Daniel Schäfer

Nur eine Nacht

Endlich, endlich war es soweit: Die Musik verstummte, endlich, erlösend und furchtbar.
Die Reste des Traumes, des Liedes, der Gemeinsamkeit, die Reste einer Nacht verhallten mit leisem Echo. Die letzten gesungenen Silben schwebten wie Nebelschwaden über den Fluss, die letzten Takte wogten als Echo von den Hängen des Flußtales reflektiert zurück zu den Träumenden, zu den Tanzenden, zu den zwei einsamsten und letzten Menschen, zu dem Paar der letzten beiden Helden der Nacht.
Sie führten und berührten sich schon so lange, so lange, daß für sie der Anfang dieses Tanzes der Nacht nur noch schemenhaft erinnern konnten. Der Tanz schien ewig gewährt zu haben, und sein Ende war für beide unvorstellbar gewesen. Nun war es gekommen, das Ende, und das Echo der Musik schien grotesk, es erinnerte, es ließ vermissen. Wie begann die Geschichte ? Es hatte sich zufällig ergeben, daß dieses Paar miteinander tanzte, das Namenlose Paar, denn ohne Namen bleibt es anonym und übertragbar. Es war ein Zufall von Raum und Zeit, denn genau so wie diese beiden hätte es jeden anderen Menschen treffen können, oder besser: Jede andere Kombination zweier Menschen.
Als die Musik begann, hatten sie getanzt, und nur deshalb hatte die Musik angefangen zu spielen. Es war zunächst zögernd gewesen, unsicher und naiv, wie zwei Kinderschauspieler, die nicht wissen, ob sie sich so verhalten, wie das Publikum es von ihnen erwartet, doch als der Rhythmus ihr Blut geworden war, nach anfänglichem Zögern, wurden ihre Bewegungen immer synchroner, immer intensiver ihre Berührungen. Ihr Arm lag an seinen Schultern, aber sie hatte das Gefühl, jeden Punkt Seiner Körpers, jede Zelle, jede Facette seiner Seele zu berühren. Sie waren gefallen, waren geschwebt, waren der Melodie verfallen, ganz und gar. Einer Melodie, die stetig wechselte, von atemberaubend schnell zu aufreizend langsam, von todtraurig zu verspielt vergnügt. Der Tanz war ihr Leben geworden in dieser einen und einzigen Nacht, der ein Tag unbestimmter Länge folgen würde, wenn die der Mond die Sonne nicht davon abhalten konnte aufzugehen. Er konnte es nicht, den das Lied war vorbei, und mit ihm der Tanz, und am Horizont zeichnete sich atemberaubend und schrecklich die tödliche Dämmerung ab, die Wolken färbten sich blutrot und blutrot erschien die ganze Welt, so weit das Auge blickte, reflektiert von jedem Ding, von allem, was da war und ist in ihren kleinen Leben.
Abrupt lösten sich die Berührungen, gingen zwei Menschen in einen neuen Tag, gingen, ohne zurück zu blicken. Warten auf den nächsten Abend, wenn die Musik wieder fließt.

Das hier ist die andere Geschichte, es gilt eigentlich das selbe wie für "Eclipse": Sie gefällt mir nicht wirklich gut, ich müsste noch irgendetwas ändern, weiss aber nicht so genau, was. Wenn Euch was einfällt....

Daniel
Daniel Schäfer, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.11.2001. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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