Jürgen Malodisdach

Menschheit ( 9 )

Hier geht es heute weiter mit der.......

 

 

EM 800 ( 9 )

 

 

So endete die 8. Fortsetzung

 

 

 

Nach einer ganzen Weile trat plötzlich Ruhe ein. Und das Verrückte war, wir fingen an zu schweben, konnten kaum noch laufen und alle Sachen flogen durch die Räume. Fenster gab es keine. Wir konnten nicht nach draußen sehen. Wir hörten nur noch das leise Surren der Pumpen für die Luftzufuhr und sahen die Anzeigen für die Stromversorgung. Das klappte noch. Wir konnten so ein paar Wochen aushalten. Raus konnten wir auch nicht. Die beiden Türen waren blockiert. Ließen sich nicht mehr öffnen. Wir waren in unserem Keller gefangen. Nach einer Weile bin ich eingeschlafen und jetzt hier aufgewacht.

 

Dann krachte es urplötzlich, ohne daß einer im ersten Moment sagen konnte, was eigentlich los ist. Dazu hörte man erst ein leises Wimmern und dann ein richtig kräftiges Fluchen. Jetzt drehten sich alle in Richtung der im Halbdunkel hinter dem Raumteiler liegenden zwei Betten.

Dort saß Fred, also Pim ´s Vater, auf dem Fußboden und rieb sich seinen Allerwertesten. Die Pflegeschwester konnte sich trotz der ernsten Situation ein Lächeln nicht verkneifen. Sie verstand aber, daß soeben der Nächste der Geretteten aus seiner Bewußtlosigkeit erwacht war und offenbar aus dem Bett gefallen war.

Dabei hatte er sich alle an seinem Körper befindlichen Kabel und Schläuche der Lebenserhaltungsanlage heraus gerissen.

Die Schwester brachte alles wieder in Ordnung. Sie verständigte sofort pflichtgemäß Prof Tan von dieser neuen Situation und der war kurze Zeit später in der Krankenstation.

Er war wirklich außerordentlich froh, das die Genesung der sogenannten Schiffbrüchigen so positiv verlief. Jetzt schlief nur noch die Frau , als dritte Person der Rettungsaktion, ihrer Gesundung entgegen.

Pims Vater Fred bekam von der Raumschiffsleitung als Neuling seinen offiziellen Codenamen Fre 0086. Alle seine neuen Kleidungsstücke wurden mit dieser Codenummer versehen und ihm ausgehändigt.

Prof Tan kam aus der Zentrale um sich vom Fortschritt der Gesundung Fred`s zu überzeugen. Er sah, daß der nach der ausgiebigen Ruhephase schon wieder sehr munter war. Deshalb setzte er sich zu ihm an das Krankenbett, um sich zu unterhalten und eventuell noch Darstellungen des Geschehens auf der Erde zu erhalten.

Nach anfänglichem Stottern flossen die Sätze der Erinnerungen der großen Katastrophe immer schneller aus seinem Mund. Fred erzählte von der großen Kampagne im Vorfeld des Unterganges, daß die Bewohner aller Erdteile Informationen über den wahrscheinlichen Untergang des ganzen Planeten bekamen.

Die Weltregierung gab bekannt, das ein großer Meteorit auf die Erde zufliegt und diesen zerstören würde. Alle Versuche dieses Geschehen zu verhindern, sind fehl geschlagen.

Die Wissenschaft mit ihrem großen Potenzial an Technischen Geräten, hat es nicht geschafft, den Meteoriten von seiner Bahn zur Erde abzulenken. Auch der Versuch, mit den stärksten Nuklearwaffen, die von Raketen zu diesem Monstrum gebracht wurden, diesen zu zerstören, ist nicht geglückt.

Damit ist wohl der Moment der totalen Vernichtung des Planeten Erde nicht mehr abzuwenden. Es wurde der genaue Termin des Aufschlages und auch das wahrscheinliche Aufprallgebiet bekannt gegeben.

Es war errechnet worden, das der Aufprall auf der nördlichen Halbkugel stattfinden würde. Dabei wird entweder die Erde gespalten oder der Meteorit rollt oder gleitet um den ganzen Erdball und wird diesen rundherum vernichten.

Das sollte in genau achtundsiebzig Tagen geschehen. Etwas mehr als zwei Monate bleibt der Menschheit etwas für ihre Rettung zu tun, soweit das überhaupt möglich ist.

Die Regierung gab nach alten Überlieferungen aus der Seefahrt zum bevorstehenden Untergang eines Schiffes bekannt, jeder rette sich so gut er kann, selbst für sich zu sorgen.

Die Menschen haben sich, je nach ihren Persönlichkeiten sehr unterschiedlich verhalten. Die einen haben hysterisch reagiert, andere lethargisch. Da dieses Unheil nicht abwendbar ist, haben viele ihr Heil in der Flucht versucht. Glaubten , das am Südpol bessere Chancen des Überlebens bestünden. Das waren Theorien, denen jede Glaubwürdigkeit fehlte.

Die Erfahrungen über die Lebewesen vor vielen Millionen Jahren mit der Vernichtung der Saurier waren allgemein bekannt. Aber Glaube und Hoffnung vieler Menschen wollten das so nicht hinnehmen. Waren zuversichtlich, Überlebenschancen zu haben.

Fred machte eine Pause in seiner Lageberichterstattung und sagte dann, außerdem sagte die Regierung der Erde, daß vor vier Jahren eine Expedition ausgesuchter Menschen in einem super Raumschiff zu fernen Himmelskörpern unterwegs ist. Sie sollen neue Lebensräume finden und erforschen.

Eine neue Menschenpopulation auf einem anderen Planeten besiedeln helfen. Das war zwar allgemein bekannt, sollte aber noch einmal gesagt werden.

Zum eigenen Verhalten meinte er, daß zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes alle Maßnahmen getroffen waren, soviel wie möglich an Rettungschancen nutzen zu können. Sie bezogen Quartier in ihrem Sicherheitsbunker. Hatten dort Wasser, Elektrizität und Luft und zusätzlich Sauerstoff als Reserve für circa drei Monate. Natürlich auch Nahrungsmittel verschiedener Arten.

Wenn bis dahin keine andere Rettungsmöglichkeit kommt, überlassen sie alles dem Schicksal. So war es ja auch als sie von den Rettungskräften der EM 800 gefunden und in dem Raumschiff übernommen wurden.

Erstaunlich war nur, daß sie nicht nur drei Monate sondern zwei Jahre unterwegs waren. Haben zwar die meiste Zeit geschlafen oder auch in Bewußtlosigkeit verbracht. Deshalb war es ihnen und auch für Prof Tan ein Rätsel, wieso sie eine so hohe Geschwindigkeit erreichten, daß sie das Raumschiff erreicht haben.

Nach den Berechnungen der Zentrale gab es hier noch ein paar andere seltsame Erscheinungen. Darüber grübelte Tan , wie auch über die Tatsache , daß Fred`s Tankstellenmeteor seit ihrem Rettungs- und Forschungsbesuch immer schneller wird.

Prof Tan fand noch keine Antwort und wollte als Nächstes zur Zentrale um die neuesten Ergebnisse einsehen und für sich verarbeiten zu können. Er verabschiedete sich aus dem Krankenkabinett und betrat, in Gedanken versunken, den Kommandoraum mit seinem Spezialcomputer und natürlich den diensthabenden Leitern und Wissenschaftlern.

Die hatten ihn schon erwartet. Zeigten ihm die Berechnungen und die Flugkurven des Raumschiffes und Freds Meteor. Der schwenkte immer mehr nach rechts ab und erhöhte ständig seine Geschwindigkeit.

Ja, meinten seine Diensthabenden. Wir aber auch. Unsere berechneten Wege , Richtungen und Geschwindigkeiten weichen auch nach rechts ab. Wieso können unsere Antriebe und Steuerungsanlagen ihre vorprogrammierte Richtung nicht einhalten und driften, wenn auch wenig, nach rechts ab.

Die Wissenschaftler untersuchen das an Hand der Computerergebnisse. es dauert eine ganze Weile. Alle bedauerten, daß der Leitstrahl von der Erde als Richtungsgeber und Kontrolleur nicht mehr funktionierte. Die Erde existiert ja nicht mehr. Jedenfalls gibt es seit geraumer Zeit keine Verbindung mehr.

Nach Erdenzeit dauert es mehr als zwei Tage bis neue Ergebnisse da sind.. Inzwischen gab es eine Menge Aufgaben zu bewältigen. Die nächste gute Überraschung war das Erwachen von Granice, des dritten Passagiers und Freds Ehefrau. Auch sie war gesund und so gekräftigt, das eine Integration in die Raumschiffsbesatzung vorgenommen werden kann.

Mitten in der Nacht, besser gesagt, in der Schlaf und Erholungsphase von Prof. Tan, wurde er geweckt. Das geschieht nur bei besonderen Vorkommnissen. Tan ging in die Zentrale. Die anwesenden Kommandeure sahen ihm heute etwas bleich aus. Oder schien es ihm nur so. auf seinem Hochleistungsrechner wimmelte es nur so von Linien, Kreisen, Begriffen, Farbinformationen und dann endlich in klaren Texten.

Er las alles zwei und drei und vier mal. Wollte das nicht wahr haben, was da stand. Jetzt betrachtete er die Gesichter seiner Crew. Die waren immer noch ganz blaß. Oder ihm schien das nur so.. sonst war es hier vollkommen ruhig. Nur ein leises Piepen der Rechner störte die Stille.

Ohne das Prof Tan etwas gesagt hatte, waren alle um ihn versammelt. Keiner sprach ein Wort. Totenstille, als er seine Mitarbeiter ansah. Ihr habt es geahnt, vielleicht auch gewußt, stimmt es ? Also nun offiziell. Wir bewegen uns nach rechts in einer immer engeren Spirale. Ohne eine Möglichkeit einer Gegenwehr werden wir gezogen. Machtlos, in ein schwarzes Loch.

 

 

 

Es geht immer noch weiter. Später.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.03.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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