzum, Aristide stellte hier den alten Status wieder her. Und unser „fickender Fisch“ war nun erneut ein fickender Ferkelfisch. Doch war Rox auch glücklich?
    Zwar empfand Rox gegenüber Aristide einen gewissen Grad an Dankbarkeit, doch doch, unbestritten, jedoch wollte sich eitel Freude nur bedingt einstellen.

    Schließlich bat Rox um die erneute Bewilligung einer Wunscherfüllung: Jetzt wollte er ein Nur- und Pur-Ferkel werden, Aristide möge nun bitte diese lästige Fischhaftigkeit, die ihm jetzt völlig zuwider schien (ganz plötzlich), von ihm zu nehmen gewillt sein. Ob er nicht eventuell, büdde-büdde, komplett diese leidig unbeliebte Fischhaftigkeit...

    Und als dies nun anhub, tatsächlich zu geschehen (Wie ja bereits erwähnt, ist jener, von den meisten liebevoll Ari genannt, ein außergewöhnlich gutmütiger Schöpfer), und Rox tatsächlich und alsbald ein Nur- und Pur-Ferkel ward, frei jeglicher Fischhaftigkeit, ihm die Kiemen verloren gingen und er unter Wasser jämmerlich ersoff, denn immerhin lebte Rox ja gute 480 Meter unter Wasser, verfluchte er seinen Schöpfer Aristide dergestalt, dass kein bisschen Zeit mehr übrig blieb, in der er freundlich hätte fragen können:

    „Ach, Ari, gutmütigster aller Schöpfer, nun also sei die schüchterne Frage an Dich gestattet, großer Gestalter und Veränderer, wirst Du mir ein letztes Mal die übergroße Freundlichkeit erweisen, den Ur-Zustand wiederherzustellen? Möchte erneut ein fickender Ferkelfisch sein, bitte! Mit Kiemen, Rüssel, mit  Schuppen, Schnauze und Ringelschwänzchen. Ja? Kannst Du das für mich tun? Ein letztes Mal, ja?“

    Höchstwahrscheinlich hätte der gutmütige Ari sich einverstanden erklärt. Aber, wie bereits erwähnt, das Ferkel war bereits ertrunken. Schade um ihn, diesen  wankelmütigen Burschen. Von ihm stammt der Satz: Ein fickender Ferkelfisch in einer fickenden Ferkelfischin ist Aristide näher als in jeder Kirche hier unter Wasser! Er war nicht dumm, dieser Ferkelfisch. Im Grunde genommen haben die fickenden Ferkelfische ein wunderbares Leben. Gute 30 % der Lebenszeit futtern sie, die restliche Zeit aber... Raten Sie doch mal? Hat mit dem Namen zu tun? Na, kommen Sie drauf? Nein? Schade.

    Anmerkung: Sie glauben nicht, dass es den Ferkelfisch wirklich gibt? Hier ist die Bestätigung (Wikipedia):

Die Schweinsfische oder, häufiger, Ferkelfische (Congiopodidae) sind eine Familie der Barschartigen (Perciformes). Die Bodenbewohner leben in den    kühlen Meeren der südlichen Erdhalbkugel um Neuseeland, Südamerika und dem südlichen Afrika, und zwar in Tiefen bis 500 Metern. So, da haben Sie´s    aber mal besorgt bekommen. Sie wurden bedient! Lassen Sie sich das bloß keine Lehre sein... Sie sollten ab heute an den fickenden Ferkelfisch glauben.  Und natürlich an Aristide. Graag gedaan. Tot ziens. Bedankt!



 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.11.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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