Elke Müller

Amerika

Schon von weiten hörte man ein dumpfes Hufgeklapper. Noch konnte man die Pferde nicht erkennen. Doch dann, jagte ein reiterloser Rotfuchs an der Spitze, gefolgt von einem Schecken, im vollen Galopp heran. Blieben plötzlich wie angewurzelt stehen. Staub zieht über die Straße. Jedes der Tiere ist etwas besonderes und deren Ausrüstung ebenso. Der Rothengst mit langen weißen Strümpfen legte die Ohren an und bleckte die Zähne als jemand nach ihm greifen wollte und schnappte nach ihm. Jemand rief leise einen Namen. Lauschend stand es mit nach vorn gerichteten Ohren da, scharrte mit einem Vorderbein über den Boden. Ein in Leder gekleidete Mann kam heran, strich sanft über die Nüstern und wendet sich dann ab. Langsam schlenderte er in Richtung Saloon. Neugierig und furchtsam folgten ihm weit über ein dutzend Augen. Manche redeten durcheinander, manche brüllten etwas, andere diskutierten. Die Pferde trotten derweil alleine zum Tränketrog davon.

 

Zwei Männer schlichen sich, dicht an der Häuserfront und jeden Schatten nutzend, durch eine Quergasse verborgen, leise heran. Bleiben stehen, lauschten und hielten nach allen Seiten Ausschau. Irgend ein unsicheres Gefühl kam auf, als die Pferde und jener Mann in Lederkleidung auftauchte. Wo kam der so plötzlich her? Und wer war er? Hatten sie doch gedacht, hier leichtes Spiel zu haben, indem sie sich den Weg frei schießen wollten, so wie sie es immer machten, wenn sie völlig ohne Bargeld waren.

Nat, ein kräftiger Mann, sowie sein kleiner bullige Partner John, hatten nichts mehr zu verlieren, seit Jahren folgten sie Bill Brex überall hin, da der Wunsch nach schnellen Reichtum besteht. Auch suchte man dabei immer einen Grund um eine Schlägerei anzufangen.

Nat hob nun sein Gewehr an, als Brad Bades gerade aus der Tür gehen wollte.

Doch ein kurzer erschrockener Laut kommt über die Lippen von John, seine Augen sind weit aufgerissen und steht stocksteif. An seinem Hals befindet sich ein schmales funkelndes Wurfmesser. „ Nun,“ sagt Heika kalt, „ pfeife dein Freund zurück. Er kann es gern versuchen, aber mein Messer ist scharf wie eine Rasierklinge.“ „ Mach… keine… Dummheit, Nat! Lass es,… mach keinen Unsinn!“ Erneut zischt ein Messer durch die Luft. Nat schrie auf. Sein Gewehr fiel polternd zu Boden. Tief steckte die Klinge in dessen durchbohrten Oberschenkel. Ein rasender Schmerz ging durch seinen ganzen Körper. „ Ich bin schneller als du…! Und nun Kleiner, zieh es heraus und lege es auf den Boden,“ sagt Heika scharf. Mit zusammengebissenen Zähnen knirschte Nat: „ Dieser verdammte!… Ich werde ihn in Stücke reißen, mir seinen Skalp nehmen und zum trocknen aufhängen!… Los John, mach schon! Tu es schnell!“ Dieser tat wie ihm geheißen, richtete sich wieder auf und ging rückwärts an seinen alten Platz. „ Jetzt los, auf zum Jail, ihr Raubritter und Wegelagerer.“ sagte Heika scharf. Aber der kleine John hatte so einige Tricks auf Lager. Er wollte Heika rammen, doch da war schon dessen Faust da. Heika schlug mit einer Schnelligkeit kurz und kräftig zu, so das John wie gelähmt war. „ Das Glück kommt nicht zweimal. Versuch es nicht noch einmal, sonst… Jeder muss einmal seine Rechnung bezahlen.“

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.03.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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