Pascal Tröger

Berlin

6:00 Uhr morgens. Der Wecker klingelt. Ein zweiter Wecker klingelt. Zur Sicherheit. Die Vorfreude steigt und in meinem Körper tanzen die Glückshormone. Ich springe unter die Dusche und das kühle Nass weckt den Rest meines Körpers. Schnell den Rest des Gepäcks gestopft und auf zum Bus. Eine ungewöhnliche Fahrt an einem Dienstagmorgen. Am Bahnhof noch einen Kaffee und ab zum Fernbus. Die Fahrt soll fünf Stunden dauern. Ich denke, ich reiße so eine Zeit „auf einer Arschbacke ab“. Erinnerungen kommen noch. An eine Busfahrt nach Warschau. In der ersten Reihe im Bus sitzt neben mir eine ältere Dame. Wir kommen ins Gespräch. Sie ist eine vitale Witwe, die ihre Enkelin in Berlin besucht. Wir reden auf der Fahrt vier Stunden fast ohne Pause. Über Gott und die Welt. Ich gebe ihr meine Handynummer. Wenn sie wolle, könne sie mir gern kochen beibringen. Ich habe noch viele Defizite. Vegetarische Suppen selbst machen. Da brauche ich Verbesserungen. Ich denke an meine verflossene Liebe. Die Frau konnte kochen und mit ihr war ich in Warschau. Wische den Gedanken bei Seite. Heute ist nur für das Positive Platz.
Die Fahrt zieht sich länger als gedacht. In Hamburg staune ich erneut über die Alster , schaue mein altes Wohnhaus an. Denke an kurz an meine Zeit in der Hansestadt. Kiel ist meine aktuelle Liebe. Hamburg bleibt die erste große Liebe, die verflossen ist.
Von Hamburg nach Berlin gibt es wie üblich nur Einöde. Dazu jede Menge Nebel. Die Fahrt will und will nicht rumgehen. Ich informiere meinen besten Freund über die pünktliche Ankunft.
Musik im Ohr lässt träumen.
13:00 Uhr ist Ankunft in Berlin am ZOB. Ich verabschiede mich kurz von meiner Mitreisenden. Renne zur S-Bahn. Alles genauso schmutzig wie immer. Die ganze Atmosphäre riecht, schmeckt, fühlt sich so an wie Berlin. Die S-Bahn schmutzig und in hässlichen Farben. Lange nicht mehr schwarzgefahren. Da muss wieder Routine her. Ich mustere die Menschen. Zucke zusammen, wenn einer Dokumente zieht. Man, Pascal. Bist du jetzt weich? Musik an und aus dem Fenster geguckt. Ausstieg in Wedding. Ich werde empfangen. Mein bester Freund hat eine Wohnung in Berlin Mitte. Ich rede ohne Ende. Als gäbe es Morgen keinen Sauerstoff mehr.
Wir laden das Gepäck kurz ab und gehen zum Asiaten. Die Kellnerin spricht Englisch. Eine zweite Bedienung mit Ihrer Brille und den wirklich speziellen Klamotten bedient jedes Klischee über Berlin. So als würde jeder seine Rolle spielen. Das Essen ist überdurchschnittlich. Scharf. Ich schwitze. Sehr gut. Für einen Cappuccino geht es ins Café weiter. Auch hier ist Englisch die Sprache mit der wir begrüßt werden. Die Kellnerin hat einen stark eingefärbten Akzent. Ich kann ihn nicht zuordnen.
Die Themen, die besprochen werden, rasen. Ich bin jetzt Zuhörer.
Dann geht es weiter. Insgesamt 21 km durch die ganze Stadt zu Fuß. Ein paar Stationen schwarz mit der U- und S-Bahn. Mal planlos. Mal mit Ziel.
Ich merke, ich liebe Berlin. Zum dauerhaft wohnen wäre es nichts.
Nach langer Suche ist ein guter Italiener
Das Pesto ist gut. Der Kellner verschüttet zwei Flaschen. Die Laune gut.
Die restlichen wichtigen Themen werden besprochen. Nach dem Restaurant stehen die letzten 4 km Fußmarsch an. Wir halten an einem Kino. Machen ein Foto, denn morgen soll es Kino sein. Schon bei einem Trip nach Amsterdam waren wir zu zweit im Lichttheater.
Zu Hause angekommen falle ich ins Bett. Aus dem Bett, das eine umfunktionierte Couch ist, kann ich über einen riesigen Platz schauen. 6. Stock. Wir reden noch kurz. Um 22 Uhr fallen meine Augen zu. Ich freue mich auf drei weitere Tage.

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