Karl-Konrad Knooshood

STAR WARS & JESUS-Story im Vergleich (STAR-WARS-Woche,Teil 2)

 

 

STAR WARS und die Erlösergeschichte der Bibel haben keine Gemeinsamkeiten. Natürlich nicht, wäre ja absurd! Aber ein paar Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten gibt es schon. Wie sich schon die Bibel in der ägyptischen Mythologie schamlos bediente (das hässliche Trivial-Vulgaritätsausdrückchen "klauen" vermeiden wir hier), so findet dies auch bei den Kreatoren des modernen Sci-Fi-Mythos, jener streckenweise durchaus edlen Sage, einer epischen Heldenreise, dem klassischen Kampf des Guten gegen das Böse, des Hellen versus das Dunkle, Anwendung.

 

Es handelt sich bei STAR WARS ohnehin um die uralte, klassische Story, die Geschichte, die die Menschheit seit jeher in immer neuen Variationen erzählt, umgeben von ungestümen Naturgewalten, auf einem winzigen Planeten eingebettet in ein finsteres, von, nach allem was wir wissen, exkludierend die Erde, lebensfeindlichen, tödlichen, toxischen Planeten bevölkerten Universum.

 

Dabei ist jede der bislang bestehenden drei Filmtrilogien anders.

 

Derweil die Haupttrilogie einen märchenhaften Glanz hat und klassische Märchen-Stereotypen und Charakteristika variiert, naiv und niedlich ist, ist ihre Vorgeschichte, die in der zweiten Trilogie behandelt wird, sehr politisch, eine Analogie auf bestehende Verhältnisse, vor allem aber historische Vergangenheit, insbesondere des 20. Jahrhunderts, verbunden mit ein wenig Fortschrittskritik (siehe Klontruppen). So erinnert des Imperators Machtergreifung, wenn nicht vollständig, so doch in Ansätzen, an Hitlers selbige – oder an die der meisten sozialistischen Despoten, die oftmals wahlweise politisches Vakuum, ausbrechendes Chaos im zusammenfallenden Staatsgebilde oder gar die Segnungen der Demokratie für ihre finsteren Zwecke ausnutzen.

 

Die dann ihre Gegner töten, verschleppen oder an unbekannten Orten verschwinden lassen. Der galaktische Imperator PALPATINE, ursprünglich ein politischer Vertreter des Planeten NABOO (wie es schien) im Galaktischen Senat (ein ganzer Planet, der nur aus einer gigantischen Metropole besteht, auf dem sich entsprechender Senat sowie der Tempel der Jedi-Ritter befindet, die als eine Art Friedenshüter der Galaxis fungieren), der sich dann per geschicktem Intrigen- und Ränkespiel, im Schatten agierend, Krieg und Krisen auslösend, die erst sein Machtstreben begünstigten, an die Macht schleicht. Er lässt zunächst alle auffindbaren Jedi-Ritter töten (mittels der an die Klonsoldatentruppen durchgegebenen "Order 66", einem wahrhaft diabolischen Plan).

 

Natürlich überleben einige wenige der Jedi-Ritter und müssen ins Exil fliehen.

 

Diese zweite Trilogie ist also eher  politisch gefärbt, vom Weltpolitischen mehr inspiriert (auch wenn die erste Trilogie durchaus auch ihren politischen Kommentar enthielt).

Der Todesstern als eine Art V1 in Überdimension und außerordentlicher Feuerkraft, die ganze Planeten vaporisieren kann, "Stormtroopers", zu deutsch "Sturmtruppen", die an Wehrmachtssoldaten und z.T. SS-Schergen erinnern, einige Soldaten (zu sehen in Episode V, "Das Imperium schlägt zurück", als das Imperium den Eisplaneten HOTH einnimmt, als eine Art "Leibwache" DARTH VADERs) ähneln gar mit ihren Helmen KKK-Kapuzen. Das Galaktische Imperium, das aus dem Sturz der Galaktischen Republik entsteht, fungiert als Terror- und Willkür-Staat (auf galaktischer Ebene, planetenübergreifend), der seine Untertanenplaneten unterdrückt und in Sklaverei und Drangsal hält, ausbeutet. Hier wird gleich das Messianische angedeutet: ANAKIN SKYWALKER, als Sohn einer Sklavin auf dem Wüstenplaneten TATOOINE geboren, scheint der Junge mit überragenden, außergewöhnlichen Fähigkeiten zu sein, der Die Macht, ein kosmisches Konzept eines alles Lebendige und Nichtlebendige durchdringenden/durchströmenden/beseelenden Energiefeldes, in sich trägt und beeinflussen kann. Mehr übrigens als die übrigen Jedi-Ritter, die übersinnliche und übermenschliche Fähigkeiten dadurch anwenden können, dass sie mit der Macht umgehen, sie zu gebrauchen verstehen.

Man kann diese Macht (engl. "Force") auf böse ("die dunkle Seite der Macht" und gute "die helle Seite der Macht" anwenden, bei dem Jungen wird festgestellt, dass er möglicherweise laut einer Prophezeiung aus alter Zeit, derjenige ist, der die Macht wieder "ins Gleichgewicht" bringen könne.

 

Hier zeigt sich bereits die erste Parallele zur Bibel, wo auch schon mehrere Propheten die Ankunft eines "Erlösers" ankündigen, mehr oder minder verklausuliert.

Vollends biblisch wird's, als SHMI SKYWALKER, ANAKINs Mutter, auf die Nachfrage QUI-GON JINNs, wer der Vater des Kindes der alleinerziehenden Mutter sei, sie andeutet, ihren Prachtsohn ganz plötzlich empfangen zu haben und es keinen Vater gebe.

Sie wurde schwanger/trug ihn aus – Ende der mysteriösen Geschichte. Soweit so (wie) (der) "Messias" also.

Dass der liebe Junge vom zufällig auf den Planeten TATOOINE kommenden Jedi-Meister QUI-GON JINN und dessen – da noch Eleven – Begleiter OBI-WAN KENOBI entdeckt und dann dazu überredet wird, zum Jedi-Ritter zu werden, eher zum Knappen zuvörderst, ist obligatorisch. Vor allem, als QUI-GON ja des Jungen extraordinäre Fähigkeiten feststellt. OBI-WAN KENOBI, da noch Jedi-Schüler, zeigt eine teilrebellische Haltung gegenüber seinem Meister QUI-GON JINN und lehnt dessen festen Entschluss zunächst ab, den Jungen zum Jedi-Ritter auszubilden. Er ist vorläufig misstrauisch gegenüber ANAKIN SKYWALKER. Mit seiner Entscheidung, den Jungen ANAKIN SKYWALKER zu einem Jedi-Ritter auszubilden, stellt sich QUI-GON JINN zudem auch gegen den Jedi-Rat, unter dem Vorsitz MACE WINDUs und Meister YODA, der die Ausbildung des Jungen untersagt. OBI-WAN soll bald zum Meister aufsteigen, QUI-GON hält ihn für bereit. Dies geschieht denn auch, wobei noch zu erwähnen bleibt, dass QUI-GON JINN im Kampf mit dem Bösewicht DARTH MAUL (ein vom späteren Imperator PALPATINE geschickter Killer und Mittelsmann) das Zeitliche segnet, von diesem mit einem Lichtschwert erstochen wird – und OBI-WAN KENOBI nun als Jedi-Meister die Ausbildung des sonderbegabten Knaben übernimmt.

Im späteren Verlauf, dem jugendlichen Überschwange und aus einer Unsicherheit, Freund und Feind nicht mehr unterscheiden zu können, wie es für die Jugend typisch(er) ist, in einem Moment der Schwäche, großer Beeinflussbarkeit, als der junge Jedi-Schüler ANAKIN SKYWALKER den Einflüsterungen des DARTH SIDIOUS (alias PALPATINE) nicht mehr widerstehen kann, wechselt er auf die dunkle Seite der Macht. Sein Wechsel zum Imperator in Spe, PALPATINE, ist geradeheraus schockierend. Dass er daraufhin noch zum treuesten Vasallen seines neuen Meisters, eines SITH (die SITH waren die bösen Gegenspieler der Jedi) namens PALPATINE, dem Imperator dann also, wird, ist grauenhaft. Eine Entwicklung, die dann nicht mit der biblischen Geschichte des Erlösers JESUS CHRISTUS übereinstimmt, denn JESUS hatte zwar seine durchaus zornigen Momente (etwa, als er die Händler aus dem Tempel vertrieb), wechselte aber nie zum Bösen (im Biblischen wohl so etwas wie die Seite des Teufels). An dieser Stelle enden also vorerst die Ähnlichkeiten. Die Gemeinsamkeiten mit dem Liebe predigenden JESUS sind nicht mehr vorhanden. Die historischen Parallelen zur Geschichte des 20. Jahrhunderts, insbesondere der der Diktaturen, werden dafür umso deutlicher, insbesondere, was Nazis, Stalinisten, Sozialisten, Faschisten und Ajatollahs anbelangt. Siehe: Die Machtergreifung PALPATINEs, zu sehen in "STAR WARS – Episode III – Die Rache der SITH".

 

Als sich, siehe alte, erste Trilogie, DARTH VADER im letzten Augenblick durch die Rettung seines Sohnes LUKE SKYWALKER letztlich für die helle Seite der Macht entscheidet, nachdem er zuvor jahrzeuzntelang Terror, Tod, Tyrannei von der dunklen Seite der Macht aus in die Galaxis getragen hatte, er den bösen Imperator also in den Energieschacht des Todessternes warf, erlöste er gleichzeitig sich selbst. Er erfüllte somit doch noch die alte Prophezeiung, Die Macht wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Mit dieser selbstlosen Tat, die ihn allerdings seine letzte Lebenskraft und somit das Leben kostete, brachte er das größte Opfer. Durch die Selbstaufopferung wird alles wieder gut – hier ergeben sich neuerliche Parallelen zur Bibel, in der JESUS den mutigen Schritt geht, sich durch Qual und Folter – und schließlich die Kreuzigung, zu Tode bringen zu lassen, um stellvertretend für die Menschen alle Sünden auf sich zu nehmen und zu sühnend, die Menschheit quasi von ihnen reinwaschend. Diese Erlösung im Tode bringt auch DARTH VADER in den Himmel, nur nicht als einen von den Toten Wiederauferstehenden, auch nicht als Stellvertreter und Sohn Gottes, neben ihm auf einem Thron sitzend, sondern als Erlösten, der irgendwo im Jenseits der Macht, in diesem alles durchdringenden Energiefeld weiterlebt.

Sein Sohn LUKE lässt ihn feuerbestatten und wohnt diesem auch ihn reinigenden Ritual bei, er lässt auch einen Teil von sich und der Vergangenheit hinter sich.

 

Ja, STAR WARS ist und bleibt der modernisierte Erlösermythos, verbunden mit der klassischen Adoleszenz- und Helden(reise)geschichte – ein Kinophänomen zudem, das die Sehnsüchte seiner Zuschauer adressiert und die Bedürfnisse, wenn auch nur auf spiritueller respektive metaphysischer Ebene, befriedigt. Wir alle sehnen uns nach Erlösung und Vergebung unsrer Sünden oder nach etwas Heldenhaftem, nach Wichtigkeit und einem Erbe, das wir hinterlassen, einem immateriellen. Wir sehnen uns nach Abenteuern und danach, dem Bösen zu widerstehen und uns dem Guten zuzuwenden. Wir sehnen uns nach etwas Höherem, Göttlichem.

 

Das Schöne, Faszinierende an STAR WARS ist, dass es uns dies bietet, ohne dass es Wirklichkeit werden muss, ohne dass religiöse Verblendung und Erlösungswillen, die in der Realität sehr viel Leid und Tod bewirkten und noch bewirken, von irgendeinem Irren in die Welt geschissen werden müssen.

 

Auch die Sehnsucht nach einem großen (An-)Führer, die gefährliche Auswirkungen in der Realität haben kann, wird bedient und als das porträtiert, das sie ist: Eine ziemlich ungute Sache. STAR WARS wird uns begleiten durch die Zeiten…

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.12.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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