Norman Dunfield

Spätherbststrand

Die große Liegewiese ist leer und an vielen Stellen stark
gemaulwurft. Das feuchte Gras fröstelt unter dem kühlen
Himmel vor sich hin. Das Wasser im blauen Schwimm-
becken hat sich bereits gelb verfärbt und wartet auf seine
erste Eiskappe. Längst wurden die Papierkörbe beseitigt
und die letzten Kondome aus den Umkleidekabinen ent-
fernt. Die Saison ist vorbei. Die Parkplätze sind leer. Am
Tor vor der Kasse hängt ein einsames Schild mit dem Wort
"Geschlossen".

Gern denkt man an die heißen Tage zurück, an denen man
sich genüsslich abkühlen konnte. Die Jungen rochen nach
Sonnencreme, die Alten nach Frittenfett. Knappe Bikinis,
reichlich gefüllte Badeanzüge und knackige Badehosen
waren die Accessoires der Badearena. Nasse Körper
trockneten in der Hitze und warteten auf den nächsten
Schweiß, um sich dann wieder in die Fluten zu stürzen.
Die beiden Bademeister gingen immer nur um den Becken-
rand herum. Wahrscheinlich waren sie Nichtschwimmer.

Der Sommer ist vorbei. Das Freibad ist geschlossen.
Alle fiebern dem nächsten Mai entgegen, denn mit dem
Spätherbststrand kann eigentlich niemand etwas an-
fangen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.11.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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