Karl-Konrad Knooshood

STAR-WARS-Momente (STAR-WARS-Woche, Episode III)

 

Ein jedes Kind, ob groß, ob klein,

wollte schon mal Jedi sein,

 

Jedes Kind, ob groß, klein, mittel kennt,

was man gemeinhin STAR WARS nennt,

 

Fast jedes Kind, ob Frau, ob Mann,

hat oder hatte irgendwann,

ein Stück vom Riesenmerchandise,

und ist ein wenig naseweis,

weiß alles über VADER, LEIA, SOLO, OBI-WAN,

 

Jeder der modernen Popkultur verbundene, offene und begeisterungsfähige Mensch hat diesen einen besonderen Moment des "Ersten Kontakts", nicht mit Außerirdischen, sondern dem Phänomen STAR WARS. Seit nunmehr vier Generationen ist es präsent, vor 20 Jahren genau hatte ich meinen ersten STAR-WARS-Kinofilm. Der erfolgreichste Film des Jahres 1999, der den STAR-WARS-Hype neu entfachte, so dieser wieder voll ausbrach, ein damals neuer Film, Teil 1 einer neuen, als frische Trilogie angelegten Filmreihe, die die Vorgeschichte zu den Ereignissen der alten Trilogie (1977, 1980, 1983) bilden sollte, dies war der erste STAR WARS meiner Generation, der ich damals knackige 17 Jahre alt war, jung und sexy.

Obwohl dieser Film im Nachhinein als ein um ein Vielfaches schwächerer Teil des inzwischen, mit dem jetzt kommenden Film zu einer Ennealogie (einem Neunteiler!) angewachsenen fiktiven Universums/Franchises angesehen wurde und es zum Ende des 20. Jahrhunderts eine ganze Menge qualitativ wie inhaltlich besserer, vielschichtiger Filme gab (etwa "Matrix", der in der ersten 2000er-Hälfte durch zwei Fortsetzungen zur Trilogie anwuchs)war ich insgesamt vier (4!) Mal im Kino, um mir dieses Spektakel anzuschauen, das zumindest audiovisuell mit starken Strukturen aufwarten konnte. Zum Vergleich: In der hochkarätigen "Hamlet"-Adaption von 1996 war mein Vater vier Male, ich hingegen nur zwei, was bei mir ebenso noch für "James Bond 007 – Casino Royale" (2006) und "STAR TREK – Into Darkness" (zu meiner Schande) zutrifft.

 

Ich freue mich – bedingt – auf den neuen Film, wenngleich ich meine, dass der Ausverkauf der im Grunde totgerittenen Marke STAR WARS, spätestens, seitdem sie unter dem Disney-Label steht und noch mehr gemolken wird, allmählich groteske Formen annimmt. Dennoch nimmt mich das Phänomen gefangen, der Score, also die epische Erkennungsmelodie, der Titelsong quasi, die teils skurrilen Charaktere, Figuren, das erfrischend simple Gut-Böse-Schema in einer Totaldichotomie, Lichtschwerter und die Kämpfe mit ihnen, Raumschlachten, nervige, allzu menschenähnliche Roboter als alberne Stan-&-Laurel-artige Sidekicks, eigenartige Kreaturen (die nur für den visuellen Aha-Effekt da sind) und futuristische Settings (die immer etwas extrem "used"/"benutzt-beschmutzt" aussehen, angeblich wird diese "Authentizität" von den Fans hochgeschätzt, von mir nicht, denn: Wer sagt, dass der Weltraum schmutzig sein muss?) sowie exotische Planeten. Und ich steh total auf LEGO, insbesondere das STAR-WARS-LEGO, das die dänische Spielzeugfirma in Lizenz herstellt (weshalb die Sets unverschämt teuer sind, vor allem im Vergleich zu "normalem" LEGO wie Rittern, Piraten und Stadt)…

 

Meine allererste Berührung mit STAR WARS fand allerdings noch viel, viel früher und unspektakulärer statt: Als ich 11, vielleicht 12 war (1993 oder 1994):

 

Mein erster echter STAR-WARS-Moment,

war gar nicht so spektakulär,

bei Patenonkel/-Tante vorm Fernseher,

in einem kleinen Gästezimmer,

es wurde spät, da meine Eltern,

angeregt wie sonst auch immer,

mit Onkel, Tante, Mutters Schwester,

sich unterhielten,

nein, es war noch nicht Silvester,

 

Ein altes Röhrengerät,

groß war's freilich nicht,

doch ein Meisterwerk bleibt eins,

da 's zu einem allzeit spricht,

auch aus dem kleinsten Rahmen,

oder aus dem Flachschirm mit Ambilicht*,

oder auf der Riesenleinwand mit Beamer,

Damals war die Welt 'ne lahme,

sie hatte für die Dinge andre Namen,

Es gab kein NETFLIX, keine Streamer,

keine Smartphones für Jungs und Damen,

 

Übrigens hieß STAR WARS damals im deutschen Sprachraum, in unsrer sündhaft schönen Sprache, noch "Krieg der Sterne". Der erste Film der alten Trilogie hieß so, den schaute ich, denn er kam im Free-TV. Das nannte man damals schon so.

 

Als 1999, 2002 und 2005 dann die Teile der zweiten Trilogie erschienen, wurde die erste Trilogie neu nummeriert. Da es sich beim alten ersten Film (jenem zu Deutsch: "Krieg der Sterne") um die Hauptgeschichte handelte und er keinen Zusatztitel trug, nannte man die ab 1999 erschienene Trilogie entsprechend, da es sich um die Vorgeschichte zur alten Trilogie handelte, Episode I bis III. so wurde aus Teil 1 der alten Trilogie im neuen Kanon Episode IV, Zusatztitel im Original "A New Hope", auf Deutsch wörtlich mit "Eine neue Hoffnung" übersetzt. Episode V (zweiter Teil der alten Trilogie) hieß allerdings schon immer "The Empire Strikes Back" ("Das Imperium schlägt zurück"), Episode VI hieß dann "The Return Of The Jedi" ("Die Rückkehr der Jedi-Ritter"). Seit 2015 fängt nun die Nachgeschichte zur alten Trilogie (Episoden IV bis VI) an, nun also Episode VII, Episode VIII, es folgt jetzt der (vorläufige, vermutlich) Abschluss mit Episode IX. "Der Aufstieg SKYWALKERs" wird sie heißen, im schönsten Genitiv.

 

Eine neue Generation STAR-WARS-Fans wächst heran, wiederum sehr junge Kinder, jede Generation erhält ihr eigenes STAR WARS, das ist wahr. So schade der ganze kommerzielle Scheißdreckaspekt auch sein mag, so sehr für meine Generation auch das Schauen der neuen STAR-WARS-Filme sich anfühlen mag (also Episode VIII, "Der letzte Jedi", war für mich im nüchternen Nachmoment betrachtet, eine grottenschlechte Show), es ist und bleibt ein zeitresistentes Phänomen.

 

Warum? Weil es sich natürlich, das mag man gut oder schlecht finden, es spielt keine Rolle, sich dem sich stark wandelnden Zeitgeist anpasst. Die alten Fans der ersten Stunde (die den ersten Film der alten Trilogie 1977 im Kino gesehen haben) sind jetzt alte Säcke von 50 bis 65 Jahren, beklagen sich (völlig zu Recht, wie ich finde!) darüber, dass der alte Spirit/Esprit, der Zauber, die Magie der alten Trilogie hinfort ist. Das gilt schon für die zweite Trilogie (Episoden I-III), die sogar für mich, der die erste Trilogie nur aus dem Fernsehen, später von DVD, eventuell bald aufgerüstet zur BLURAY, kennt, längst nicht dies Märchenhafte, Zauberhafte der alten Trilogie erreichen. 1997 kam übrigens, 20 Jahre nach der Kinopremiere von "Krieg der Sterne" (1. Teil alte Trilogie, jetzt ja Episode IV – "Eine neue Hoffnung"), eine digital aufgebrezelte Fassung aller drei Teile der ersten, alten Trilogie (1977-1983), für kurze Zeit in die Lichtspielhäuser. Damals hatte ich nur noch nicht so viel Taschengeld, Lust und Eigenständigkeit, mir das Spektakel im Kino anzusehen. Diesen digital effektverbesserten Versionen waren auch (gelinde gesagt: äußerst sinnfreie) "zusätzliche Szenen" zu eigen, die unter den Beinhartfans, vornehm ausgedrückt, umstritten bis unbeliebt.

 

Die neueste Trilogie (die aus dem Gesamt-STAR-WARS-Werk eine Ennealogie macht, die Serien und Spin-Off-Filme (als computeranimierte Serie gab es etwa "STAR WARS – THE CLONE WARS" und ferner "STAR WARS REBELS", die ausgekoppelten, separaten Filme "Rogue One" und "SOLO – A STAR WARS STORY" nicht mitgezählt) wird auch wieder anders sein, den alten Spirit nicht reaktivieren können. Sie ist, wie schon Trilogie Nummer 2, Episoden I bis III (1999-2005), Kind ihrer Zeit.

 

Mir persönlich fielen schon bei Episode VIII unerträgliche Feminazi- und SJW-Motive sowie die vielbeschworene aber sinnlose, weil künstlich erzeugte, Diversität negativ auf und minderten den Schaugenuss. Dennoch werde ich auch Episode IX eine Chance geben, als notorischer Fan kann ich nicht anders. Wann kann ein wahrer Fan schon konsequent sein?

 

Möge ruhig jede Generation ihr eigenes, unverwechselbares zeitgeistiges STAR WARS haben. Wenn ich längst verblichen sein werde, werden sich meine Kinder und Kindeskinder und deren Kinder und Kindeskinderkinder an der eigentlich immer gleichen und doch so anderen Story laben, dieser primitiven aber herzlichen (oder dem, was Disney unter "Herzlichkeit" versteht) Dichotomie des durch und durch Guten und des absolut ultimativen Bösen.



(29.10.2019)



Jedes Kind jeder Generation seit Start der Filmreihe, des Science-Fiction-Phänomens STAR WARS, hat
seine eigene Erinnerung, die Älteren waren vielleicht damals, 1977 dabei, als der erste Film der ersten
Trilogie (die heutige Episode IV), der mit "Eine neue Hoffnung" zusatzbetitelt war und damals noch in
Deutschland unter dem eingedeutschten Titel "Krieg der Sterne" firmierte, in die Kinos kam, die nicht
ganz so Alten (wie ich), die Ü30er und Ü40er, erinnern sich gewiss an "Episode I - Die dunkle Bedrohung",
die 1999 in den Lichtspielhäusern erschien. Mein persönlicher STAR-WARS-Erstmoment ist nicht
spektakulär, fand auf der kleinen Röhren-Bildschirm-"Leinwand" des heimischen TV-Gerätes meines
Onkels statt, doch muss ich gestehen, welchen Zauber dieser erste Teil der alten Trilogie auch ohne die
spätere mehrfache digitale Überarbeitung (und die Addition unnötiger Zusatzszenen) selbst zu Nicht-HD-
Zeiten entfaltete, diese simple Märchen weltraumatischer Dimension. Es ist immer noch ein Meisterwerk.
Inzwischen sind wir alle erwachsen geworden, die Jüngeren schauen die Filme vielleicht via Streaming,
manche Ältere, wie ich, planen den Kauf auf BLU RAY, diesen großen Schritt, nachdem sie die Filme
bereits alle auf DVD hatten, und zwar sowohl in unbearbeiteter Fassung als auch digitaler
Neubearbeitung. STAR WARS ist "A Kind Of Magic", um es wie FREDDIE MERCURY zu sagen.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.12.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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