Karl-Konrad Knooshood

Protokoll eines verfallenden Landes: Der MdB im Parlament

 

"Ich erteile Herrn WILFRIED SCHUSTER, MdB von der AfD das Wort!"

Mehr Verachtung und gespielten Ekel konnte man nicht in einen formellen Standardsatz packen, spürte WILFRIED SCHUSTER, als er sich beherzten Schrittes, in der Hand das Manuskript für seine vorbereitete, vorgesehen Rede, das er gestern Nacht noch, zu extrem fortschrittlicher Stunde, jetzt übermüdet aber entschlossen, verfasst hatte. Aus den Reihen seiner Partei schlug ihm respektvoller Applaus entgegen, eine Dame grüßte ihn leise mit "Hallo, WILFRIED" freundlich.

 

Die Reaktionen auf den anderen Sitzplätzen waren viel interessanter, entmutigender – und: ekelhafter. Sie sprachen ganze Gesamtwerke in dicken Einbänden über den Charakter der sich so Verhaltenden. Offenbar aus Prinzip oder da ihnen ein kindliches Gemüt zu eigen war, kamen von den Rängen der GRÜNEN, zu Beginn der 80er Jahre selbst noch eine Außenseiter-, nun eine etablierte Partei, die wohl wahnsinnigste des monolithischen Blocks, den die schon länger im Parlament ihre selbstgefälligen Ärsche plattsitzenden Parteien gebildet hatten, kamen folgende Reaktionen:

 

Der puterrote SCHIMMELREITER glotzte extrem feindselig aus seiner feisten Fuckfresse, BÄRLAUCH-UTE popelte sich einen dicken, gelbgrünen (Koalitionsmöglichkeit  zwischen GRÜNEN und FDP?)Popel aus der Nase und schnippte ihn in SCHUSTERs Richtung (traf ihn jedoch nicht), die ROTH tippte demonstrativ auf ihrem modernen Smartphone herum, als versuche sie, ein Traktat über die Frauenfeindlichkeit der Disneyfilme von 1950-1965 schreiben, ÖZDEGUR rollte mit den Augen, JELPKE (LINKSPARTEI) streckte ihre grobporige Altdamenzunge heraus (what the fuck, wer wollte denn dieses infantile Gehabe im Regierungsgebäude eines ehemals ernstzunehmenden Landes sehen, hä?!), an deren Belag ein Mediziner deutlich erkennen hätte können, dass sie wohl mit Leberproblemen kämpfte. Ob sie sich gelegentlich ein schönes Schlückchen gönnte? SCHLÜTER murmelte verächtlich: "Oh nein, jetzt reden die Nazis wieder!"

Die SPD-Sitz-Genossen sahen so verlegen aus, als seien sie versehentlich mit einer echten Partei vertauscht worden, erweckten den Eindruck, sich jeden Moment kleinkindhaft die Ohren zuzuhalten und "Lalala, lalala, ich hör nix!" vor sich hin zu trällern. Die Kanzlerin, die für die Verfehlungen, Verwerfungen und Krisen der letzten Jahre, wie etwa den massiven Linksruck ihrer Partei (der das Einziehen der bürgerlich-konservativen AfD in den Bundestag überhaupt erst ermöglicht hatte), für den ganzen Schlamassel verantwortlich war, saß starr da wie ein Fels in stürmischster Brandung, lethargisch, apathisch, tot, äußerlich ohne jede Regung, eine Mumie, ein Zombie auf Urlaub (nur nicht so hyperaktiv), eine Scheintote. Nicht mal irgendwelche geringen Lebensanzeichen konnte man wirklich erkennen: Der Augenaufschlag schien nicht stattzufinden, die Lider ohnehin auf Halbmast, trüb und leer wie BRUNO GANZ' Verkörperung Hitlers im dritten Drittel des Films "Der Untergang". Sie schien zu wissen, dass sie das von ihr regierte Volk, das sie insgeheim über alle Maßen verachtete, in die Scheiße geritten hatte. Nicht in etwas ähnlich Grauenhaftes wie Hitler, aber im kleinen Maßstab. Sie schien nicht mal zu atmen, Hebung und Senkung des Brustkorbs waren, trotz immer enger sitzender Hosenanzüge, nicht zu sehen. Wäre sie nicht solch eine abscheulich bösartige Person gewesen, man hätte, ähnlich wie bei ihren Zitteranfällen während der Nationalhymne bei Staatsempfängen, Mitleid mit ihr haben können. Ihr würde gleich wohl eine Menge Kritik entgegenschlagen.

 

Die Mitglieder ihrer Partei, inklusive der neuen Vorsitzenden AKK, hockten schlaff oder müde in ihren überaus komfortablen Sitzen, manche Männer wie erschlaffte Patriarchen, "DER PATE" auf Valium. BOLZMANN schnarchte. Ja, tatsächlich, er schlief ungeniert und ungehemmt, "sägte" dabei wie ein Holzexportweltmeister. WOMPITZ schien auf seinem Tablet witzige Pannenvideos herumzureichen, man feixte, flachste und amüsierte sich kringelnd vor Lachen, offensichtlich war alles unfassbar komisch. Regieren schien bei diesen Leuten eher von locker-leichtem Spaß zu sein. PLIETSCHKI kaute schmatzend M&Ms, die mit Erdnüssen drin. Tja, "god made peanut – but he forgot the chocolate". FLACHSOND schien sich eine Einkaufsliste für später zu erstellen. TROMPPSTONE spielte, wahrscheinlich fasziniert von seinem Pappkaffeebecher, mit dessen Henkellasche. KRANKSI neckte die neben ihm sitzende PLÖTZMANKOR, FLUTORUS aß dazu mit sichtlichem Hochgenuss ein üppig belegtes Baguette, dessen Aroma ihn eher wie eine Lachsschaumspeise im Edelrestaurant zu begeistern schien, Freudengeräusche wie "mmh" schwebten leise von seinen Lippen. Vielleicht war's ein SUBWAY-Baguette…

Jemand kratzte sich im Genitalbereich, zum Glück über seiner Hose. Jemand anderes schmierte sich Deo unter die Achseln, indem er sich ins speckige Hemd griff, einen Knopf gelöst hatte. Jemand las einen Krimi von SEBASTIAN FITZEK, auf anderen Tablets schienen E-Books die Runde zu machen. Dass den AfD-Politikern keine dämlichen Streiche à la Furzkissen auf den Sitz gespielt wurden, glich einem Wunder. Von DIE LINKE soll nicht die Rede sein, die Partei der hasserfüllten Hobby-Salonsalonsozialisten, die zweimal umbenannte Mauerschützenpartei, gab während SCHUSTERs gesamter Rede nur Frechheiten und Beleidigungen sowie Unterstellungen von sich. Es roch nach schwarzem Block. Dabei fiel höchstens noch auf, dass diese Sozialismus-Aufstand-Über einfach aus Prinzip dazwischenbrüllten wie seinerzeit SCHULZ mit seinem aus dem Bart gefeuerten Hass-Overkill, nicht dann, wenn SCHUSTER etwas "Falsches" von sich gab. Er hantierte mit Zahlen, Statistiken, untermauerte seine Aussagen mit soliden Quellen, betrieb keine Hassrede, hetzte nicht, wurde nicht laut. Er zog seine Rede durch, gegen alle Widerstände, in lebendigem Ton perfekter Stimmmodulation.

 

Der Bundestag war ein Hort desinteressierter Müßiggänger und Ignoranten geworden, die sich einen Dreck um die Interessen des deutschen Volkes scherten, sondern allenfalls Richtung EU schielten. Bis auf die meisten Mitglieder der AfD wollte niemand Verantwortung übernehmen, geschweige denn etwas fordern, das irgendwem zu Gute kommen konnte. Die Aufschrift vor dem Portal des Reichstagsgebäudes, "Dem deutschen Volke" war längst zu einem zynischen Witz verkommen. Richtiger hätte dort stehen sollen: "Sämtlichen Fremdinteressen, seien sie von EU, NGOs, Migranten, Muslimen und allen anderen, nur nicht dem deutschen Scheiß-Kartoffelvolk!"

 

Apropos Bundestag: Falls man's noch nicht weiß, einfach mal googeln: "Aha-Graben". Die alle Grenzen des Landes sperrangelweit offenstehen Lassenden bauen sich eine große, abschottende Mauer um das Regierungsgebäude, den sog. "Aha-Graben". Warum er so heißt? Googeln!




(28.12.2019)(C) 2020 KnoKnoo


In meiner neuen Kurzgeschichtenreihe verarbeite ich Storys, die sich an real stattgefundenen
Begebenheiten orientieren, sie aber, wie für Geschichten eben üblich, fiktiv etwas ausschmücken. Das
Essenzielle, wirklich Wesentliche jedoch habe ich destilliert, es entspricht dem, was geschehen ist. Es
handelt sich um "Verwerfungen", wie YASCHA MOUNK sie einmal in der Tagesschau nannte, seitdem seit
2015 die Grenzen des Landes nicht mehr vorhanden sind.
Es geht um Verfall: Moralisch, psychisch und paradigmatisch, was dieses Land betrifft. Es wird Positives
geben, jedoch entsprechend der Realität rar gesät, viel mehr aber wird es Erschütterndes geben.
Sämtliche Gesellschaftsbereiche werden betroffen sein, sämtliche Nuancen der Negativentwicklung im
Zusammenhang mit der Masseneinwanderung aus muslimischen Ländern werden aufgezeigt. Ggf. werde
ich die entsprechenden Artikel oder Filme/Sendungen nennen, aus denen sich die Informationen beziehen
ließen.

Leider lassen sich ähnliche wie die hier geschilderten Szenen in jeder auf PHOENIX oder in Ausschnitten
auf YOUTUBE und anderen Videoportalen, bei gelegentlichen besonderen Vorkommnissen sogar in
vereinzelten Online-Zeitungen immer wieder beobachten. Nicht genug damit, dass Mitglieder einer
demokratisch legitimierten und konservativ-bürgerlichen Oppositionspartei bedrängt, gemobbt und
niedergebrüllt werden, nicht genug damit, dass stellenweise die Etikette sehr zu wünschen übrig lässt
und sich da etliche MdB der bisher bekannten und Regierungsparteien so hasserfüllt verhalten, dass man
sich wundern könnte, wie ausgerechnet DIESE SCHNÖSEL den angeblichen und tatsächlichen "Hass im
Netz" (es sei denn, er kommt von links) durch Gesetzesverschärfungen wie eine lästige Plage abtöten
(lassen) wollen. Aber das passt auch zum Rest, zum zum Ende des Textes erwähnten "Aha-Graben": Die
großen "Volksvertreter" (welches Volk vertreten sie mit ihrer Politik überhaupt noch, das eigene jedenfalls
kaum) schotten sich vorm wohl bald als stärker werdend befürchteten "Volkszorn" durch einen großen
Graben, den sie ja auch zwischen ihrer Politik und dem Volk, das sie aktiv durch ihr Verhalten und ihre
Aussagen (siehe zurzeit vor allem die Linkspartei) spalten, ziehen. Die Außengrenzen des Landes nicht
schützen und kontrollieren können (behaupten, es sei so) - sich selbst dann aber schön abschotten. An
welche EDGAR-ALLAN-POE-Kurzgeschichte erinnert mich das bloß nochmal? Jaja, so sind sie.
Vielleicht sollten sie aber auch endlich das BRECHTsche Motto umsetzen, der einmal ironisch schrieb
(nach dem missglückten Volksaufstand in der DDR 1953): "Das Volk hat das Vertrauen der Regierung
verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
Also los!
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.03.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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