Jürgen Malodisdach

Menschheit ( 10 )

Hier geht es heute weiter mit der.......

 

 

EM 800 ( 10 )

 

 

So endete die 9. Fortsetzung

 

Er las alles zwei und drei und vier mal. Wollte das nicht wahr haben, was da stand. Jetzt betrachtete er die Gesichter seiner Crew. Die waren immer noch ganz blaß. Oder ihm schien das nur so.. sonst war es hier vollkommen ruhig. Nur ein leises Piepen der Rechner störte die Stille.

Ohne das Prof Tan etwas gesagt hatte, waren alle um ihn versammelt. Keiner sprach ein Wort. Totenstille, als er seine Mitarbeiter ansah. Ihr habt es geahnt, vielleicht auch gewußt, stimmt es ? Also nun offiziell. Wir bewegen uns nach rechts in einer immer engeren Spirale. Ohne eine Möglichkeit einer Gegenwehr werden wir gezogen. Machtlos, in ein schwarzes Loch.

 

Die Stille , die Sprachlosigkeit, die Ausweglosigkeit ihrer totalen Vernichtung waren absolut. Jeder kannte das Ende. Sie waren ja alle hoch gebildete Wissenschaftler, die mit den Theorien des Weltalls und ihrer Funktionalität vertraut waren.

Das Traurige daran war vor allem, das nach der vermutlichen Vernichtung des Planeten Erde nun auch die letzte Hoffnung des Weiterbestehens der Menschheit zu Ende gehen würde.

Dieses riesige Unternehmen auf dem das Raumschiff mit seinen Menschen und der hoch entwickelten Technik vieler Bereiche, war jetzt also umsonst und zu Ende.

Der Schock saß tief. Niemand wußte im Moment einen Ausweg. Prof Tan beendete die Zusammenkunft der Leitung in der Raumschiffszentrale. Sagte noch, wir haben bis zum Ende unserer Mission und den übertragenen Aufgaben noch Zeit. Nach den Berechnungen der Computer bleiben uns bis zu unserer Auflösung noch etwas mehr als ein Erdenjahr. Wir sind ja nicht bis hierher gekommen um zu kapitulieren und den Kopf in den Sand zu stecken. Nutzen wir die Zeit zur Forschung und einer vielleicht möglichen Rettung. Auch wenn es im Moment nicht danach aussieht.

Nach den Computerberechnungen fliegen wir mit einer Geschwindigkeit von 172 000 km / sec und werden bald die 200 000 Marke erreicht haben. Keiner von uns merkt das. Das Licht schafft ja noch eine höhere Geschwindigkeit.

Über 300 000 km / sec sind für uns kaum möglich. Wir wissen auch nicht, ob wir das überstehen würden. Es ist zudem sinnlos, darüber nachzudenken. Also , machen wir uns konzentriert an die neuen Aufgaben. Dazu sind wir hier und als Forscher und Erdenmenschen positiv zu denken. Unsere Antriebsaggregate funktionieren noch einwandfrei. Die Gold- und Wasserstoffbestände, Sauerstoff und einige andere unbedingt nützliche Elemente des Periodensystems sind ausreichend vorhanden. Alle Maschinen funktionieren problemlos.

Eine Bitte noch , alle eventuellen Veränderungen werden wir täglich auswerten. Und den Besatzungsmitgliedern und allen unseren Mitmenschen sollten wir noch nichts über unsere neue Situation mitteilen. Über diesen Zeitpunkt werden wir später beraten.

So vergingen die Tage, Wochen, ja Monate. Alle gingen ihren gewohnten Beschäftigungen nach. Das Interesse an den neuen Mitgliedern des Meteoriten mit der Tankstellenuntersuchung und Rettungsaktion der drei neuen Gäste waren schon Alltag und nicht mehr Gesprächsstoff erster Güte. Außerdem war der Meteor schneller als das Raumschiff und längst nach rechts im All verschwunden. Selbst die Computerkontrollen brachte keine neuen Bilder und Berechnungen mehr.

Die Versorgung der Raumfahrer mit frischem Obst und Gemüse funktionierte bestens. Die großen Gärten und Plantagen wurden ständig gepflegt und betreut . Viele Menschen arbeiteten auf diesen Gebieten.

Es fiel nur zunehmend auf, daß es plötzlich und ohne Vorankündigung unter den Beschäftigten Ohnmachtsanfälle bis hin zur totalen Bewußtlosigkeit gab. So hatten die Krankenstationen immer mehr zu tun.

Nach ersten Behandlungen wurden die Betroffenen dann in ihre Wohnbereiche gebracht, waren kurze Zeit danach in einen tiefen Schlaf gesunken. Sie waren nicht mehr in der Lage, aufzustehen.Sie machten den Eindruck eines Winterschlafes, wie es von verschiedenen Tierarten der Erde bekannt war. Danach senkten die Körper ihre Lebens erhaltenen Funktionen auf ein Minimum herab. Alle Stoffwechsel waren nur noch auf kleinstem Niveau aktiv.

Das hatte keine gesundheitlichen Schäden zur Folgen. Löste allerdings unter den Besatzungsmitgliedern langsam Fragen nach dem Warum aus.

Die Leitungsmitglieder kannten ja die Ursache, konnten aber keine Begründung für diesen Umstand finden. Bei den täglichen Konsultationen der Raumschiffsleitung machte dieser Umstand jedoch die Sorgen nicht kleiner.

Durch den Ausfall der Arbeitskräfte für die vielen notwendigen Aufgaben wurde die Situation immer problematischer. Nach neun Monaten ihrer Odyssee ins Zentrum des Schwarzen Loches mußte festgestellt werden, daß bereits siebzig Prozent aller Reisenden fest in ihren Loggia schliefen.

Das betraf alle Bereiche, auch im Leitungsbereich fehlten schon etliche Mitglieder. Nach den Computerberechnungen flog das Raumschiff bereits mit über 205 000 km / sec durch das All. Es konnte nur noch ungefähr fünf Monate, nach den Standardberechnungen der Erde, existieren. Dann würde die Kraft des schwarzen Loches das Raumschiff mit seinen Menschen und der hoch entwickelten Technik auslöschen.

Die Ära dieses Phänomens wäre unabwendbar vernichtet, verloren. Bei den Kontrollen der einzelnen Bereiche gab es immer mehr Defizite in Fragen Ordnung, Sicherheit, Arbeitsfähigkeit, Bestände aller Arten.

An einem dieser Zusammenkünfte stellte Prof Tan fest, daß auch er am Ende seiner Kräfte und seiner Lebensfähigkeit war. Trotz der vielen medizinischen Hilfen die Jeder in Anspruch genommen hatte, war das Ende abzusehen.

Beim Blick auf die riesige Computerwand erschien dann plötzlich erst ganz klein, ein grell weißer Mittelpunkt. War das das Ende, fragten sich alle. Wußte niemand, konnte niemand beantworten.

Auf ihren Sitzgelegenheiten angeschnallt, versuchten die Crewmitglieder den langsam immer stärker werdenden Geräuschen etwas entgegen zu setzen. Es war sinnlos. Die Macht der Kräfte des Weltalls machte alles zunichte. Tan merkte sein Hinüber dämmern und ließ es einfach geschehen. Wie auch alle Leute im Raum keine eigenen Kräfte mehr hatten.

Er wollte noch einmal seinen Dank aussprechen. Es blieb beim Wollen, als eine gleißend helle, ja unerträglich grelle Lichterscheinung alles überdeckte. Dann war alles schwarz.

 

 

Es geht immer noch weiter. Später.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.03.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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