Andreas Rüdig

Totensonntag

Der Totensonntagh wird auch Ewigkeitssonntag genannt. Er ist der letzte Sonntag vor dem 1. Advent und somit der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Es handelt sich dabei um einen Gedenktag für die Verstorbenen.

Meine Mutter
ist ein Wissenskutter
Schule-Bekehrerin
Sex-Lehrerin
dann kam die Busenschwellung
und Ganzkörperentstellung
es war soweit:
die Beine blieben breit
als ich sie begattete
der Herzschlag Einzug hatte
auf dem Friedhof
ist es door
wer bringt mir hier was bei
in dem Knocheneinerlei?
 

Sie gestatten: Adalbert, mein Ehemann. Er vermißt seine Mutter Thusnelda immer noch, obwohl sie schon seit vielen Jahren verstorben ist. Sie sei eine tolle (Haus-)Lehrerin gewesen und habe ihm viel beigebracht. Sie habe ihm insbesondere die Scheu vor der Damenwelt genommen...

Adalbert ist ein regelmäßiger Friedhofsgänger. Zuerst nur einmal im Jahr, jeweils am Totensonntag, dann regelmäßig am Sonntag und jetzt, da er alt ist, fast schon täglich. Haben anfangs Grabstein und Windlicht gereicht, ist inzwischen ein kleines Mausoleum dazugekommen.

"Was soll das? Feierst da da Gelage mit den Toten?" habe ich ihn eines Tages gefragt. "Nein, ich habe Sex mit einem Skelett aus Gummi," kam schlagfertig die Antwort. Zutrauen würde ich es ihm ja, so sehr wie er seine Mutter gliebt hat.

Wie wichtig ist Ihnen, liebe Leser, der Totensonntag? Gibt es bei Ihnen bestimmte Rituale dafür, z. B. einen Kranz niederlegen am Grabe? Erzählen Sie mir doch bitte davon.

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