Jürgen Malodisdach

Utopische Geschichte

Da lag sie nun

 

Hübsch anzusehen in ihrem hauchzarten Bikini, der mehr zeigte als er verbergen konnte.

Blondes langes Haar, jung, so etwa 20 Jahre, mit einer Figur, die viele Männer um den Verstand bringen könnte. Tat sie wahrscheinlich auch öfter mal.

Die Liege auf dem Sandstrand war ihr momentanes Ruhemöbel, war ausreichend umlagert von vielen jungen und auch älteren Menschen beiderlei Geschlechts.

Warum auch nicht. Die Hundstage, also mehr als heißen Sonnentage, lockten jeden Menschen der die Zeit hatte, hierher. Der See mit seinem schönen Sandstrand und den angrenzenden Grasflächen lud ja geradezu ein, hier zu campieren. Natürlich auch zum Baden.

Wobei die verliebten Päärchen die angrenzenden, mit Büschen und kleinen Bäumchen bewachsenen Flächen , zu besonderen Aktivitäten nutzten. Warum auch nicht, wir leben ja nicht mehr im Mittelalter mit den damaligen Moralauffassungen.

Träumte sie vielleicht ein bißchen? Und wenn ja, wovon ? Ein Glück eventuell für den oder die Traumpartner die hier mitspielen konnten, in diesem Sommerfilmchen.

Da war es wieder, dieses Jucken der Haut. Ein Sonnenbrand macht manchmal die unbedeckten Körperteile zum Spielball der Strahlen der guten alten Sonne.

Also aufstehen war angesagt und den Körper, soweit man heran kommt, mit der mitgebrachten Creme vorsichtig einschmieren. Erst einmal die Augen öffnen.

Plötzlich war da so ein kleiner Nebel. Sie rieb sich die Augen. Dachte wohl, daß es eine kleine Sehstörung war. Aber der Nebel wurde größer und größer. Hüllte sie gänzlich ein.

Sehr komisch , dachte und sagte sich die junge Frau. Wieso ist hier alles so rötlich bis braun. Sogar das Wasser hat diese Färbung. Sieht aus wie eine rotbraune Brühe.

Nanu, noch einmal sagte sie sich. Hat mein Kopf etwas abbekommen. Habe ich jetzt etwa noch einen Sonnenstich. Macht mein Kreislauf Probleme. Und wo kommen die dicken und großen Pfanzen plötzlich her, die um mich herum stehen.

Sehen ja fast aus wie Bäume. Die drei großen Gewächse. Haben aber gar keine Krone aus Zweigen und Blättern. Dafür eine wunderschöne große farbenprächtige Blüte am oberen Ende. Sogar mit Augen, die einen Eindruck machen, als würden sie beruhigend sagen wollen, hab keine Angst. Es wird alles gut. Zwar neu und ungewöhnlich , für das Leben überall aber notwendig.

Die drei großen freundlichen Blüten neigten sich über den schönen Körper der Frau und ließen eine dichte Wolke von feinstem Staub, wie Blütenstaub herab rieseln. Sie wollte schreien und sich wehren. Aber nichts funktionierte. Ihr schöner Körper verweigerte jeden Befehl ihres Gehirns. Der herrliche Duft des Blütenstaubes benebelte ihr gesamtes Wesen. Es war gar nicht unheimlich, eher beruhigend und richtig schön. Und von Sekunde zu Sekunde wurde es finsterer um sie.

Sie wußte nicht was los war. Wußte auch nicht wie lange das Alles gedauert hatte. Wußte auch nicht wo sie jetzt war.

Als sie dann langsam zu sich kam, sah sie eine riesige Menge dieser seltsamen Bäume mit großer Blüte und schönen, strahlenden, gutmütigen Augen. Die Augen waren aber auch alles in der Blüte. Menschen haben noch eine Nase , Ohren, einen Mund und noch ein Kinn. Diese Wesen hatten so etwas nicht.

Sie sagte Nichts, überlegte nur ständig. War das jetzt nur ein Traum ? Das konnte nicht sein, denn der See und der Strand mit ihrer Liege waren nicht mehr da. Sie konnte ihre Augen soweit öffnen wie sie wollte. Sie sah immer nur diese Unmenge unterschiedlicher Größe um sie herum stehender Baum-Blüten-Wesen.

Das müßten Tausende sein, die hier stehen. Und dann das ganze Umfeld. Es gab keine Wolken am Himmel. Alles hatte eine leicht orangene Farbe. Es gab aber auch keine Gebäude, keine Fahrzeuge. Keine Wassergebiete , soweit sie sehen konnte.

Langsam festigte sich in ihrem Bewußtsein, das sie nicht mehr zu Hause auf ihrer Erde war. Hier war alles komplett anders. War sie entführt worden, von Außerirdischen, von so genannten Alien ? Eben diesen Blütenbäumen. Und wenn ja, was wollen die von ihr.

Jetzt wurde es ihr plötzlich bewußt. Sie war hier in dieser fremden Welt , umringt von freundlichen, aber eben doch Alien. Sie sah an sich herunter. Sah ihren Köper und ihren Bikini, den sie für viel Geld erworben hatte. Wunderte sich, daß sie nicht fror. Also war es hier auf dem fremden Planeten so angenehm warm.

Als nächstes fiel ihr die unheimliche Stille, die hier herrschte, auf.

Sie war ja nicht dumm. Hatte zwar noch keinen Titel und keine abgeschlossene Berufsausbildung. Studierte aber schon mehrere Semester Medizin und Elektronik. War auch etwas in Physik und Chemie bewandert. Sie war ledig und sogar ohne Freund. Wenn ihr nach Liebe und Sex der Sinn stand, hatte sie immer mal hier und mal da die Möglichkeit ihrem Körper einen ordentlichen Orgasmus zu verschaffen.

Also eigentlich alles Bedingungen, die die Frage aufwarfen, was wollten die Alien von ihr. Wofür war sie ausgesucht und hierher auf diesen fremden Planeten gebracht worden. Und wie und ob überhaupt die Möglichkeit besteht, daß sie wieder zurück zur Erde kommen könnte.

Die Fragen, die sie sie sich selbst stellte, wurden jäh unterbrochen. Ursache war die plötzlich aufkommende Bewegungsfreudigkeit der vielen Blütenbaumaliens.

Mensch ist das ein Wortgebilde. Sie sagte sich, ich muß diesen Wesen einen kurzen Namen geben. Sagen wir mal, ich nenne sie einfach Blütis. Okay , einfach und leicht verständlich, B l ü t i s .

Also betrachtete sie diese große Anzahl von Blütis bei ihrem, für sie unverständlichen Treiben. Ihr fiel jetzt auf, daß ein, anscheinend Oberblüti, irgend etwas zu der Menge sagte. Denn die war regelrecht euphorisch. Bewegte sich in alle Richtungen. Sah aus , wie ein hoch gewachsenes Blumenmeer, das sich im Wind bewegte.

Allerdings hörte ich überhaupt nichts von der eventuellen Rede des Oberblütis. Sie fragte sich, ist mein Gehör defekt oder was ist los . Sie dachte daran, daß sie bei den Blütis keine Ohren zum Empfang von Schallwellen sieht. Vielleicht kommuniezieren sie im Ultraschallbereich miteinander. Antennen waren auf den Körpern auch nicht zu sehen.

Da kann auch die ganze Haut oder ein spezielles Organ als Antenne dienen. Mensch dachte diese schöne junge Erdenfrau. Müssen diese Blütis eine hohe Entwicklungsstufe erreicht haben. Umsomehr die Frage, warum wurde ich entführt und was wollen diese hoch entwickelten Wesen von einem Erdenmädchen.

Das nächste Seltsame war, das alle Blütis plötzlich so etwas wie Arme hatten. Nicht nur zwei, wie die Menschen , sondern ganz unterschiedlich viele. Mal eine, mal zwei, bis zu vier Arme , ragten aus dem Stamm heraus. Seitlich, vorn und auch hinten.

Dabei öffneten sie die äußere Schale des Stammes und die Arme kamen hervor. Diese braune Schale, war wie ein Anzug, verbarg offenbar ihre ganzen inneren Organe. Nicht wie bei uns Menschen, wo jedes Organ seine Form und meistens seinen Platz hat.

Die Blütis hatten viele Schichten, wo jede Schicht offenbar eine oder mehrere Funktionen hat. Sie sah das alles zum erstenmal. Konnte sich natürlich noch nichts Genaueres darunter vorstellen. Sie sagte sich aber, solange ich hier sein muß, will ich das Mögliche des Körperbaus und vielleicht der Lebensweise studieren und kennen lernen.

So bemerkte sie einmal, daß irgend jemand mit ihr sprach. Sie verstand das nicht. Es war ja niemand da. Die Blütis hatten keinen Mund und offenbar keine Organe, die zum Sprechen geeignet waren.

Sie wollte schon ihrem Gehirn die Schuld geben, dachte auch, daß sie hier veralbert würde. Dann bemerkte sie , daß vor ihren Augen mit einem Male eine kleine Nebelwolke erschien. Erst ganz klein und schwach, wurde sie in kürzester Zeit immer größer und gleichzeitig dunkler. Dann ein Rauschen wie von einem Windstoß und als die Wolke sich verzogen hatte, stand ein mittelgroßer Blüti vor ihr.

In dem ihr schon bekannten rotbraunen Habitus und dem großen bunten Blütenkopf. Die Augen weit geöffnet, blickten nicht böse, eher etwas belustigent auf das Erdenmädchen herab. Die Blütenblätter in verschiedenen Former und Farben seiner runden Kopfblüte waren außen an diesem Organ ( ?? ) angebracht.

Das Ganze hatte eine entfernte Ähnlichkeit mit einer Sonnenblume der Erde. Nur daß diese hier unterschiedlich in Farbe und Form waren. Außerdem schien jedes einzelne Blütenblatt beweglich und steuerbar zu sein.

Sie war gar nicht so sehr erschrocken, eher erstaunt über eine neue Eigenschaft und den Möglichkeiten der Blütis.

Heui , dachte die Schöne. Sowas hat sie ja noch nie gesehen und für möglich gehalten. Ich muß das alles genauer kennen lernen, sagte sie sich.

Und da war mit einem Male wieder eine Stimme in ihrem Kopf. Freunlich und gar nicht böse oder aggressiv.

Ich grüße dich schönes Erdenmädchen. Ich bin dein Begleiter. Werde dir alles erzählen und deine Fragen beantworten für die Zeit , die du bei uns bist. Wir alle freuen uns, daß du unserem ganzen Volk helfen möchtest. Danken dir auch für deine freundliche Rede vor uns Allen.

Sie war perplex. Verstand überhaupt nicht was hier vorsich ging. Sie hatte ja gar keine Rede gehalten und auch kein Angebot für irgend eine Hilfeleistung abgegeben.

Sie sagte sich, ich muß dem freundlichen Blüti eine Antwort geben. In ihrem Kopf wirbelten tausend Gedanken und formierten sich zu Sätzen. Sie sprach kein Wort von den Gedankenformulierungen. War wieder erstaunt, als sich die Stimme ihres Gegenübers plötzlich für die netten Sätze bedankte. Dabei färbten sich einige Blütenblätter des Kopfkranzes und bewegten sich rythmisch auf und nieder.

Auweia, Gedanken lesen konnten die Blütis also auch. Da mußte sie ja höllisch aufpassen, daß ihre Gedankenspiele nichts Unangenehmes über ihre Gastgeber hervor bringen.

Automatisch bewegte sie ihren linken Arm um nachzusehen, wie spät es eigentlich ist. Ihre Uhr sagte ihr, das sie acht Stunden unterwegs war. Sie zeigte einundzwanzig Uhr an.

Das hatte aber überhaupt keinen sinnvollen Wert. Sie war ja nicht auf der Erde, sondern auf einem fremden Planeten. Wußte überhaupt nicht wie lange sie unterwegs war, wo sie war. Was es hier für eine Zeitrechnung gab, war genauso unklar.

Es war hier keine Sonne zu sehen, war aber immer mäßig warm und dazu alles in einem leicht orangenfarbigen Licht getaucht. Nirgends waren Schatten oder hellere Stellen zu sehen. Sehr komisch das Alles.

Noch etwas fiel ihr auf. Sie hatte schon lange nichts getrunken, auch nichts gegessen oder geschlafen. War auch nicht müde oder abgespannt, nicht unruhig oder ängstlich.

Das stimmt, du bist seit acht Monaten bei uns, sagte plötzlich die Stimme des Blüti. Wir nehmen nur etwa alle sechs Perioden unserer Zeitrechnung Nahrung auf. Unsere Körper sind darauf eingestellt. Wenn du möchtest, hole ich dir eine Speise. Ja sagte sie.

Er ging, besser gesagt, watschelte mit eher schlurfenden Schritten über den Boden. Wege, egal welcher Art, gab es hier offenbar nicht. Sie hatte ihn noch nicht laufen sehen, war nur erstaunt über die Fortbewegungsart dieser Wesen. Diese schwerfällige Gangart paßte allerdings zu ihrem ganzen Körperbau.

So gesellte er sich zu einer Gruppe Blütis die hier überall herum standen. Kam im nächsten Augenblick mit einem Behälter der aussah wie eine bauchige Kruke, zu ihr. Übergab das Gefäß und drehte sich um, um zu gehen.

Das Mädchen nahm die Kruke, roch daran. Konnte nichts feststellen. Sie nahm vorsichtig ein Schluck einer dicklichen , breiähnlichen Flüssigkeit, unbestimmter Färbung. Hatte keine Geschmacksempfindung.

Er sah ihr zu. Sie sagte nur hmm, giftig war es nicht. Schmeckt nicht nach Ihm und nicht nach Ihr. Welchen Geschmack möchtest du gerne haben fragte er. Na viellecht eine Nudelsuppe mit Rindfleisch. Lächelte. Woher sollten die Blütis diese Geschmacksrichtung kennen.

Ist alles aus Naturprodukten zubereitet. Alles Gewachsene wird bei uns verarbeitet. Es gibt sehr wenige Pflanzen, Tiere noch weniger. Die werden so gut wie gar nicht zu Speisen verarbeitet.

Er griff unter seinen Mantel oder Umhang. Holte ein kleines Behältnis hervor. Schüttelte ein paar Krümel des Inhaltes in die Kruke. Sie kostete und war sehr erstaunt. Es schmeckte und roch wie eine Rindfleisch-Nudelsuppe.

Langsam leckte, schleckte oder schlürfte sie aus der Kruke die suppenähnliche Speise. Bedankte sich beim Blüti. Ich bin ja nicht direkt neugierig. Würde aber gerne wissen, wie ihr eßt und trinkt und überhaupt lebt. Was ihr so ständig macht und was ihr könnt.

Er lächelte. In ihrem Kopf hörte sie die Worte, daß es so viele Fragen mit einem Male gibt. Er wird sie nacheinander beantworten.

Fangen wir ganz unten an, sagte er. Das wir einen vollkommen anderen Körperbau haben hast du ja schon von Anfang an bemerkt. Ihr Menschen seid ja sehr schöne Wesen. Im All bestimmt die Allerschönsten. Ihr habt viele Organe für eure funktionierende Lebensqualität. Ob das alles gut und optimal ist, möchte ich nicht bewerten.

Wir, du betitelts uns als Blütis , haben einen anderen Aufbau unserer notwendigen Organe. Von Außen sehen wir plump und groß, rotbraun in der Farbe unserer äußeren Hautschicht aus. Sie ist rauh und hart, dafür kaum verletzbar. Dafür schützt sie uns vor vielen Strahlen unserer Sonne und denen ,die aus dem All kommen.

Wir können unserer Haut aufklappen wie einen Mantel. Ich zeige es dir. Er tat es. Als Erstes siehst du hier einen breiten Ring. Wie ein Gürtel umspannt er unseren Körper. Später erzähle ich dir mehr über seine weiteren Funktionen.

Du siehst dann eine milchig weiße Haut von oben bis unten. Das ist gar kein Organ sondern ein Behälter, in dem verschiedene Organe vorhanden sind, die für unser Leben notwendig sind. Ich kann diese Hautpartie öffnen auch wie einen Mantel. Dahinter kommt der nächste Hautmantel mit Organen, diesmal in Orange. So geht es weiter.

Insgesamt sieben doppelwandige Hautpartien, zwischen denen Flüssigkeiten oder anderes unbekanntes Material zu sehen ist. Alles in unterschiedlichen Farben und Konsistenzen. Sie umspannen den gesamten Körper, um wenige halbfestige , ihr sagt Knochen dazu, Bauteile zu sichern.

Wir brauchen auch keine Knochen, wie ihr Menschen. Alle unsere Hautpartien haben gleichzeitig eine Stützfunktion. Wir sind dadurch sehr stabil, überall beweglich und kaum verletzungsanfällig. Deshalb gibt es bei uns auch keine sogenannte Ärzte. Jeder kann sich selbst behandeln, bei irgend welchen Problemen. Im akuten Notfall könnte jeder Andere Unterstützung leisten. Das kommt fast nie vor.

Von Geburt an lernt jeder mit seinem Körper umzugehen. Probleme zu beheben und Hilfe zu leisten ist Pflicht. Wer dazu nicht in der Lage ist, Schäden im Gehirn hat, wird ausgesondert und kommt in eine separate Gemeinschaft. Dieser Kreis ist sehr klein.

Es gibt bei uns keine unterschiedlichen Geschlechter. Demnach auch keine unterschiedlichen inneren oder äußeren Geschlechtsmermale oder Geschlechtsorgane.

Und wie vermehrt ihr euch dann, fragte das Erdenmädchen ? Das ist eine Gehirnsache. Wenn sich zwei, es geht nur mit zweien von uns, sich sehr gut verstehen und eine aktive , gut abgestimmte Funktion der Gehirne vorhanden ist, bildet sich eine Gemeinschaft.

Dann öffnen sie beide gleichzeitig einen bestimmte Hautmantel. Hier sind die notwendigen Stoffe vorhanden, die ein hochwertiges Sperma und Lebenselexier produzieren.

Die beiden Partner müssen ein genau abgestimmtes Gemisch herstellen. Nur dann kann ein neuer Blüti entstehen. Dauert etwa fünf Sonneneneinheiten. Nach eurer Rechnung sind das cirka fünfzehn Monate.

Der gesammte Wachstumsvorgang wird von den beiden speziellen Computerabteilungen unserer Gehirne gelenkt und kontrolliert.

Unter diesen Bedingungen bilden und vereinigen sich bei Beiden die notwendigen Zellstrukturen. Wenn es da Gemeinsamkeiten gibt, findet ein Austausch und Zusammenfinden statt. Der ist übrigends sehr lange und sehr gefühlvoll und wohl vergleichbar mit einem Orgasmus bei euch Menschen.

Wird bei uns aber nicht als Spiel oder Massenorgien zelebriert. Kommt hier nur zwei- bis dreimal im gesamten Leben vor. Dann ist dieser Teil unserer speziellen Energie verbraucht. Kann nicht wieder aufgeladen werden.

Übrigends bekommt jeder der beiden Beteiligten einen Neugeborenen. Alle gehören dann zusammen und bilden eine Lebens-und Arbeitsgemeinschaft.

Der äußere Mantel ist rot und verdeckt im Normalfall die anderen sechs Hautpartien mit den notwendigen Organen in der Farben Orange, Gelb, Grün , Blau, Indigo und Violett.

Wenn sie geschlossen sind, erscheint unsere Körper weiß. Das ist ja auch die Farbe des Lichts bevor sie durch ein Prisma gelenkt wird. Aber auch nur dann, wenn der Gürtel, der alles umspannt, auf den gesamten Körper ausgerollt ist. Dann sind wir nämlich unsichtbar.

Dieser Gürtel ist unser Energiepotential. Im einfachsten Fall ist er in der Körpermitte eingerollt. Kann aber je nach Wunsch teilweise oder ganz ausgerollt werden. Das bedeutet höchsten Schutz für uns.

Je nach ausgerollter Gürtelbreite können wir uns schwebend bewegen. Können langsam oder auch schnell schweben und sogar fliegen. Unsere Füße sehen aus wie die Watschelfüße wie bei euch auf der Erde die Gänsefüße. Sind nur zum langsamen Gehen geeignet und im unteren Teil einziehbar. Ähnlich der Funktionsweise eines Teleskopes, also zusammenschiebbar.

Später erzähle ich dir noch weitere Funktionen dieses Gürtels, der ist übrigens farblos und nur vom eigenen Träger sichtbar.

Das Erdenmädchen war sprachlos. Hatte sich die Erklärungen des Blütis mit höchster Konzentration angehört. Und warum habt ihr mich ohne mein Willen und Wissen hierher geholt. Was habe ich mit all dem zu tun ?.

Dazu muß ich dir ein paar weitere Dinge über unseren Planeten erzählen, sagte er.

Unser Planet ist dem Untergang geweiht. Es gibt nichts mehr was uns hier retten kann.

Vor vielen Zeiteinheiten unserer Rechnungen ist unser Zentralgestirn explodiert. Er hat sich als roter Stern aufgebläht und wird in absehbarer Zeit unseren Planeten aufsaugen.

Das ist uns lange bekannt. Wir haben hier einen hohen Stand von Wissenschaft, unsereren technischen Möglichkeiten und der gesamten Entwicklungsstufen der Lebewesen erreicht.

Wie auch auf eurer Erde haben sich bei uns große Gruppierungen der Bevölkerung aus habgierigen Gründen abgesondert. Sie versuchten mit Gewalt und vielen Erfindungen auf allen Gebieten der Technik, alle Anderen zu unterdrücken.

Erst mit ökonomischen Repressalien und dann mit kriegerischen Unterwerfungen , die Macht über Alle und Alles zu bekommen.

Es kam deshalb zu sehr starken und langwieriegen Kriegen. Die eigentlich friedliebenden und vernünftigen Teile der Bevöllkerung konnten sich die Repressalien nicht gefallen lassen. Haben sich gewehrt und schließlich gesiegt.

Da die kriegerischen Auseinandersetzungen vorallem mit sehr starken Kernwaffen geführt wurden, sind die überwiegenden Bevöllkerungsteile vernichtet worden. Jetzt leben hier in dieser Gegend nur noch die letzten vierhunderttausend unserer Blütis. Wir waren einmal zwanzig Milliarden hoch entwickelte Wesen.

Dazu gab es eine riesige Menge Pflanzen und Tiere verschiedener Arten.

Durch die Kriege wurde fast alles zerstört. Der ganze Planet ist leer und unfruchtbar. Es ist alles zerstört und nicht mehr erneuerbar. Nur hier in dieser Gegend haben sich die Überlebenden gesammelt, vorrüber gehend gerettet.

Wir können hier aber auch nicht mehr weiter leben. Durch die Kernwaffen geriet alles außer Kontrolle und der Planet verbrennt jetzt langsam vollkommen. Ein Atombrand, entstand durch die vielen Kernwaffenexplosionen, zerstört den Planeten. Von seinem Entstehungspunkt schreitet er unaufhörlich über die gesammte Fläche. Wird auch hier einmal ankommen. Wir werden dann schon lange nicht mehr existieren.

Es entstand eine Kettenreaktion , durch die unsere Lebensräume vollkommen vernichtet werden. Dieser Prozeß ist nicht mehr zu stoppen. Wir werden hier also verbrennen. Die Wissenschaftler arbeiten immer noch angestrengt an der Suche nach Rettungsmöglichkeiten. Bis jetzt gibt es keine.

Deshalb soll versucht werden, unsere Art Lebewesen woanders hin zu bringen und etwas Neues aufzubauen. Dabei sind wir auf eure Erde gestoßen . Und du könntest uns dabei helfen unsere Art bei euch anzusiedeln.

Das verstehe ich nicht so richtig, sagte das Erdenmädchen. Die Menschheit ist zwar technisch noch nicht so hoch entwickelt wie ihr hier.

Aber Kämpfe zwischen den unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen gibt es bei uns in vielfachen Arten. Sogar Kriege mit dem Einsatz von Kernwaffen gab es schon. Wie soll ich euch von hier auf unsere Erde bringen. Dazu habe ich doch weder die Kraft noch die Möglichkeiten und schon gar nicht die Erlaubnisse der zuständigen Regierungen.

Wir haben dir noch sehr viele Dinge zu erzählen, von denen du bisher nichts weißt. Du wirst bestimmt erstaunt sein, wenn du unsere Pläne und Möglichkeiten kennen lernst. Eine Weile kannst du noch bei uns leben und bist uns ein lieber Gast.

Einmal wird man dir die konkrete Frage stelle, ob du uns bei dieser großen Sache helfen möchtest. Wenn du zustimmst, wird diese größte Aktion zwischen uns und euch Erdenmenschen gestartet werden. Du kommst dann auch zurück auf deinen Heimatplaneten.

Und wenn nicht, fragte das Mädchen? Dann gibt es keine anderen Möglichkeiten für dich und für uns mehr. Du wirst immer unser Gast sein, bis zum totalen Untergang unserer Zivilisation und des ganzen Planeten. Das wird gar nicht mehr so lange dauern. Sagen unsere Wissenschaftler. Denn der Atombrand schreitet unaufhörlich voran.

Ihr habt mich doch hierher geholt. Könnt ihr mich nicht auch wieder zurück bringen ?

Das geht leider nicht, sagte der Blüti. Wir werden es dir später erklären. Na da bin ich aber gespannt sagte sich das Erdenmädchen.

Alle waren freundlich zu ihr. Es gab keinerlei Belästigungen. Eigentlich war es ihr oft langweilig, da sie ja keine Aufgaben hatte.

Manchmal kamen jüngere Blütis zu ihr. Dann erzählte sie ihnen von der Erde. Wie es dort aussah und was die Menschen tun, wie sie leben und arbeiten. Auch über technische Dinge wurde gesprochen.

Ihr Gehirn produzierte Bilder und kleine Filmchen von der Erde und Allem was es darauf gab und an was sie sich erinnerte. Alle Dinge die sie sich im Kopf vorstellte, wurden auf dem Weg zu den Blütis zu Bildern oder auch kleinen Filmen.

Mitunter lächelten ihre Gastgeber über Sachen, die auf der Erde üblich waren. Besonders die Vielzahl unterschiedlicher Fahrzeuge und sonstiger Transpormittel wie Autos, Schiffe, Flugzeuge und sonstwas, erweckten großes Interesse.

Dann erzählten sie , daß es ähnliche Geräte vor langer Zeit auch auf ihrem Planeten gab.

Das Heute gefällt allen besser. Früher gab es viel Schmutz und krankmachende Geräusche und sehr schlechte Luft-und Atemverhältnisse. Das ist nun schon sehr lange her. Die jetzt üblichen Lebensbedingungen sind bedeutend besser. Abgesehen von dem jetzigen Endzustand ihres Planeten.

Großes Interesse zeigten sie auch an Filmen über die Liebe zwischen den Menschen . Natürlich auch über die Vermehrung, das Geschlechterverhalten und alles was mit Sex und deren Abarten und Auswüchsen zu tun hat.

Da werdet ihr euch wieder etwas umstellen müssen, wenn ihr auf der Erde leben wollt. Das hätte das Mädchen lieber nicht sagen sollen. Die Zuhörer der Blütis machten mit einem mal eher traurige Augen.

Auch die Worte, die sie dann dem Erdenmädchen sagten, hatten ziemlich traurige Inhalte. Sie gaben zu verstehen, daß kaum jemand der Bevölkerung in der Lage sein wird, die Erde zu erreichen. Alle Bewohner die hier bleiben, werden hier auf dem Planeten sterben, mitsamt Allem was hier noch existiert.

Auch der Teil der Transporteure, also Raumfahrer, Energiespender und Beschützer verlassen unseren Planeten. Nicht alle werden die Reise überstehen. Auch die Angekommenden werden mit den für sie neuen Bedingungen klar kommen müssen .

Die Erde erreichen nur, wenn alles gut geht, die ungeborenen Neulinge. Die werden auch erst in ihrer neuen Umgebung das Glück eines neuen Lebens genießen und viel Neues lernen können. Zudem muß ja alles neu aufgebaut werden.

Natürlich auch nur, wenn dort die Bedingungen optimal für sie sind. Nach diesen Worten trat plotzlich eine eisige Ruhe ein und einige der Blütis verließen die Zusammenkunft. Das Mädchen war tief bestürzt. War zu keiner freundlichen Regung fähig. Sie hatte Neues gehört, verstand oder begriff den Inhalt nicht so richtig.

Dann zerstreute sich die freundliche Runde mit dem Mädchen. Sie war auch etwas betrübt. So wie sie den Eindruck von sehr traurigen Blütis hatte. Sie nahm sich vor , ihren Begleiter um Antworten zu diesem Problem zu bitten. Wollte endlich genaue Dinge und Verhaltensweisen erfahren.

So kam es dann zu dem Gespräch. Sie erfuhr, daß der Termin des Anfangs dieser Aktion in zwei großen Einheiten ihrer Zeitrechnung beginnen kann. Natürlich nur, wenn das Mädchen der Rückkehr zustimmt.

Die Entfernung des Planeten zur Erde ist sehr groß. Die technischen Möglichkeiten der Blütis sind so hervorragend, daß sie die Dauer der Reise sehr stark kürzen können. So ist es ihnen möglich, den Raum zwischen den beiden Planeten zu krümmen und ein Wurmloch zu erzeugen, in dem der Transport vonstatten geht. Das haben sie schon mehrfach getan.

So ist das Erdenmädchen hier auf diesen Planeten geholt worden. Das geht aber nicht ständig. Ein sogenanntes Fenster durch den Raum muß erst geschaffen werden. Dieser Termin ist jetzt ausgearbeitet worden.

Dazu waren umfangreiche Arbeiten getan worden. Besonders die Erschaffung der notwendigen Energiemengen waren erste Schritte. Die Bereitschaft der Mitreisenden mußte geklärt sein. Ganz wichtig natürlich war die Bereitstellung, Erzeugung und Sicherung der Neugeborenen.

Nicht zuletzt mußte der Rest der Zuhausebleibenden so gesichert werden, daß sie bis zum Moment X XX der Vernichtung des Planeten existieren können.

Dieser Fakt war eindeutig nicht zu umgehen. Leider war es so. und nicht abwendbar. Die gesamte Bevölkerung war informiert und einverstanden mit den festgelegten Maßnahmen. Und das Erdenmädchen hatte die große Aufgabe in ihrem Körper die Embrios von 1024 Blütis, also Nachkommen, zu transportieren.

Sie war erschüttert, als sie das hörte. Konnte sich nicht vorstellen, wie das geschehen kann. Sollte sie jetzt mit so vielen Blütis eine Art Geschlechtsverkehr ausüben, um die notwendigen Samenträger, Sperma und sonstigen Flüssigkeiten zu erhalten?

Nein natürlich nicht. Es wird nur eine einzige Behandlung notwendig sein. Mehr sagte man ihr aber nicht. Was sie nicht gerade ruhiger machte.

Die Zeit verging . Jeder merkte an der aufkommenden Hektik der sonst so ruhig wirkenden Bewohner, daß die kommende Zeit der absoluten Veränderung der Lebensumstellung der Blütis, angebrochen war. Es ging los.

So richtig wohl war ihr aber nicht nach dieser Offenbarung durch den Blüti. Andere Möglichkeiten gab es augenscheinlich genauso wenig. Also abwarten und weiter die Welt erkunden in der sie zur Zeit lebte. Es war ja sowieso die einzigste Beschäftigung die sie hatte.

 

Da lag sie nun wieder

 

Es war warm und hell und windig und roch nach Wasser am großen See. Die junge Frau lag noch auf ihrer Matte im Sand am Strand. Sie hörte Musik die sie nicht kannte. Fand sie aber schön, lustig, aufmunternd.

Noch hatte sie ihre Augen geschlossen. Träumte wohl so vor sich hin. Dann, irgendwann, reckte und streckte sie sich. Richtete sich langsam auf, bis sie eine halbwegs angenehme Sitzposition erreicht hatte.

Dann hob sie ihre Augenlider an. War noch sprachlos. Blickte aufs Wasser. Sah viele andere Menschen aller Altersstufen. Die spielten, tummelten sich im Wasser, saßen auf ihren Decken oder sonstigen Sitzgelegenheiten. Tranken aus Flaschen , Bechern, aßen irgend etwas. Lächelte in sich hinein und sagte zu sich selbst, bloß gut, daß dieser blöde Traum vorbei ist.

Sie drehte ihren Kopf mal nach rechts, mal nach links und war erstaunt Dinge zu sehen, die sie noch gar nicht kannte. Nanu meinte sie, habe ich lange auf meiner Decke geschlafen oder einfach nicht aufgepaßt, als ich hier in das Freibad kam. Na egal, jetzt verspürte sie einen leichten Durst und den Wunsch, sich eine Limo oder etwas Ähnliches am Bufett zu holen.

Stand auf und nahm ihr kleines Täschchen mit dem Kleingeld und dem Taschentuch und ging zum Kiosk. Zuerst nicht, dann aber fiel ihr auf, daß die anderen Badegäste sie groß und freundlich ansahen. Dachte sich aber nichts dabei. Sie wunderte sich abermals über die Bauten an denen sie vorbei kam.

Überall standen auch Automaten, an denen man sich irgend ein oft buntes Getränk selbst zapfen konnte. Wollte es bezahlen, aber niemand schien zuständig dafür zu sein, ihr Geld anzunehmen. Wen sie ansprach , lächelte nur freundlich und wunderte sich darüber, daß die junge Frau ihnen irgend welche Metallchips geben wollte.

Na gut, dann eben nicht. Sie nahm ihren Becher und ging in Richtung zu ihrem Platz. Etwas seitlich des Weges stand oder lag, jenachdem wie man es betrachtet, eine Art Denkmal oder auch künstlerische Figur.

Bunt lag dieses Mädchen im Sand mit leicht aufgestützten Armen.

Ihr Blick zum Himmel gerichtet, heiter, forschend, zufrieden. Vielleicht als glücklich anzusehen. Diese Statue lag vor einem großen Baum. Der hatte keine Blätter aber einen Kopf wie eine Blume mit vielen bunten Blütenblättern rund herum.

Auf dem Sockel stand eine Jahreszahl. Die interessierte aber kaum jemand, denn sie zeigte eine Zahl an, die vor 65 Jahren aktuell war. Naja dachte das Mädchen, was sich manche Künstler so einfallen lassen. Wollte ihren Weg fortsetzen und blieb nach ein paar Schritten stehen.

Wie angewurzelt stand diese junge Frau plötzlich wieder vor der Statue. Betrachtete sie wieder und wieder. Sah sich selbst dort liegen. Sogar ihr Bikini den sie auch jetzt anhatte, war der Gleiche, den auch diese Statue trug.

Sie sah sich und diese Baumfigur mit dem Blütenkopf immer und immer wieder an. War keiner Bewegung und keines Wortes fähig. Merkte nicht einmal, daß um sie herum immer mehr Menschen ankamen.

Hörte manche Stimmen die sagten, seht mal, die junge Frau sieht genauso aus wie die auf dem Denkmal.

Ihre Gedanken rasten im Kopf herum. Das war doch ihr Traum. Was war denn nun wieder los. Sie erinnerte sich plötzlich der Dinge, die auf dem fremden Planeten passierten. Sah im Geist die Baumwesen, die sie schon als Freunde bezeichnen könnte.

Erinnerte sich daran, daß es in der letzten Zusammenkunft darum ging, daß sie wieder zurück zur Erde konnte.

Und jetzt diese Gedankensprünge um das Weiter der Umsiedlung der dortigen Bevölkerung. Sie sollte doch auch in ihrem Bauch einen Behälter, wohl eine geschlossene Blase, mit den Embrionen ( so nannten die Blütis ihre Nachkommensansätze ) in den Flüssigkeiten auf der Reise beschützen.

Es war mit einem mal so, als würde jemend einen Schalter drehen und der Strom war weg, alle Lampen aus.

Das Gefühl hatte diese junge Frau, als sie keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte. Absolut leer erschien ihr Gehirn, als ein paar kleine Tränen über ihre Wangen liefen.

Sie saß etwas abseits auf einem großen glatten Stein, wollte sich beruhigen. Mußte etwas tun, um wieder anzukommen im Jetzt. Sie sah an sich herunter. Besah sich ihr Bäuchlein. Alles war wie immer.

Sie war ja noch jung und schlank. Und hübsch natürlich, ich sollte mir mal einen netten Mann anlachen. Könnte wohl wieder einmal etwas für mein Wohlgefühl tun. Dann fing sie wieder an zu lächeln.

Sah sich vorsichtig um. Es war niemand in ihrer Nähe. Ganz schnell zog sie das Höschen ihres Badeanzugs aus und sah sich das Ergebnis an. Als hätte sie so etwas erlebt, sah sie nun gar nichts mehr.

Alle ihre Haare waren weg. Die Haut war blank und glatt und sauber soweit sie sich auch bückte um alles genau zu sehen. Nicht ein einzieges Häärchen haben ihnen die Blütis dran gelassen. Naja sagte sie sich. Vielleicht haben sie sich einmal etwas Schönes einer Erdenfrau betrachtet. Sie konnte wieder lächeln. Benahm sich ja nicht päpstlicher als der Pabst.

Sie hatte sich schon mal gedacht, daß sie einfach über diesen unteren Weg in ihren Körper eingedrungen sind um ihren Nachwuchs bei ihr zu deponieren. Erinnern konnte sie sich nicht an eine derartige Sache. Sie wird wohl ohne Bewußtsein gewesen sein, als die ganze Reise mit den Vorbereitungen liefen. Egal, es ist erledigt.

Sie nahm sich nur vor, einmal zur Kontrolle zum Arzt zu gehen. Vielleicht würde sie auch einmal eine Familie und Kinder haben wollen. Dann sollte alles in Ordnung sein. Beruhigt setzte sie sich wieder auf die Steinplatte.

Da ging es wieder los. Die ihr bekannte ,erst leichte, dann dichtere Nebelwand kam ganz schnell auf sie zu. Und ehe sie überhaupt noch etwas sagen oder tun konnte, standen ihre drei bekannten Blütis vor ihr.

Begrüßten sie freundlich. Bedankten sich sehr viel und stark für die Mitarbeit und Hilfe bei der Umsiedlungsaktion.

Das Mädchen freute sich genauso darüber, daß sie helfen konnte , den Blütis hier auf der Erde eine neue Heimat und Lebensgrundlage zu schaffen.

Das wurde mit der Weltregierung vereinbart und vertraglich zugesichert und fixiert. Sie erhalten einen neuen Lebensraum für sich . Dürfen sich aber überall frei bewegen.

Sind integriert und arbeiten mit den Menschen zusammen. Die Blütis stellen ihr hohes Wissen und Können und ihre Erfahrungen der Menschheit zur Verfügung. Alle hoffen , daß der anfängliche sehr gute Eindruck und die gegenseitige Akzeptanz erhalten bleibt.

Die Blütis können ihre Ländereien urbar machen und darin nach ihren Ansichten und Vorstellungen leben. Da sie einen hohen Bildungs-und Entwicklungsstand haben, wird ihnen das auch gelingen. Und wie geht es euch, fragte das Mädchen ?

Wie war denn die Reise und eure Ankunft hier. Was geschieht mit eurem Planeten. Wieviele von euch sind gerettet. Was habt ihr mit mir gemacht. Viele Fragen auf einmal, sagten die Blütis.

Zuerst also zu dir.

Du brauchst dir um deine Gesundheit auch für dein weiteres Leben keine Sorgen machen. Wir hatten ja auf unserem Planeten für unsere Spezies einen höchst guten bis perfekten Gesundheitsstandard. Davon profitierst du jetzt in hohem Maße.

Wenn du zu einem eurer Ärzte gehst und dich untersuchen läßt werden die feststellen, daß sie so etwas noch nicht gesehen haben. Du bist für dein ganzes Leben, wie wir auch vor allen Krankheiten absolut sicher. Solltest du einmal äußere Verletzungen bekommen, werden die praktisch über Nacht verheilt sein.

Die Reise hast du sehr gut überstanden. Wir haben ständig aufgepaßt, daß alles normal bleibt. Hast ja auch die ganze Zeit gut geschlafen.

Die Flüssigkeiten mit den winzigen Embrios haben wir in einer separaten Blase in dein Bäuchlein implantiert. Mußten nur ein paar Versorgungsleitungen legen, damit alles gut funktioniert. Narben wirst du keine finden. Wir haben den menschlichen Körper vorher so gut studiert, daß alles bestens verlaufen ist.

Du hast bestimmt gesehen, daß das Denkmal schon 65 Jahre hier steht. Du warst so lange mit uns und bei uns. Bist jetzt aber genauso jung wie bei deiner Abreise. Naja nicht ganz. Anderthalb Jahre bist du älter geworden.

Sie wußte nicht, was sie zu all dem sagen sollte. Ich freue mich für mich und auch für euch, daß ihr hier auf der Erde eine neue Lebensgrundlage gefunden habt.

Wieviele Blütis sind denn hier angekommen, fragte sie.

Wir sind jetzt Siebzigtausend und die 1024, die bald geboren werden. Zwanzigtausend sind auf dem Planeten geblieben. Sie wissen, daß sie mit dem Planeten untergehen werden. Sie wollten aber nicht mit auf die Reise zur Erde gehen.

Jeder konnte sich frei entscheiden, welchen Weg er gehen möchte. Ihr wart noch vierhunderttausend auf eurem Planeten, sagte das Mädchen. Aber angekommen sind nur Siebzigtausend. Wo sind denn die anderen geblieben ?

Du hast Recht mit deiner Vermutung sagte der Blüti. Die Umsiedlung haben weniger unserer Wesen überstanden. Keiner wußte vorher, wie die Reise zur Erde verlaufen würde. Wie lange sie dauern würde haben unsere Wissenschaftler auch nur annähernd berechnet. Die Risiken zwischen Abfahrt und Ankunft waren sehr schwer zu bestimmen. Fest stand für uns, wenn wir nichts tun und auf unserem alten Planeten bleiben, werden alle absolut vernichtet.

Der Atombrand zerstört alles . Außerdem wird unsere rote Sonne sich aufblähen und den Planeten einsaugen, also so oder so, wird alles Leben untergehen. Da ist die Reise zur Erde mit all ihren Problemen das kleinere Übel.

Und wir sind froh und stolz auf die Tatsache, daß wir uns hier wieder neu organisieren und leben werden.

Was mich noch interessiert, ich habe noch niemals irgend eine Rakete oder ein anderes Raumfahrzeug gesehen. Habt ihr die so gut versteckt oder wie sehen diese Dinger aus.

Du hast nur Vorstellungen von Transportmitteln die für die Überbrückung von Raum und Zeit nach den technischen Möglichkeiten der Wissenschaft der Erdenmenschen geschaffen wurden und noch werden sagte der Oberblüti.

Das hat mit unseren Möglichkeiten durch`s All zu fliegen, nichts zu tun. Unsere Kenntnisse und Möglichkeiten zur Bewegung, egal welcher Kategorie, sind bedeutend höher entwickelt, als eure.

Grundstoff und Grundsatz ist bei uns die Energie. Damit werden wir geboren, damit arbeiten und leben wir, damit sterben wir.

Unsere Körper sind reine Energie. Alle Organe bestehen nur aus Energie, die für die betreffene Aufgabe in eine bestimmte Form gebracht wird. Wir können schweben oder auch fliegen, weil wir mit unserem Energiepotential anderen Energieformen, wie zum Beispiel einer anderen Anziehungskraft, entgegen wirken können.

Damit können wir andere Kräfte neutralisieren und somit ausschalten oder auch unschädlich machen.

Der Blüti öffnete seinen äußeren Mantel. Du hast ja schon einmal unseren Gürtel oder auch Reifen oder Ring gesehen , der als erstes zu sehen ist. Er besteht nur aus komprimierter Energie. Kann jede beliebige Form annehmen.

Wir können ihn ausrollen soweit wir wollen. Bedecken damit die Körperfläche und beschützen sie sicher. Jetzt können wir damit schweben und auch fliegen. Dazu müssen wir uns nur in eine bestimmte Position bringen. Das lernt jeder schon von Kleinauf.

Das ist nur der Anfang. Wenn wir den Energiegürtel vollkommen ausrollen und mit einem oder mehreren unserer Art aneinander reihen, werden wir stärker, schneller und noch widerstandsfähiger.

Das ist auch das Prinzip unserer Fortbewegung im Weltraum. Wir schaffen eine hohe Geschwindigkeit je mehr von uns sich vereinen. Ihre Körper sind ganz aneinander gedrückt. Bilden eine Kugel, die immer größer und auch schneller wird .

Zwei solcher Kugeln starteten in genau berechneten Abständen . Sie glänzen von Außen wie ein silberner Ball. Sind aber Spiegel aus denen der Energiestrom die Geschwindigkeit der Kugel erzeugt.

Sie bestanden aus Fünfzigtausend von uns und dienten als Reserve für die Hauptkugel also die dritte Kugel, die größte und wichtigste Transformationsstufe. Das war die Zentrale, in der auch du eingeschlossen warst. Wir haben dich gut bewacht und beschützt.

Da die Energiepotentiale der einzelnen Blütis natürlich durch den Flug abnehmen, war es deren Aufgabe, sich in der Haupkugel einzureihen und die Ausfälle zu ersetzen.

Somit mußte gewährleistet werden, daß diese ihr Ziel erreicht. Leider ist es so, daß die Blütis, deren Energie verbraucht ist, nicht mehr lebensfähig sind. Denn im lichtlosen Raum haben sie kaum die Möglichkeit eines Aufladens ihres Energiespeichers. Das weiß jeder und opfert sich für die große Umsiedlung zur Erde.

Die große Hauptkugel mit dir als Erdenmädchen und Hoffnungsträger unseres Weiterbestehens auf eurem Planeten bestand aus über zweihunderttausend Blütis. Wir haben auf unserem neuen Lebensraum eine große Gedenkkugel errichtet, auf dem der Flug dargestellt ist. Natürlich mit größter Dankbarkeit und Hochachtung für die aufopferungsvolle Teilnahme unserer ehemaligen Planetenbewohner.

Das Mädchen war sprachlos und war den Ausführungen mit Hochachtung auf die Leistung und Opferbereitschaft gefolgt.

Dann folgte eine längere Pause zum Verarbeiten dieser Informationen. Der Blüti wandte sich noch einmal an das Erdenmädchen.

Heute Nacht ist damit zu rechnen, daß hier auf der Erde zu sehen sein könnte, wie unser alter Planet zerstört wird, wie er explodiert, wie er aufhören wird, zu existieren.

Das geschah zwar schon ein paar Jahre früher. Durch die große Entfernung zwischen den beiden Himmelskörpern kommt das Licht der Zerstörung erst jetzt hier an.

So war es dann auch . Inmitten des nächtlichen Himmels konnten alle sehen, wie erst ein fernes Leuchten entstand. Gar nicht einmal groß war der helle Punkt. Er blähte sich etwas auf, wurde dann wieder kleiner und dann kaum noch zu sehen.

Die Spezialisten mit modernen und starken Beobachtungsmöglichkeiten werden bestimmt gute Bilder oder Filme erzeugen können.

Wichtig war aber jetzt, daß es gelungen war, die hoch entwickelten Lebewesen von dort hier auf die Erde zu bringen und einen Neuanfang ihrer Lebensform zu garantieren.

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