Heinz Werner

Sturm

Beitrag zur Anthologie "Sturm" zur Internationalen Buchmesse 2020


In der griechischen Mythologie entführte Paris, der Sohn des trojanischen Königs die schöne Helena nach Troja. Im Bauch eines Holzpferdes gelangten griechische Kämpfer in die Stadt, um die Tat zu rächen und Helena zu befreien. 1334/1335 v. Chr. war es ziemlich anstrengend, einen Sturm zu entfachen. Ein klassischer Fall von Intrige und Täuschung. – bereits der Anfang von Fake News? Heutzutage braucht man nur einen Computer und diverse Konten in sozialen Medien, schon lässt sich der größte Shitstorm organisieren. Es bedarf nur weniger oder gar keiner Fakten. Oft genügen raffinierte Lügen oder clever dargebotene Falschmeldungen, um Proteste auszulösen und weltweit „Followers“ zu mobilisieren. Ich finde es erschreckend, wie leicht selbsterklärte Eliten oder andere eingebildete Intellektuelle auf diesen Zug aufspringen und zu lenken sind. Schlimm ist, wie sehr dieser Mainstream und die entfachte Empörung Verantwortungsträger, Politiker und sogar Regierungen beeinflussen und deren Entscheidungen prägen. Bange wird mir, wenn als Option nur noch die Möglichkeit bliebe, „Government by shitstorm“ zu betreiben. Diese Art Sturm braucht kein Mensch.

Es gibt genug Gründe, Sturm zu laufen. Gegen korrupte und nur am Eigeninteresse interessierte Funktionäre und Parteien. Gegen Aushöhlung und Überforderung unseres Staatswesens, gegen immer neue vermeintliche Wohltaten, die andere bezahlen müssen. Gegen Konzerne, die sich schamlos unserer Daten bedienen und unser Verhalten steuern und damit Millionen verdienen. Gegen Politiker, die lebenswichtige Trends und Entwicklungen verschlafen und ihre Entscheidungen als alternativlos darstellen.

Stürme können auch reinigend und klärend, also positiv sein. Aber nur solche, die nicht auf Fake News basieren und unberechtigte Shitstorms auslösen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.11.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Buch von Heinz Werner:

cover

Stream of thoughts: Stories and Memories – for contemplating and for pensive moments (english) von Heinz Werner



Do we know what home is, what does this term mean for modern nomads and cosmopolitans? Where and what exactly is home?
Haven't we all overlooked or misinterpreted signs before? Are we able to let ourselves go during hectic times, do we interpret faces correctly? Presumably, even today we still smile about certain encounters during our travels, somewhere in the world, or we are still dealing with them. Not only is travveling educating, but each travel also shapes our character, opens up our view for other people, cultures and their very unique challenges.
Streams of thoughts describes those very moments - sometimes longer, sometimes only for a short time - that are forcing us to think and letting us backpedal. It is about contemplative moments and situations that we all know.

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