Elke Müller

Amerika...

Sein Name Brad Bates. Aber er ist nicht irgend ein Mann. Es geht etwas von ihm aus, jeder spürt es in seiner Nähe. Als Marshal hatte er gerade ein Jahr hinter sich, in dieser kleinen Rinderstadt und doch schon einen gewissen Ruf erworben. Trotz seines noch jungen Alters galt er als harter Hund, den man nichts vormachen konnte, unbestechlich und ehrgeizig, gefährlich wie eine Klapperschlange. Ja, er ist ein Einzelgänger, zieht gern alleine seine Bahn, sein Blut ist noch heiß, darum geht er einen Kampf nie aus dem Weg. Viele erfahrene Männer haben sich durch den Stern schon Ruhm, Ehre und Ansehen verschafft, aber viele waren dadurch, schon vor ihm, binnen weniger Tage, ausradiert worden.

Nun stand er am Fenster seines kleinen Office mit zwei Zellen im hinteren Teil. Der Nachmittag ist immer noch schwül, aber der Wind nahm an Stärke zu und die ersten Gewitterwolken zogen bereits auf. Er hatte etwas Zeit um den überfälligen ungeliebten Bürokram zu erledigen. Die beiden Männer auf ihren Pferden hatte er längst gesehen. Dies bedeutete sehr häufig Ärger.

Es dauerte auch nicht lange, bis die beiden Reiter ihre Tiere an der Haltestange festmachten und durch die Tür eintraten. Er saß am Schreibtisch über einigen Eintragungen. Er wirkte ernst und angespannt. Brad Bates sah auf, betrachtet die beiden Männer eine Weile von Kopf bis Fuß, wobei eine befangene Stille im Raum herrschte. „ He, ich will keinen Ärger, also wer seit Ihr und was wollt Ihr?“ knurrt Bates schließlich. „ Ich bin Redmon Nielsen und komme ...“ „ Ich habe schon von Ihren Namen gehört,“ unterbricht ihn Brad Bates. „ Du arbeitest bei der Armee trotz dieser ständigen Kommandorufe und fasst immer der gleiche Fraß, aber... hast so manchen Soldaten durch dein eingreifen gerettet. Obwohl der Job bei der Armee keinen Ruhm und keine Ehre bringt!“ Unterdessen er sich eine Zigerrette dreht und anzündet. „ … Bist jemand der nicht aufgibt, oder um Gnade winselt wenn es auf Hart und Hart geht, bewahrst deinen Stolz und bist ein Mann geblieben. “„ Dieser da, ist laut Steckbrief Kevin Perez, gesucht wegen Mithilfe beim Bankraub… eigentlich müsste ich ihn gleich festnehmen und einsperren… Nun, kommen wir zur Sache, was gibt es!“ „ Marschall,“ beginnt Perez, „ jemand beschuldigt mich….

„…. ich war unschuldig, es war alles inzeniert. Bill Brex hat die Bank überfallen und ausgeraubt. Der Kerl ist das reinste Gift für alle. Jemand wollte, das die Bank pleite geht, um selber Besitzer derer zu werden,“ beendete Kevin Perez seinen Bericht. „ Ich habe schon von der Sache gehört,“ sagte der Marschall. „ Ich kenne die Männer, alles Revolvermänner die keine Ehre haben, die jeden Auftrag annehmen und durchführen. Es sind alles Mordbanditen und keine Kämpfer. Sie hinterlassen immer eine deutliche Fährte der Verwüstung. Sein Schurken sind überall.“ „ Trotzdem… bin ich in ihren Augen schuldig, egal was ich sage, auch wenn es der Wahrheit entspricht,“ erwidert Perez. Brad Bates nickt leicht. „ Zum Teufel, ich habe meine Gründe.“ Wie oft hatte er sich geschworen, nicht zu ruhen bis er so manchen Täter gefasst hatte. Leider machte ihm so mancher Sheriff, seine Bemühungen zu Nichte. „ Außerdem habe ich nicht die Vorschriften erfunden.“ „ Die längst, wie so vieles, als Buch vertrocknet und verstaubt im Regal stehen,“ knurrt Redmon.

Ich schwöre, ich war es wirklich nicht! Schon seit etlichen Tagen versuche ich mich zu retten,“ warf grimmig Kevin Perez ein. „ Sie sind nicht der Typ für Small Talk,“ mischte sich Redmon weiter ein. „ Also überspringen wir alles dazwischen und kommen gleich zur Sache. Irgend wann braucht jeder mal Hilfe und Ihr seit derjenige, der herausfinden muss, was das alles zu bedeuten hat.“

Wollen sie mich verscheißern ? Was wollen Sie?“ polterte der Marschall.

Wenn Sie die Täter nicht bald schnappen, wird es weitere Tote geben. Denn sie haben keinen Respekt." „ Tut mir leid, ich muss weiter machen, jede Menge Arbeit wartet auf mich. Auftragsmörder, Schlepper, Dealer oder Waffenhändler arbeiten jetzt schneller und raffinierter. Also Schluß jetzt!“ Wischt sich mit der Hand übers Gesicht. Dann erhob er sich. Er ist groß und sehnig, überragt Redmon um eine halbe Kopfgröße. Sein Blick aus seinen blaugrauen Augen ist hart. „ Ich habe einen Vertrag mit dieser Stadt und ich will keine wilde Stadt! Ihr werdet aber von meinem Deputys unterstüzt,“ schob er zähneknirschend hinterher. In den Augen von Redmon blitzte Wut auf. Dann sagt er. „ Soll das ein Witz sein? Jetzt hören Sie mir mal zu … Die Kette von Verbrechen, mindert nicht unsere Schuld, weil wir versäumt haben, durch unsere Ignoranz und Bequemlichkeit, etwas dagegen zu tun… Jeder von uns hat sein Päckchen zu tragen, aber jeder hat auch eine Chance verdient, oder nicht? Fehler machen wir alle mal im Leben, die Hauptsache ist doch, das man daraus lernt!“ „ Aha,“ sagt Brad Bates und lächelt flüchtig. „ Nun, es gibt es zwei Möglichkeiten… Entweder ist einer von uns beiden verrückt. Oder,… und da lässt sich wohl nichts anderes machen, tragen wir es aus, nach guter alter Sitte. Wenn ich geschlagen werde, dann habt ihr gewonnen.“ „ Gut, es macht mir nicht viel aus zu kämpfen,“ erwiderte Redmon. Sie gehen aus der Tür und zwei Stufen hinunter auf die Straße und sogleich springt Bates blitzschnell vor und schlägt zu. Sein Faust hat große Wucht. Ächzend krümmt sich Redmon zusammen. Doch sein zweiter Schlag trifft ins Leere. Denn Redmon ist auch schnell mit den Fäusten, schlägt zurück und landet einen Treffer voll auf die Kinnspitze von Bates, der in den Staub fällt. Brad fluchte verbissen. „ Nicht schlecht! Dann wollen wir mal.“ Es wird eine ziemlich wilde Prügelei.

Einige Leute haben dies mitbekommen und schreien herum, schnell hat sich eine Menschenmenge um die beiden Kämpfer gebildet und warteten nun der nächsten Geschehnisse ab. Beide kämpfen verzweifelt miteinander. Alles geht sehr schnell. Mitunter sah man nur noch Armen und Fäusten aus einer Staubwolke ragen. Doch dann stehen sie mitten auf der Straße und taumelt noch etwas. Fühlen mit einmal, wie zerschlagen sie sind. Jubel erklang. Die beiden klopfen sich mit ihrem Hut den Staub von der Kleidung und gehen achtlos an der Menge vorbei. Bates betrachtet dabei Redmon von der Seite. „ Hölle, ich muss gestehen, du bist ein ziemlich harter Brocken, mein Freund,“ sagte Brad Bates heißer. „ Hast mich ganz schön verprügelt. Bist ein guter Kämpfer, obwohl es danach gar nicht aussieht… Jetzt muss ich mir erst einmal einen Eimer Wasser über den Kopf schütten um den Staub los zu werden.“ Redmon stöhnt und hinkt ebenfalls zum nächsten Wassertrog. Danach fühlen sie sich besser, gehen langsam zurück zum Office. Dort bekommt Brad Bates schmale Augen. „ Gut, ich gebe euch eine Chance.“

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.11.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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halbwertzeit der liebe von Ditar Kalaja



In meinen Gedichten, schreibe ich mir meine eigene Realität, meine Träume auch wenn sie oft surreal, meistens abstakt wirken. Schreiben bedingt auch meine Sprache, meine Denkmechanismen mein Gefühl für das Jetzt der Zeit.

Ich vernehme mich selbst, ich höre tief in mich rein, bin bei mir, hier und jetzt. Die Sprache ist dabei meine Helfershelferin und Komplizin, wenn es darum geht, mir die Wirklichkeit vom Leib zu halten. Wenn ich mein erzähltes Ich beschreibe, beeinflusse, beschneide, möchte ich begreifen, wissen, welche Ursachen Einflüsse bestimmte Dinge und Menschen auf mein Inneres auf meine Handlung nehmen, wie sie sich integrieren bzw. verworfen werden um mich dennoch im Gleichgewicht halten können.

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