Marlene Remen

24 TÜRCHEN

Nach zwei Tagen rief Oma ihre Lisa an um zu fragen, wie es ihr ging.
"Ach, Omi, der blöde Husten will einfach nicht weggehen, es tut mir
so weh im Hals, kann Nachts gar nicht schlafen, das ist nicht schön."
"Ja, mein Schätzlein, das glaube ich dir, aber hab nur Geduld, es wird
bestimmt bald besser. Sehr viele haben zur Zeit eine Erkältung, das
liegt wohl an dem Wetter, immer Regen und der kalte Wind, das mag
ich auch nicht. War auch nicht mehr draussen, aber für Morgen haben
die Wetterfrösche im Fernsehen sogar etwas Sonne vorausgesagt.
Na, da lassen wir uns mal überraschen, ob sie Recht hatten. 
Und du, halt dich schön warm und bleib soviel wie möglich in deinem Bett."
"Ja, Omi, das mache ich, rufe dann Nachmittags Jessi an, um nach den
Hausaufgaben zu fragen und mache sie dann, sonst weiß ich nachher nicht,
wie weit wir sind."  "Das finde ich Prima, Liebes, bald sind ja auch die
Weihnachtsferien und du kannst dich richtig erholen. Hab dich lieb,
mein Schätzlein, machs gut."  "Du auch, Omi, ich vermiße dich !"


Am Mittwoch-Morgen rief ihre Tochter an und sie fragte Oma, ob ihr
der nächste Mittag Recht wäre, um sie abzuholen.  "Aber ja, mein Mädchen,
muß ich Verpflegung mitnehmen, scherzte sie.  "Aber nein, Muttchen,
wir machen ja keine Weltreise, bist du schon sehr gespannt darauf,
was ich dir zeigen will ?"   "Ja, das bin ich, hab schon hin und her überlegt,
was es wohl sein könnte, aber ich komme nicht drauf."  
"Ja, ich weiß, du liebst Überraschungen, wenn sie schön sind und ich glaube,
sie sind es. Bis Morgen dann, so gegen 13.30 Uhr bin ich bei dir."
"Ja, ich komme dann nach unten, sagte Oma, sehe dich ja vom Fenster aus."
Ein kleines Lächeln hatte sie danach im Gesicht und ja, sie freute sich auf
den nächsten Tag.


Pünktlich zur verabredeten Zeit kam ihre Tochter und nach einer herzlichen
Begrüßung fuhren sie los. Ein wenig durch das kleine Städtchen, vorbei an Läden
und dem Weihnachtsmarkt auf dem kleinen Marktplatz, auf dem sehr viele
Menschen waren.  "Nun wird noch eingekauft, was vielleicht vergessen worden ist,
meinte Oma, dieser Trubel ist nichts mehr für mich. Die Geschenke für euch habe
ich schon eine Weile zu Hause, mache mir da keinen Stress,."  Aber ich hoffe,
du hast nicht zuviel eingekauft, mein Muttchen, das muß nicht sein !"
"Nein , nur eine Kleinigkeit, schmunzelte Oma verschmitzt und ihre Tochter
sah das lustige Funkeln in ihren Augen.  "So, nun sind wir bald da, es ist nicht
mehr weit, sagte ihr Tochter und Oma schaute gespannt aus dem Fenster des
kleinen Autos.  Sie bogen in eine Strasse ein, die in eine kleine Reihenhaus-
Siedlung führte und nach wenigen Metern hielt ihre Tochter vor einem Haus an.
Dort wurden sie schon von einer sehr freundlichen Dame empfangen und ins
Haus gebeten.

"Hoffmann ist mein Name , sagte sie und ich zeige Ihnen jetzt die Räumlichkeiten,
sie haben Sonnenschein mitgebracht, das ist sehr schön nach dem Schmuddelwetter."
Im Parterre hier gibt es zwei Räume und eine kleine Küche, sowie ein Badezimmer.
Wenn sie mir in den ersten Stock folgen wollen, schauen Sie sich nur in Ruhe um."
Das taten sie und ihre Tochter ignorierte die fragenden Blicke ihrer Mutter.
Es waren ebenfalls zwei Räume, etwas größer als im Erdgeschoss, ebenso Bad und Küche.
"Möchten sie sich nun auch das schöne, große Dachzimmer ansehen, von dort haben sie
einen herrlichen Ausblick über die ganze Siedlung und können sogar bis zum Fluss
hier in der Nähe sehen. Es ist eine ruhige Umgebung, obwohl hier viele Familien mit
Kindern wohnen und dafür ist diese Siedlung ja auch gebaut worden."
Sie hatte nicht zuviel versprochen, der Ausblick aus dem Dachfenster war wunderbar,
sehr geräumig war das Zimmer und die Sonne machten diesen Anblick noch schöner.
"Nach hinten heraus gibt es eine Terrasse, die in einen kleinen Garten führt, hier kann
man sich wohlfühlen, oder ?" fragte Frau Hoffmann.


"Ja, sagte Oma, das ist wahr, aber erklärt mir nun mal Jemand, was der Sinn dieser
Besichtigung ist, sie war doch ein wenig verwirrt.  "Wir gehen wieder hinunter,
sagte ihre Tochter und dann sag ich es dir, ja, mein Mutttchen ?" 
Unten angekommen, mußte sie sich erst einmal setzen und ihre Tochter sagte :
"Muttchen, das ist das Geheimnis und die Überraschung, die ich dir zeigen wollte.
Könntest du dir vorstellen, hier mit mir und Lisa zu wohnen, was meinst du dazu ?
Das habe ich und auch Lisa sich schon lange gewünscht, wäre das nicht schön ?"
"Ja, das wäre schön, sagte Oma und wischte sich eine kleine Träne aus den Augen,
aber ist das denn finanziell für dich machbar, ein ganzes Haus ist kostspielig !"
"Habe mir bei meiner Bank schon alles ausrechnen lassen, die Belastung wäre nicht
höher als die Miete der jetzigen Wohnung und wir wären zusammen, wir Drei,
was sagst du ?"   Mit lächelnen Augen schaute ihre Mutter sie an und meinte dann :
"Wollt ihr Zwei das wirklich und gehe ich euch dann nicht auf die Nerven, irgendwann ?
Das möchte ich auf keinen Fall, fügte sie leise hinzu.
"Ja, wir möchten das, rief ihre Tochter, Lisa spricht von nichts Anderem mehr, sie und
auch ich, wir wollen dich immer bei uns haben, nun sag schon ja, mein Muttchen !"
Sie nahm ihre Tochter in die Arme und flüsterte ihr ins Ohr : "Ja, mein Mädchen,
ja, das habe ich mir doch auch schon so lange gewünscht, nun wird dieser Wunsch
endlich wahr."


"Frau Hoffmann, nun kann Weihnachten kommen und im neuen Jahr hat dieses Haus
drei glückliche Bewohner, machen Sie bitte alle Papiere fertig, ja.
So, nun komm, mein Muttchen, jetzt gehen wir noch einen Kaffee trinken, es gibt
sogar ein kleines Cafe hier, das können wir uns dann gleich ansehen, es wird dir gefallen."
Das tat es und Oma kam aus dem Lächeln gar nicht mehr heraus und am späten Nachmittag
brachte ihre Tochter sie zurück in ihre Wohnung . Mit dem Versprechen, sie am Samstag 
zu holen und zu Lisa zu bringen, sie ließ ja schon keine Ruhe mehr, die Omi endlich
bei sich zu haben und die Türchen aufzumachen.
Und in der Nacht träumte Oma von Blumen, Vogelgesang und dem hellen Lachen von Lisa.





 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.12.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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