Johann Hayer

Die Frau im Regen

Ich erhielt vor einiger Zeit von einem guten Freund und Kollegen (er wird hier als Paul Ritter bezeichnet) eine Diskette mit einer Word-Datei, die dieser beim Aufräumen nach seinem letzten Umzug gefunden hatte. Die Datei trug das Datum vom 18.06.2002. Er sagte mir dazu, dass er sich an die beschriebenen Vorkommnisse nicht erinnern könnte (bei seinem Alkoholkonsum nicht wirklich verwunderlich) und auch keine Ahnung habe wie der Text in dieser Word-Datei zustande gekommen sei. Vielleicht könnte ich das für eine Story verwenden.

Die nun folgende Geschichte besteht, was Paul und die Zeit von Sonntag bis Dienstagnacht betrifft größtenteils aus den Informationen, die auf der Diskette enthalten waren. Die Handlungen der anderen Personen sowie das Geschehen am Mittwoch ist reine Spekulation wie sich die Sache abgespielt haben könnte.
Natürlich habe ich Namen aller Beteiligten und Ortsangaben geändert.
J.H.

Die Handlung spielt im Juni des Jahres 2002

1. Kapitel - Sonntag
Es war spät geworden. Paul war müde und abgespannt nach der anstrengenden Tagung zum Thema „Neue Wege im Softwaredesign“. Der Event hatte von Freitagabend bis Sonntag in Rosenheim stattgefunden und sollte bis vier Uhr dauern. Schließlich war es dann fast sieben Uhr als er es endlich ins Auto schaffte, um zurück nach München zu fahren. Es war Mitte Juni und eigentlich sollte es um diese Zeit noch einigermaßen hell sein. Er hatte sich entschieden die Landstraße zu nehmen, anstatt die Autobahn. Er liebte diese Strecke, auf der man, besonders in der verkehrsarmen Nachtzeit ziemlich zügig fahren konnte. Doch das Wetter hatte umgeschlagen, düstere Wolken waren aufgezogen, der Wind wurde stärker und in Fahrtrichtung sah er die ersten Blitze über den Bäumen aufleuchten.
Plötzlich und ohne Vorwarnung fing es an zu regnen. Im Nu war die Straße mit Wasser bedeckt. Regen trommelte auf das Dach des Wagens mit einer Heftigkeit und einer Lautstärke, die an Hagel erinnerte. Wütend drosselte Paul das Tempo. Gleich würde er an einem kleinen Waldstück vorbeikommen und danach ein Gasthaus. Er bremste noch etwas mehr und schaltete den Scheibenwischer höher. Mist, es regnete immer stärker. Fast nichts mehr zu sehen. Vernünftig wäre es, dort stehenzubleiben und einen Kaffee zu trinken. Aber der Zeitverlust schreckte ihn ab.
Halt, ist da nicht jemand am Straßenrand gestanden und hat gewunken? Ein Anhalter? Bei dem Wetter!
Er bremste und sah in den Rückspiegel. Im Widerschein des aufleuchtenden Blitzes sah er die blonde Frau. Er stieß langsam zurück. Im strömenden Regen war durch die Scheibe fast nichts zu erkennen. Als er nur noch wenige Meter von ihr entfernt war und sie auf ihn zuzulaufen begann hielt er an. Schließlich stand sie neben ihm. Der Knopfdruck ließ die rechte Seitenscheibe heruntergleiten. „Willst du mitfahren?“ Er duzte grundsätzlich jeden da er das von der Arbeit her so gewohnt war.
„Gerne, danke.“
Er öffnete ihr die Tür, sie stieg ein und setzte sich neben ihn. Ein Blick nach hinten, kein Auto, er gab energisch Gas und fuhr weiter. Der Regen ließ etwas nach, war aber immer noch sehr stark. Er würde gern ein wenig mit ihr quatschen, sie fragen, woher, wohin ... einfach nur reden. Er sah kurz zu ihr rüber, musterte sie. Enge Stretch-Jeans, rotes, knappes T-Shirt, dass einen großen Streifen Bauch freiließ, ein Piercing im Nabel, sehr langes, bis über die Brüste reichendes glattes hellblondes Haar, Mittelscheitel, spitze Nase, die Augen mandelförmig, schmale, sinnliche Lippen aber was war das? Sie ist vollständig trocken! Die Kleider, die Haare, die Haut einfach alles kein bisschen nass, er verschluckte die Frage, die er eben noch stellen wollte, bremste, sah auf die Straße. Jetzt nur kein Unfall.
„Hallo, danke fürs mitnehmen.“
„Hallo!“ Er war immer noch viel zu irritiert, um klar denken zu können.
Sie sah ihn an. „Ich heiße Melanie.“
„Ritter, Paul Ritter.“ er wusste nicht recht was er sagen sollte, „einfach nur Paul."
Sie lachte ihn an. „Heiß heute!“
Sie war noch nicht angeschnallt. Mit beiden Händen zog sie sich das T-Shirt über den Kopf und warf es auf die Rückbank. „Heiß heute,“ wiederholte sie dabei mit überzeugender Stimme.
Paul sah zu ihr rüber. Sie hatte nichts drunter an. Kleine, feste Brüste. Sie lachte immer noch.
Es regnete stärker. Er versuchte sich auf die Straße zu konzentrieren.
Sie knöpfte die Jeans auf und begann den Reißverschluss nach unten zu ziehen.
Wieder kamen seine Augen von der Straße ab und glitten nach rechts. Sie hatte die Hose ein wenig auseinandergeschlagen. Drunter trug sie einen roten Slip, in den sie die Finger ihrer rechten Hand geschoben hatte. Ihre linke Hand bewegte sich langsam, aber zielsicher auf seinen Oberschenkel zu.
Paul hielt das Lenkrad mit beiden Händen. Ein letzter Anker, der ihn noch mit der Wirklichkeit verband? So was ist doch nicht normal, oder? In Filmen kommt so etwas vor, aber das hier geschah doch in Wirklichkeit. Ist das noch real? Heiß heute? Regen und Gewitter waren nun wieder stärker geworden. Er bremste. Zweihundert Meter weiter kommt ein Feldweg.
„Ich muss anhalten, der Regen ist zu stark.“ Er setzte den Blinker und fuhr nach rechts von der Straße ab. Noch langsamer. Es ging kurz zwischen zwei abgeernteten Maisfeldern hindurch, dann kam der Wald. Er brachte den Wagen so zum Stehen, dass die Frau bequem aussteigen konnte. Direkt vor ihnen erhob sich eine mächtige Eiche. Ruckartig löste er die Hände vom Lenkrad, nahm ihre Hand von seinem Oberschenkel und legte sie stattdessen auf ihr Knie. Er hörte nur noch das Prasseln des Regens auf das Wagendach und das Quietschen der Scheibenwischer. Endlich stellte er den Motor ab und die Innenbeleuchtung an.
Er wollte sie genauer ansehen. Auch ihre Hose war vollkommen trocken, die Haare, die Brüste, einfach alles so als wäre sie geradewegs aus dem Sonnenschein gekommen.
Sie machte ihm Angst. Warum habe ich sie mitgenommen?
„Rauchen wir eine?“
Die Frage brachte ihn ins Hier und Jetzt zurück. Sie drehte sich zu ihm hin und sah ihn mit ihren großen, dunklen Augen zum ersten Mal direkt an. Augen die ihn zu verschlingen schienen.
Mein Gott, sie hat lila Augen! Was hatte sie jetzt eben noch gesagt? „Bitte?“ Viel zu förmlich!
„Ich meinte: ‚Rauchen wir eine‘. Komm!“
Sie öffnete die Wagentüre und stieg aus. Ging ein paar Schritte zum Waldrand hin. Der Regen, was ist mit dem Regen? Paul war irritiert. Hier war alles trocken. Vorsichtig folgte er ihr.
Sie war auf die große Eiche zugegangen, stellte sich vor den Baum und streifte ihre Jeans herunter, stieg aus dem Kleiderbündel zu ihren Füßen und stand im Slip vor ihm. Als sie sah das er nachkam kniete sie nieder und holte aus der Hosentasche ein silbernes Döschen und Papier. Geschickt entnahm sie ihm mit der linken Hand ein Blatt, öffnete mit der rechten das Etui und verteilte etwas Tabak darauf. Sie rollte es auf, befeuchtete den Klebestreifen mit ihrer Zunge und schloss die Hülle. Paul war kurz vor ihr stehengeblieben und hatte sie dann die ganze Zeit über angestarrt. Sie stand auf, nahm die Zigarette in den Mund: „Hast du Feuer?“
„Ja, ja natürlich...;“ er holte sein Zippo aus der rechten Sakkotasche und entzündete die Flamme.
„Danke!“
Einfach lächerlich! Sie ist fast nackt und ich stehe hier im Anzug vor ihr.
Er hatte mehr und mehr das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Er kramte in der Sakkotasche nach seinen Libertad, fand die Schachtel, wollte eine nehmen, aber sie reichte ihm die Zigarette.
„Da! Nimm.“
„Ist das Marihuana?“
„So in etwa.“ Sie hatte mit einem leisen Lächeln geantwortet.
Sie ist offensichtlich amüsiert. Sie ist bestimmt nicht viel älter als zwanzig, vielleicht fünfundzwanzig. Er nahm und inhalierte tief, hielt den Rauch lange in der Lunge bevor er ihn wieder ausstieß. So macht man es doch bei Haschisch? Er wusste nicht wann er zum letzten Mal sowas geraucht hatte. Er gab ihr die Kippe zurück.
Sie nahm sie, wobei die Hand einen Moment auf der seinen verweilte.
„Komm wir setzen uns da hinten ins Moos,“ hauchte sie, um dann energischer zuzufügen, „aber zieh dich vorher aus, das ist bequemer.“
Mit diesen Worten schlüpfte sie aus dem Slip und ging weiter in den Wald hinein. Schließlich fand sie einen Platz, setzte sich hin und zog abwartend an der Zigarette. Mit einem Ruck warf er sein Sakko über die Motorhaube, entledigte sich seiner restlichen Kleider und ging zu ihr. Wenn jetzt jemand vorbeikommt fuhr es ihm durch den Kopf.
Er hockte sich neben sie und sie reichte ihm die Zigarette. Abermals inhalierte er tief. Dass es an dieser Stelle trocken war, machte ihn ganz irre.
Als hätte sie seine Unsicherheit gespürt sagte sie beruhigend, fast hypnotisierend: „Der Baum hat den Regen gut abgehalten, es kommt niemand vorbei.“
Das der Satz in der Gegenwart gehalten war und mehr wie ein Befehl klang fiel Paul nicht weiter auf.
Sie rauchten schweigend zu Ende. Dann drückte die Frau den Joint aus.
Himmel, ich sage ja überhaupt nichts ...
Sie wandte den Kopf in seine Richtung und lächelte ihm verträumt zu. Dann lehnte sie sich ein wenig vor und streichelte zärtlich über seine Wange.
„Nimm mich,“ flüsterte sie während sie sich langsam nach hinten sinken ließ.
Paul beugte sich über sie.
Wieder diese lilafarbenen unergründlichen Augen. Augen die einen Blick in die Unendlichkeit gewähren? Augen in denen man ertrinken könnte? Augen, die bestimmt älter als zwanzig sind. Würde er nur die Augen beurteilen, wie alt mochte sie sein? Mein Gott was habe ich geraucht? Doch ehe er den Gedanken festhalten konnte flog er auch schon weg.
Paul kam näher. Ihre Lippen berührten sich, durch die geöffneten Münder drang ihre Zunge tief in ihn ein. Nur sie beide waren jetzt noch real, sonst nichts mehr ...
 

 

Irgendwie ist die Zeit entgleist.
Lippen, die sich auf Lippen pressen, Zungen, die sich betasten, Fleisch, das Fleisch berührt, Arme die Körper umschließen, Fingernägel die sich in der Haut verbeißen, Blut, das pocht, Blut, das fließt, Beine, die sich öffnen, Körper die ineinander dringen, leises Stöhnen vermischt mit keuchendem Atem, salziger Geschmack auf den Lippen, schnellere Bewegungen, tiefere, härtere Stöße. Blutige Streifen auf Pauls Oberarm. Er fühlte den Orgasmus kommen, hörte Melanies kurzen, spitzen Schrei der Ekstase, fühlte wie er sich in sie ergoss.
Die Wirklichkeit kippt um. Melanie die seine Hand ergriffen hat zieht ihn mit sich fort.

Die endlose blaue Grasebene erstreckt sich von Horizont zu Horizont, nichts an dem mein Auge sich festhalten kann. Bleischwer lastet eine vollkommene Stille auf meinen Schultern. Kein Vogelgezwitscher, kein Summen von Insekten ist zu hören. In der Ferne ist ein Turm zu erkennen. Die fehlenden Bezugspunkte erlauben es mir weder die Größe noch die Distanz zu schätzen. Sanfter Wind umspielt meinen nackten Körper. Der wolkenlose, strahlendblaue Himmel mit den zwei Sonnen, eine im Zenit die andere etwas weiter westlich, spiegeln die Monotonie der Landschaft wider. Ich beschließe zum Turm zu gehen. Langsam schreitend, die Füße bei jedem Schritt vorsichtig tastend dem Boden nähernd als könnte sich in jedem Moment ein Abgrund unter ihnen auftun, gehe ich in Richtung Turm. Beim Näherkommen erkenne ich einen Zweiten und dann die Brücke dazwischen die über den Fluss führt.
Ich bewege mich weiter darauf zu, erreiche sie schon nach kurzer Zeit. Irgendetwas scheint mit der Entfernung nicht zu stimmen. Ich sehe zu den Sonnen hinauf, doch die haben ihre Position nicht verändert. Ist jetzt Zeit vergangen oder nicht?
Schließlich stehe ich auf der Brücke. Ein bärtiger Mann mit einem Speer in der Hand lehnt am Geländer. Zeus sieht mich missbilligend an. Ich fühle die Macht, die von ihm ausgeht.

 

Das Licht der zwei Sonnen machte der Schwärze der Regennacht Platz.

Sehr viel später wachte Paul auf. Er schüttelte den Kopf, versuchte die Nebel der Benommenheit abzuwerfen, versuchte einen klaren Kopf zu bekommen. Er sah sich um. Er lag allein unter dem großen Baum. Nur das Klatschen der Regentropfen war zu hören. Es war stockdunkel. Kein Stern war zu sehen. Dichte, düstere Wolken hingen am Himmel. Langsam, bruchstückartig, einem Puzzle gleich kehrten Erinnerungen zurück. Eine Anhalterin, Melanie, die Zigarette, Sex, der Traum.
Ich muss eingeschlafen sein.
Es war kalt und er war nackt.
Die Kleider? Wo hatte er sie ausgezogen? Beim Wagen.
Abrupt stand er auf und lief hin. Kaum hatte er den Schutz der Eiche verlassen, prasselte der Regen auf seine Haut. Seine Kleider waren tropfnass. Er riss sie an sich und floh in den Schutz des Baumes zurück. Schlüpfte in die Hose, die sich unangenehm kalt und nass anfühlte, streifte das Hemd über und entdeckte dabei einen blutigen Kratzer am linken Oberarm. Das Sakko hielt er unschlüssig in der Hand und beschloss schließlich es anzuziehen. Das war einfacher als es mit sich herumzutragen. Und wegwerfen wollte er es auch nicht. Ein Gefühl riet ihm, keine Spuren zu hinterlassen. Die Frau kam ihm wieder in den Sinn. Wohin mochte sie verschwunden sein?

Der Regen stand wie eine Wand zwischen ihm und dem Auto. So schnell er konnte rannte er die paar Meter, riss die Türe auf und hechtete hinein. Angekommen atmete er dann tief durch. Zigarillo. Jetzt eine Libertad! Er fror, die Hände zitterten beim Anzünden. Genussvoll sog er den vertrauten Rauch ein. Sein Blick fiel auf die Ziffern der Uhr. Eins. Das kann nicht sein. Es kann niemals so spät sein.
Als sie die Straße verlassen hatten war es vielleicht halb neun. Die Uhr musste falsch gehen. Er wusste, dass dieser Gedanke unlogisch war, schaltete das Radio ein, wartete auf den Verkehrsfunk, da, grad eben, ... „ist es jetzt fünf Minuten nach Eins!“ Paul hatte schon wieder abgeschaltet. Er brauchte Ruhe. Er musste nachdenken. Tatsächlich, da fehlen vier Stunden. Vier Stunden in denen er geschlafen hat. Geschlafen? Und was hat sie gemacht? Sie hätte mit dem Wagen wegfahren können, schießt es ihm durch den Kopf. Mich ausrauben. Warum hat sie mich nicht geweckt? Was hat sie gemacht, wohin ist sie gegangen? Zurück zum Gasthaus, zur Straße, Autostopp, in den Wald?
Alles ergab keinen Sinn, alles war widersprüchlich, aber alles war möglich.

Trotz des sintflutartig herabstürzenden Regen stieg er noch mal aus und lief zum Baum zurück. So gut es die Dunkelheit gestattete sah es sich um. Keine Spur von ihr, kein Hinweis wo sie sein könnte. Zurück im Auto, sah er auf den Rücksitz. Kein T-Shirt.
Ich brauche unbedingt Kaffee, Whisky und vor allem trockene Kleider. Er beschloss noch ein Zigarillo zu rauchen. Wenn der Regen dann etwas nachlassen würde, würde er noch einmal in den Wald gehen und nach ihr suchen. Tatsächlich wurde der Regen langsam schwächer.
Zeus gibt mir eine Chance.
Er ließ den Motor an und schaltete die Scheinwerfer ein. Dann stieg er aus und lief noch einmal zum Baum zurück. Dahinter begann ein kleines Wäldchen. Er ging ein Stück hinein, vage hoffend, dass sie plötzlich vor ihm stehen könnte. Nichts. Ist auch idiotisch. Warum sollte sie vier Stunden warten? Nach ein paar Metern blieb er stehen. Das Licht konnte nicht weiter das Dickicht durchdringen. Er konnte nichts mehr erkennen. Ohne Taschenlampe war das sinnlos. Keine Chance sie zu finden. Sie war weg.
Zurück im Auto drehte er die Heizung voll auf. Also los.
Er wendete und fuhr zurück zur Straße. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit diesmal langsam und vorsichtig. Es regnete immer stärker. Weitere Blitze zuckten auf und erhellten die Straße. Es donnerte. Und dann, urplötzlich ein Donnerschlag als hätte ein Flugzeug direkt neben seinem Wagen die Schallmauer durchbrochen. Paul zuckte erschrocken zusammen. Ein Blitz musste in unmittelbarer Nähe eingeschlagen haben. Im Auto bin ich doch sicher, Faraday’scher Käfig und so!
Er hätte nicht gedacht, dass der Regen an Intensität noch zunehmen könnte. Die Straße schien sich in einen reißenden Bach verwandelt zu haben. Blitz und Donner wechselten einander in rasender Folge ab. Er hatte schon lange kein solches Unwetter mehr erlebt. Er hielt am Straßenrand an. Noch zehn Minuten lang tobte sich das Unwetter aus, dann, als ob ein zorniger Gott sich wieder beruhigt hätte verstummte das Gewitter, wich einem gleichmäßigen Dauerregen. Mechanisch und ohne irgendetwas wirklich wahrzunehmen machte er sich auf den Heimweg nach München.

Erst als er die Tür aufschloss und die Wohnung betrat kam er wieder zu sich. Wenig später stand er vor der Bar und goss Whisky doppelt fingerbreit in einen Tumbler, holte zwei Eiswürfel und gab sie dazu. Gierig trank er aus und füllte das bis auf die Eiswürfel leere Glas erneut. Er setzte sich in einen Sessel und stellte den Drink auf den Couchtisch neben den Aschenbecher. Er starrte auf den ausgeschalteten Fernsehapparat, rauchte noch ein Zigarillo, trank aus und beschloss schlafen zu gehen. Halb Drei.
Er zog sich aus, verstreute die Kleider wahllos im Zimmer und ging ins Bett. Gott sei Dank, Montag hatte er Urlaub.

Fortsetzung folgt!

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.03.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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