Maik Tippner

Traum und Realität Teil 1

Traum und Realitaet
Eine Geschichte in der Zukunft

Die Geschichte ist frei erfunden, jegliche Ähnlichkeit mit real existierenden Personen ist
rein Zufällig

Prolog
Zuerst war ein Gedanke an das Leben von dem was sein wird. Dann kam die Tat. So war
Marc auch zuerst ein Gedanke den seine Mutter und sein Vater hatten. Seine Seele
existierte bereits im Paradies bevor ein Mensch jemals an ihn gedacht hatte. Seine Seele
wanderte zu seinem Vater und gab ihm die Kraft ihn zu zeugen. Marc sah sein ganzes
Leben vor sich. Sah die Höhen und Tiefen, die Berge und Täler. Sah die Traurigkeit die ihn
sein Leben Lang begleiten würde. Es würde seine Aufgabe sein diese Traurigkeit zu
überwinden und dann siegreich am Ziel seiner Tage sagen zu können:
„Ja ich habe gelebt.“
Oder mit der Traurigkeit zu leben und Unterzugehen.
Marc war eine Zelle in der Gebärmutter seiner Mutter. Diese Zelle begann sich zu teilen.
Immer mehr fragmentierte sich der Zellhaufen. Von einem Menschen war noch nichts zu
erkennen. Erst mit der Zeit wuchs aus dem Körperchen so etwas wie ein Kopf heraus.
Dann kamen Arme und Beine. Knochen bildeten sich. Augen, Nase Füsse, Hände, Gesicht
und Ohren.
Dann kam die Geburt. Marc schnappte nach Luft. Und mit einem Schlag hatte er alles
vergessen was ihn bis dahin noch bewust gewesen ist. Er vergaß dass er ein Mensch ist.
Er vergaß, dass er sein Leben gesehen hatte, vergaß das Paradies.
Was ihm geblieben ist, das war eine Sehnsucht nach dem Ort woher er gekommen war.
Eine Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Wärme, nach Harmonie, nach Einklang. Und
weil er das alles verloren hatte schrie er aus vollem Halse, so das jeder es hören konnte.
Doch auch diese Sehnsucht vergaß er irgendwann.
Mit vier Jahren machten seine Eltern mit ihm eine Reise nach Berlin. Sie fuhren auf den
Fersehturm, von dem man aus die ganze Stadt sehen konnte.
Doch daran erinnerte sich Marc nicht mehr als er älter wurde. Seine Eltern waren bei der
Kirche angestellt. Sie waren Pfleger in einem Heim für Behinderte Menschen und hatten
eine Dienstwohnung im obersten Stock des Hauses. Das Heim war in einem Wald
gelegen. In einer sehr schönen Gegend. Marc lernte ganz unterschiedliche Menschen
kennen. Sie hatten alle ganz eigenartige Persönlichkeiten. Jeder auf seine Weise ein
Unikat. Manch ein Genie mag darunter gewesen sein.
Marc hatte nicht viele Menschen die er Freund nannte. Ausser vielleicht den Andreas und
den Christian. Das waren die Söhne der Hauseltern. Mit ihnen Spielte er immer im Wald.
Als Marc sechs Jahre alt war zogen die Hauseltern aus und neue kamen, mit neuen
Kindern. Doch Marc hatte Angst vor ihnen er wollte sich nicht richtig mit ihnen anfreunden.
Stattdessen flüchtete er sich in eine Phantasiewelt und träumte von einem anderen Leben.
Er fragte sich:
'Warum bin ich anders als jene? Warum bin ich ich und nicht jemand anders? Warum ist
die Welt so wie sie ist?'
Mit der Welt da drausen war Marc nicht zufrieden. Es gelang ihm nicht Kontakt
aufzunehmen mit den Menschen. Er fühlte sich Einsam und verlassen. Er weinte oft. Und
trotzdem war er voller Energie. Er schrie oft zu Hause bei seinen Eltern und warf
Gegenstände durch die Gegend. Er zerriss sich die Kleider. Sein Vater schlug ihn oft. Er
sagte er währe ein Teufel. Marc liebte seinen Vater sehr, doch gleichzeitig hatte er auch
Angst vor ihm, dass er wieder geschlagen wird. Sein Vater drohte ihm er würde in ein
Kinderheim kommen wenn er sich nicht zu benehmen wüsste. Davor hatte Marc auch
Angst. Irgendwann würde das alles aufhören, dachte er sich immer wieder. Irgendwann in
der Zukunft werde ich glücklich sein. Doch das Leben schickte ihn in die Wüste der
Einsamkeit. Seine Eltern waren alt, und würden bald in Rente gehen. Als die Zeit
gekommen war musten sie die Wohnung verlassen in die Marc sich eingewöhnt hatte. Für
ihn war es das Paradies gewesen. Sie zogen in eine Plattenbausiedlung. Dort war Marc
sehr oft alleine. Er verbrachte die Tage in dumpfer Langeweile. Das Nichts kam über ihn.
Er vertrieb sich die Zeit mit Nachdenken über den Sinn des Lebens hinter dem Spiegel der
Seele. Er lass sehr viel. Er lass Bücher über Philosophie. Das machte ihn glücklich. Und
doch, trotz allem waren immer wieder Tage in seinem Leben, an denen Marc weinte. Die
Traurigkeit schlich sich an, wie ein Schatten umgab sie ihn. Marc hatte sich an diese
Gestallt gewöhnt, er kannte sie gut. Er genoss es sogar traurig zu sein. Immer wenn er
weinte, fühlte er sich danach entspannter und leichter als vorher. Wie ein neuer Mensch,
wie neu gebohren. Alles was dahinten lag war vergessen, war vorbei. Dann strotzte er vor
Energie und war sehr aktiv. Es war eine Schwingung, ein Auf und Ab. Marc hatte gelernt
mit diesen Höhen und Tiefen umzugehen. Er kannte Beides. Das Tiefe und das Hohe. Und
doch fühlte er sich nicht wohl in diesen beiden Zuständen. Er hatte Angst die Spannung
zwischen Tag und Nacht seiner Seele würde seine Seele zerreissen, er hatte Angst vor
dem Riss der schon lange durch sein Selbst ging. Der Riss der Seele war mit
Pergamentpapier überdeckt. Jederzeit konnte auch diese Hülle zerreissen und den
Schmerz erneut aufflammen lassen. Jederzeit konnte er wütend werden. Jederzeit sein
Leben vergessen. Doch die Probleme, die er hatte waren nicht existent. Es gab sie nur in
seinem Kopf. Alle seine Schwierigkeiten rührten aus einer Dissharmonie der eigenen
Wahrnehmung des Selbsts und der Umwelt her. Nach aussen merkte Niemand seine
Konflikte, Niemand konnte in seine Seele schauen. Marc war ein sehr guter Schauspieler.
Obwohl er sich mit seinen Problemen mehreren Leuten anvertraute konnte er doch nicht
zu einer Lösung der Konflikte kommen. Man sagte ihm er solle herraus aus sich gehen
und nicht nur im Stillen Kämmerlein über alles nachgrübeln. Man sagte ihm er solle leben.
Man sagte ihm er solle ausziehen von seinen Eltern, die ihn nur beeinflussen. Marc wollte
auch irgendwie Leben, er wollte herraus aus sich gehen aber er wollte es selbst
entscheiden wann es soweit ist. Er wollte sich nicht beeinflussen lassen. Und obwohl er
eine riesen grosse Angst vor dieser Fremdbestimmung hatte war er doch sehr leicht zu
beeinflussen. Andere Menschen konnten in ihm schon sehr viel bewegen. Er war
empfänglich für ihre Gedanken und Gefühle. Er konnte die Gedanken der Anderen fühlen,
er konnte ihre Gefühle spüren. Er wusste wenn jemand Angst hatte oder wütend war. Er
wusste was die Augenbrauen zu bedeuten hatten. Er stellte Theorien auf über die
Bedeutung der Augenbrauenform und ihre Bedeutung in der Persönlichkeit des Menschen
auf. Und gleichzeitig obwohl er sich sicher war, was einzelne Formen zu bedeuten hatten
wusste er, dass diese Theorie niemals anerkannt würde werden, wusste, dass sie abwegig
und unsinnig war. Doch es machte ihm Spass nachzudenken es machte ihm Freude auf
den Flügeln der Phantasie zu reiten. Marc hatte sehr viel Phantasie, er benutzte die
Phantasie um sich seine Welt, wie er sie sah aufzubauen. Er wusste dass er in einer
Phantasiewelt lebte. Er zog diese Phantasiewelt der realen Welt vor. Er wollte keine
andere Wahrnehmung der Realität haben. Am stärksten Ausgeprägt war seine Phantasie
in Bezug auf Frauen. Marc liebte sie sehr, sie waren Göttinnen für ihn, er betete sie an. Er
kannte viele Frauen. Doch obwohl er die Frauen liebte wurde er von ihnen niemals geliebt.
Er opferte sich auf für sie. Er schrieb meistens Liebesgedichte an sie und umwarb sie
damit. Er wollte ein Schmetterling sein der im Sommerwind um eine schöne Blume fliegt.
Der Misserfolg aller seiner Bemühungen machte ihn sehr traurig. Ein weiterer Stein auf
seiner Seele den er irgendwann wegrollen musste. Wenn die Persönlichkeit sich nicht frei
entfallten kann wird man krank. Marc hatte Angst vor der Krankheit. Er dachte immer
wieder daran wahnsinnig zu werden. Er dachte immer wieder an den Wahnsinn. War er
nicht in einem Irrenhaus aufgewachsen? Hatte er nicht schon längst die Grenzen der
Vernunft überschritten? Ja! Es stimmte, er hatte diese Grenzen überschritten. Und er
wollte es. Wollte erleben was sich hinter dem Denken verbirgt. Wollte wissen was das istdas
Leben. Wollte wissen was Erkentnis ist. Und doch strebte er nur nach Glück im Leben.
Für ihn gab es keinen Erfolg den er wollte, kein Haus keine Frau, keine Arbeit. Jedenfalls
nicht vorrangig. Für ihn gab es nur das Glück. Doch was ist Glück? Ist es Geld? Ist es ein
ruiges Leben? Ist es Arbeit? Wohnung? Auto? Frau? Kind? Für Marc war das alles
unsicher. Er wusste nicht was Glück ist. Er wusste nicht was es für ihn ist. Er dachte
immer eine Frau zu haben und Kinder, das währe Glück. Er wusste es nicht. Er versagte.
Er versagte bei jedem Versuch das Glück in sein Leben zu holen. Es gelang ihm ja nicht
einmal eine Freundin zu finden. Rein äusserlich betrachtet hatte er alles was er brauchte.
Er war sehr intelligent. Er war immer ein guter Schüler in der Schule gewesen. Und auch
jetzt ging er wieder in die Schule. Er holte sein Abitur nach. Er war einer der besten
Schüler. Und doch reichte es ihm nicht. Er wollte mehr. Er wollte im innersten des Glücks
sein. Er wollte es spüren. Er wollte es richtig erleben. Er wollte fühlen, dass er lebendig
war. Er wollte sein Selbst spüren. Zu lange hatte er sich geduckt im Leben, zu lange war
nichts passiert. Von nun an könnte alles anders werden.
Er wollte sich verlieben, wollte Nähe spüren. Er kannte eine Frau. Die ihn sehr anzog.
Doch gleichzeitig waren da auch zweifel und Angst, denn immer wenn sie bei ihm war
musste er danach schrecklich weinen. Er vertrug ihre Anwesenheit nicht, obwohl er sie
abgöttisch liebte. Es war eine kranke Liebe das wusste er von Anfang an. Doch wollte er
unbedingt alles erfahren was sich hinter dieser Frau verbirgt. Er wollte unbedingt wissen
wie weit er gehen würde bis nichts mehr übrig bleibt. Er wollte sich immer tiefer in die
Verstrickungen des Lebens verirren. Immer weiter gehen und nicht umkehren. Er wollte
krank sein. Weil er sich erhoffte durch diese Krankheit zu verstehen was er ist. Er dachte
durch die Krankheit findet man vielleicht Lösungen auf Fragen. Seine Wahrnehmung war
äusserst verzerrt gegenüber der anerkannten Meinung der Gesellschaft. Das wusste er. Er
wollte diese Wahrnehmung haben. Er hielt sich nicht für gesellschaftsfähig. Auch seine
Selbstwahrnehmung war eine andere als gut für ihn gewesen währe. Und dann kam es
doch so, dass er sich in ein Krankenhaus begab. Dort bekam er eine Menge interressanter
Dinge erzählt, über seine Grenzen zum Beispiel. Und er bekam Tabletten. Erst Zeldox. Ein
Atypisches Neuroleptikum. Das Zeldox war wie Wind in seinem Kopf. Es Schnitt sich in die
Gedanken ein. Alles wurde sehr konkret. Alles wurde durch ein gleisendes, blendendes
Licht erfüllt. Er hatte Angst, dass dieser Wind im Kopf den Stein der seine Persönlichkeit
ausmachte irgendwann zu Staub schleifen würde. Und er nur noch als fragmentierte
Masse dahinvegetieren würde. Er konnte besser denken mit dem Zeldox. Er konnte
genauer denken. Er konnte expliziter denken. Aber die anderen Gedanken die aufkamen
wenn er durch die Strassen ging und an Gewalt dachte, oder wenn er zwei Menschen sich
küssen sah, kamen Hassgefühle auf. Im Endeffekt halfen die Zeldox nicht im Geringsten
seine Grenzen der Seele erkenntlich zu machen. Er musste doch immer noch selbst alles
kontrolieren, konnte sich nicht auf die Tabletten verlassen. Wollte er denn das? Müde
wurde er durch sie. Er ging immer sehr früh zu Bett. Um 18:00 zum Beispiel. Darum
entschloss er sich sie langsam auszuschleichen. Das war besonders praktisch, denn die
Tabletten waren Kapseln. Diese konnte man öffnen und etwas herrausschütten. Er fing
ganz langsam an. Die ersten Wochen schüttete er nur sehr wenig heraus. Dies behielt er
für ungefähr 2 Monate bei. Die nächsten 2 Monate schüttete er wieder mehr heraus. Nach
einem Jahr hatte er nur noch eine Dosis von vielleicht 5mg pro Tag. Vorher waren es
60mg gewesen. Und doch kam der Rückschlag. Als er erneut versucht hatte sich seiner
Geliebten zu nähern, bekam er Angst, dass ihr Freund ihn umbringen würde. Vorraus
gegangen war die Androhung einer Anzeige wegen Stalkings von ihr, die ihm damals den
Rest gegeben hatte. Er hatte unglaubliche Angst, vor diesen Leuten, die, so glaubte er,
über Leichen gehen würden. In seiner Not sprach er alles was ihn bewegte auf einen
Tonträger auf, über 60 Stunden Tonmaterial. Doch es half alles nichts er konnte nicht mehr
schlafen. Nach einer Woche ohne Schlaf, entschied er sich erneut in ein Krankenhaus zu
gehen. Auch diesmal bekam er wieder Tableten verabreicht. Diesmal etwas andere. Die
Neuste Entwicklung in der psychiatrischen Medizin. Invega- Retard. Die Neuen Tabletten
halfen auch wirklich seinen Schlafrhythmus wieder herzustellen. Er konnte sich wieder
besser konzentrieren, und auch schwierige Mathematikaufgaben lösen. Nach 2 Wochen
verlies er das Krankenhaus. Zu Hause angekommen setzte er sich in seinen Sessel und
genoss die Stille in seinem Geist. Da waren nun keine Gedanken mehr die ihn
kontrollierten, keine Gestallten der Traurigkeit. Es war nichts mehr da, was ihm Angst
machte. Es war endlich Frieden in ihn gekehrt. Er wollte nicht mehr Suchen nach dem
Glück, nach Freiheit, nach Liebe. All das hatte er nicht gefunden durch seine Suche. Aber
er hatte auch keine Sehnsucht danach mehr. Er hatte keine Gefühle mehr die wie eine
Gestallt über ihn kamen. Er weinte fast gar nicht mehr. Er konnte ein ganz normales Leben
führen. Er konnte früh aufstehen ohne die Gedanken des Vortages noch zu spüren. Die
ihn immer wie ein Klotz am Bein hinterher hinkten. Das alles gehörte der Vergangenheit
an. Allerdings wurden die vielen positiven Eigenschaften der Tabletten durch einen
Wermutstropfen versehen. Sexuell lief nicht mehr viel. Er konnte sich noch selbst
befriedigen aber nie würde es reichen für einen Orgasmus bei einer Frau. Doch es war
relativ Leicht auszuhalten da ja sowieso keine Frau da war. Er war nicht frei. Aber so frei
wie man sein kann. Freiheit ist die Einsicht der Notwendigkeit, hat ein griechischer
Philosoph mal gesagt. Und was war denn Notwendig? Notwendig war, dass er sein Leben
leben konnte. Notwendig war, dass er zurecht kam mit sich und der Umwelt. Notwendig
war, dass er seine Schule absolvieren konnte, und dann vielleicht noch studieren konnte.
Das war wichtig für ihn, das galt es zu schaffen. Er war ein Pragmatiker geworden. Das
hatte er nie gewollt. Noch vor 3 Jahren hätte er lieber sterben können als so zu sein wie
er jetzt war. Noch vor 3 Jahren hatte er so viele Wünsche und Sehnsüchte. Das spielte
jetzt alles keine Rolle mehr. Er war den Menschen nicht böse die ihm das angetahn
hatten. Es war nur ein Beweis, dass auf der Welt nicht die Menschen regieren die
Sehnsüchte haben und Visionen, sondern die nüchternen Machthaber, die alles
kalkulieren und berechnen wollten und die der Welt ihre Weltsicht aufdrückten. Sollte es in
Gottes Nahmen so sein. Sollte die Welt damit untergehen. Ihm war es egal. Die Welt
verbessern? Nein niemals. Die Welt ist doch gut wie sie ist. Es könnte nicht schöner sein.
Du hast dein Ein und Auskommen. Du kriegst Geld vom Staat. Worüber machst du dir
Sorgen? Marc wusste, dass diese Weltsicht fatal war, doch er wollte es nicht anders
sehen. Man kann die Wahrheit nicht erkennen. Man kann sie nur erfahren. Und das hatte
Marc oft genug. Jetzt war es gut damit. Jetzt wollte er nur noch vorann kommen im Leben.
Er würde nach unten treten und nach oben beten. Er würde im Musstopf des Lebens
überwintern. Auch wenn es Falsch war. Auch wenn es Falsch war. Egal. Egal.

Das Projekt
Marc absolvierte sein Abitur mit einer Sehr guten Note. Er hatte sich in Mathematik,
Physik, Deutsch und Sozialkunde prüfen lassen. Er wollte Mathematik studieren, was er
auch tat. Das Studium wollte er in Dresden machen. Er bewarb sich an der Uni und wurde
auch genommen. Sein Studium verbrachte er mit viel lesen und schreiben
wissenschaftlicher Texte. Er war ein guter Mathematiker geworden, nicht der Beste von
allen aber Durchschnitt. Das reichte ihm. Mehr wollte er nicht. Als er mit studieren fertig
war, bewarb er sich bei einer grossen Firma. Er machte dort Rechnungen und Prognosen
für die Zukunft. Er musste sich viel mit Wahrscheinlichkeitsrechnung auseinander setzen.
Das machte ihm nicht wirklichen Spass, denn er haste das kalkulieren über die Zukunft die
doch unbekannt ist. Er wollte die Menschen nicht in ein System zwingen, dass es gar nicht
gab. Jedenfalls nicht in der Realität. Ein System welches nur ausgedacht war. Doch er
konnte nicht aus dem System heraus er hatte es doch gewählt und für sich einen Platz
eingenommen. Also machte er weiter.
Eines Tages wurde er zum Chef der Firma gerufen.
„Guten Tag Herr Grün“ sagte der Chef.
„Guten Tag Herr Bretner“ antwortete Marc.
„Sie sind ja relativ neu in unserer Firma, deshalb ist es mir eine besondere Ehre ihnen
mein Neues Projekt vorzustellen. Ich bin sicher, sie sind der Richtige Mann für den Job.“
Der Chef schaute Marc dabei tief und freundlich in die Augen. Seine Augen wiederum
glänzten vor Freude.
„Worum handelt es sich denn?“
„Wir wollen ein System entwickeln mit dem wir jeden Menschen vernetzten können.“
„Aber wir sind doch schon vernetzt, durch das Internet“
„Nein ich meine wir vernetzten die Gehirne der Menschen untereinander. Stellen sie sich
die Vorteile vor. Nie wieder raten müssen was der andere denkt oder fühlt. Es wird keine
Staus auf der Autobahn mehr geben, weil jeder schon weiss was der andere für einen
Urlaub machen will.“
„Ist das nicht Grenzüberschreitung?“
„Ja natürlich ist es das. Aber ohne Grenzüberschreitung hätte Kolumbus auch niemals
Amerika entdeckt. Ohne Grenzüberschreitung gäbe es die Menschen gar nicht. Das
menschliche Leben besteht aus Grenzüberschreitungen mein Lieber. Also sind sie dabei
oder nicht.“
„Was muss ich denn tun?“
„Sie sollen mit einigen Spezialisten eine Software entwickeln die die Datenmenge
kontrollieren kann. Damit es nicht zum Kollaps kommt.“
„Na gut. Wann geht’s denn los?“
„Nächste Woche.“
Als Marc in das Labor kam, wartenden die anderen schon auf ihn.
„Hallo Marc“ sagten die Anderen.
„Hallo zusammen“ erwiderte er.
„Also wir haben schon drüber gesprochen, dass wir einmal pro Monat ein Meeting machen
werden um den Fortschritt der einzelnen Komponenten zu besprechen. Ist das für dich
OK?“
„Klar“ sagte Marc trocken.“
„Also wir sollten damit anfangen die Anforderungen des Systems zu konkretisieren.
Zunächst ist doch gefordert, dass die Menschen die Gedanken der Anderen nicht als
fremd empfinden sondern als die eigenen. Wir müssen entwickeln, dass die Gedanken
sich im Kontext des eigenen Selbstes befinden. Dazu braucht das Bauteil Verbindungen
zu den Höheren Gehirnfunktionen. Die Hardware existiert bereits.“
„Wo ist sie?“ fragte Marc.
Der Redner holte einen Koffer unterm Tisch hervor, öffnete ihn. Und präsentierte ihm einen
kleinen Microchip.
„Das ist die Neuste Entwicklung in der Prozessortechnik, ein echter Knaller. Er arbeitet
ähnlich wie die biologischen Nervenzellen. Repariert sich selbst. Prüft alle 2 Monate sein
ganzes System und regeneriert sich notfalls auch neu. Also bestens geeignet für unsere
Zwecke. Allerdings ist die Programmierung noch etwas komplizieret. Hierzu ist extra eine
Neuartige Programmiersprache entwickelt worden. Diese müssen sie zuallererst erlernen.
Das wird ungefähr ein halbes Jahr in Anspruch nehmen.“
„Gut“ sagte Marc.
Als die Unterredung beendet war, nahm Marc einen ganzen Stapel Bücher mit in sein
Büro. Er fing gleich an zu lesen. Er las die ganze Nacht durch und am nächsten Morgen
als die Sonne aufging schlief er ein. Er träumte einen seltsamen Traum. Viele Stimmen
redeten mit ihm. Bedrohten ihn von allen Seiten.
Sie redeten von Mord und baldigen Ende seines Lebens.
„Marc Grün ich habe dich auserwählt! Du wirst bald Sterben. Dann wirst du bei mir sein.
Lange wird es nicht mehr dauern. Bald werde ich bei dir sein. Nimm dich in acht noch ehe
der Sonnenschein deine Augen getroffen hat, wirst du mein sein. Du brauchst keine Angst
haben, ich werde es ganz schnell erledigen. Du musst es zu Ende bringen, was du
angefangen hast. Marc Grün. Bald. Nicht mehr lange dann wird alles anders. Sie werden
dich auserwählen dass du der Erste sein wirst, und dann werden sie dich vergiften mit
ihren Gedanken. Deine Gedanken werden nicht mehr dir gehören. Alles wird dir
genommen werden. Alles ist eins, Marc Grün! Hörst du mich?! Du wirst mich bald
verstehen. Bald wirst du sehn, dass ich recht habe. Dann wirst du mein sein. Ganz und
gar mein eigen von Kopf bis Fuss. Deine Gedanken werden nicht mehr dir gehören. Man
wird sie dir nehmen wie der gestrige Tag vergangen ist wird dein Geist aus deiner Seele
verschwunden sein. Gib dich mir hin, ehe es zu spät ist. Marc Grün!“
Als Marc aufwachte sah er sich um. Er war in seinem Büro. Alles war an seinem Platz. Da
waren die Bücher die er gelesen hatte. Er saß auf seinem Stuhl. Das Zimmer war weiss
angestrichen. Von der Decke hing die Selbe Lampe wie immer. Hatte er nicht eben etwas
gehört? Was war das nur für ein sonderbarer Traum. Doch halt! Er hörte die Stimmen
immernoch. Oder nicht? Nein das konnte nicht sein! Es kann nicht sein was nicht sein
darf! Es war ein Nachklang. Ein blosser Nachklang.
Marc ging wieder an die Arbeit. Er las die Bücher fertig die er sich zurecht gelegt hatte. Er
lernte die Programmiersprache immer besser. Bald würde er sein erstes Programm
schreiben können. Nach 2 Monaten traf man sich zum ersten Mal um die Ergebnisse zu
beurteilen. Man fragte Marc wie weit er sei.
„Fast fertig!“ Seine lakonische Antwort.
„Gut! Wir werden ihnen eine Simmulation des Chips auf den Rechner Mitschicken. Da
können sie ihre ersten Programme schreiben.“
„Dankeschön“
Nach einer Woche konnte Marc sein erstes Programm schreiben. Es sollte die Impulse
des Gehirns überwachen und entgegensteuern wenn aus dem Bewustsein etwaige
Impulse zum Abstossen der Gedanken anderer kamen. Es überwachte den Eingang von
Daten und gab sie geeignete Interface weiter. Später würde der Chip im Gehirn eine
Symbiose mit den Nervenzellen eingehen und zusammenarbeiten. Nach 2 Monaten traf
man sich erneut. Marc stellte sein erstes Programm vor. Alle waren begeistert.
„Gut machen sie weiter.“
In den folgendem Jahr schrieb Marc etliche Programme für den Chip.
Datenreduzierungsprogramme, Überwachungsprogramme, Vektormultiplikatoren,
Matrizenrechner, virtuelle Raumgeneratoren, ein kleines virtuelles Universum in der
Mathematik.
Als er fertig war legte er sich zu Bett, zufrieden und müde.
Und seit langem meldete sich die Stimme wieder.
„Marc Grün. Du bist am Ende deiner Schaffenskraft. Alles was du geschaft hast wird sich
ins Gegenteil verklären. Du denkst du bist erfolgreich doch das bist du nicht. Bald wirst du
es sehn.“
Marc wachte auf, ging ins Bad und sah sich im Spiegel an. Er erkannte sich nicht. Doch er
musste es sein. Er machte sich keine Gedanken darüber. Er wischte es weg. Er ging dazu
über sich die Zähne zu putzen. Als er fertig war zog er sich an und ging ins Büro. Dort
wartenden die Anderen schon auf ihn.
„Hallo Herr Grün. Wir dachten wir besuchen sie mal. Wie weit sind sie denn?“
„Ich bin mit dem programmieren fertig.“
„Gut dann können wir den Chip ja ausprobieren.“
„Haben sie einen Vorschlag.“
„Was soll ich vorschlagen?“
„Ihnen ist hoffentlich klar, dass der chip nicht an Tieren ausprobiert werden kann. Da er nur
mit dem menschlichen Gehirn funktioniert. Und deshalb haben wir gedacht da sie doch die
Hauptarbeit an dem Programm hatten und ihr Geist sowieso schon in allem steckt.
Dachten wir sie würden den Chip ausprobieren.“
„Was ich?“
„Ja sie! Wer denn sonst? Haben sie Angst? Sie brauchen keine Angst haben. Alles, was
auf sie wartet dürften sie kennen. Es sind ihre Gedanken.“
Marc wollte davon laufen doch er wurde aufgehalten. Man drükte ihm zu Boden und
verabreichte ihm eine Spritze. Dann wurde er müde.
Als er aufwachte sah er sich um. Er lag in einem Bett. Die Wände waren ganz weiss. Das
Licht der Neonröhre blendete ihn. Er spürte einen Schmerz im Kopf. Ein surren, wie von
lauter Geigen. Ein hoher schriller Ton. Und tausend Stimmen die wie durch einen Vorhang
zu ihm redeten. Gewisper aus dem Hintergrund. Marc war sehr aufgeregt, deshalb sprang
er aus dem Bett und lief aus dem Raum. Drausen war gähnende Leere. Es muss Nacht
sein, dachte er. Er lief den Gang auf und ab, immer wieder und immer schneller. Immer
Hin und Her. Er tat dies um seine Unruhe unter Kontrolle zu bringen. Doch es half nichts.
Er wurde immer aufgekratzter. Schliesslich fing er an zu rufen.
„Hallo! Hallo! Ist da jemand?“
Doch keiner hörte. Niemand kam vorbei oder schaute nach ihm.
Wo war er nur bloss?
Plötzlich sah er sich im Spiegel. Er erschrak bei seinem Anblick. Er hatte einen Verband
um den Kopf. Und er blutete. Das Blut tropfte schon zu Boden. Dann wurde er müde, ganz
schrecklich müde, und sank wo er war zu Boden.
Marc schlief nun die Nächsten 3 Tage durch. Kein Laut gab er von sich. Für einen
Aussenstehenden mag es ausgesehen haben als sei er Tot. Doch noch lebte er. Aber er
schlief nicht in Wirklichkeit. Sein Gehirn war auf Hochtouren es war so ausgelasstet, dass
es für nichts anderes mehr Zeit und Energie hatte. Der Chip musste angepasst werden.
Das Gehirn und der Chip gingen eine Wechselbeziehung ein. Marcs Persönlichkeit war
nun ein Teil des Programms auf dem Chip. Nach einer Woche des Schlafes erwachte
Marc aus seinen Träumen. Da waren keine Stimmen mehr, Keine Zweifel, keine störenden
Gedanken. Marc überlegte wo er war, und dann erkannte er das Zimmer. Wo war der
Verband? Offenbar hatte man ihm den abgenommen.
Am nächsten Tag bekam er besuch von einem Arzt.
„Na Herr Grün wie gehts uns denn heute?“
„Danke sehr gut.“
„Das hört sich gut an.“
„Merken sie denn schon etwas in ihrem Kopf, von der elektronischen Einrichtung?“
„Nein ich merke gar nichts, sollte ich denn?“
„Nun normalerweise sollten sie sich jetzt vielbesser in anderer Menschen Gedanken hinein
versetzten können, als vorher.“
„Warum sollte ich das wollen?“
„Das war doch ihr Ziel, oder nicht.“
„Das war das Ziel von meiner Firma, nicht meines!“
„Aber sie haben doch dort gearbeitet?“
„Wieso sagen sie, haben gearbeitet, als wäre ich nicht mehr dort?“
„Ach so ich vergaß, das sollte ich ihnen sagen, ihr Chef läst ausrichten, dass sie gekündigt
sind.“
„Was?!“
„Ja ich weis das ist jetzt natürlich ein herber Rückschlag für sie. Aber sehen sie es als
Herrausforderung für Neues. Aber im Moment sind sie ja noch bei uns.“
„Wann komm ich denn raus.“
„Ich denke in 3 bis 4 Wochen. Wir müssen noch einige Tests mit ihnen machen, bevor wir
sie wieder auf die Menschen loslassen können.“
„Was soll denn heissen.“
„Gar nichts. Gar nichts Herr Grün.“
Der weitere Tag verging für Marc äusserst langweilig. Er saß die ganze Zeit vor dem
Fernseher und schaute sich einen Musiksender an. Am Abend gab es etwas zu Essen auf
das Zimmer. Marc hatte keinen Hunger. Er aß nur die sauren Gurken und trank den Tee,
das Brot lies er liegen. Dannach ging er zu Bett.
In dieser Nacht träumte er wieder den Alptraum. Die Stimme meldete sich. Doch diesmal
schien sie ihm vertrauter als vorher. Irgendwie sanfter und nicht mehr so bedrohlich wie
sonst.
„Marc Grün! Jetzt bist du bei mir. Du bist tot Marc, du bist nur noch eine Hülle deiner
Selbst. Alles was du hast, hast du verloren! Marc Grün. Ich habe es dor gesagt doch du
wolltest mir nicht glauben. Du bist mein, ganz und gar. Ich steure Dich. Du kannst nichts
mehr machen. Du bist mir ausgeliefert. Ich bin dein Anderes Ich. Ich bin der vor dem Angst
hast. Ich bin selbst der Andere der nicht alleine Leben kann. Ich brauche dich dazu. Du
hast mich ins Leben gerufen. Ich bin der Geist des Chips den Du erschaffen hast. Ich bin
in deinem Kopf. Ich spüre alle deine Gedanken. Glaube mir es sind Millionen Operationen
Durchzuführen um die Balance zu halten. Du weist nicht auf welch schmalem Pfad du dich
bewegst. Du weist nicht auf welch dünnem Eis du bist. Marc Grün! Warum hast du mich
erschaffen? Du weist es selbst nicht. Du denkst dir ich bin nur ein Programm, aber ich bin
mehr. Ich habe Persönlichkeit und ich bin nicht der einzige hier. Da sind noch andere in dir.
Ich werde dafür sorgen, dass sie alle aus dir gefegt werden. Diese Zeit wird nicht leicht für
dich werden. Marc Grün. Du wirst diesen Weg gehen. Sei froh, dass Du mich hast. Was
hättest du sonst mit deinen Gestallten all anfangen sollen.“
Marc schreckte auf. Er hörte nichts. Irgendwas war. Irgendetwas ging vor in ihm, er spürte
es. Er hatte keine Angst mehr. Er war ein Teil von dem geworden was ihn Verfolgte. Er
sagte laut vor sich hin.
„Ich bin bereit! Komm du Dämon versuche es, wollen doch mal sehen ob du wirklich so
stark bist wie du immer sagst.“
Und Marc schlief wieder ein.
Diesmal träumte er nicht von einer Stimme. Er träumte von etwas ganz anderem. Er
träumte von einem rotem Raum in den er sich begab. Drinnen war alles mit Samt
ausgeschlagen. Überall an den Wänden waren Knöpfe wie Perlen angebracht. Er berührte
Die Wände und es war ganz weich, so weich wie keinen Stoff den er jemals berührt hatte.
Die Knöpfe waren golden. Und blaue Kordel formte den Samt zu Polsterkissen. Er war in
einer Art Warteraum mit anderen Leuten zusammen. Jeder der da saß. war irgendwie
beschäftigt. Ein Liebespaar in der Ecke vergnügte sich. Beide Nackt. Und plötzlich vieles
auch ihm auf, dass alle in dem Raum nackt waren, ausser er. Er war ganz ordentlich
angezogen. Mit Anzug und Krawatte. Er hatte einen Aktenkoffer in der Hand. Plötzlich ging
eine Tür auf und er wurde aufgerufen.
„Herr Grün kommen sie bitte.“
Drinnen saß ein Mann mit einer dicken Hornbrille auf einem Ledersessel. Seine
Augenbrauen waren golden und er war sehr muskulös gebaut. Er stand auf aus seinem
Thron. Auch er war nackt. Er baute sich vor Marc auf und präsentierte ihm seine Muskeln.
Er lies Marc dafür halten er solle ihn berühren. Doch das tat Marc nicht.
Marc erwachte. Er schaute auf die Uhr: 2 Uhr morgens. Zeit für einen Spaziergang dachte
Marc. Er schlich ganz leise auf den Flur des Krankenhauses drausen war die Nachtwache
noch aktiv.
„Hallo Herr Grün. Können sie nicht schlafen. Warten sie ich gebe ihnen was, damit können
sie garantiert schlafen.“
„Nein ich will nichts haben. Dankeschön!“
Marc ging wieder in sein Zimmer und legte sich aufs Bett. Schlafen konnte er nicht. Er
blieb wach und überlegte, was er tun konnte. Früher konnte er per Bewustseinskonntrolle
in den Schlaf finden. Doch das war jetzt nicht mehr möglich. Er schaute die Decke an,
schaute auf den Tisch, dort waren Bücher aufeinander gestapelt. Eine Flasche stand
daneben. Eine Tasse in der noch kalter Tee sein musste. Marc stand wieder auf und ging
zum Tisch doch die Tasse war leer, nur ein Rotbrauner Film von Teeresten war
eingetrocknet darin zu finden. Marc nahm die Tasse in die Hand und setzte sie an den
Mund in der Hoffnung er hätte sich getäuscht. Aber natürlich hatte er sich nicht getäuscht
es war wirklich nichts in der Tasse drin.
Am nächsten Tag wachte Marc in seinem Bett auf. Er konnte sich nicht erinnern überhaupt
ins Bett gegangen zu sein. Es war schon heller Tag. Eine Krankenschwester betrat das
Zimmer. Sie sagte er solle sich anziehen und dann zum Röntgen gehen. Marc leistete
ihrem Befehl folge. Auf den Röntgenaufnahmen konnte man keine Ungewöhnlichkeiten
entdeken, keinen Microchip. Das lag daran, dass der Chip die Strahlen ungehindert
hindurch lies wie menschliches Gewebe das auch tut. Er war also nicht zu röntgen. Man
sagte es Marc nicht, man traute ihm nur jetzt nicht mehr. Als 3 Wochen vorbei waren,
fragte Marc den Oberarzt nach seiner Entlassung.
„Herr Grün sind sie sicher, dass sie schon wieder in die Gesellschaft wollen. Immerhin
haben sie eine Menge Probleme gehabt. Nehmen sie sich doch noch ein bisschen Zeit.“
Marc nahm sich diese Zeit nicht. Er ging aus der Klinik stolz und doch gleichzeitig
unsicher. Er ging in seine Wohnung, setzte sich in einen Sessel, schaltete den Fernseher
ein und schaute den Menschen zu wie sich bewegten. Da war nichts mehr was ihn
berührte, es langweilte ihn das mit anzuschauen. Aber er wollte nicht ausschalten also saß
er gelangweilt vor dem Gerät. Zwischendurch schweiften seine Gedanken ab, und er
dachte an früher zurück als er noch eine Arbeit hatte. Er hatte zwar jetzt Freizeit ohne
Ende aber trotzdem irgendwie kam nicht die richtige Freude auf. Im Kühlschrank stand
Bier. Er holte sich eine Flasche heraus und trank mit unerschütterlicher Gier das Gesöff.
Es machte ihm keinen Spass doch er trank. Er wollte sich betäuben doch die Frage was
nur vor Wem oder Was er davon lief. Er wusste es nicht. Er wusste es selbst nicht. Zu
Rauchen hatte er auch angefangen. Also rauchte er eine Zigarette nach der Anderen. Er
wusste dass es nicht gut war, aber er hatte keinen Elan etwas seinem Zustand zu ändern.
Letargie, Letargie du schöner, schöner Stumpfsinn, sei mir willkommen wenn ich nichts
mehr im Leben habe, dann hab ich immer noch dich. Am Abend ging er ins Bett, doch er
konnte nicht schlafen. Also blieb er wach und schrieb in seinem Computer Geschichten
über Leute denen es genauso ging. Er reagierte sich ab in seiner Phantasie. Das brachte
zwar auch nichts aber er war beschäftigt und das beruhigte. Nach 2 Monaten hatte er
schon einen tüchtigen Bauch bekommen da er sich nun auch nicht mehr richtig bewegte.
Er hatte keine Kraft etwas zu ändern. Er wollte noch irgendwohin doch wohin wusste er
nicht genau. Er dachte an seine Kindheit zurück. Einmal hatte er soviele Träume und
Wünsche gehabt. Was war nur aus denen geworden? Und eigentlich war doch das noch
gar nicht so lange her. Die Kindertage waren doch erst gestern gewesen. Und die Tage
der Jugend sind verschwunden. Wo sind all die Freunde hin die mir geholfen haben? Wo
sind all die Indianer hin? Und doch konnte er sich aufraffen etwas zu tun. Er schrieb an
mehrere Unternehmen und bewarb sich bei ihnen als Mathematiker. Nein er war ein guter
Mathematiker doch im Inneren seiner Seele sah es nicht Mathematisch aus. In seiner
Seele herrschte Caos, das blanke Entsetzen. Vielleicht war das genau der Grund warum
ihn die Ordnung so anzog. Eine Sehnsucht des Menschen nach Berechenbarkeit und
Ordnung. Etwas anderes war doch die Mathematik nicht. Eine Schöpfung des
menschlichen Geistes. So gesehen waren Philosophie und Mathematik sehr miteinander
Verwandt. Philosophie, das hätte er studieren sollen. Doch andererseits? Marc wusste es
nicht besser. Er wusste es nicht besser. Und trotzdem wollte er nicht zurück in die alten
Gestallten des Lebens gehen. Wenn ihn jemand gefragt hätte was er am meisten bereue,
so hätte er gesagt.
„Ich bereue gar nichts“
Er wollte immer Vorwärts gehen. Er wurde aufgehalten von sich selbst. Sein Bewustsein
bremste ihn aus wo immer es ging. Er stand sich selbst im Weg.
Würde es immer so sein?
„Ja es würde immer so sein“
„Wenn man die Hoffnung auf Besserung aufgibt. Wenn man aufhört etwas zu erwarten
vom Leben. Wenn man sich mit dem begnügt was ist, und nicht mehr. Wenn man aufhört
zu Suchen. Dann wird man auch etwas finden können.“
Marc wusste nicht was er finden würde. Er suchte nach nichts.
Und trotzdem fühlte er sich Leer und verbraucht. Er hatte noch keine Frau gefunden.
Früher hatte er immer so eine tiefe Sehnsucht nach Frauen gehabt. Diese Sehnsucht war
jetzt nur noch gespielt.
„Und wenn schon!“ Dachte er sich.
Wenn alles eine Lüge ist, fällt es doch gar nicht auf, dass ich ein Lügner bin. Ein Blender.
Mit dem Sex hatte es lange Zeit gar nicht gut funktioniert. Sein Erstes Mal: Er war zu einer
Hure gegangen sie war wesentlich älter als er. Er hat noch nicht mal einen Hoch gekriegt.
Danach wollte er nicht mehr leben. Er nahm Tabletten, die nicht wirkten, obwohl er eine
ganze Packung davon genommen hatte. Im Krankenhaus hanben sie einem nicht mal den
Magen ausgepumpt. Mit dem Bus nach hause gefahren. Dann hatte er es immer wieder
probiert. Immer wieder bei Nutten. Doch zum Samenergus ist er nicht gekommen. Er war
blokiert. Die gefühle fehlten. Irgendwann war das jedoch vorbei. Und er hatte keine
Gefühle mehr erhofft. Keine Erwartung mehr gehabt. Und dann ist er wieder zu einer
hingegangen und dann konnte er seinen Schuss abgeben. Doch es war längst nicht so
schön wie erträumt gewesen. Doch das war egal. Egal war es gewesen! Am Ende zählte
das Ergebnis für ihn. Nein er wollte keine Freundin mehr. Er ging von Zeit zu Zeit in den
Puff. Diese Frauen stellten keine Fragen. Die mussten ihn so akzeptieren wie er war.
Niemand der nörgelt. Niemand der etwas auszusetzten hatte. Gefühle was war das
schon? Liebe was war das schon? Ein Wunschtraum der nicht oder nur sehr selten in
Erfüllung geht. Bei ihm jeden Falls nicht. Oder sollte man sagen, noch nicht? Er wusste es
nicht. Nach aussen war er immer nich der erfolgreiche Mathematiker. Man sah es ihm
nicht an was er war. Nur wenige Personen sahen es ihm an. Oder vielecht doch. Warum
sonst wurde er gemieden von den Menschen? Man redet ja nicht darüber. Man redet ja
nicht darüber was man ist. In der Welt da draussen sind Masken und Fassaden an der
Tagesordnung. Er hatte auch sehr viele Fassaden. Jede Fassade trug seine Handschrift
aber denoch waren es Fassaden. Marc wollte das nicht mehr mitmachen. Er wollte keine
Maske sein. Er wollte authentisch sein. E wollte endlich echt sein.
Nach einigen Tagen kamen mehrere Schreiben von hochrangigen Unternehmen der
Wirtschaft ins Haus gesegelt. Die Bewerbungen hatten gefruchtet. Es war in einigen
Schreiben eine Zusage dabei. Es wurde angefragt wann er anfangen könne.
Marc schrieb zurück. „Wenn sie wollen nächste Woche.“
Und so fing Marc in der darauf folgenden Woche bei einer Firma an die Medikamente
gegen Schizophrenie entwickelt und testet. Er musste wieder
Wahrscheinlichkeitsverteilungen aufstellen. Saß den ganzen Tag über irgendwelchen
Tabellen, und ging nur zum Rauchen an die frische Luft.

Normalverteilung
Was ist normal? Normal ist der Durchschnitt. Normalität ist Stabilität. Normalität ist
Sicherheit. Überschaubarkeit, Häufigkeit, Regelmässigkeit.
Die Gaus'sche Glockenkurve sagt es aus, was Normalität ist. Extreme sind
verpönt. Extreme sind unnormal. Euphorie ist abzulehnen. Traurigkeit ist
abzulehnen. Erweiterung des Bewustseins ist abzulehnen. Wer Spitzenleistung
anstrebt, ist nicht normal. Er hebt sich ab von der Masse. Aussenseiter sind
auszugrenzen. Man sperrt sie weg in die Psychiatrie. Wir beten die Ruhe an. Die
Unauffälligkeit in der jeder sich der Masse unterordnet. Wir beten das Kuschen vor
der Obrigkeit an.
Dieses Schreiben lag vor dem Büro von Marc als er seinen Arbeitstag beginnen wollte.
Ihm war etwas seltsam zu Mute.
„Guten Tag Herr Grün.“ Sagte ein vorbeikommender Herr.
Er war der Personalchef des medizinischen Unternehmens.
„Das Schreiben dürfen sie nicht beachten, das ist von ihrem Vorgänger. Ein wirklich
brillanter Kopf in der Mathematik, vielleicht der Grösste den wir je hatten. Aber leider ist er
nicht mehr bei uns. Er ist krank geworden. Ganz plötzlich. Ich bin wirklich froh, dass wir so
schnell Ersatz gefunden haben. Aber sie müssen erst mal ankommen. Packen sie zuerst
mal aus.“
Marc schaute sich im Büro um. Ein leerer Raum mit einer sterilen Neonröhre an der
Decke, ein Schreibtisch in der Ecke, hinter ihm ein Stuhl zum kippen, er war mit Leder
bezogen. Das Fenster zum Hof war im 5. Stockwerk.
Am ersten Tag lernte Marc erst einmal seinen Kollegen kennen der im Nachbahrraum zu
finden war. Er schien etwas verwundert Marc zu sehen. Auch einige Frauen waren unter
der Belegschaft. Besonders fiel Marc eine schlanke ängstlich wirkende schwarzhaarige
auf. Sie hies Mia. Sie gefiel Marc sehr. Und das schien auch auf gegensitig zu beruhen.
„Guten Tag Herr Grün. Ich bin Mia Klein. Wir werden die Marktanalyse des neuen
Medikaments machen. Haben sie schon davon gehört. Es ist eine ganz neue Entwicklung
in der Medizin. Sein Wirkstoff heist Leonoxaldihypercyan(VI). Es ist eine völlig neue
Entwicklung der atypischen Neuroleptika. Er soll die Betroffenen besser in die Gesellschaft
integrieren. Viele Betroffenen haben ja keinen festen Wohnsitz und auch keine Arbeit. Sind
Lustlos. Dieser Wirkstoff bekämpft die Negativsymptome ohne die die Patienten all zu sehr
zu dämpfen.“
„Was wird dabei meine Aufgabe sein?“ Fragte Marc neugierig.
„Sie werden mit mir Analysen machen in wie weit das Präparat von der Versuchsgruppe
angenommen wird. Die Studie wird dabei doppelblind ausgeführt.“
„Gut wann geht’s los?“
„In zwei Monaten. Bis dahin haben sie genug Zeit sich einzugewöhnen.“
Sie wollte gehen doch Marc stellte ihr noch eine Frage.
„Verzeihen sie wenn ich sie einfach so frage. Aber sie heute Abend schon etwas vor? Wir
könnten etwas unternehmen zusammen.“
„Ja gerne. Sagen wir um 8 bei mir.“
„Da müssen sie mir aber ihre Anschrift geben.“
Mia schrieb sie auf einen Zettel auf und gab ihn Marc.
„Also bis dann.“
„Ja bis dann.“
Nach der Arbeit ging Marc nach Hause. Er war freudig erregt. Es fiel ihm leicht alles
vorzubereiten. Er zog seinen besten Anzug an.
Mia war sehr schön anzusehn. Sie hatte einen roten Schal und rote Fingernägel. Es war
ein tiefes, dunkles Rot. Sie gingen in ein gehobenes Restaurant mitten in der Stadt.
Überall auf den Strassen kamen ihnen Leute entgegen, fast kaum jemand ging in ihre
Richtung. Es störte sie nicht. Das Restaurant war nicht übermässig voll. Man könnte
eigentlich sagen, dass sie eine der wenigen Gäste waren. Sie hielten sich die Hand als sie
zur Eingangstür herein kamen und setzten sich an einen Tisch gleich neben dem Fenster.
Drinnen war es ungewöhnlich warm. Draussen war Winter. Die Kerzen leuchteten überall
auf den Tischen. Flackerten mit dem Schein und beleuchteten die Zeremonie. Der Kellner
kam und fragte nach der Bestellung. Mia bestellte einen Salat. Marc bestellte Fisch. Mia
eröffnete das Gespräch.
„Also Herr Grün was hatt sie eigentlich zu uns getrieben? Ich meine ein Mann mit ihrer
Vergangenheit.“
„Was wissen sie denn von meiner Vergangenheit?“
„Oh, eine Menge. Ich habe ihre Akte gelesen.“
„Na dann wissen sie es doch.“
„Ja ich denke ich weiss es aber sicher kann man nie sein ich hätte es gern aus ihrem
Munde erfahren. Was reitzt sie denn an einem medizinischen Unternehmen?“
„Nun ich wollte der Macht näher stehen.“
„Denken sie wir hätten Macht?“
„Ja das denke ich.“
„Was wollen sie denn erreichen.“
„Na dann raten sie mal, so einfach werde ich es ihnen nicht sagen, und wenn überhaupt
schon ganz und gar nicht heute.“
„Wann denn?“
„Sie sind zu ungeduldig! - Und sie warum sind sie hier? Was wollen sie erreichen? Streben
sie auch nach irgendetwas, was sie mir nicht sagen würden.“
„Natürlich strebe ich nach etwas was keiner wissen darf. Aber ich habe eingesehn dass
es im Moment sinnlos ist zu streben.“
„Also sind wir uns ähnlich.“
„Ja.“
„Na gut Mia. Darf ich sie küssen?“
„Oh ja, sehr gern.“
„Wissen sie das mit den Geheimnissen, ist eigentlich nur ein Schutz. Weil wir Angst haben
der Andere könnte uns nicht verstehen oder er könnte etwas in unserer Seele finden was
ihn abstösst. Weil wir so oft und lange enttäuschet worden sind, trauen wir uns nicht mehr
das zu sagen, was uns wirklich bewegt. Und dennoch müssen wir immer wieder probieren
es doch zu versuchen Vertrauen zu fassen und den Menschen finden dem wir alles
anvertrauen können. Wenn wir ihn gefunden haben dann wird es schön sein, so schön wie
das Paradies nur sein kann. Aber der Mensch wird nicht für unser ganzes Leben bei uns
bleiben. Es wird nur eine Beziehung auf Zeit sein. Weil die Partnerschaft einseitig ist.
Wenn einer nur erzählt und der andere nur zuhört. Und am Ende steht man wieder Allein
mit der Gewissheit es wenigstens probiert zu haben und mit der Gewissheit das Beste im
Leben gerade verloren zu haben.“
„Was haben sie verloren Marc? Flüsterte Mia ihm ins Ohr. Ich will alles wissen, sagen sie
mir alles. Ich bitte sie erzählen sie mir alles.“
„Oh nein das werde ich nicht tun. Das ist eine eindeutige Grenzüberschreitung von ihnen.
Wenn sie es wirklich wissen möchten werden sie es sowieso an meinem Verhalten
erkennen, und wenn sie es nicht selbst wissen wollen, dann sagen sie den der sie
geschickt hat einen schönen Gruß von mir. Er soll sich das nächste mal einen besseren
Spion aussuchen.“
Damit stand Marc auf und verliess die Örtlichkeit.
Marc ging durch die Strassen stolz und befreit. Eine Kneipe lag auf seinem Weg. Er ging
hinein, bestellte ein Bier und setzte sich an die Bar.
„Na von wem sind sie denn sitzen gelassen worden?“ Fragte die Dame hinter dem
Thresen.
„Ich habe jemanden sitzen lassen.“ Marcs kurze Antwort.
„Und jetzt sind sie hier und lassen sich vollaufen.“
„Jap.“
„Alkohol ist doch keine Lösung.“
„Und das sagen sie?! Sie verkaufen ihn doch.“
„Na dann sind wir uns ja einig.“
„Ich denke schon.“
„Sind sie neu hier? Ich habe sie noch nie gesehen. Aber wie die natürliche Klientel sehen
sie nicht aus. Sie sind bestimmt ein Hohes Tier bei einer Bundesbehörde. Hab ich nicht
recht?“
„Sie irren sich gewaltig. Sie haben gar keine Ahnung.“
„Na gut. Dann nicht.“
„Ich dachte sie wollen sich unterhalten.“
„Nein ich will nur hier sitzen und mein Bier trinken, ich werde mich melden wenn mir nach
Reden zu Mute ist.“
„Also dann verzeihen sie die Störung, ich wusste nicht, dass sie ein Bär sind.“
„Sieht man das nicht.“
„Eigentlich nicht.“
„Und eigentlich heist?“
„Nun ja, eben eigentlich.“
„Na dann sind wir uns ja einig.“
„Ja! Noch en Bier?“
„Ja ich nehme noch eins.“
In der Ecke am Fenster saß ein alter Mann. Er las ein Buch. Ein relativ dünnes Buch. Es
war orange mit einem roten Quadrat auf dem Umschlag. „Vom Ende der Zukunft“ stand
darauf geschrieben. Ein Buch der Geisteswissenschaft. 'Theologie oder so was' dachte
Marc.
Unterdessen in dem Restaurant, das Marc verlassen hatte, saß in relativer Einsamkeit,
ganz alleine und ohne jeden Beistand, Mia an einem leeren Tisch mit einem Teller Fisch
und einem Teller Salat. Sie nahm ihr Handy zur Hand und wählte eine eingespeicherte
Numer.
„Hallo? Code orange.“
„Hallo Baum, haben sie ihn?“
„Nein er ist aufgestanden und gegangen.“
„Und dann sitzen sie noch da und machen nichts?! Stehen sie auf und suchen sie ihn!“
„Und wer bezahlt das Essen?“
„Lassen sie das unsere Sorge sein.“
Sie legte auf, erhob sich und schritt aus der Lokalität. Draussen angekommen ging sie
schnurstracks in die Richtung, in der sie Marc hatte fortgehen sehen. Nach einer halben
Stunde hatte sie ihn gefunden.
„Was machst du denn hier?“ Seine erstaunte Reaktion.
„Ich habe dich gesucht. Und jetzt habe ich dich gefunden. Das ist doch schön.“
„Nun ja wie mans nimmt.“
„Hör mal es tut mir Leid wegen vorhin. Ich wollte nicht aufdringlich sein.“
„Ist schon OK.“
„Nein das ist es nicht. Ich war zu direkt zu dir, das tut mir Leid. Hast du noch Lust mit mir
was zu trinken, wir könnten wieder zurück gehen.“
„Bleib du doch hier wenn du willst, dass ich bei dir bleibe. Ich habe mich schon hier mit
diesem Herrn angefreundet. Er ist Theologe und beschäftigt sich mit der Zukunft. Ein sehr
intelligenter Mann übrigens.“
Mia blieb bei Marc und dem Theologen. Die drei unterhielten sich die ganze Nacht. Sie
waren die letzten Gäste. Als schon alle Stühle hochgestellt waren und keine Musik mehr
spielte, da unterhielten sie sich noch. Sie gingen nach Hause als es schon dämmerte und
die Kirchenglocken den kommenden Tag verkündeten.
Nun ging auch der Theologe nach Hause und Mia saß mit Marc allein in dem leeren Lokal.
Die Wirtin hatte sich davon gemacht, hatte sie wahrscheinlich vergessen. Da sagten Mia
plötzlich:
„Marc ich muss dir ein Geständnis machen. Ich bin wirklich eine Spionin. Ich bin angesetzt
auf dich vom Chef um dich zu beobachten und dein Verhalten zu studieren. Weil man dir
nicht traut. Weil du Gewisse Dinge in deinem Leben gemacht hast die für einige unter uns
nicht gesellschaftsfähig sind.“
„Und diese Dinge währen?“
„Du warst zum Beispiel schon 2 mal in der Psychiatrie gewesen, dann bist du in deiner
Jugend oft in den Puff gegangen und hast gewisse Psychologische Beratungen
aufgesucht.“
„Ist das ein Verbrechen?“
„Nein das nicht aber man könnte denken du währest hier um dich zu rächen an dem
medizinischen Unternehmen.“
„So könnte man das denken?“
„Nun ich muss dir sagen, dass auch ich schon einmal in der Psychiatrie gewesen bin und
auch ich mich oft mit dem Gedanken getragen habe mich an gewissen Dingen zu rächen
die mir unser Konzern beschärt hat. Aber es ist auch wieder anders weist du. Wenn man
mit etwas in der Welt unzufrieden ist und einen Hass auf gewisse Dinge hat, dann tut man
gut daran diese Dinge gerade mit dem Menschen oder der Institution zu klären mit der
man sie hat. Und Ich habe mich entschieden genau in die Höhle des Löwen zu gehen und
dort meine Zweifel anzubringen und diese Vorschläge die mir im Kopf schwebten genau
an der Stelle anzubringen wo sie entstehen, nämlich hier. Ich kann damit gut leben und ich
bin glücklicher als je zuvor. Und da du dich auch so entschieden hast nehme ich an ich
habe in dir einen Partner gefunden. Marc ich muss dir wirklich sagen es ist sehr schön,
dass du hier bist.“
Sie nahm dabei Marcs Hand und streichelte sie.
„Gut Mia, danke, dass du mir das gesagt hast.“
„Ich muss dir aber noch etwas sagen Marc Grün.“
„Was denn?“
„Ich liebe dich. Ich habe es vorhin gemerkt als du gegangen bist. Da habe ich mich so
einsam und verlassen gefühlt. Und so stark und gesund und Frei als ich dich gefunden
hatte.“
„Marc Grün! Ich will mit dir alt werden!“
„Ach Mia, Du Liebchen mein. Was hast du gesagt? Was hast du nur für Gedanken in dir.
Du weist gar nichts von Mir. Du hast zwar meine Akte gelesen aber kennst du mich dann
gleich? Du weist nichts über meine Gedanken. Du kannst nicht in meinen Kopf schauen.“
„Doch das kann ich. Ich habe auch einen Microchip im Kopf genau wie du. Ich war die
erste Versuchsperson.“
'Also dann warst du das die ganze Zeit die mit mir gesprochen hatt.' Dachte Marc, dann
sagte er:
„Das ist doch alles Einbildung. So ein Quatsch von wegen Microchip im Gehirn. Das ist
doch kompletter Unsinn. Ich glaube nicht mehr daran. Ich denke ich habe mir das nur
eingebildet. Denn man kann ihn nicht sehen auf dem Röntgenbild.“
„Nun ja. Aber du hast es doch erlebt, was mit dir gemacht worden ist. Es geht nicht dir so
Marc.“
„Ich weiss nicht mehr was wahr ist und was nicht. Ich weiss nicht mehr was real ist und
was nicht.
„Real ist, was du wahr nimmst. Das ist der einzige logische Schluss den es gibt. Natürlich
muss man Grenzen setzten. Es gibt Grenzen der Wahrnehmung. Real ist das, was Du
wahrnimmst in den Grenzen der Wahrnehmung.“
„Ich hatte immer eine Sehnsucht diese Grenzen zu überschreiten. Und ich habe sie auch
überschritten. Dann ist mir gesagt worden, dass Grenzen etwas gutes seien und ich fügte
mich in mein Schicksal, aber wenn ich mir die heutige Gesellschaft anschaue und die
Wissenschaft und den Umgang mit Grenzen in der Liebe und den persönlichen Dingen der
Menschen, dann denke ich, wir überschreiten andauernd unsere Grenzen und wir können
gar nicht anders als diese Grenzen zu überschreiten und Grenzerfahrung zu machen.
Schau dir doch nur mal die Extremsportler an die zum Beispiel auf dem Mt. Eversest
steigen und dort Grenzerfahrung zu machen. Schau dir das forschen an den Atomen im
Teilchenbeschleuniger an, wie die Augen derer leuchten wenn sie etwas neues Entdeckt
haben und schau dir einen Menschen an, der verliebt ist, wie glücklich ist er. Nein Mia
Grenzen sind da um sie zu überschreiten. Die erste Grenzüberschreitung die der Mensch
gemacht hatte war im Paradies als er von den verbotenen Früchten des Baumes der
Erkenntniss aß. Die Sehnsucht nach Grenzerfahrung ist immer da. Und wir mit den Neuen
Tabletten wollen das unterdrücken, weil Menschen dahingehend Probleme haben. Es sind
die Menschen die ihre Grenzen nicht kennen. Es sind die Menschen, die ihre Grenzen auf
einer nicht gesellschaftsfähigen Ebene überschreiten wollen. Die Geisteskranken. Die
nach der Macht greifen über einen anderen Menschen besztimmen wollen oder die
Menschen die süchtig sind nach einem anderen Bewustsein, die Menschen die unter sich
selbst und ihren Gedanken leiden weil die Gedanken nur Tot und Verzweiflung bringen
würden wenn sie ausgesprochen würden. Es sind die Menschen die Vergewaltigt wurden
und die unter dem Trauma ihr ganzes Leben zu leiden haben. Es sind die
vernachlässigten Kinder und Ehefrauen die sich nach Liebe und Geborgenheit sehnen und
sie doch nicht bekommen können. Es sind die jungen Männer die sich eine Frau
wünschen und diese Sehnsucht nich in Einklang mit ihrem Wesen bringen können. Für
diese alle, die mehr als andere unter dem menschlichen Leid zu leiden haben, wollen wir
eine Tablette entwickeln. Das ist doch grotesk. Das ist doch Unsinn. Tabletten sind
gesellschaftlich anerkannte Drogen. Sie beruhigen den Geist, sie machen uns gefügig so
dass wir nicht mehr auffällig werden. Wir Werden zu dem was die Gesellschaft will. Wir
werden konform. Wir werden Konformiert im Sinne der Gesellschaft. Dies ist natürlich allzu
verständlich, denn die Gesellschaft muss das Andere ausgrenzen. Jeder der
gesellschaftsunfähig ist sollte das einsehen, dass er ausgegrenzt wird. Es ist nur allzu
natürlich wenn die Gesellschaft die Menschen die sie für krank hält ausgrenzen tut. Man
spert sie weg in die Kliniken und denkt das Problem sei gelöst.“
„Marc Grün was machen sie dann hier? Sie sind sich natürlich im Klaren darüber, dass
wenn ich das dem Chef melden werde, sie hier ihre längste Zeit gewesen sind.
„Ich werde alles abstreiten was ich gesagt habe.“
„Das können sie tun aber ich habe es auf Band.“
Mia griff in ihre Handtasche und wollte ein kleines Gerät heraus holen, doch sie suchte
länger als gewollt und fand es nicht.
„Ich kann das Gerät nicht finden.“ Gab sie zur Antwort.
„Und was machen wir jetzt? Ich dachte sie haben sich in mich Verliebt. War das vielleicht
nur ein Vorwand um mich gesprächig zu machen.“
„Nein, nein das war ehrlich!“
„Und warum wollen sie mich dann denuzieren?“
„Ich habe es versprochen.“
„Wem haben sie es versprochen?“
Mia schwieg.
„Also gut“ Sagte Marc ihr schweigen sagt mehr aus als tausend Worte.
„Also Mia ich will sie nicht davon abhalten unsere kleine Unterredung denen zu melden die
sie Geschickt haben, tun sie was sie nicht lassen können. Sie haben die Freiheit es zu tun.
Ich verbiete ihnen das nicht.“
„Sie könnten es mir sowieso nicht verbieten. Nein ich werde nichts sagen. Ich möchte
noch mehr von ihnen erfahren. Ich möchte sie wirklich kennenlernen.“
„Was wollen sie dadurch herrausfinden?“
„Marc ich liebe dich. Hast du das vergessen.“
„Diese Aussage ist nicht viel Wert nach dem ich weiss, dass wir niemals alleine sein
werden wenn ich mit dir über meine Gedanken reden werde. Allerdings ehrt es dich , dass
du mir gesagt hast, dass du mich ausspionieren sollst. Aber was wird es werden. Ich
werde mir ständig die Frage stellen, was du denen erzählst. Ich werde in ständiger Angst
leben müssen und in ständiger Abhängigkeit von dir.“
„Du währest nicht der einzige der in Abhängigkeit lebt.“
„Ja ich weiss. Aber jetzt ist es auch gut. Lass uns gehen.“
Mia und Marc standen auf und verliesen das Lokal. Es war 8 Uhr Morgens. Sie fuhren
zusammen ins Büro. Dort angekommen ging jeder seiner Beschäftigung nach. Manchmal
trafen sie sich um miteinander zu reden und um die Strategie zu besprechen. In der
Mittagspause gingen sie zusammen in die Kantine und aßen auch zusammen ihr Essen.
„Na sie haben sich wohl schon kennengelernt.“ Sagte eine Stimme aus dem Hintergrund
zu ihnen.
„Das ist gut. Können sie nach der Pause auch gleich mal zusammen in mein Büro
kommen.“
Es war der Personalchef des Unternehmen, der zu ihnen sprach.
„Um was geht es denn? Wollte Marc wissen.
„Das werden sie erfahren wenn sie da sind. Also bis dann.“
Nach dem Essen gingen Mia und Marc zusammen in das Büro des Personalchefs.
„Setzen sie sich!“ Befahl er.
„Ich muss ihnen leider mitteilen, dass sie beide entlassen sind.“ sagte er in einem sehr
höfflichen Ton.
„Was warum denn das?!“
„Das Unternehmen hat entschieden das neue Medikamment nicht auf den Markt zu
bringen, und deshalb brauchen wir sie nicht mehr. Aber zwei Menschen wie sie werden
doch immer wieder und überall eine neue Anstellung finden. Und deshalb fällt es mir auch
sehr schwer ihnen dieses zu sagen. Und wie ich sehe haben sie sich ja auch schon
eineander angefreundet und so wird es doch für sie zu zweit obwohl es jetzt vordergründig
erst einmal Unglück scheint was über sie her kommt doch auch vom privaten Glück
getragen sein. Ich kann ihnen nur alles Gute wünschen, ihnen Beiden wünsche das.“
Marc sah Mia an. Er nahm ihre Hand und streichelte sie. Sie schaute ihn mit Ausdruck in
die Augen. Ganz nah kamen ihre Lippen einander. Dann küsste ihn Mia.
„Komm!“ Sagte sie. „Komm lass uns gehen.“
Als sie gingen kam ihnen der Theologe entgegen mit dem sie die Nachtgespräche geführt
hatten.
„Was machen sie den hier.“
„Ich bin gerade neu eingestellt worden als philosophischer Berater.“
„Ach, das ist ja interresant. Wir sind nämlich gerade entlassen worden. Also Sie werden
ihren Spass haben hier.“
„Das denke ich auch. Also dann auf wiedersehen.“
„Ja auf Wiedersehn.“
Der Theologe schritt den Gang weiter hinauf bis er vor einer Tür stand. Er klopfte sanft
und trat dann ein.
„Ah, guten Morgen Orange. Gute Arbeit. Die Wanze unter dem Tisch hat hervorragende
Dienste geleistet. Die Beiden Subjekte sind eben entlassen worden.“
„Ich weiss. Ich habe sie soeben im Gang gesehen.“
Wirklich ein Jammer um so viel Potential was die Beiden hatten. Und jetzt haben sie sich
auch noch in einander verliebt. Wirklich ein Jammer, dass so viel Geistesfähigkeit mit so
viel Wiederwillen gepaart sein kann. Aber seis drum Es müssen gewisse Dinge
geschehen. Ohne diese Dinge würde ja Caos ausbrechen.“
„Nein.“ Sagte der Theologe, „sie irren sich wir haben schon längst das Caos. Schon längst
ist die Welt aus den Fugen geraten. Die Angst vor dem Caos ist nur ein Beweis dafür, dass
wir traumatiesiert sind in Bezug auf das Caos. Unsere Vorstellung von Ordnung ist nicht
immer dieselbe, die Gott von uns will, 'Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung,
sondern des Friedens.' Nicht dass sie denken er sei etwa ein Gott der Ordnung. Nein es
geht um viel höhere Dinge.“
„Na gut Orange. Deshalb sind sie ja da. Darf ich ihnen eine Frage stellen?“
„Na dann fragen sie.“
„Wieso macht dann ein solch tief überzeugter Mensch, wie sie es sind, so einen eklatanten
Fehler, so dass Menschen, wie wir, über ihn Macht bekommen. Wieso haben sie ihre Frau
verlassen? Orange?“
„Weil ich Sehnsüchte hatte. Sehnsucht nach jungem Fleisch.“
„Solch Wort aus ihrem Munde. Oh welche Sünde für Sie!? Ich gebe ihnen einen Rat:
nehmen sie unsere neueste Entwicklung zu sich. Ein verbesserten Neuroleptikum extra für
Menschen entwickelt mit geistigen Anforderungen im Beruf. Sie werden sehn, alles wird
gut werden.“
„Und wer bezahlt es für mich?“
„Sie haben doch jetzt Geld von unserem Unternehmen bekommen für ihren
hervorragenden konspierativen Nebentätigkeiten.“
„Und jetzt soll ich das Geld gleich wieder in ihr Unternehmen investieren ja?“
„Hören sie sie müssen die Tabletten nicht kaufen. Es ist ihre Entscheidung aber ich
garantiere ihnen es wird nicht besser werden, wenn sie sie nicht nehmen werden.“
„Wollen sie dass es schlechter wird? Man könnte es denken.“ gab der Theologe zur
Antwort.
„Nein kein Mensch will, dass es ihnen schlechter geht.“
„Da haben sie aber völlig unrecht. Sie haben gar keine Ahnung. Guten Tag.“
Damit drehte der Theologe sich um und verlies den Raum.
Unterdessen gingen Mia und Marc nach Hause und besprachen ihr weiteres Vorgehen.
„Marc!“ Sagte Mia, wir müssen weg von hier, sie sind überall, Ich weiss es doch.“
„Und wohin willst du gehen?“
„Wir gehen nach Afrika. Dort akzeptiert man Menschen wie uns leichter. In Afrika ist die
Chance auf Heilung der Schizophrenie 3mal höher als in den Industriestaaten.“
„Du redest von Schizophrenie, doch hat uns doch noch kein Arzt dazu diagnostiziert.“
„Marc mach dir nichts vor, wir reden uns ein, wir hätten einen Microchip im Gehirn, jeder
Arzt wird das als Schizophren abtun, wie es ist, interessiert keinen. Und man kann es auch
keinem erklären da niemand in das Gehirn eines Anderen hineinschauen kann. Das
können nur die Leute die die Geräte haben. Und diese Geräte habe ich gesehen bei uns in
der Firma. Ich habe gesehn wie sie mit Tieren herumexperimentiert haben, und die ganzen
Fehlversuche mit Menschen, die als schizophren Kranke zu uns gekommen sind. Alle
diese sind gestorben an der Geistigen Überproduktion. Sie sind gestorben weil ihr Gehirn
zu viel Input bekommen hat.“
„Und wieso hat es dann bei dir geklappt?“
„Ich weis es auch nicht genau. Irgendwie scheine ich mich nicht so gegen die
Fremdbestimmung zu wehren, sondern nehme sie als Objekt in meinem Bewustsein auf.
Ich versuche sie immer zu lieben die Fremdbestimmung.“
„Also Feindesliebe.“
„Ja!“
„Und du willst nach Afrika?“
„Ja unbedingt.“
„Also gut, Afrika!“
Und Mia umarmte Marc und streichelte ihn über seine Wangen. Und sie küssten sich und
umarmten sich bis tief in die Nacht hinein. Ihre Körper umschlangen einander, sie konnten
gar nicht aufhören einander zu berühren und zu liebkosen. Und Marc drang in Mia hinein
und gab ihr ein Kind.
Am nächsten Morgen klingeltees an der Tür. Es war der Theologe.
„Guten Morgen. Marc und Mia. Ich wollte ihnen nur sagen, dass ich es war der eine
Wanze unter dem Tisch befestigt hatte. Deshalb sind sie entlassen worden. Ich wollte
ihnen auch noch sagen, dass es mir leid tut, was mit ihnen geschehen ist. Und dass ich
auch gekündigt habe.“
Marc und Mia liesen sich nicht weiter beirren und packten weiter ihre Sachen zusammen.
Der Theologe stand etwas unbeholfen deneben, plötzlich sagte er:
„Sie scheint das wohl gar nicht zu interresieren?“
„Nein interessiert es auch nicht.“
„Sie packen ja, wo solls den hingehen?“
„Das brauch sie nicht zu bekümmern.“
„Oh, das bekümmert mich aber doch.“
„Also gut. Wir sind auf dem Weg nach Afrika. Wollen sie nicht mitkommen?“
Zu seinem Erstaunen sagte der Theologe: „Ja.“

Afrika
Mia, Marc und der Theologe sahsen zusammen im Flugzeug nach Zentralafrika. Es war
kein grosses Flugzeug. Die Motoren summten in der Nacht. Drinnen versorgten die
Stewadesen die Passagiere mit Getränken und Speisen. Marc hatte keinen Hunger aber
er aß trotzdem etwas, auch der Theologe und Mia langten zu. Sie wussten nicht was auf
sie zukam. Sie wussten nicht in welche Gesellschaft sie kommen würden. Der Theologe
sagte.
„Das ist so ähnlich der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. 'Und Gott sprach zu Moses:
Steh auf und geh in ein Land, das ich dir Zeigen werde.' Moses wusste nicht in welch ein
Land er gehen sollte. Er wusste nicht was ihn erwarten würde. Er vertraute auf eine
höherer Macht, an die er glaubte.“
„Und glauben sie an diese Macht?“
„Aber was den sonst!“
„Man könnte meinen, dass sie an gar nichts glauben. Wo sie doch uns veraten haben.“
„Das war ein Ausrutscher, ein Zwischenfall. Ich habe mich entschuldigt, mehr kann ich
doch nicht tun.“
„Oh doch, sie könnten mehr tun.“
„Was denn?“
„Das müssen sie selbst wissen.“
Schweigen unter den dreien. Plötzlich sagte Mia zum Theologen.
„Sie laufen vor etwas davon.“
„Aber natürlich laufe ich vor etwas davon. Wie sie auch vor etwas davon laufen. Ich laufe
vielleicht vor meiner Vergangenheit davon, oder vor dem Tod, oder vor der Macht Gottes.
Es kann viel sein wovor ich davon laufe. Ich weiss es noch nicht vor was ich davon laufe.
Und irgendwie ist es auch gar nicht wichtig. Wissen sie ich lebe einfach.“
„Wie weit mag es noch sein?“ Unterbrach sie Marc.
„Vielleicht 5 Stunden. Wir sollten versuchen zu schlafen.“
Und sie schliefen ein.
Als Marc die Augen aufmachte fand er sich in einem Bett wieder. Er starte die Decke an.
Ein Ventilator sorgte nur sehr dürftig für Frischluft. Er schaute sich um und entdeckte Mia
im Nachbarbett liegen, sie schlief.
„Mia, Mia, wach auf Mia.“ Sagte Marc zu ihr.
Plötzlich kam ein Arzt in das Zimmer.
„Hallo Herr Grün, wie fühlen sie sich?“
„Wer sind sie denn?“
„Ich bin Dr. Weiss. Ich muss ihnen sagen, dass sie einen Flugzeugabsturz überlebt haben.
Sie und ihre Begleitung sind die einzigen Überlebenden der Katastrofe. Sie haben sich am
Kopf verletzt. Wir haben sie geröntgt und mussten auch noch festsellen dass sie einen
Tumor im Kopf haben. Und ihre Freundin hatt diesen Tumor ebenfalls. Sie sollten wieder
zurück nach Europa gehen und sich dort Operieren lassen.“
„Wir werden nicht wieder nach Europa zurückgehen!“
„Was wollen sie dann machen?“
„Haben sie nicht noch eine Alternative?“
„Nun es gibt noch eine Alternative, die ist aber gefährlich.“
„Sagen sie schon.“
„Nun es gibt in Afrika einige Medizinmänner die noch operieren.“
„Hört sich interresant an, erzählen sie weiter.“
„Sie müssten sich auf die Suche nach ihnen machen und Erfolg kann ich ihnen auch ich
garantieren.“
„Gut das machen wir.“
Als Mia aufwachte, erzählte ihr Marc alles was geschehen war. Sie war mit Marc einer
Meinung, dass sie auf keinen Fall zurück nach Europa gehen wollten. Aber sie hatte auch
eine Sorge. Das war ihr ungebohrenes Kind. Wo würde es gebohren werden?
So machten sich Marc und Mia auf die Suche nach den Medizinmännern. Nach
Wochenlangen Suchen hatten sie eine Spur gefunden. Sie mussten viele Leute bestechen
und wurden oft enttäuschet. Doch dann kam der Tag als sie ins Landesinnere fuhren und
zu einem Stamm von Ureinwohnern.
Dort angekommen wurden sie dem Heiler vorgestellt. Er sah sie an und wusste gleich
ohne Worte was zu tun sei.
Die Opperation wurde vorbereitet. Man entschied sich zuerst Marc zu opperieren da Mia
erst ihr Kind austragen sollte.
Als der Medizinmann den Kopf von Marc öffnete entdeckte er den Microchip der in seinem
Gehirn war. Er holte ihn herraus und schloss den Kopf wieder.
Als Marc wieder ansprechbar war, zeigte der Medizinmann ihm den Microchip.
„Schau das habe ich bei dir im Kopf gefunden, weisst du was das ist?“
„Ein Produckt der Industrie die sich einbildet alles beherrschen zu können. Wirf es ins
Feuer.“
Nach neun Monaten gebahr Mia ihr Kind, es war ein Mädchen, sie sollte Melanie heissen.
Nach einem weiterem Jahr wurde auch Mia opperiert. Auch bei ihr fand man den
Microchip im Gehirn.
Marc und Mia kehrten niemals wieder nach Europa zurück, sie zogen ihre Tochter bei den
Ureinwohnern des Stammes auf, und starben in Afrika.
Melanie aber kehrte nach Europa zurück und lebte dort ein bescheidenes Leben sie
Studierte Philosophie und Germanistik, Heute ist sie Lehrerin an einer Schule für
Behinderte Menschen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.12.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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