Sonja Soller

Gefangen in Stawropol 6. u. 7.

6.
Eine etwas andere Liebesgeschichte

Franziska und Alexander – Auf der Flucht


Das Lager ist ja riesig, von hier oben sieht man erst mal wie viel Glück wir hatten, dass du mich in dem richtigen Gebäude entdeckt hast. Wie hast du das bloß geschafft“, Alexander war wirklich perplex und stolz zugleich auf Franziska.

Einen guten Lageplan und natürlich eine ganze Portion Glück, sonst hätte ich das nicht geschafft, und die Sehnsucht dich endlich in den Arm nehmen zu können haben mich angetrieben, ….. und ein gut funktionierendes Navi“,schob Franziska nach und sah Alex scheel von der Seite an. Sie waren beide froh, dass ihnen bis hier die Flucht ohne größere Probleme geglückt war.

Sie durften nicht zu tief, aber auch nicht zu hoch fliegen, einmal um nicht von den Jagdfliegern zerfetzt zu werden; sie waren zwar unsichtbar, das Fluggerät als Masse dennoch vorhanden, zum anderen könnten sie vom Radar erfasst werden, oder eine Drohne fliegt in sie hinein.

Für die beiden Flüchtlinge hatte mit dem defekten Navi von Alexanders Flugobjekt eine unglaubliche, abenteuerliche Reise begonnen. Sie befanden sich immer noch über dem Gefangenenlager, drum herum nur Steppe, nichts als Steppe. „Wir müssen sehen, dass wir nach Sotschi kommen“, stellte Franziska fest, „vielleicht können wir sogar unterwegs tanken, sie zog die Mundwinkel hoch, Energie aufladen, wir müssen es jetzt nehmen wie es kommt“. In diesem Fall vertraute Alex Franziska total, zärtlich nahm er ihre Hand und hauchte einen Kuss darauf. Franziskas schenkte ihm einen Blick, der Bände sprach. Alex wurde es wieder ganz warm uns Herz.

Inzwischen befanden sie sich über Armawir. „Jetzt wird es wirklich Zeit, lange können wir nicht mehr unbemerkt weiter fliegen, ich geh jetzt tiefer, wir müssen schauen, was uns dort unten erwartet. Als normale....“

Franziska stutzte, „dass wir keine Russen sind, sieht man uns auf etliche Kilometer an“. „Lass uns erst einmal landen, dann überlegen wir weiter“, meinte Alexander.

Bisher hatten sie noch nicht das Gefühl gehabt, verfolgt zu werden. Vielleicht war Alexander den Russen doch nicht so wichtig, Vorsicht war in jedem Fall geboten. „Wie gut ist eigentlich dein Russisch“? Franziska sah Alexander fragend an,außer Soljanka und Russki-Popolski nichts „, wir müssen es eben mit Händen und Füßen versuchen, uns verständlich zumachen“, meinte Alex , „gibt es hier an Bord eigentlich noch andere Kleidung außer der, die wir anhaben, Decken oder Ersatzschlafsäcke, irgendetwas wo man Capes ober etwas Tragbares draus machen könnte?“ Um ehrlich zu sein hatte Franziska sich dahingehend noch nicht umgesehen. Außer den Fliegeranzügen war keine andere Kleidung an Bord, soweit sie wusste.

Sie näherten sich einem dicht bewaldeten Areal. „Von oben sieht es eigentlich ganz schön aus, leider machen wir keine Urlaubstour. „ hast du auch das viele Militär gesehen, Alex?“ „Wir werden das „UFO“ so gut es geht verbergen, dass es auch, wenn die Energie komplett ausfällt, nicht entdeckt werden kann.“ Alex und Franziska hatten sich für die von Armawir weiter entferntere Landemöglichkeit entschieden. Franziska setzte zur Landung an. Das Flugobjekt verschwand im Dickicht des russischen Dschungels.

Wir müssen damit rechnen, dass wir das „UFO“ eventuell zurücklassen müssen“, fiel Alexander ein, „jetzt muss wirklich gut überlegt werden, wie wir weiter vorgehen wollen. Wir brauchen eine Station, wo wir Energie aufladen können, heißt, haben wir noch soviel Energie um dort hinfliegen zu können, getarnt, was auch Energie verbraucht?“

Hört sich kompliziert an, am besten ist es , wir suchen alles, was wir eventuell brauchen zusammen, und legen es auf den Boden, um festzustellen, was wir überhaupt haben“, Franziska sah nachdenklich an die „Wand“, „je länger ich nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass wir mit unseren Jetpacks besser vorankommen würden. Wir haben Ersatzakkus für die Jetpacks an Bord, die wir dann natürlich mitnehmen müssten, die sind nicht ganz leicht, das wäre zusätzliches Gewicht und würde uns in der Flugfähigkeit zwar etwas einschränken, aber wir kämen in kurzer Zeit schneller voran und bräuchten auch keine Ladestation zu suchen. Zwischen 100-200 kmh kann man max. mit den Jetpacks fliegen, wahrscheinlich könnten wir zwischen 100-120 kmh fliegen und zwischen 1000 bis 1500 m in die Höhe steigen. Mir scheint das ist die bessere Möglichkeit näher an unser Ziel heranzukommen.......

 

Fortsetzung folgt...........

 

Gefangen in Stawropol 7.

Franziska und Alexander – Einkaufen in Armawir

 

Mittlerweile sah man Franziska die Anspannung der letzten Tage, Stunden an, sie ließ sich einfach auf den Stapel Decken und Schlafsäcke, die sie zusammengesucht hatten, fallen. Alexander setzte sich zu ihr und nahm sie in den Arm.

Das war zu viel für Franziska, ihr liefen Tränen über das Gesicht, ohne das sie es wollte. Obwohl sie noch nicht in Sicherheit waren, machte sich Erleichterung und Glückseligkeit bei ihr breit. Alexander wischte ihr die Tränen aus dem Gesicht und küsste sie zart, die Tränen liefen weiter ohne Unterlass, sie schluchzte wie ein kleines Kind. Alex schaute etwas hilflos und reichte ihr ein Taschentuch. Franziska trocknete ihr Gesicht und schnäuzte sich gründlich die Nase. Sie nahm Alexanders Gesicht in die Hände und küsste es kreuz und quer ab, schmiegte sich an ihn. Eng umschlungen legten sie sich auf die Decken nieder und genossen diese romantische Zweisamkeit.

Franziska schlug die Augen auf, was waren das für Geräusche, sie stemmte sich auf den Ellenbogen hoch, Alexander nicht neben ihr, sie beschlich ein ungutes Gefühl; war Alexander doch schon einmal im Nirgendwo verschwunden. Sie stand auf und ging den Geräuschen nach, in der kleinen Bordküche stand Alexander und zauberte ein Abendessen für sie beide. „Mh..., das riecht köstlich, was ist das?“ „So genau kann ich dir das gar nicht sagen, auf dieser Tube steht „Hähnchen“, auf dieser Tube steht „Kartoffelpüree“, hier haben wir „Tomate“, alles Instant, sieht nicht so appetitlich aus aber riechen tut es gut,“ antwortete Alexander, „und hier haben wir Kaffee“. „Das ist ganz wunderbar, ich bin jetzt wirklich hungrig“. Franziska gab Alexander einen Kuss und setzte sich an den „Küchentresen“.

Wir sind uns also einig, dass wir mit den Jetpacks weiter ziehn“, Franzi sah Alex fragend an. „Ja, das ist wohl das beste und auch sicherste, wir müssen die Route noch einmal genau ansehen und wie viel und was wir an Gepäck mitnehmen können.“

Franziska fasste unter den Tresen und zog an einem winzigen Bügel, es klickte als hätte sich eine Tür geöffnet, sie bückte sich und hielt eine Kassette in der Hand, Franzi öffnete sie, nahm eine Handvoll Geldscheine heraus und warf sie in die Luft. „200 000,00 Rubel die wir ausgeben könnten.“

Aus Stawropol mussten wir ja nun so unauffällig wie möglich verschwinden, in Armawir könnten wir uns dagegen ein wenig umsehen“. „Nun bist du ja wohl total übergeschnappt“, Alex verdrehte die Augen, „wir sind nicht auf Urlaub, schon vergessen?“

Habe ich nicht lieber Alex, wo wir doch nun mal hier sind, könnten wir das mit einer kleinen Tour durch, wenigstens einem Einkaufscenter verbinden, auch nachts, wir ziehen unsere Tarnanzüge an und lassen uns nach Ladenschluss einschließen, dann wäre das doch kein Problem???“ „Das wäre mal eine andere Art von Einkaufsbummel, ein paar kleine Souvenirs möchte ich schon aus Russland mitnehmen, eine Matrjoschka, Tee und so eine Pelzmütze“, Franziska tat so als würde sie sich eine Mütze auf den Kopf setzen. „Du scheinst dich ja prächtig erholt zuhaben. Du musst verrückt geworden sein“, Alexander sah Franziska fassungslos an. „Das hört sich vielleicht komisch an, aber unsichtbar einkaufen zugehen, die Gelegenheit kommt nicht wieder, und Spaß macht das bestimmt auch .“ Alex konnte es nicht glauben, „weißt du was passiert wenn die uns erwischen?“
Alex, Schatz, man kann uns nicht sehen“. Alexander stöhnte, er konnte es nicht fassen, auf was er sich da einließ.
In Russland gibt es keine geregelten Öffnungszeiten, wir versuchen es auf gut Glück, wenn wir so um 22 Uhr in dem Einkaufscenter sind, dann liegen wir nicht ganz verkehrt“, Alex drehte sich der Magen, „wo nimmst du bloß diese Energie und Abenteuerlust her, er schaute auf die Uhr, dann wird es jetzt aber auch Zeit die Jetpacks klar zumachen“.

Die Fluggeräte waren gut in einem, vom Einkaufscenter nicht weit entferntem Park versteckt und die Tarnanzüge angezogen. Franziska war kaum noch zuhalten.

Sie fühlte sich sicher und Alex war in ihrer Nähe, das machte sie sehr froh.

Alexander ließ Franziska nicht aus den Augen, durch die speziellen Helme konnten sie sich trotz „Tarnung“ gegenseitig sehen. Nach dem alle Türen abgeschlossen waren und kein Personal mehr im Center war, gingen die beiden auf „Shoppingtour“.

Hier war alles ganz anders, Franziska hatte den Eindruck in einem Palast gelandet zu sein, so ein prunkvoll ausgestattetes Kaufhaus hatte sie noch nie gesehen. Wenn von Russland die Rede war, hatte sie an arme Russen, ärmliche Behausungen und an karges Essen gedacht. Was sie hier sah, war genau das Gegenteil, es schien hier alles im Überfluss zugeben. „Die Bauern Russlands kaufen hier bestimmt nicht ein“. So wie es aussah hatten sie sich einen Laden für die „Schönen und Reichen“ ausgeguckt. Auch Alex war sehr beeindruckt, er freute sich, dass Franzi auf ihre Kosten kam.

Lass uns in die Souvenirabteilung gehen, wegen..., du weißt schon, Mütze und so.“ „Ok, du brauchst aber nicht zu rennen, der Laden hat zu“. Alexander konnte sich das Schmunzeln nicht verkneifen. „Ja , hier sind sie, ich habe sie gefunden“. Eine kaum zu übersehende Vielzahl an „Matrjoschkas“ hatte sich vor Franziska aufgetan, „komm schau mit, das ist wirklich schwer, die schönste herauszufinden“. Alex suchte die schönste heraus, „die ist schön, die ist typisch Russisch“. Franziska packte ein. Alexander hatte das Geld aus dem „UFO“ natürlich eingesteckt, er legte den zuzahlenden Betrag einfach neben die Kasse und stellte eine Matrjoschka oben auf, ob die Verkäufer sich wohl wundern würden?“ Eine, nein zwei Pelzmützen und russischer Tee waren schnell gefunden.

Nun müssen wir bis zum Morgen warten, durch die Wände können wir leider nicht gehen, wir gehen in die Lebensmittelabteilung, da finden wir bestimmt etwas, um uns die Zeit angenehm zu vertreiben.“. „Alex, du bist ja ein richtiger Genießer“. Sie nahmen sich einige Sachen aus den Regalen und machten es sich in der Möbelabteilung gemütlich. Alex hinterließ in jeder Abteilung den Geldbetrag, für den sie „eingekauft“ hatten. Krimsekt und Kaviar waren Pflicht, dunkles Brot, Butter, Lachs, etwas Obst.

Alexander und Franziska ließen es sich gut gehen, in der Bettenabteilung legten sich auf das breiteste Bett und schliefen in den Armen des anderen ein. Die Anzüge konnten sie leider nicht ausziehen, wegen der Kameras. Einen Alarm wollten sie schließlich nicht riskieren.

Am nächsten Morgen verließen sie dieses wunderbare Einkaufscenter nach dem Öffnen der Türen............ leise und unsichtbar.....

Fortsetzung folgt..........

 

Gemeinschaftswerk: Sonja Soller/Mark Widmaier

02.02.2020

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.02.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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