Andreas Rüdig

Kragenzeremonie

Die Kragenzeremonie stammt aus dem BDSM. Es lhandelt sich dabei um eine öffentliche Zeremonie, bei der ein Unterwürfiger formell von einem Dominanten mit einem Kragen versehen wird. Die Kragenzeremonie ist quasi eine Hochzeitszeremonie.

Kurt-Waldemar, mein Meister, Herr und Gebieter meines Herzens?

Ja, Kim-TIm, bevorzugter Sklave und bester aller Unterwürfigen?

Willst du mir die Halskrause in einer Kragenzeremonie umlegen?

Ja, natürlich möchte ich das. Warum fragst du?

Ach, ich hatte nur so den Eindruck, daß du auch noch andere unterwürfige Sklaven neben mir hast.

Ja, natürlich habe ich die. Du weißt doch, daß ich einen kleinen Harem habe. Durch die Kragenzeremonie wirst du aber zum Vorzeigesklaven und zum besten aller Unterwürfigen ausgezeichnet.

Na, dann bin ich ja beruhigt.


(in einem Versammlungssaal)

Liebe Gäste und Zuhörer,

willkommen in der Johannes-Gemeinde. Wir sind eine Kirche ohne Gott. In unseren sonntäglichen Versammlungen referiere ich als freier Prediger über weltliche Themen, die dafür sorgen sollen, daß Menschen ein gelingendes Leben führen. Die ehelichte Treue, die preußischen Kardinaltugenden (wie Pünktlichkeit, Fleiß, Sauberkeit und Freundlichkeit), Moral im Geschäftsleben, gute Umgangsformen, Hilfsbereitschaft sowie ehrenamtliches soziales Engagement sind Beispiele für meine und unsere THemen.

Natürlich sind bei uns auch Lebensfeste möglich, Lebenseintrittshandlungen, Eheschließungen und Lebensaustrittshandlungen. Die Kragenzeremonie am kommenden Sonntag wird aber die erste schwule BDSM-Handlung dieser Art bei uns sein.


Kurt-Waldemar, mein Herr und Gebieter?

Ja, Kim-Tim, mein bevorzugter Sklave?

Wann wird unsere Kragenzeremonie sein?

Am kommenden Sonntag.

Oh - so früh schon?

Ja, natürlich. Ich möchte endlich unter die Haube.

Aber selbstverständlich, mein Herr und Gebieter. Wie wird die Zeremonie ablaufen?

Sie beginnt um 10 Uhr. Es wird ein paar Lieder geben, eine Ansprache des Gemeinderedners, das Umlegen des Kragens...

Also fast so wie eine ganz normale Hochzeit?

Ja, genau.


(Eingangslied)

Flach auf dem Bett
liegt mein Sklave nackt
sein Ständer
ist hart und steif
er ist willig
ich nehm ihn glatt
und wenn ich komm´
ist das Bett ganz naß...


(Ansprache des freien Redners)

Kurt-Waldemar und Kim-Tim, ihr beide seid vor mich getreten, um in den Ehestand des Kragens zu treten. Wir haben uns ja schon bei der Vorbereitung dieser Veranstaltung darüber unterhalten, was dieser Schritt für euch beide bedeutet. Bei einem heterosexuellen Pärchen ohne Sado-Maso-Gelüste würde ich jetzt sagen, ihr hätte euch ewige Treue und die Frau dem Mann Gehorsam versprochen. Bei euch beiden ist es dagegen etwas anders. Kim-Tim verspricht immerwährende Unterwürfigkeit. Er wird Kurt-Waldemar noch mehr als bislang (homo-)sexuell zu Diensten sein, immer und jederzeit, keinen Sexualkontakt zu den anderen Unterwürfigen, den anderen Sklaven haben, und sie stattdessen beaufsichtigen.

Kurt-Waldemar befördert Kim-Tim im Gegenzug zum Haremsvorsteher und versorgt seinen Sklaven Tim-Kim immerda mit Kost und Logis. Ein Verkauf ist so unmöglich.

Kim-Tim, du bist nach Aussagen deines Besitzers der ideale Unterwürfige und perfekte Sklave. Siehe deine langen, schlanken und vor allem: haarlosen Beine. Siehe dein wunderhübsches Gesicht mit den ostasiatischen Mandelaugen. Siehe deine Jugend.

Kim- Tim, darf ich dir den Kragen anlegen?


Aber Meister Dagobert, ich möchte doch Kurt-Waldemar untertänig sein. Ich flehe dich an: Laß ihn mir den Kragen anlegen!

Ach so, ja, natürlich. Wie konnte ich mich nur so vergessen. Kurt-Waldemar - walte deines Amtes!


(nach der Hochzeitsnacht)

Kim-Tim, ich bin empört - du bist keine Jungfrau mehr. Du bist entjungfert in die Kragenzeit gegangen.

Aber natürlich, Herr und Gebieter. Mal davon abgesehen, daß ich jetzt kein Knabe und Kind mehr bin, sondern ein richtiger Mann, war es doch mein Meister selbst, der mich vor der Verkragung ausprobiert und geliebt hat. Da war mein Meister noch glücklich und zufrieden mit mir. Wie hat mein Befehlshaber denn herausgefunden, daß es angeblich noch einen anderen Meister in meinem Leben gibt?

Es gibt eindeutige Fotos. In seinem Zimmer, in der Schreibtischschublade und in dem Karton im Schrank. Und das auch noch mit einer nackten Frau, die ihn über das Knie legt und sein unbekleidetes Gesäß züchtigt. Eine Frau - wie widerlich.

Laß´ mich erklären, Kurt-Waldemar. Auf den Foto ist meine Mama zu sehen. Richtig: Sie züchtigt mich während eines Erziehungsspiels. Irgendjemand muß mich doch in die Sado-Maso-Sexualpraktiken einführen.

Aber das war doch kinderschänderisch-pädophiler Inzest.

(ängstlich) Aber nein, nicht doch. Ich bin doch nie in sie eingedrungen. Mama hat mich nie geritten.

Am liebsten würde ich dich jetzt entkragen und dich Muttersöhnchen an deine Frau Mama zurückgeben....

(panisch) Nein, bloß nichtz, alles, nur das nicht. Hab´ Gnade und Mitleid mit mir. Dann greif lieber zur Gerte und versohle mir den Arsch.

(mit freudiger Stimme) Aber gerne doch. Jetzt sieh´ doch mal, Kim-TIm, ich habe noch gar nicht angefangen und schon feuchte Flecken in meinem Höschen. Na warte, du ungezügelter Nichtsnutz.


Kurze Zeit später räumen die übrigen Sklaven einen blutigen, aber glückselig lächelnden Kim-Tim weg...

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.03.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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