Karl-Konrad Knooshood

Protokoll eines verfallenden Landes: Der Arbeitnehmer

 

 

BLOCKNER war happy. Nicht glücklich, aber happy. Schon jetzt freute er sich, konnte sich das sehr gut vorstellen: Sein persönliches Signal an die (deutsche) Menschheit:

 

"Schaut her, ich bin einer von den Guten, Diversen, Modernen, Toleranten, kein Rassist!"

 

So musste man es heute machen! Wenn man clever war, schmiegte man sich an den Zeitgeist. Das würde die perfekte Werbung für seinen soliden aber kleinen Mittelstands-Handwerksbetrieb sein – und eventuell eine Menge Neukunden anlocken.

 

Der Mittelstand ist übrigens das Rückgrad der deutschen Wirtschaft, das sagen übereinstimmend alle anerkannten, relevanten Experten – und Konsens soll auch herrschen, denn Widerspruch wird uns in die finstere Vergangenheit zwischen 1933 und 1945 und vor 1949 zurückführen!

Das sei semi-aggressiv in die Manege geworfen, denn Kritik an dieser makellosen Geschichte kann nur rechtspopulistische Hassrede sein! Klar soweit? Gut!

 

Ein Handwerksmeister, von dem hier Kunde getan werden soll, ist ein gebranntes Kind: Nach etlichen schlechten Erfahrungen mit Auszubildenden/Lehrlingen mit Migrationshintergrund, immerhin einem mit einem Deutschen namens WALDEMAR, nämlich in immerhin 7 Fällen (allesamt welche, die "schon (etwas) länger hier Lebende"), wollte er diesmal einem Zuwanderer eine Chance geben, einem Flüchtling namens TAMIL. Es ist gemeinhin eine positive Sache, immer wieder jemandem eine Chance zu geben, insbesondere solchen Menschen, die benachteiligt sind oder die man für benachteiligt hält. Um die Geschehnisse rund um diesen "letzten Lehrling" soll sich diese Geschichte drehen, die sich an reale Ereignisse anlehnt (im Wesenskern), im Rahmen selbstverständlich fiktional bleibt.

 

WILLY BLOCKNER jedenfalls war guten Willens und Mutes (und das sollten wir alle sein, denn wer skeptisch ist, der ist ein Nazi, hey, hey!) – er würde neue Flyer in Auftrag geben, mit dem Konterfei des "Neuen" drauf. Das machte sich gut. Er war kein Rassist, nicht reaktionär. Er würde einen der jungen Flüchtlinge (die frisch eingetroffen waren) aus dem Kongo unter seine Fittiche nehmen und ihm eine Lehrstelle geben. Es fehlten schließlich Fachkräfte – und die Regierung hatte doch gesagt, dass jetzt alles gut werde, die deutsche Wirtschaft brummen, womöglich auf ewig profitieren werde, da sich Millionen Fachkräfte aus Afrika und Arabien (vornehmlich Syrien) auf den Weg nach Deutschland machten! Das konnte doch nur gut werden! In den Pflege- aber auch Handwerksberufen fehlten dringend benötigte Nachwuchskräfte, denn die neueste Weicheigeneration, die sog. "Schneeflöckchen" waren, bis auf zu wenige Ausnahmen, besessen von der großen Karriere, meist IMM (irgendwas mit Medien) oder Studium in einer Grenzwissenschaft geradezu alchemistischer Zauberhaftigkeit wie Gender-Studies. Zombies allesamt, am liebsten den windelweichen Arsch auf ewig von Zwangsgebühren versorgt beim Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunk verbringen wollend. Sie alle wollten Abitur machen, in einigen Bundesländern wurde es einem regelrecht "für lau" nachgeschmissen, so einfach war es. Viele wollten lieber studieren, nicht unbedingt das nützliche Ingenieursstudium, überhaupt seltener MINT-Fächer, sondern Geistes- oder neuere Pseudowissenschaften wie bereits erwähnte Geschlechtsstudien. Fast niemand war bereit, sich in einer Handwerksausbildung erst zum Gesellen, später eventuell zum Meister hochzuarbeiten, denn das war ja anstrengend.

 

In BLOCKNERs Branche, dem Dachdeckerhandwerk, sah es besonders düster aus, obwohl es ein solider Beruf ist und war.

 

Damit sollte nun Schluss sein! Er fragte an, bei entsprechenden Stellen. Zwei Wochen später war alles unter Dach und Fach. TAMIL, ein Kongolese, schien ein juveniler, frischer Kerl zu sein, der dankbar für eine Chance zu sein schien. Ein kurzes Vorstellungs-"Gespräch" fand statt, wenn man es so nennen mag, denn TAMIL sprach kaum ein Wort Deutsch, doch das würde sich mit der Zeit schon ergeben. Hoffte der Handwerksmeister mit eigenem Betrieb und naiver Weltoffenheit.

 

An seinem ersten Tag erschien TAMIL pünktlich wie vereinbart zum Arbeiten. Dieser Tag bestand im Grunde nur aus einer Einführung. Der Meister erklärte ihm, so gut es ging, u.a. anhand von Zeichnungen aus einem Lehrbuch, die klassischen alltäglichen Betriebsabläufe, führte ihn im Betrieb herum, stellte ihn seinen vier Gesellen und seinem deutschen Lehrling vor, allesamt nette, wackere Handwerksburschen mit einem Herzen aus Gold.

Er erklärte ihm, was in den drei Jahren Ausbildungszeit alles zu lernen sei, was er ihn lehren werde und dass er zweimal wöchentlich die Berufsschule würde besuchen müssen. Die Daten, den Namen der Schule und die Uhrzeiten druckte er ihm aus, laminierte den Wisch, schob ihn in eine Klarsichtfolie und heftete seinem kongolesischen künftigen Auszubildenden das Ganze in dessen Ausbildungsordner, den WILLY BLOCKNER, der Dachdeckermeister, ihm ebenfalls zur Verfügung stellte, inklusive dreier Kugelschreiber mit Namen, Emblem und Slogan des kleinen Unternehmens.

 

Das würde eine gute zusätzliche Werbung sein und seinem Azubi vielleicht, so dachte er, helfen, sich noch besser mit dem Unternehmen zu identifizieren, indem er fortan arbeiten würde.

 

TAMIL bedankte sich artig, war höflich und bescheiden in noch radebrechendem Deutsch und durfte dann erstmal gehen.

 

Morgen würde es offiziell losgehen. Der ausländische Lehrling kam am nächsten Tag auch pünktlich zum Arbeitsbeginn, der Meister nahm sich Zeit, die Theorie mit ihm zu pauken, die theoretisch meistens vor der Praxis kommt. Dann, nach ein paar Stunden, durfte er bereits wieder gehen.

 

Auch am dritten Tag war TAMIL, der arbeitswillige, kräftige junge Mann aus dem Kongo, in den einem GENESIS-Song von 1997 zufolge der Protagonist geschickt werden wollte, falls seine Gefährtin nichts mehr von ihm wissen wollte, wieder rechtzeitig am Start.

 

Es ging direkt los, zum ersten Kunden. WILLY BLOCKNER war selbstverständlich davon ausgegangen, dass TAMIL schwindelfrei und frei von Höhenangst sei, er hatte ihn beim Kennenlernen danach gefragt, aber entweder TAMIL hatte ihn nicht richtig verstanden – oder ein wenig geflunkert, was seine Höhenangst betraf, denn ihm war anzusehen, dass er sich sichtlich unwohl fühlte. Er half so gut er konnte, stellte sich sogar geschickt an – für einen Lehrling in den ersten Tagen zumal. Nach zwei kurzen Pausen endete der Arbeitstag nach ungefähr 9 Stunden, Tamil und seine Kollegen sowie der Meister konnten nach Hause.

 

Am nächsten Tag war Handwerksmeister WILLY BLOCKNER wieder pünktlich in seinem Betrieb, schließlich war er der Ansicht, dass ein guter Meister mit gutem Beispiel vorangehen sollte. Es waren auch alle anderen Betriebsmitglieder da – bis auf TAMIL.

 

"Ein Versehen wird es sein", dachte der Chef, "schließlich ist mir das vor 25 Jahren, als ich selbst Lehrling war, auch 1-2 Male passiert." Was er in seinen Gedanken nicht mit berücksichtigte, war, dass dieses 1-2-malige Fehlen nicht schon nach wenigen Tagen erstmalig stattfand, sondern erst nach ca. 1,5 Jahren der Lehrzeit.

 

Er beschloss, bis 10 Uhr zu warten: kein TAMIL! Er rief bei der Nummer an, die er erhalten hatte, eine Handynummer. Eine verschlafene, unwirsche Stimme meldete sich, irgendeine Sprache sprechend. TAMIL hatte wohl verschlafen. Er entschuldigte sich, trudelte dann gegen 12 Uhr ein. Der Dachdeckermeister riet ihm, anhand einer Uhr gestikulierend, doch bitte irgendeine Art Wecker zu stellen. TAMIL versprach 's mit treuen, lieben Dackelaugen, der Chef konnte ihm nicht lang böse sein. Zumal er auch gern Rücksicht nehmen wollte. TAMIL war vielleicht noch nicht so lange hier, kannte also nicht alle Gepflogenheiten. Vielleicht hatte er einfach längere Zeit nicht(s) gearbeitet. Was WILLY BLOCKNER nicht ahnen konnte: TAMIL hatte sein Lebtag noch nicht gearbeitet, nichts und nirgendwo. Er hatte sich mit kleinen Diebstählen und Betrügereien über Wasser gehalten, andere Teile seiner Familie waren in seiner alten Heimat für ihn aufgekommen.

 

Am nächsten Tag setzte sich das Ritual fort: Cheffe rief auf TAMILs Nummer an, der meldete sich, entschuldigte sich und traf dann irgendwann gegen 11 oder 12 Uhr ein. Am nächsten Tag wieder.

 

Und wieder. Und wieder.

 

Und wieder.

 

WILLY BLOCKNER übte sich in Geduld und Verständnis, doch bat TAMIL bald darauf (noch zwei Tage später) zum "klärenden Gespräch" wie er hoffte. Zwar tat der junge Spund grundvernünftig und einsichtig. Er konnte auch schon etwas besser Deutsch.

 

Am kommenden Tag erschien er jedoch ebenfalls nicht rechtzeitig. Des Dachdeckermeisters Arbeitnehmer wussten nichts über TAMILs Verbleib, auch unter der Handynummer war er nicht mehr zu erreichen. Der Anrufbeantworter ging dran, BLOCKNER sprach, mühsam um Fassung ringend, um sofortigen Rückruf bittend, auf. Als sich Stunden später nichts tat, kein Klingeln des Telefonapparats in BLOCKNERs Büro, kein zustande kommendes Telefonat, nichts. Weder SMS noch WHATSAPP-Nachrichten wurden beantwortet, keine Erwiderung auf sämtlichen Kontaktwegen. BLOCKNER wusste nicht, was los war.

In den kommenden Tagen, schließlich Wochen, rief er immer wieder unter der Handynummer an. Es blieb beim Anrufbeantworter. Bis dieser auch nicht mehr anging, sondern nur noch in Unendlichkeit das Freizeichen erklang, bis die nüchterne Damen-Bandstimme des deutschen Festnetzes sagte: "Der gewünschte Teilnehmer ist zur Zeit nicht erreichbar. The person you've called is temporary not available."

 

Am darauffolgenden Tag ging endlich jemand ans Handy. "TAMIL?", frug BLOCKNER, doch eine ihm unbekannte Frauenstimme war dran, die in gebrochenem aber vergleichsweise korrektem Deutsch erklärte, sie habe das Smartphone gebraucht gekauft, ihr Bruder habe es ihr käuflich erworben, sie wisse nicht, von wem. Sie sei PIIIEP PIIIEP (der Name geht uns nichts an) und wisse nichts von einem TAMIL. Sie selbst sei aus dem Irak, lebe jetzt seit zweieinhalb Jahren in Deutschland. BLOCKNER bedankte sich höflich und hängte ein.

 

Was der Handwerksmeister mit dem großen, weltoffenen Herzen nicht wusste, war, dass TAMIL sein Asylgesuch positiv bestätigt bekommen hatte. Er hatte längst die Staatsbürgerschaft, wo war das Problem?

BLOCKNER wollte sich um TAMIL bemühen, jetzt nicht aufgeben, also fuhr er zur in den Unterlagen verzeichneten Adresse. Niemand öffnete die Haustür, die Wohnung sollte im ersten Stock sein. Irgendjemand betätigte dann wohl den Summer der Haustür, BLOCKNER hastete die Treppenstufen zu Etage 1 hinauf, kein Klingelschild an der einen, "BOROWSKI" dick prangend an der anderen Tür, ein cool modern gestalteter Gartenzwerg neben ihr, auf der Fußmatte stand ein Spruch aus BREAKING BAD: "I am the one who knocks". Nein, das konnte er nicht sein, "sooo deutsch" (hahaha) war er nicht, außerdem hieß TAMIL kompliziert mit Nachnamen.

 

BLOCKNER hatte immer noch Schwierigkeiten, das doppelt bindegestrichte, insgesamt 26 lateinische Buchstaben lange Wort zu lernen. Man duzte sich ja auch. "Ich bin der WILLY, hallo TAMIL!".

Nichts. War die Bude, "BOROWSKI" gegenüber, überhaupt bewohnt? Sah so schmucklos aus: Er klingelte an der klingelschildlosen Tür. Kein Geräusch, kein Laut, keine Bewegung. Eine hijabverschleierte, scheu dreinblickende Dame kam wie ein Geist die Treppe hinter ihm hochgeschlichen. Huch!

Fast hätte er sie nicht wahrgenommen, so auffällig unscheinbar war sie! In mehr als nur gebrochenem, weichem Deutsch bibberte sie schüchtern das Folgende hervor: "TAMIL nicht hirr. Er nicht kohmmän zu Job – weggezogm. Soll Ihm geben dies' Briff. Nich' komm' wiedor."

 

Damit überreichte sie dem verblüfften Handwerksmeister einen Brief, krakelig geschrieben, kaum lesbar, ungefährer Inhalt:

Arbeit nix, kein' Bock mehr, nicht mehr, alles scheiße, nix wollen machen Arbeit, beantragen sozial.

 

BLOCKNER war enttäuscht wie lange nicht mehr, desillusioniert. Er hatte sich so viel Mühe gegeben, in den wenigen Tagen, die der Azubi de facto dagewesen war. Er hatte sich so auf ihn fixiert, dass er seine Gesellen und seinen deutschen Auszubildenden völlig ignoriert hatte. Noch nie hatte er sich so intensiv um einen seiner Lehrlinge gekümmert, weder um deutsche noch deutsche mit gewissen Hintergründen. Er hatte sich so viel davon versprochen, dachte, alle der dort seit 2015 Kommenden hätten Interesse an guter, solider, harter Arbeit.  

 

Monate später, er war bei seiner bisherigen Belegschaft geblieben und wollte, nach der Erfahrung, vorerst niemand neues mehr einstellen – und wenn, dann vielleicht doch eher einen enthusiastischen, engagierten jungen Deutschen- wurde BLOCKNER zu einer Talkshow eingeladen. Es sollte um Integration in den Arbeitsmarkt gehen. Insbesondere im Zusammenhang mit der seit 2015 stattfindenden Massenzuwanderung, Frage war: "Ist die Mehrheit der Einwanderer in den Arbeitsmarkt integrierbar – und wie viele haben bis jetzt tatsächlich Arbeit gefunden?"

 

In Wahrheit, WILLY BLOCKNER wusste es nicht, sollte der Dreh dahingehend gefunden, das Narrativ gesponnen werden, dass im Großen und Ganzen zwar bisher beklagenswert wenige der insgesamt mindestens 2 Millionen Migranten seit der Einwanderungswelle 1 (es sollten noch mehrere Fluten kommen) überhaupt arbeitswillig, arbeitsfähig und ordentlich qualifiziert und mit den neudeutsch sog. "Soft Skills" ausgestattet, fit für den Arbeitsmarkt waren. Es war nämlich eine Zahl im mittleren fünfstelligen Bereich, aber dass doch die Meisten, wenn zwar Analphabeten und keine Fachkräfte, so doch potenziell lernwillige "Fachkräfte von morgen" werden würden, dessen war man sich "sicher".

 

Dieses Talkshow-Narrativ-Ziel gelang, gelinde gesagt, nicht.

 

Die Show wurde eines der zahllosen Desaster, Millionen deutsche Zuschauer, kritische Zeitgeister, nahmen auf TWITTER und FACEBOOK die eingeladenen Politiker (natürlich nur handverlesene der "sauberen" Parteien, die sozialistische und dementsprechend naiv-pro-migrantische SED mit neuem Namen und die Verrätern gegen Jedermann, Sozialdemokraten inklusive), die alles beschwichtigend beschönigten, aufs Korn, während man, wollte man die Zuschauer erfolgreich verarschen, die drei mit persönlichen Erfahrungen aufwartenden Studiogäste nicht hätte einladen dürfen.

Man lernte später daraus und sorgte für noch selektivere Gästeauswahl von vornherein dafür, dass das gewünschte Ergebnis (eine zuckersüße Romantik à la "Tutti-Frutti", "Alles gut", "Piep-piep-piep-wir-ham-uns-alle-lieb – weil es keine Probleme gibt – ach, diese scheiß Nazis!") am Ende herauskam.

 

Jetzt aber saßen da Herr BLOCKNER, Dachdeckermeister mit eigenem Betrieb, zu ihm gesellte sich eine einer eigenen Firma mit 500 Mitarbeitern vorstehenden Dame mit Namen APFELSINA TAUSENDWASSER, die mit fast allen der extra eingestellten 50 (!) Migranten die gleiche Erfahrung wie BLOCKNER gemacht hatte, dazu ein Sozialarbeiter einer gemeinnützigen Einrichtung (bald darauf nicht mehr, denn über die traurigen Wahrheiten zu sprechen, gilt gerade in diesen Kreisen schon als Fauxpas ohne Pardon), die sich um die Integration und Sprach- sowie Arbeitsplatzvermittlung von Migranten bemühten, der zu berichten wusste, dass leider die Mehrzahl der Zielgruppe weder an der Sprache, noch Arbeit, noch irgendeiner Integration interessiert waren.

 

Der Mythos vom "Einzelfall", jener bereits in Sachen islamischer Terror und Verbrechen der Migranten nicht mehr funktionierenden Mär, wurde – bedauerlicherweise nur vorübergehend – umfassend widerlegt, "gebustet" in einer angedeutschten Englischsprechung vom Verb "to bust". Es sollte nicht das letzte Talkshowdebakel bleiben, doch meist gelang es inzwischen (siehe oben), die Probleme von sorgfältig vorausgewählten Talkshowgästen weitestgehend unter Plausch und Schwafel zu begraben. Doch blieb es ohnehin folgenlos. In Deutschland bleiben viele, wenn nicht alle Dinge folgenlos…

 

BLOCKNER, der Handwerksmeister, schilderte seine Erfahrungen, sachlich, wahrheitsgemäß, wohlwollend. Wohlwollender freilich, als er es intendierte.

Wie aber auch die Großunternehmerin machte er unmissverständlich klar, dass er künftig keine solchen Leute mehr einstellen werde. Egal, was die Wohlmeinenden denken, ob sie ihn nun für ein Scheusal, einen Nazi oder was auch immer halten würden, er hatte seine Negativerfahrung gemacht, war seiner Illusionen beraubt. Und er hatte es immerhin 8 Male versucht!




(20.11.2019)(C) 2020 KnoKnoo


In meiner neuen Kurzgeschichtenreihe verarbeite ich Storys, die sich an real stattgefundenen
Begebenheiten orientieren, sie aber, wie für Geschichten eben üblich, fiktiv etwas ausschmücken. Das
Essenzielle, wirklich Wesentliche jedoch habe ich destilliert, es entspricht dem, was geschehen ist. Es
handelt sich um "Verwerfungen", wie YASCHA MOUNK sie einmal in der Tagesschau nannte, seitdem seit
2015 die Grenzen des Landes nicht mehr vorhanden sind.
Es geht um Verfall: Moralisch, psychisch und paradigmatisch, was dieses Land betrifft. Es wird Positives
geben, jedoch entsprechend der Realität rar gesät, viel mehr aber wird es Erschütterndes geben.
Sämtliche Gesellschaftsbereiche werden betroffen sein, sämtliche Nuancen der Negativentwicklung im
Zusammenhang mit der Masseneinwanderung aus muslimischen Ländern werden aufgezeigt. Ggf. werde
ich die entsprechenden Artikel oder Filme/Sendungen nennen, aus denen sich die Informationen beziehen
ließen.

In meinem Beispiel habe ich ein anderes der zahlreichen ehrenwerten Handwerke genommen, im
Originalfall war es ein Bäcker, soweit mir bekannt. Es gab allerdings auch andere Verwerfungen dieser
Art, wo sich herausstellte, dass die sog. "Fachkräfte", die uns versprochen wurden, als ab 2015 über 2
Millionen überwiegend muslimische Männer-Migranten ins Land kamen, überwiegend weder Fachkräfte
im engeren Sinne noch besonders bewandert, qualifiziert und häufig sogar Analphabeten waren. Die
Einstellung zu Arbeit war auch nicht bei allen gleichermaßen derartig vorhanden, dass sie die ihnen
angebotenen Chancen vollumfänglich wahrnahmen. Einige Unternehmen schienen diese Menschen (was
übrigens auch unfair ist!) als eine Art "Schmuck" zu betrachten, denn sie brüsteten sich damit, diese
meist Herren einzustellen, kein Tag verging, an dem nicht über die "Erfolgsgeschichten" berichtet wurde,
die sich später vielfach als nicht ganz so erfolgreich und glänzend herausstellten.
Abgesehen davon, dass sich herausstellte, dass viele eher wegen der exorbitanten Sozialleistungen ins
Land gekommen waren und lieber diese freihängenden Früchte genießen wollten, brachten sie auch eine
etwas abenteuerliche Arbeitsmoral mit. Ist es nötig, zu erwähnen, dass es natürlich, wie immer im Leben,
NICHT ALLE waren? Okay. DIESER Punkt sei von vornherein geklärt. Es gibt IMMER erfreuliche
Ausnahmen. Die offenbar nicht Teil des zu lösenden Problems sind. Dieser Fall ist KEIN absolutes Pars-
pro-toto, logisch.
BLOCKNER, der Dachdeckermeister, wird hier vielleicht, so kann es wirken, etwas (zu) negativ dargestellt.
Meine Intention ist aber, da ich mich in solche Menschen hineinversetzen kann, klarzumachen, dass er
vielleicht etwas naiv weil idealistisch ist. Es ist nicht zwangsläufig FALSCH, so zu sein, Idealismus ist
wunderschön - und ich hätte ihn auch gern, hätte mich die Realität nicht gelehrt, dass sie nicht so rosig
ist i.d.R. BLOCKNER hat es wirklich gutgemeint, wollte sich natürlich auch ein bisschen damit profilieren,
wollte sich als guter Mensch zeigen - und das wollen wir doch alle gern und immer wieder. Man will doch
gemocht werden. Dass er bereits mehrere Fälle vorher hatte, aus denen er nichts gelernt hat, weil sein
Idealismus stets stark in ihm waltete, dass er umso mehr desillusioniert ist nach dieser speziell negativen
Erfahrung, ist Teil seines Lebens.

Natürlich gibt es auch viele Migranten, die durchaus etwas zu unserem täglichen Leben beitragen, die
hart arbeiten, so wie wir auch, in teils prekären Nebenjobs oder auch mal vollzeitig. Das ist ehrenwert und
gut. Doch das große Jobwunder, das "neue Wirtschaftswunder", das angekündigt war, konnten diese
Leute NICHT bringen (was ist es auch armselig und infam gewesen, solches überhaupt zu verlangen,
schließlich sind auch diese Menschen MENSCHEN - und nicht im Kapitalismus-Profitmaximierungssinne
"Humankapital"). Die bis zu 25% der in Arbeit gekommenen Herrschaften von den über 2 Millionen fristen
ihr Dasein in überwiegend prekären und Teilzeitjobs, Minijobs und anderen unqualifizierten Tätigkeiten.
Und auch von ihnen haben, wie verschiedentlich zu hören war, viele die Arbeit wieder niedergelegt, um
schön von üppigen Sozialleistungen in ihren Parallelgesellschaften zu leben. Wer könnte es ihnen
verübeln, wenn sie Vorteile genießen, die so groß sind wie in keinem ihrer Herkunftsländer?

Leider hat auch diese Geschichte kein Happyend im strengen Sinne, doch so ist das Leben immer wieder.
Es ist nur ein Teil des Ganzen...
Es soll auf keinen Fall eine Aufforderung sein, niemandem von woanders her eine Chance zu geben. Es
ist nur ein einzelner Fall von vielen, aber eben NIEMALS ALLEN. Es kann auch klappen. Wie alles im
Leben: Funktioniert oder scheitert...
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.03.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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