Paul Theobald

Das machen wir schon!

Als wir uns zur Vorbesprechung der Ausstellung „Anwalt ohne Recht“ und der Verlegung von neun Stolpersteinen im Dienstzimmer des Herrn Landgerichtspräsidenten Harald Jenet in Frankenthal (Pfalz) trafen und dieser ausgeführt hatte, was alles zu tun ist, schaute mich der Justizrat und Rechtsanwalt Willibrord Zunker aus Ludwigshafen am Rhein an und sagte zu mir: „Gell, Herr Theobald, das machen wir schon!“ Alle Beteiligten erledigten ihre Aufgaben in vorzüglicher Weise, so dass es würdige Veranstaltungen wurden.
Doch manchmal kommt ein anderes Resultat heraus, wenn gesagt wird: „Das machen wir schon!“ als es gewünscht war.
Ein Vater hatte drei Kinder und er erzählte diesen, dass er mehrere Geschwister hatte, denn von Verhütungsmitteln wusste man nichts und jedes Kind, das auf die Welt kam, wurde als „göttliches Geschenk“ angesehen. „Aber heute ist das anders“ sagte er zu seinen Kindern. „Ihr seid aufgeklärt und wisst, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, um eine Schwangerschaft zu verhüten. Macht das also, wenn es erforderlich ist!“ „Das machen wir schon!“ versprachen der Sohn und die beiden Töchter. Sie waren im Alter zwischen 16 und 20 Jahren und jede/r hatte einen Freund oder eine Freundin. Sie erzählten, wenn sie von ihren Discothekenbesuchen nach Hause gekommen waren, was sie am Wochenende getrieben hatten. Der Vater, aber auch die Mutter sprachen dann: „Denkt daran zu verhüten und du, mein Junge, hast doch bestimmt immer Kondome dabei und auch für die beiden Töchter wäre es ratsam, diese mit sich zu führen. Denkt daran, dass ihr am Beginn eures Berufslebens steht und auch studieren wollt!“ Die Kinder antworteten: „Wir sind keine kleinen Kinder mehr. Warum immer diese Predigt? Das machen wir schon!“ Der Vater entgegnete: „Dann bin ich ja beruhigt!“
Eines Tages saß die Familie zusammen und der Vater sprach: „Der Mama ist aufgefallen, dass ihr in letzter Zeit ziemlich kleinlaut seid. Sonst steht euer Mund nicht still. Was ist los mit euch?“
Der Sohn druckste herum und der Vater sagte: „Sag‘ was los ist!“ So kam heraus, dass seine Freundin im Alter von 16 Jahren schwanger ist und der Sohn sprach: „Es ist passiert, als ich gerade kein Kondom dabei hatte und wir uns darauf verlassen haben, dass „einmal keinmal ist.“ Jetzt war die jüngste Tochter an der Reihe und sie informierte ihre Eltern darüber, dass sie zweifache Großeltern werden, denn sie bekomme Zwillinge. „Das machen wir schon!“ ist in die falsche Richtung ausgeschlagen.
Nun fasste sich die älteste Tochter ein Herz und berichtete, dass sie ihre Eltern noch mehr beglücken wird, „denn die Kinderzahl, die sie bekommen werde, umfasse die Anzahl ihrer beiden Geschwister. Sie werde Mutter von Drillingen“ verkündete sie ihren Eltern stolz.
Schließlich kamen die werdenden Großeltern zum Ergebnis: Was kann man daran ändern, wenn es passiert ist und die Ehefrau sagte zu ihrem Gatten: „Gell, liebes Männle, das machen wir schon! Wir werden uns um den Nachwuchs kümmern.“

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.11.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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