Fritz Lenders

...schwarze Burg und rote Rosen ( Teil 21 ) Ära...

... Adelheit blickte mit tränennassen Augen zu ihrem Mann Helmreich.
" ich will doch immer nur das Gute, ich würde nie anderen Menschen schaden "
Und zu Everie gewant.. :

"  Wir haben auf der Burg weit und breit das einzige Krankensystem, welches die Angestellen medizinisch versorgt und weiteres auch noch eine gewisse Lohnfortzahlung sichert, wenn eine Krankheit oder ein Unfall das Arbeiten unmöglich macht. "

Irgendwie wurde Adelheit nun auch ein bischen trotzig.
" Ja, mag sein daß ich gefährlich bin. Aber warum ? Weil ich nicht immer jeden Blödsinn glaube ? Weil ich meistens die gesprochenen Worte überprüfe und Dinge in Frage stelle ?"


Und ihre Stimme wurde lauter...


" Oder weil ich mich gegen die Machenschaften aus Augsburg stelle ? "

 Everie wollte etwas beschwichtigen.. aber Adelheid war nun schon in Fahrt...

" Weil wir das Dorf drüben am Waldende wieder aufbauen ließen, als die Idioten aus Ausburg auf Geheiss des Bischofs alles zerstörten ?.. "

Sie setzte sich vor Zorn bebend auf den Stuhl am Tisch.
Ihr Mann , Helmreich , konnte sich das heimliche Grinsen nicht verkneiffen. 
Ja..!
So kannte er seine Frau.
Immer recht schnell in Fahrt und immer temperamentvoll eine Diskusion entfachend...!

" Ja also, Herr Burgbesetzer, was schlagen sie vor ? "
Sie starrte Helmreich angriffslustig an..
"Wollen sie mich außer Gefecht setzen ? , Vielleicht bei  morgengrauen über die Burgmauer werfen lassen ? Oder mir einfach mit einem schnellen Schnitt die Kehle durchtrennen ? "

Sie stand auf und ging auf Everie zu...


" Oder wir finden gemeinsam eine Lösung.., was vermutlich die optimalere Richtung sein könnte "
Und irgendwie auch ein bischen spöttisch...
" Wie sie sagten, fand so ein Zeitsprung schon öfters statt und Ergebnise wurden  bisher noch nicht geliefert "

" Na.., was darf es sein ? Ein kleiner Mord oder gemeinsames Erforschen ?"


Und sie wippte schon fast übermütig vor Everie auf den Zehen.
Sie wußte, der Professor würde ihr nie etwas Böses zufügen.
Außerdem war Helmreich im Saal anwesend und er könnte ohne Probleme die paar Menschen  hier drinnen ausschalten, wenn es um das Leben seiner Frau gehen würde.
Außerdem war sie selber nicht besonders hilflos...


Ein Vorfall lag erst knapp eine Woche zurück.
Der Schmied in der Burg, ein Hühne von Mann.., hatte bei der Feier am vorigen Wochenende etwas zuviel des gegährten Saftes getrunken.
Erst hatte er seine Mitarbeiter angepöbelt.., später ist er auf die neue Küchenmagdt losgegangen.
Vermutlich hatte der Alkohol seinen Verstand vernebelt.
Jedenfalls hatte er die junge Frau begrapst und wollte gerade mit Gewalt mit seinen Händen unter die Bluse des Mädchens, .. als Adelheid den Aufenthaltsraum betrat.
Innerhalb einer Sekunde erfasste sie die Situation und zwei Sekunden später ergrif sie mit beiden Händen die Finger der linken Hand des Mannes. 
Während seine rechte Hand das Weiche unter der Bluse des Mädchens suchte, drückte Adelheid so fest sie konnte die Finger des Mannes zusammen, und drehte mit einem gewaltigen Ruck sich selber und ebenso die Hand, die Finger des Mannes .. um die eigene Achse. Durch die Drehung entstand eine Hebelwirkung.., welche wohl keiner geahnt hätte.

Der große Mann  wurde fast wie schwerelos...  durch die Luft geschleudert und prallte mit dem Rücken an die nur angelehnte Türe.
Und mit einem  Tritt zwischen die Beine des Mannes sorgte Adelheid, daß die Fallgeschwindigkeit nochmals erhöht wurde.
Brüllend sauste er die 4 Stufen nach unten und knallte mit seinem Kopf gegen die Mauer.
Adelheid sprang hinterher und drückte den Mann auf den Boden indem sie sich mit beiden Knien auf seine Brust  fallen ließ.
Und mit einem Griff hatte sie ihr Messer aus dem Gürtel gezogen, welches sie stets dabei hatte.
Mit der Klinge am Hals, mußte der Hühne schwören, daß er nie wieder versuchte, Irgendwen.. egal ob Männchen oder Weibchen zu bedrängen.


Und mit zitternden Händen versuchte er, seine verdrehten Finger irgendwie zu richten.
 Der Zeigefinger und der Ringfinger waren häßlich krumm anzusehen.

" gib mir deine Hand.. "  herrschte ihn Adelheid an.
Und ziemlich ängstlich streckte der Schmied seine malträtierten Finger zur Burgherrin.

" Ich zähle bis Fünf, dann ist wieder alles gerade "
 Sie ergriff die zwei Finger...


" Eins, zwei, drei, vier Fünf... Uuupps, "


sie wartete eine Sekunde...
Der Mann blickte sie verwundert an...
Warum war nichts passiert.
Er atmete vorsichtig aus..
Doch darauf hatte Adelheit gewartet. Sie drückte die Glieder der Hand zusammen und riss die Finger kraftvoll in ihre Richtung.
Ein kurzes Knacksen.. und ein etwas längeres Schreien später, waren die Finger wieder in der richtigen Position.
Und der Mann , schneeweiss im Gesicht und dennoch dankbar Entschuldigungen plappernd.., versuchte sich vorsichtig aufzurappeln.

Adelheid packte ihn am Revers seines Lederhemdes und wieß ihn an, sich unten bei den Wachen am Tor, die Hand mit einem Wundverband fixieren zu lassen.
Er würde vermutlich die nächsten zwei, drei Wochen an seine Blamage in der Schänke denken müssen und würde sicher die Finger sehr lange von gegährten Sachen lassen.
Und das Küchenmädchen war so unglaublich dankbar für die Hilfe, daß sie fortan die treueste Dienerin der Burgfrau sein würde.

Dies war die härte Seite von Adelheid.
Wissen und Neugierde auf der einen Seite und Härte und Durchsetzungsvermögen auf der anderen Seite.
Deshalb liebte Helmreich seine Frau so sehr.
Sie war kein ängstliches Vögelchen und würde jederzeit auch ohne ihn durchs Leben kommen.

Nun ja, jetzt war aber eben eine andere Situation.
Everie, der Professor der Zeitmenschen nickte mit dem Kopf.


" Ja, ich bin auch der Meinung, daß wir gemeinsam Lösungen suchen und hoffentlich finden sollten. "

" Was sie nicht wissen können, ist die Tatsache, daß es lange vor ihrer Zeit schon mehrere Kulturen über den ganzen Globus verteilt gab, die sehr weit fortgeschritten waren.
Sehr, sehr weit sogar. "

Everie wischte die Tafel , an der er vorhin geschrieben hatte,
 mit einem Tuch ab.

" Also es war so.., daß wir in verschiedenen Zeitfenstern  einzugreifen versuchten. Denn wie gesagt gab es vor der jetzigen Zeit.. schon andere fortschrittliche Völker die Probleme machen konnten. "

Er begann wieder zu zeichnen und aufzuschreiben.

Vor knapp 3000 Jahren ab hier gerechnet  lebten die Ägypter.
Ein ziemlich wissbegieriges und modernes Volk.


Sie lebten einerseits für die Wissenschaft, andrerseits jedoch auch für ihre Religion und ihren König.. der sich damals * Pharao *  nannte.
Durch ihren hohen Lebensstandart mußten leider die umliegenden Völker versklavt werden und wurden als Arbeitstiere  unter schlimmsten Verhältnissen ausgebeutet.
Unsere Truppe  besuchte die damalige Zeit. 
Das Erbebnis ist leider nicht bekannt, aber Tatsache ist, daß die Ägypter  plötzlich ihre Vorherrschaft verloren und einfach von der Weltbühne verschwanden.

Einige kollossale Bauwerke haben sie dennoch hinterlassen, welche uns bis heute noch  Rätsel aufgeben.
Wie unsere Truppe eingreifen konnte wissen wir nicht.
Jedoch hat sich bis 2050 nichts verändert, was den Erdverlauf betrifft.
Nach den Ägyptern war einige Zeit Ruhe auf dem Planeten.

Und dann plötzlich wurden das römische Volk zum Wissenspol der Erde.
Es begann die römische Zeit der Kriege und auch des Fortschrittes.
Hatten die Ägypter schon einiges an Wissen hinterlassen.. wurde es von den Römern nochmals um ein schönes Stück Kultur übertroffen.


Eigentlich hätten die römischen Wissenschaftler und Techniker die Möglichkeit gehabt, alles zum Wohle der Menschehit u unternehmen.
Sie bauten das soziale System aus.

 Sorgten in den Städten für Hygiene und Sicherheit.

Hatten ein relativ gutes Rechtssystem und auch die eigentlich ersten wissenschaftlichen Erfolge im planetaren Wissen.
Aber alles kam eigentlich nur den Römern zugute.
Die Menschen anderer Herkunft und Hautfarbe hatten die selbe Position wie damals bei den Ägyptern.


Sie waren Menschen zweiter, eher sogar dritter und vierter Klasse,
Und wieder verschwand diese Kultur wie vom Erdboden verschluckt.


Nunja.. Natürlich waren auch dort unsere Wissenschaftler zugange.
Ergebnis nicht bekannt.
Jedenfalls entwicktelte sich ab dem Untergang der römischen Kultur so in der Zeit um 600 nach Christi, die Menschheit Rückwärts.

 Zeitgleich mit den Römern lebten in Mexico die Mayas.
Ebenso eine Kultur höchsten Standarts.
Die Anwesenheit der Mayakultur ließ sich auf etwa 600 vor Christus bis so um die 900 nach Christus datieren.


Und wieder muß ich sagen, daß unsere Leute auch bei den Mayas versuchten, einzugreifen.
Und wieder eine Kultur verschwunden... und wieder kein sichtbares Ergebnis in der Zeit, aus der wir kommen.

Anschließend wieder eine Ruhephase von um die 100 bis 200 Jahre und dann sind wir auch schon in der Zeit um 1000 nach Christi.
Also in der Zeit, in der wir uns Momentan befinden.


Im arabischen Raum, genaugenommen in Bagdad  befindet sich aktuell das Zentrum aller wissenschaftlichen Aktivitäten.
In Bagdad gibt es öffentliche Büchereien, Lehranstalten und Förderungen allen Wissenschaften der Welt.
Es gab nie und es wird auch in Zukunft nie mehr eine größere Ansammlung von Gelehrten und Wissenschaftlern geben wie damals, oder eben wie gesagt... JETZT...  im arabischen Raum.

Ohne Bagdad würde die Medizin nicht mehr in dieser Form existieren.
Und auch die anderen Wissenschaften, wie zum Beispiel Psychatrie oder Astronomie, 
Technik und Philosophie...
...und endlose andere Wissenschaftliche Gebiete würden unentdeckt bleiben.
Zeitgleich zu uns, sind drüben in Afrika und auch in China, welches ebenso eine gewichtige Rolle spielt.. noch zwei weitere Teams zu Gange.

Everie versuchte den Ernst der Lage herüber zu bringen.
" Die ERDE STIRBT :::
Und wir sind das letzte Team, welches den Verlauf der Menschheit umdrehen soll.
Es wird keinen weiteren Versuch mehr geben, weil die Kapazitäten der Erde verbraucht sind.
Wir müssen erfolgreich sein, auf Biegen und Brechen."

Everie hob beschwörend die Hände...

" Wir müssen die Geschichte drehen "

Und auch Armiina dachte im Moment an drehen.
Sie drehte sich in ihrem Zimmerchen um die eigene Achse und genoss das Gefühl.. nur in ihrer so wundervollen Unterwäsche herumlaufen zu können.
Sie fühle sich so herrlich eingepackt.
Ihre elastische Boxershort saß auf ihrer Haut wie ein Schutzfilm und ihr Bustier gab ihrem Busen den Halt und die Wärme, welches sie so noch nie erlebt hatte.
Sie tanzte durch den Raum und konnte es nicht erwarten, daß die 5 Tage vergingen um wieder zur Burg gehen zu können.
Naja, ein Tag war ja schon fast vorüber.


Ihre Schuhe standen wie zwei brave Soldaten vor ihrem Bett.
  Die Hose, die Jacke und die Strümpfe waren zusammengefaltet in ihrem kleinen Regal neben dem Fenster.

Armina wollte gerade in eine bequeme , weite Hose schlüpfen als plötzlich die Zimmertüre aufging.

Bruno steckte den Kopf ins Zimmer seiner Tochter und wollte sie zum Abendessen bitten.


Aber beim Anblick von Armina in Bockershorts und Bustier.. gingen ihm die Augen über.
Zusammen mit den glänzenden, blonden Haaren ergab sich ein Kontrast..
ein Anblick..,
wie ihn heutige Menschen vermutlich nur im bekannten Playboy  finden konnten.

Und während Bruno also glotzte.. 
zerschellte eine Tonvase auf seinem Kopf...!
Eine kleine, zarte Tonvase.

Und Armina schrie...

" RAUß AUS MEINEM ZIMMER "






 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.03.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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