Fritz Lenders

.. schwarze Burg und rote Rosen ( Teil 23 ) Überraschungen..

... irgendwie gestaltete sich das Rennen in Richtung Wald und Dickicht..
wie ein Hindernislauf der Gladiatorenkämpfer...

 drüben...
  in einer Entfernung von 1000 km und einer Zeitreise von ebenfalls 1000 Jahren zurück ins Kampfspektakel der ehemaligen Römer.


Sieger würde vermutlich der Komandant sein.
Er lief leichtfüßig wie ein Reh und panisch wie ein Hase.. durch das Dickicht ins sichere Dunkel des Waldes.

Und seine paar Männer hinterher.
Die schon Erfahrung sammelnde, im Wald wartende, vorherige Kampftruppe konnte sich des Lachens nicht erwehren.
Naja..
Genauer gesagt, sie brüllten sich die Seele aus dem Leib.

Obwohl zwar die Burg als solches bestimmt kein Anlaß zum Lachen war, wurde durch den Hasenspurt dennoch eine lustige Situation daraus.

" Ruhe "


mit rotem Kopf verschaffte sich der selbsternannte Kommandant Gehör.

" Es geschieht jetzt Folgendes..: 4 Teams zu jeweils 3 Mann arbeiten sich im Abstand von einer Stunde von der linken und der rechten Seite, 
sowohl auch von den zwei Rückseiten an die Burgmauer heran und bleiben im Verborgenen, nur als Beobachter. "

Der Kommandant stellte sich auf eine Erhöhung.

" Im Zeitraum von einer Stunde kommt jeweils einer des Spähteams zurück. Somit sollten wir in knapp 8 Stunden wenigstens ein paar Informationen haben "

Der Mannschaftsführer sollte die Leute zusammenstellen und der Kommandant schickte die Kundschafter der ersten Gruppe gleich los.
Er würde in den nächsten Stunden genügend Informationen verarbeiten müssen.

Die neu dazu gekommenen 50 Mann sollten sich erstmal stärken und etwas zur Ruhe kommen.
Sobald die Kampfgeräte eintrafen, würden sie ihre Angriffsposition einnehmen.
Bis dahin mussten sich die vor ein paar Tagen angekommenen Soldaten in einer Formation  halbkreisförmig und im Abstand von etwa 80 Metern sichtbar Aufstellen.  Jeweils 4 Mann, Wurfweite voneinander entfernt. 

Es sollte keine Kampfhandlung stattfinden, sondern eine bedrohliche Situation für die Burgbewohner ersichtlich sein.
Zermürbungstaktik, noch vor einem eventellen Angriff.
Sie hatten damit schon öfters Erfolge erzielen können.

Man bedenke.., die Soldaten konnten sich auswechseln so oft sie wollten. 
Wichtig war nur, daß sich die Kleingruppen zu jeweils 4 Mann immer gut sichtlich und scheinbar genau beobachtend zeigten.

Die Burgleute konnten ab diesem Zeitpunkt nicht mehr schlafen und mußten leider stets auf einen Angriff gefasst sein.
Und weiteres wurde die Aufmerksamkeit von den Spähern abgelenkt, da alle Augen auf die Angriffsformation gerichtet waren.

Den Menschen auf der Burg wurde in vorhergehenden Situationen spätestens nach zwei bis drei Tagen , die Kraft aus den Knochen gesaugt.

Diesmal jedoch war die Burg in keinster Weise bedroht, weil sich neue Waffentechnologie ergeben hatte.
Und auch Soldaten, die wußten, was zu tun war.
Ebenfalls war ein gewisser Humor auf der Burg mit den Zeitreisenden eingezogen.

Während die Soldaten in ihren 4rer Teams so bedrohlich in der Sonne dahin schwitzten und auch natürlich Angst hatten..
weil sie die Maschienenkanone noch nicht vergessen hatten..

Überlegten sich die Verteidigungssoldaten, wie sie mit ihren Feinden ein bischen Schabernack treiben konnten.

Und schon begann wieder ein Spektakel in der Luft.
Vier Drohnen stiegen zeitgleich auf und flogen im Quadrat  über die Burgmauer.
Zwischen sich gespannt ein großes, weisses Leintuch.

Im sicheren Abstand von etwa 30 Metern sanken sie auf die Wiese herab und ließen das weisse Tuch über das Gras ausgebreitet liegen.
Während die ersten Drohnen zurück zur Burg sausten...


und die Angriffskrieger ziemlich untapfer.. zitterten...


flogen schon die nächsten Quaddrokopter mit Körben bestückt zur Wiese.
Sie ließen auf allen 4 Ecken des Leintuches,  die Körbe zurück, in denen gut sichtbar..
und  und wundervoll duftend..
frisches Brot zu erkennen war.

Schon wieder ein Wechsel der Fluggeräte über die Mauer.


Nun brachten die Flieger Weinflaschen und Schalen mit Obst, welches sie in die Mitte platzierten.
Als letzten Flugtransport haten jeweils zwei Fluggeräte zusammen , insgesamt zwei Tableaus mit geschnittenen Schinkenscheiben und Hühnerkeulen.

Also , obwohl die Soldaten draußen an der Angriffsfront schon Angst hatten.., konnten sie sich beim besten Willen nicht vorstellen, daß sich auf der Burg herzlose Mörder befanden.


Bei aller Fantasie..
konnten die Burgmenschen einfach keine Leute sein, die Böses im Schilde führten.
Nie und nimmer.

Der Kommandant schrie in Richtung seiner Leute..
"  es bewegt sich keiner von der Stelle. "

Und schon etwas krächzender..

" Jede Mißachtung meines Befehles wird sofort mit aller Härte bestraft werden.. "

Naja.., das Wort *Härte* kannten die Soldaten ziemlich gut.
Schon alleine beim Gedanken daran, begannen bei dem Einen oder Anderen Soldaten die Striemen am Rücken zu jucken.
Damals war Mißachtung von Befehlen keine harmlose Sache.

Leider dröhnten in diesem Augenblick wieder die Lautsprecher, welche an den Bäumen angebracht waren.
Diesmal erklang allerdings eine sanfte, so gar nicht kriegerische Melodie aus den Boxen.

Eine zarte Klaviersonate von Beethofen  * für Elise * ... einfach wundervoll anzuhören und Ruhe über die Köpfe der Männer ausbreitend.

Es war unglaublich schwer für die Soldaten, stramm stehen zu bleiben und grimmig in Richtung Burg zu blicken.

Auch auf der Burg selber waren die Menschen aus dem Jahre 1050  zutiefst ergriffen von den Klängen des Mannes aus der Zukunft.
Beethofen hätte zu jeder Zeit seine Erfolge feiern können. Wo und auch wann immer.

Jedenfalls ertönte nach der Musik eine leise und warme Stimme.

" Liebe Menschen, dort draußen vor der Burg.., wir wissen wie schwer es ist eine Aufgabe ausführen zu müßen, deren Sinn man nicht unbedingt versteht.. "

Wieder ein paar Anschläge auf den Tasten eines Klavieres..

" Es ist schwer, stundenlang in der Sonne stehen zu müssen.., es ist schwer.. Angst haben zu müssen.. und es ist schwer... einem sinnlosen Tod in die Augen blicken zu müssen.. "

wieder ein paar Takte der Sonate..

" Wir wollen keinen Krieg und wissen.. nichts hält Leib und Seele besser zusammen, als ein gutes Essen  in geselliger Umgebung. "

Und die letzten Klänge am Klavier..

" Deshalb, liebe Leute.., kommt und greift zu. Es ist Essen und Trinken für Alle da..., keiner wird dursten oder hungern  müssen.. kommt  un... "

In dieser Sekunde rissen eingeteilte Männer des hinteren Trupps.. voller Angst.. die Lautsprecher von den Bäumen.
Von Speeren aufgespießt.., verloren die akustischen Gesellen ihre Stimme.

Und die Männer der Bischofsgarde musten weiterhin in der Sonne stehen.

Diesmal jedoch mit Blick auf die gedeckte Tafel  im weichen Gras.
Der weiterhin sich verbreitende Duft des Brotes machte die Angelegenheit nicht leichter für die Leute.


Der eine oder andere der Soldaten vertrieb sich die Zeit mit den Gedanken...,
nein eher mit einem ausführlichem Film im Kopf..
wie er den Kommandant rücklings aufspießen würde..
sobald er eine verborgene Gelegenheit während des Kampfes finden würde.

Und in den liebevoll blutig drapierten Vorstellungen, schrie der  Kommandant wie ein abgestochenes Schwein.
Mit unendlichen Leiden und vollgepisster Hose.

2 Tage lang standen die Männer um die Burg.
So manch Einer wollte nur noch sterben und gnädig im Himmel aufgenommen werden.
Interessanterweise entwickelte sich nun jedoch auch ein gewisser Hass gegen die Burgsoldaten.
Denn die hatten ja das Drama angezettelt, mit dem Tuch in der Wiese und dem guten Essen

Über welches nun schon scharenweise die Tiere herfielen.
Kleine und große Tiere.
Immer wieder sah man ein Rucken und Zerren an den Sachen , die so verlassen vor ihnen lagen...!

Während dessen befand sich Armina mit ihrem Vater und einem weiteren Begleiter, seitlich von den Angreiffern, etwa 1 Kilometer vor der Burg.
Sie hatten schon geahnt, daß sich die Bischofsmänner nicht hatten abwimmeln lassen.
Und schon alleine aus Angst vor den Leuten, schlichen sich also Bruno und seine Tochter , nebst dem Begleiter , möglichs weit im Bogen an die Burg heran.

Der Geruch der Jauchegrube geleitete Armina in die Nähe der Burgmauer. 
Bruno wollte seine Tochter eigentlich begleiten, 
Jedoch sah er ein, daß sich eine schlanke, flinke Person wesentlich sicherer und unauffälliger an das Burgtor heranschleichen konnte.

Also Lief Armina flink wie ein Wiesel durch das Gestrüpp an der Jauchestelle, 
in den höheren Gras und Wildbewuchs an der Burgmauer.


Jedoch einerseits von einer Kamera beobachtet..., 
beobachtet von Helene Perchtold..

Und andrerseits genau in die Arme von zwei Beobachtern.
Spähern der Bischofleute, die an der Ecke der Burg im Schilf lagen.
Armina lief genau in die Arme des einen der zwei Männer.

Und genau in dem Augenblich wurde das Burgtor herab gelassen und ein Quad mit zwei Männern bestzt sauste heraus und in einem Höllentempo  rechts rüber..
Richtung Senkgrube.

So schnell konnten die Bischofsleute gar nicht  mit Armina fertig werden
die sich natürlich verbissen wehrte..

...als die zwei Armeesoldaten schon vom Quad sprangen und beide Männer mit kurzen, harten und gezielten Schlägen außer Gefecht setzten.

Der eine Soldat aus der Burg packte Armina unter den Achseln und warf sie förmlich auf die Sitzbank des Quads.
Der zweite war schon wieder auf dem Gerät und drehte in einem kurzen Kreis um die am Boden zappelnden Männer herum in Richtung Burg.
Und für eine kurze Spanne, als das Gefärt in der Nähe der zwei Bischofsmänner vorbeikam, trat Armina mit dem Fuß zu.. und streckte den einen Kerl mit einem Tritt

mitten ins Gesicht.. 
..ins Reich der Träume.


Während der zweite Burgsoldat hinter Armina aufs Quad sprang..
Und während sich die Männer des Bischofs , hinten am Waldrand..
in ihrer Angriffsformation zitternd zu Boden sinken ließen..
klatschte Helene Perchtold vor Freude in die Hände.., als sie sah, wie frech Armina den Einen niedergestreckt hatte.

Und zügig sauste das Vierrad über die Burgbrücke ins sichere Innerste.

Arminas Herz war kurz vor einem Stillstand.
 Der Vorgang hatte etwa eine Minute gedauert.
Aber im Kopf des Mädchens war es ein ganzer Film.
Übrigens auch im Kopf von Bruno.., der mit Herzrhytmusstörungen im Walddickicht lag.

Solche Aktionen würde nicht mehr all zu oft überleben können.
Irgend etwas stimmte in seiner Brust nicht.
Mit blauen Lippen lag er am Boden und sein Begleiter gab ihm vorsichtig einen Schluck zu trinken.

Drinnen in der Burg sprang Armina von dem Fahrzeug und lief mit wehenden Haaren auf Helene zu.. die gerade die Treppe herunter stürmte..
Unterm laufen plätscherten ein paar silberne Tränen die Wangen herab.
Bei beiden Frauen

Was die Männer an der Burgmauer vermutlich mit eher weniger Mitgefühl betrachtet hätten.
Der Eine hatte zwei zugeschwollene Augen und der Zweite hatte einen ausgerenkten Kiefer nebst zwei fehlenden Schneidezähnen.

Zurück bei ihrer Truppe, war deren Verletzungen nicht wichtig..
sondern die genaueste Beschreibung des Elektroquads.
Ja wie sollten sie es denn beschreiben ?

Mit zerschundenen Gesichtern und mit dem Hohn,
daß der Eine der Männer von Armina neidergestreckt worden war.

Etwas Abseits stand der Kommandant und überlegte sich, wie er das Quad für sich in Sicherheit bringen konnte.., wenn sie die Burg erobert hatten.

Denn dass sie die Burg auf jeden Fall einnehmen würden, war seit der Demonstration des Elektrogefährtes für den Kommenadanten klar.
Koste es was es wolle.


Dieses Ding mußte er haben. 
Und vielleicht auch die fliegenden Metallinsekten.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.04.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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