Gabriele Förster-Wöbke

Alltägliches im Januar


Guten Tag, Frau Meier – kaum erkannt – wie geht 's den Kindern, Hund und Mann? Gut ins Neue Jahr gekommen? Die Zeit ist aber auch verronnen. Im Sommer erst, am Ostseestrand, da sagte ich zu meinem Hans: >>Bald schon gibt es die Weihnachtsgans<<. Und im Herbst am Mittelmeer – auch das ist noch nicht lange her – da sprachen wir vom nächsten Jahr: Urlaubsplanung, ist doch klar. Und schwuppdiwupp, schon ist es da. Wie haben Sie Weihnachten verbracht? Bei uns war wieder Stimmung – ach – mit Enkelkindern, sechs an der Zahl, gibt es ja stets viel Tralala: Die Kleinen haben vorgesungen, textfest und mit starken Lungen, musikalisch sind sie alle, das haben sie von Onkel Kalle. Das war der Bruder meines Großpapas, im Ersten Weltkrieg starb er gar, doch musikalisch war er sehr – doch das ist jetzt schon lange her, doch in den Genen steckt das drin, so macht der frühe Tod doch Sinn. Und dann in der Silvesternacht, gab 's im Haus 'nen dollen Krach: Der Schnellkochtopf vom Nachbar Harm, der wollte nicht das Essen gar'n, stattdessen ist er explodiert - die ganze Küche ruiniert. Sie glauben 's nicht, da war 'was los. Wir Nachbarn rannten hin, zum Trost. Mit Sekt, Berlinern und auch Klee – Frau Harm sah aus – ojemine: Mit Lockenwicklern, im Unterrock, im Gesicht stand ihr der Schock. Ihr Mann war völlig echauffiert, wie war ihr das denn nur passiert. Dabei lag er seit Tagen flach, mit 'ner Erkältung, jammernd, ach, hätt' sie gemerkt, er simuliert, dann wär' das Drama nicht passiert. Stattdessen machte sie, die Puppe, dem Kerl auch noch 'ne Hühnersuppe. Suppengrün und Hühnerklein wollten wohl nicht im Magen sein und rutschten nun die Wände runter - das machte den Herrn Harm sehr munter. Nun kann er wieder renovieren, na ja, das kann ja mal passieren. Frau Meier, ich hätt' 's fast vergessen: Mein Mann, der wartet auf das Essen. Pünktlich um eins ist er gewöhnt, sonst sitzt er wieder da und stöhnt. Ich muss jetzt ganz schnell mal nach Haus'. Er war doch nett, der kurze Plausch.“

 

© 2020 Gabriele Förster-Wöbke

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