Karl-Konrad Knooshood

Protokoll eines verfallenden Landes: Der Künstler

 

THEODOR NURENKEL ist Aktionskünstler. Ein "freier" Beruf. Ohne allzu regelmäßiges, festes Einkommen, ohne irgendeine Art "abhängiger Beschäftigung", wobei man Kunden hat, von denen man sich dann schon abhängig macht…

Seine Kunstaktionen sind selbstverständlich das Klischee moderner Aktionskunst, er selbst ein wandelndes Stereotyp eines Aktionskünstlers. Ein absolut typischer, wie man ihn in jedem Land der Welt, vorzugsweise in übersättigten, ihrer Selbst überdrüssigen Industriestaaten, innovativen, wirtschaftlich erfolgreich, vorfindet. Ergo in Staaten, in denen Millionen "Drecksarbeit" und ganz gewöhnliche Jobs verrichten, für die sie sich selbst hassen und masochistisch im Naturell aufopfern müssen. Diese Millionen halten "Aktionskünstler" am Leben, die von Städten und Kommunen horrende Summen aus dem Etat für lächerliche Statuen, Skulpturen oder "Kunstaktionen" in den Allerwertesten gepustet bekommen…aus irgendeinem Grund.

 

"Aktionskünstler", das ist weder ein ungelernter, harter aber machbarer Job, noch ein laut Bundesausbildungsgesetz der Bundesrepublik Deutschland anerkannter Ausbildungsberuf. Wie kann man derartige "Kunst" auch lernen? Okay, ein Kunststudium ist eine sehr sinnlose…äh sinnvolle Sache, um sich kunstvoll in der künstlichen Kunst künstlerischer Kunst künstlerisch unterweisen zu lassen.

THEODOR NURENKEL ist genau das: Aktionskünstler mit Leib und Herzchen, irgendwie schwul (aber nicht im homosexuellen, liebevollen Sinne), schlapp und "alternativ", er hält sich, wie fast alle "Aktionskünstler", für originell, individuell und extraordinär, ist aber nur ein Halbhippie und Gender-Studies-Studienabbrecher. Ein Typ ohne jegliche Ausbildung oder Lehre, der nun seine innere Leere mit Kokolores aufzufüllen gedenkt.  

 

Wie bereits erwähnt: Er ist ein wandelnder Archetypus: Natürlich links, fast linksextrem, "progressiv" (was man heute so nennt und in etwa sein Gegenteil bedeutet), vegan, ernährungsfanatisch, organic food lover, tierlieb - ; Konservative, kernige Kerle-Männer und frauliche Frauen (Nicht-Kampffeministinnen)  verachtend, abhängig von Kaffee mit Sojamilch, mit hochtrabend "intellektuellen" Flausen, wilden Ideen im Kopf. Damit gilt er bei ttt, ASPEKTE und ARTE automatisch als: kontrovers, provokant, einzigartig, skurril, verstörend, aufrüttelnd und zum Nachdenken anregend. Man könnte ob der "Spannung" um seine Person schon nach dieser Konventionsbeschreibung in exzessives Gähnen verfallen – und ich finde, die Leser sollten dies ruhig tun, wenn ihnen danach ist!

Liebe Leser, an dieser Stelle sei bereits gesagt: Wenn Euch jetzt langweilig ist, legt Euch ruhig hin und schlaft ein Ründchen.

 

Dieser im Grunde bedeutungslose Mensch (sorry) hat nun einen reizvollen Auftrag ergattert – und auch dieser hat es in sich, was seine atemberaubende, auf die eher unsympathische Art "sooo deutsche" Sinnlosigkeit betrifft. Die typisch deutsche Art, Probleme anzugehen, führt nämlich regelmäßig (alle paar Jahrzehnte) zu kapitalen Böcken namens Katastrophen: Man schweigt dazu – und hält sich für klug, man duckt sich devot und feige vor der Obrigkeit, denunziert nicht Mitwirkende, und natürlich: Man deckt Probleme zu oder ignoriert sie demonstrativ, wenn sie unübersehbar an die Oberfläche quellen. Und wundert sich anschließend, wenn es, ein Naturgesetz, zum großen Knall kommt.

Gern beschönigt man Probleme auch, bagatellisiert sie bis zur Unkenntlichkeit und wendet sich weltweiten Ablenkungsmanövern mit solch klingenden Namen wie TRUMP, PUTIN, ERDOGAN (ERDOLF), ORBAN und KIM-JONG UN zu, wobei man gern demokratisch gewählte, legitimierte Präsidenten mit offensichtlichen Antidemokraten und Despoten zusammen in einen Topf wirft.  

 

Dabei hält man sich für anpassungsfähig und geduldig (und wiederum für klug), da man sich vormacht, man könne sich mühelos selbst an die schlimmsten irdischen Höllen anpassen, sich arrangieren mit dem Grauen. Das verdammte Problem wuchert dann stets heran, metastasiert. Man deckt dann einfach die nächstgrößere (Relativierungs-)Decke darüber. In diesem Fall könnte die Symbolik für diesen Zustand zum Schreien nicht offensichtlicher sein.

 

Der Künstler der Aktionen, unser langweiliger Herr [Entschuldigen Sie…? Ja, genau Sie! Bitte schlafen Sie nicht ein! Die Gelegenheit hätten Sie vorhin gehabt! Das erachte ich jetzt als ziemlich unverfrorene Unverschämtheit!] THEODOR NURENKEL, hat nämlich eine "brillante" Idee aus seinem Künstlergehirn gewrungen: Es geht um die Poller und Sicherheitsblöcke, die von Millionen sarkastischer Bundesbürger in ihrem Hang zum durchaus vorhandenen deutschen Spitzenhumor, folgerichtig "MERKEL-Legos" oder "Merkelklötze", ab und zu "MERKEL-Sperren" genannt werden, denn Manche sind sich durchaus dessen bewusst, wessen fehlgeleitete Politik für die Notwendigkeit dieser im Zweifelsfall übrigens nutzlosen Sperren rund um unsre Weihnachtsmärkte verantwortlich ist.

 

Seitdem ANIS AMRI am 19. Dezember 2016 gegen 20 Uhr in den BREITSCHEIDPLATZ-Weihnachtsmarkt in Berlin gebrettert war und sich in ganz Europa Nachahmer fanden, die in Städten und auf Brücken und anderswo in Menschenmengen bretterten, (bis auf einen Ausnahmefall) allesamt im Namen ihres islamischen Glaubens, Manche mit dem charakteristischen "Allahu-Akbar" auf den Lippen), war die Sicherheitslage desolat. Die Weihnachtsmärkte wurden zu Hochsicherheitszonen. Die Kanzlerin hingegen benötigte ein ganzes Jahr, um endlich ihren fetten Faltenpopo zum Schauplatz dieses mehrfach tödlichen Anschlags zu bewegen – und nutzte grinsend wie ein adipöses Honigkuchenpferd die Gelegenheit zum medienwirksamen Sightseeing. Ihre Wiederwahl im September 2017, also Monate vorher, hatte ihre einjährige Untätigkeit kaum gefährdet. Immer noch 30% Vollidioten, die die CDU der RAUTE wieder wählten.

 

Unserem sauberen Künstler war aufgefallen, dass diese MERKEL-Monolithen sehr trist gehalten sind, schlicht und funktional. In seiner Heimatstadt handelte es sich nicht um Betonblöcke oder in Geschenkpapier verpackte Sandsäcke, sondern gewaltige Wasserbottiche aus Kunststoff, natürlich gefüllt mit Wasser. Damit man dies nicht so sehr sieht, sind sie mit schwarzen, wasserfesten Planen bedeckt.

 

THEODOR NURENKEL findet dies trostlos, drum unterbreitet er der Stadt seinen Vorschlag: Wie wäre es, die Teile bunt zu gestalten, Planen drüber zu drapieren, die mit markigen, lustigen Sprüchen und Sprichwörtern bedruckt sind? Man könne das Ganze ja mit einer Mitmach-Massenaktion verbinden, mit einer…- er überlegt eine Weile – "Woche der Freundlichkeit"! Die Stadtverantwortlichen sind sofort Feuer und Flamme, als hätten sie nur darauf gewartet, dass endlich jemand diesen Vorschlag macht. NURENKEL entwirft die Mottos für die verschiedenen MERKEL-Duplos, allesamt gute Wohlmeinenden-Sprüche wie "Manchmal straft man die Leute einfach mit Warmherzigkeit". [Sag das den islamistischen Terroristen, du VOGEL! – Sir, Sir, ich muss Sie nachdrücklich auffordern, sich zu mäßigen! Vielen Dank!"] oder "Wer Gutes tun will, muss es verschwenderisch tun" [Das gilt auch für unsre 'lieben' muslimischen 'Freunde', aber von denen tun viele weltweit Böses – seeehr verschwenderisch! – "Sir, dies ist meine letzte Ermahnung! Contenance, s'il vous plaît! Sie haben vollkommen recht, aber lassen Sie bitte mich die auf tatsächlichen Ereignissen basierende Geschichte erzählen! Danke sehr!"].

 

So in dem Stil. Der gutautistische, vom naivsten Wir-haben-uns-alle-lieb-Weltbild, lässt die bunten Planen mit den "witzigen", "zum Nachdenken" oder auch zum Vomieren anregenden Sprüchen nun über die insgesamt 16 Wassertanks stülpen. Und – HALLO! – welch ein Effekt! Wowzi, die Leute amüsieren sich, heiter bis selig lächelnd, über die Buntland-Bauklötze, Letztere sogar staunend!

 

Der Künstler freut sich ein Loch in den Bauch, klopft sich selbst innerlich auf die Schulter und erhält aus dem Stand mindestens fünf Artikel in der örtlichen Provinzpostille.

Was mich daran stört? Gar nichts! Ich hab auch schon mal in der Zeitung gestanden, ein Phantombild, auf dem ich ziemlich gut getroffen war, hahaha. Nein, mich stört gar nichts daran, ich finde Aktionskünstler nur einfach scheiße! Manche mögen keine Katzen, Hunde, Hamster, Muslime oder Montage oder Lasagne-Pizza. Jeder mag irgendwas nicht. Ich hab bei diesen Aktionskünstlern immer den Eindruck, dass sie aufmerksamkeitsgeil sind, profilneurotisch wie Popstars und Politiker. Und das mag ich nicht, nicht nur, weil ich nicht so bin. Ich find's nur faszinierend, welche Prioritäten gesetzt werden. Erst recht in den letzten Jahren. In denen dann verschieden Promis und andere "Künstler" sich profilieren und puren Virtue-Porn bis Gutseins-Striptease hinlegen. Oftmals ist auch das, was sich diese Künstler bei ihren Aktionen denken, der letzte Schwachsinn. Was ist schon Kunst?

 

Zurück zu den Prioritäten: Es wirkt auf mich, als liege das Haus in Trümmern und man würde erstmal einen neuen Postkasten zimmern.

 

Vernehmt der Toten Klage, leises Wimmern, da Wohlmeinende durch ihre Gesinnung, Haltung, Attitüde die Lage noch verschlimmern. Abgewandeltes Sprichwort wie folgt: "Der Pfad zur Hölle ist mit moralischem Überlegenheitsgehabe gepflastert". Dies Kartenhaus ist aus Spanplatten gezimmert, und der nächste Windstoß kommt. Gegen den Menschen THEODOR NURENKEL habe ich nichts, ich kenne ihn nicht persönlich, habe aber seine Internetpräsenz (Homepage) eingehend examiniert. Ich lasse ihn machen, seine Agenda ist trotz dessen verlogen und verloren im klebrigen Ideal, fern der Realität, Probleme im wahrsten Sinne des Wortes, mittels dieser symbolträchtigen Geste, zudeckend. Deshalb verachte ich seine Geisteshaltung. Das ist legitim. Man kann sie mögen, natürlich, man kann aber auch Artischocken mögen. Seine Auffassung verurteile ich, seine Einstellung auch – doch ich würde dafür sterben, dass er sie haben darf. Meine Meinung ist jedoch, dass man mit markigen Sprüchen nichts wird bewirken können. Es hat einen faden Beigeschmack, mindestens.

 

Also dann: Gute Nacht, liebes Deutschland! Viel Spaß in deinem selbstmörderischen Dornröschenschlaf!  





(16.12.2019)(C)(P) 2020 KnoKnoo


In meiner neuen Kurzgeschichtenreihe verarbeite ich Storys, die sich an real stattgefundenen
Begebenheiten orientieren, sie aber, wie für Geschichten eben üblich, fiktiv etwas ausschmücken. Das
Essenzielle, wirklich Wesentliche jedoch habe ich destilliert, es entspricht dem, was geschehen ist. Es
handelt sich um "Verwerfungen", wie YASCHA MOUNK sie einmal in der Tagesschau nannte, seitdem seit
2015 die Grenzen des Landes nicht mehr vorhanden sind.
Es geht um Verfall: Moralisch, psychisch und paradigmatisch, was dieses Land betrifft. Es wird Positives
geben, jedoch entsprechend der Realität rar gesät, viel mehr aber wird es Erschütterndes geben.
Sämtliche Gesellschaftsbereiche werden betroffen sein, sämtliche Nuancen der Negativentwicklung im
Zusammenhang mit der Masseneinwanderung aus muslimischen Ländern werden aufgezeigt. Ggf. werde
ich die entsprechenden Artikel oder Filme/Sendungen nennen, aus denen sich die Informationen beziehen
ließen.

In meiner Heimatstadt gab es diese Kunstaktion tatsächlich, mit eben den genannten Sprüchen (und
einigen mehr), auf tatsächlich insgesamt 16 der Poller/Sperren um die diversen Weihnachtsmärkte, die es
in unsrer Großstadt alljährlich zur sog. "Vorweihnachtszeit" gibt. Den Künstler gibt es auch, den Namen
habe ich allerdings verändert, um ihn nicht allzu arg zu outen oder doxxen (also um ihn nicht namentlich
zu nennen), doch per GOOGLE findet man ihn sofort, wenn man "Woche der Freundlichkeit" eingibt,
woraufhin GOOGLE automatisch (Streber!) mit dem Namen der Stadt ergänzt. Dennoch will ich ihn hier
nicht verraten, schließlich handelt es sich um eine GESCHICHTE, die sich nur an Reales anlehnt. Ich
verurteile dabei nicht den Künstler als PERSON, sondern Teile seiner Einstellung. Dazu gehört NICHT mal
das mit der Woche der Freundlichkeit, denn DIESES Konzept ist sicherlich einer Überlegung wert,
wirkungslos aber gewiss, wenn man auf die Welt und ihre Lage blickt, jedenfalls gefährlich naiv. Dennoch:
Alles Glück dafür, dass es funktionieren möge.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.03.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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