Karl-Konrad Knooshood

Protokoll eines verfallenden Landes: Der Weihnachtsmarkt

19.12.2016

Protokoll einer Einzelperson:

 

18:01 Uhr: Der Weihnachtsmarkt! Ich freu mich drauf! Es ist bereits seit 1,5 Std. dunkel, alles hellerleuchtet.

18:02 Uhr: Plätzchen- und Bratenduft schwängern die Luft.

18:05 Uhr: Weihnachtsmarktgelände betreten, auf die Suche nach dem goldenen Kind…äh CHRISTKINDEL-Glühweinstand begeben. Das Gedränge ist noch nicht so dicht.

 

18:10 Uhr: Heureka! Hab's gefunden! Das dauerte Minuten statt Stunden! Glühweinstand gefunden, große Erleichterung, gigantische Begeisterung. Es riecht nach Glühweingewürzen, ich werde mir die Lippen mit dem kostbaren warmen Nass beschürzen.

 

18:12 Uhr: Endlich den ersten Glühwein vorgesetzt bekommen. Bezahlt. Bedankt. Guten Tag, Herr FALTERMEYER! Na, wieder dabei einen neuen Soundtrack für einen Film zu kreieren? Wie geht’s dem "BEVERLY HILLS COP", dem "AXEL F"? Dö-dö-dö Dödö-dö Dö-dö-dö Dödö-dö-dö…

Glühwein getrunken. Genossen. Mit Genossen unterhalten. Gefälliges Getränk. Ganz geiler Geschmack.

18:15: Uhr Genug genippt! Glühwein getrunken. Mehr, Herr Ober/Glühweinstandausschankfachmann!

 

18:17 Uhr: Zweiter Glühwein ist intus. Leichter Rausch setzt ein. Ungenügend.

18:20 Uhr: Es ist kühl, mag es schwül, also das Kalkül: Im Gewühl ein Hochgefühl: Noch ein Glühweinchen bitte!

18:22 Uhr: Danke. Runter mit dem edlen Würztropfen!

 

18:26 Uhr: B…B-imm b'sofffffm, voll Vol. Alkoholllllll, midpiß su 1 Promille, völlig knülle, hihi! Ichkannimeeer…KOTZ!

18:30 Uhr: Übernahme des Protokolls vom besoffenen Freund, der gekotzt hat und in einer Marktecke seinen Rausch ausschläft. Keine besonderen Ereignisse und Vorkommnisse. Null Komma null. Beschlossen, nüchtern zu bleiben. Notizen für Artikel gemacht. Allerhand. Ein Block voll, ein anderer Notizblock nach mehrmaligem Kramen, Wühlen und Tasten in den Taschen des zerknautschten Trenchcoats aufgefunden worden. Glückliche Fügung. Wopam COLUMBO-Style!

18:35 Uhr: Gedanken gemacht. Tempus fugit, wenn man dies tut.

19:00 Uhr: Es passiert nicht mehr viel. Hier ist wenig los.

19:10 Uhr: Frage: Das Rauchen wieder anfangen? Zeitvertreib tut not. Also lautet der Beschluss – dass der Mensch was lesen muss…Auf zum Bücherstand, Bekannten nicht begegnet.

 

19:12 Uhr: Bücherstand erreicht. Alles für Kinder. Oder Thema Weihnacht. Lebensratgeberliteratur. Katzenbücher. Hundebücher. Nichts dabei. Werbebroschüre der Buchhandlung mitgenommen, die den Stand unterhält.

Auf eine Bank gesetzt, den Menschen, dem Getümmel zugeschaut. Ganz nett alles in allem.

19:30 Uhr: Ein Geräusch ertönt, das die Kulisse übertönt. Etwas noch in der Ferne. Ist das ein wendender Lastkraftwagen?

19:35 Uhr: Es ist definitiv ein LKW! Was passiert hier?

19:40 Uhr: Bewegung kommt in den vorderen Teil des Weihnachtsmarktes. Schmuck, Lampen, Lichterketten, Tannennadelkränze und Lampions fallen prasselnd zu Boden, Buden bersten, Holz splittert, Holzsplitter und andere Teile fliegen, Glühweinkessel werden zu Boden gefegt, Flüssigkeiten und Fett aus Champignon- und Reibekuchen-Bratpfannen mischt sich dazu. Menschen fliehen in Panik.

 

Ich ziehe es vor, von meiner Bank aufzustehen und verzweifelt, panisch in die Gegenrichtung des Geschehens.

 

19:43 Uhr: Unsicher, was hier passiert. Bin mir wirklich nicht sicher, ob die Information meiner Augen ans Gehirn wirklich mit der soeben stattfindenden Wirklichkeit übereinstimmen. Alles so irreal! Wie im Nebel nehm ich alles wahr. eher noch wie in Zeitlupe. Keine Ahnung, ob ich ob des Geschehens unter Schock stehe. Erklären würde es einiges, etwa warum ich wie im Tran sehe, wie mein Kumpel, der zu tief ins Glühweinglas geschaut hat, von dem schweren Laster erfasst und regelrecht zerquetscht wird wie eine verunglückte Tomate. Blut und Organe fliegen durch die Szene, ich kann den befleckten Marken-Schriftzug des Lasters erkennen: SCANIA, ein schwedisches Fabrikat.

 

19:46 Uhr: Das Grauen, das Grauen!

 

19:49 Uhr: Zerstört! Alles kaputt! Alles tot! Schwerverletzte schreien, weinen, wimmern schmerzverzerrt, fürchterlich!

19:50 Uhr: Die Rettungskräfte und Polizeieinsatzkräfte mehren sich, lautes Tatütata, Blaulicht, Blinken überall. Menschen hasten und hetzen wie gejagt durcheinander. Grauenhaft! Der LKW-Fahrer? Scheint tot zu sein. Wieso hat er das gemacht? Was bewegte ihn zu solch Schandtaten? Wieso fuhr er in die Menge? Herzinfarkt erlitten? Für mich bis dato der einzige nachvollziehbare Grund für so was.

 

Was ist passiert? Szenerie wirkt unwirklich. Es ist kalt. Es dampft, es stinkt. Es ist alles grauenhaft. Leichen und Schwerverletzte werden weggetragen.

 

19:53 Uhr: Blut und Schleim, Wasser von Tränen mit Wasserfontänen aus Feuerwehrschläuchen, die in Brand geratene Marktstände löschen, gehalten von Feuerwehreinsatzkräften, sich mischend, mit Glühwein, Bratfett, Öl, Schweiß – alles ist ekelig, Zerstörung, Tod, Verzweiflung, Angst, Panik, Schockzustände – dies  scheint mit der sprichwörtlichen "Hölle auf Erden" gemeint zu sein.

 

19:54 Uhr: Ein Polizist spricht mich an. Ich sehe wohl verrußt, verletzt aus, aus einer Wunde dringt Blut. Merkwürdig – ist mir nicht aufgefallen. Weiß nicht mehr, wo ich vorhin war. Gedächtnisverlust? Amnesie? Möglich. Ich kann nicht antworten, wie gelähmt, Aphasie, der Polizist ruft zwei Sanitäter herbei. Sie führen mich in Richtung eines Krankenwagens. Es bricht aus mir heraus, ich weine, schluchze, schreie. Die zwei reagieren prompt, berühren mich behutsam und hieven mich auf die Liege. Dann kriege ich nicht mehr viel mit. Ein kleiner Pieks, dann falle ich in eine tiefe Ruhe, Schlaf übermannt mich.

 

 

 

 

 

Später stellt sich heraus, dass es der Anschlag eines Islamisten war, der alles vorher in einem Video angekündigt hat, der es im Namen seines Glaubens gemacht hat, wie er selbst sagte. Die Traumata bleiben. Die Kanzlerin ist ohne Gewissen. Ein Jahr danach erst findet sie die Gelegenheit, dorthin zu gehen, zum Tatort, Sightseeing. Sie sieht zufrieden aus, als besuche sie eine Theaterkomödie oder die BAYREUTHER FESTSPIELE. 12 Tote, mehrere Dutzend Verletzte, einige von ihnen schwer. Schocks fürs Leben. Gewissenlose Kanzlerin regiert weiter.








(16.12.2019)(C) 2020 KnoKnoo 


In meiner neuen Kurzgeschichtenreihe verarbeite ich Storys, die sich an real stattgefundenen
Begebenheiten orientieren, sie aber, wie für Geschichten eben üblich, fiktiv etwas ausschmücken. Das
Essenzielle, wirklich Wesentliche jedoch habe ich destilliert, es entspricht dem, was geschehen ist. Es
handelt sich um "Verwerfungen", wie YASCHA MOUNK sie einmal in der Tagesschau nannte, seitdem seit
2015 die Grenzen des Landes nicht mehr vorhanden sind.
Es geht um Verfall: Moralisch, psychisch und paradigmatisch, was dieses Land betrifft. Es wird Positives
geben, jedoch entsprechend der Realität rar gesät, viel mehr aber wird es Erschütterndes geben.
Sämtliche Gesellschaftsbereiche werden betroffen sein, sämtliche Nuancen der Negativentwicklung im
Zusammenhang mit der Masseneinwanderung aus muslimischen Ländern werden aufgezeigt. Ggf. werde
ich die entsprechenden Artikel oder Filme/Sendungen nennen, aus denen sich die Informationen beziehen
ließen.

Die vorliegende Geschichte beschreibt grob das, was am 19.12.2016 in Berlin, am Breitscheidplatz,
passiert ist, wie es sich für eine hier anonym bleibende Person angefühlt haben muss. Die Schilderung ist
dabei fiktiv, das Ereignis als solches ist aber der Wahrheit entsprechend. Wir erinnern uns alle an diesen
fürchterlichen Anschlag, bei dem 12 Personen zu Tode kamen durch einen wahnsinnigen islamischen
Amokfahrer. Dieser Anschlag war zugleich eine Art "Startschuss" für weitere Attacken meist islamischer
Terroristen, die in Menschenmengen auf Brücken (London) und an anderen belebten Orten fuhren und
unsägliches Leid mit vielen Toten anrichteten. Die Ausnahme dieser Regel bildete ein Anschlag in
Münster/Westfalen, wo ein psychisch Schwerstkranker so krank war, dass er in eine Menschenmenge vor
einem Restaurant bretterte (was eher ungewöhnlich ist, denn die meisten psychisch Kranken haben eher
ein Problem mit Suizidalität OHNE andere, Unbeteiligte mit in den Tod zu reißen). Der Hintergrund bei
diesem war aber weder rechtsradikal noch linksradikal (wie man hätte vermuten können, als sich
herausstellte, dass er kein Islamangehöriger war), sondern ein tragischer Einzelfall. Ich schildere hier
natürlich eher den verheerendsten Fall, den des über jeden Zweifel erhaben Islamisten ANIS AMRI, der in
einem später gefundenen Bekennervideo genau darlegte, dass er im Namen seines Glaubens handele.
Der Münsteraner Fall wird auch noch thematisiert werden, denn er weist eine ziemlich interessante
Charakteristik auf, was den medialen Umgang damit (im Vergleich zum nicht ignorierbaren
Breitscheidplatz-Anschlag) auf...
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.03.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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