Daniel Storck

Kalte Nebelschwaden

Als ich wieder zu mir kam lag ich vor Mikes Bar im Gras. Genauer gesagt auf der kleinen Wiese, welche hinter dem Haus war. Ein flecken Grün in mitten dieser Stadt, abgesehen vom weitläufigem Park. Ich blicke zur Hintertür, welche nur angelehnt ist. Offenbar würde gleich jemand rauskommen und mich hier im Gras liegen sehen. Das Tau feuchte Gras kitzelt meine nackte Haut. Ja ich liege hier nackt im Gras, mein Atem geht stoßweise, ich war gerannt. Nun schaue ich zu den Sternen am Himmel. Ich schließe kurz die Augen, mein ganzer Körper brennt noch vom Rennen und von der Erregung, die ich mit Jasmin im Bett hatte.

Wir waren gerade beim, hm Liebesspiel gewesen, als ich mich verwandelt hatte und durch das Fenster sprang. Ich werde die Angst in ihren Augen nicht vergessen. Wie sieh mich angesehen hat. Als sie die Hand nach mir ausstrecken wollte um mich zu berühren, da habe ich Panik gekriegt und bin gesprungen. Ich jagte die Straßen entlang, durch den Park, bis hierher wo ich vor Erschöpfung zusammenbrach.

Das war vorher noch nie passiert. Ich bin schon 1 Jahr mit ihr zusammen und sie weiß das ich mich verwandeln kann, aber dabei ist es noch nie passiert. Was wird sie jetzt wohl von mir halte. Ob sie mich verlassen wird. Nein das will ich nicht. Das würde ich nicht verkraften.

Ich höre wie die Tür aufgeht und drehe den Kopf herum. Mike steht da mit einer Mülltüte. Er sieht mich nicht, das Gras ist zu hoch. Ich versuche zu rufen, aber meine Stimme ist nur ein Krächzen.

Also hebe ich die Hand hoch und sehe erst jetzt das in meiner Hand eine Glasscherbe steckt. Ein großes Stück Glasscherbe. Ich versuche es herauszuziehen, aber es steckt zu fest. Ich ziehe nochmal dran und heißer Schmerz durchfährt mich. Ich blicke wieder zur Tür, Mike will sie gerade zu machen. Nein, nicht doch. Ich sehe wieder auf meine Hand, schlucke und drücke die Glasscherbe tiefer hinein. Sofort explodiert der Schmerz und ich schreie ihn in die Nacht hinaus. In der Hoffnung das Mike es gehört hat drehe ich den Kopf wieder Richtung Tür, aber sie ist zu. Verflucht.

Dann dringt eine tiefe brummig Stimme an mein Ohr, "na meine kleine Schönheit. Du siehst ja zum Anbeißen aus heute Abend. Wieso liegst du hier nackt im Gras, hm?"

Echt Mike und seine dummen Anmachsprüche, bei Frauen. Er schaut von oben auf mich herunter und leckte sich die Lippen, den Mund zu einem Grinsen verzogen.

Dabei wissen alle Mitarbeiter der Bar, zu denen ich auch zähle, das Mike schwul ist.

Hm er Schwul, ich Lesbe und trotzdem verstehen wir uns.

"Hey Boss," brachte ich gerade so heraus.

"Alles in Ordnung mit dir?" fragte er mich und beugte sich herunter um mir hoch zu helfen, als sein Blick auf die Glasscherbe viel.

Er zeigte zum Haus; "Los Shantal ab ins Haus mit dir."

"Ich kann nicht aufstehen, zu schwach, hatte eine aufregende Nacht hinter mir. Ich..." bevor ich weiter reden kann hebt er mich hoch und trägt mich ins Haus. Er legte mich auf den Tisch im Hinterzimmer und verschwindet kurz. Als er nach wenigen Sekunden wieder kommt, begleitet ihn Maria, eine Heilerin. Sie arbeitet ebenfalls hier in der Bar.

Jede Bar für übernatürliche Wesen oder günstigerweise Gestalten, hat je nach Rang einen bis zwei Heiler. Unsere Bar hatte sogar drei Stück, zwei Männer und eine Frau.

Jetzt kniete Maria neben mir und legte ihre Hände auf mich. Sie schaut mich fragend an und ich nickte. Eine Hand legte sie auf meine Stirn und schließt ihre Augen. Nun höre ich ihre Stimme in meinen Kopf, die mich fragt: "darf ich in deinen Geist blicken, mein Kind?"

"Ja, du darfst," antwortete ich ihr und öffne meinen Geist für sie, damit sie sehen konnte was passiert ist.

Wenn man seinen Geist für ein Heilermedium öffnet kann es deine dunkelsten Geheimnisse sehen. Aber ich konnte mich weitestgehend zusammenreißen. Nach einer Weile spürte ich ein angenehmes kribbeln in meinem Körper. Der Schmerz verschwand und ich öffnete die Augen, die Glasscherbe war weg und die Hand geheilt. "Ich danke dir," sagte ich zu der Heilerin. Diese nickte mir zu und erhob sich mit einem Lächeln auf den Lippen. Ich wusste das sie einiges von meiner Liebesnacht mit Jasmin gesehen hatte.

Mike reichte mir die Hand und half mir auf. "Freue mich schon auf ihre Rechnung," meinte er mit einem Grinsen. Ich winkte ab, "wird nicht so schlimm ausfallen." Mike warf mir einen alten Mantel zu und brummte anziehen. Mühsam schlüpfte ich hinein und wir gingen nach vorne in die Bar.

Wo einiges los ist, wie immer. Gäste aus verschiedenen Bereichen der Stadt waren da. Jeder Art von Übernatürlichen hatte ihren eigenen Bezirk in der riesigen Stadt.

Es waren Vampire, Werwölfe, Gestaltwandler (wie ich eine war), Geister, Dämonen, usw., anwesend. Jedes Wesen hatte ein Tattoo, welches ihn oder sie als das Wesen beschrieb welches es war, sozusagen eine Art Ausweis für unsere Art (wie wir von den Menschen beschrieben wurden),

damit wir uns untereinander erkannten und in besondere Klubs reinkamen, welche es halt nur speziell für uns Wesen gab.

Ich setzte mich zu Mike an die Bar und er schenkte mir einen Drink ein. "Du brauchst was starkes Shantal, hier für dich "des Teufels Feuer", um wieder zu Kräften zu kommen. Sag mal meinst du Jasmin wird auch kommen?"

Ich nehme einen Schluck und antwortete; "glaube kaum, als ich die Angst in ihren Augen sah. Wie sieh mich ansah. Hoffentlich verlässt sie mich nicht. Das würde ich nicht verkraften."

Mike grinste mich an und sagt; "das glaube ich kaum, dreh dich mal um."

Erst verstand ich nicht was er meinte doch als ich mich umdrehte stand Jasmin da, leicht außer Atem. Sie kam an die Bar und bestellte sich ebenfalls einen Drink. "Jasmin du," wisperte ich.

Sie drehte sich zu mir und sagt; "das du mein Fenster zerstört hast war äußerst ungehobelt."

"Aber.." begann ich doch sie unterbrach mich, indem sie mir einen Finger auf die Lippen legte; "du hättest wenigstens warten können bis ich das Fenster geöffnet hätte. Und ich hatte keine Angst vor dir, ich war nur überrascht das es dabei (sie zwinkerte mir zu) passiert ist."

"Also willst du mich nicht verlassen?"

Sie begann zu lachen; "bei Gott, nein niemals werde ich dich verlassen. Denn ich liebe dich."

"Du, du liebst mich?" fragte ich verdutzt.

"Ja," meinte sie nickend, "ja ich liebe dich Shantal."

Das kam so plötzlich das ich erst mal sprachlos war. Nach einer Weile sagte ich ganz laut zu ihr; "ich liebe dich auch Jasmin."

Ich zog sie zu mir heran und flüsterte es ihr nochmal ins Ohr, sie antwortete ebenso leise das ich ein kleines Dummerchen sei. Als wir uns wieder in die Augen sahen konnte ich nicht anders als sie herzhaft zu küssen. Unser Kuss wurde immer leidenschaftlicher und heftiger, bis Mike etwas lauter als sonst ein Glas auf der Theke abstellte und brummte; "Herrgott noch eins nehmt euch ein Zimmer," woraufhin er nach oben zeigte.

Über der Bar gab es einige Räume zum vermieten an Gäste oder Angestellte. Nach einer Weile der Verwunderung lachten wir alle drei los. Das tat so gut.

"Aber sag mal Jasmin, wie bist du hier herein gekommen, du bist doch ein Mensch, oder etwa nicht?" Sie lachte wieder und sagte; "man du Dummerchen guck mal hier."

Daraufhin hielt sie mir ihre linke Hand hin und ich sah darauf ein Tattoo von einer Frauengestalt in einem langem zerrissenem Kleid und von Nebelschwaden umhüllt. Jasmin war ein Nebelgeist und Linkshänderin.

Meine Hand klatschte gegen meine Stirn und ich stöhnte; "oh man ich Dummerchen, ich dumme ich. Ich habe immer nur auf deinem rechtem Arm nach einem Anzeichen gesucht."

Jasmin und Mike lächelten mich an und sagten im Chor; "Shantal du dumme du." Dabei wurde ihr Grinsen immer breiter. "Hey," sagte ich musste aber selber Grinsen. Danach schaute ich in meine rechte Hand und hielt sie ihr hin.

Darauf war ein Tier zu sehen und zwar ein Königspanther.

Beide stießen einen Pfiff aus.

Denn Königspanther waren seltene und mächtige Tiere. Man sagte das sie selbst schon unter den Dinosauriern lebten. Unser Fell war blauschwarz und wir waren meistens Nachts auf Beutejagd.

Ich fragte Jasmin ob wir Heim wollten, worauf hin sie nickte und anschließend sagte; "Wir sollten so langsam mal wieder los. Denn immerhin ist ja deine kleine Tochter noch bei mir zu Hause."

Mist voll vergessen.

Also verabschiedeten wir uns von Mike und gingen zurück zu Jasmins Wohnung. Sie lag in der nähe des Parks. Mein kleines Haus stand an einem großen See mit Bergen. Ideal um mit meiner Tochter das Jagen zu üben. Als wir ankamen lugte ich in das Zimmer meiner Tochter. "Und?" fragte mich Jasmin; "schläft sie noch?" Leise schloss ich die Tür und nickte; "Ja, das tut sie." Wir gingen ins Schlafzimmer.

Brr ganz schön kalt so ohne Fenster. Jasmin stand da und schüttelte den Kopf. Wir legten uns unter die warme Decke und versuchten einzuschlafen, aber es war zu kalt heute Nacht. Also zogen wir ins Wohnzimmer um. Vor dem großen Kamin legten wir uns hin, nachdem wir ein Feuer gemacht hatten. Schweigend lagen wir eine Weile da und starrten in die Flammen.

Ich hatte meinen Kopf gegen ihre Schulter gelegt und dachte nach. Aber worüber genau weiß ich nicht mehr, denn mein Kopf wurde immer schwerer und bald darauf war ich eingeschlafen.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, lag Jasmin noch neben mir und schlief. Gott sie sieht so schön aus im schlaf. Ihre langen Haare glänzen im Sonnenlicht.

Eine Strähne ruht auf der Stirn. Ich streiche sie zurück. Sie murmelt etwas, schlägt blinzelnd die Augen auf und sieht mich an. Ihre Augen leuchten.

Sie streckt die Hand aus und fährt durch meine kurzen Haare.

Sie rubbelte sie wild hin und her. "Guten Morgen," sage ich zu ihr beugte mich hinunter und gebe ihr einen Kuss. "Morgen," nuschelt sie noch leicht verschlafen und streckt sich, "lust auf Frühstück?"

Ich grinse sie an und meine; "das hat noch etwas Zeit, meine Liebe."

Ich will mich vorbeugen um ihr noch einen Kuss zu geben, aber sie hält mich zurück und meint; "sorry wir werden das verschieben müssen." Ich sehe sie etwas irritiert an und frage; "wie meinst du das denn?"

Doch bevor sie meine Frage beantworten kann, hatte ich eine kleinen Klammeraffen am Hals hängen. "Guten Morgen Mama. Ich habe hunger. Zeit fürs Frühstück."

Anabell drückte mir einen Kuss auf die Wange, rümpfte die Nase und meint; "aber erst wird gebadet du stinkst etwas." Ich verzieh das Gesicht, schaue sie an und sage; "so so ich stinke?"

Ich kneife meine Tochter in die Nase und blickte zu Jasmin, als sie in Gelächter ausbricht.

Anabell schaut zu ihr hinüber und sagt; "du auch."

Jasmin sieht sie an; "hä? Wie? Was?"

Anabell hebt einen Finger und sagt mit spielerischer Strenge; "Du stinkst auch, also ab mit euch beiden in die Wanne. Los. Kusch, kusch ihr zwei." Diesmal breche ich in Gelächter aus. Ich drückte ihr einen Kuss auf die Stirn; "wir gehen ja schon in die Wanne, oh ihr grausame Herrin."

Anabell drückte Jasmin kurz an sich und eilte erhobenen Hauptes aus dem Zimmer. Ich lachte und helfe Jasmin auf. Gemeinsam gehen wir ins Bad. Die Wanne war riesig, genug Platz für drei Leute, oder um ein bisschen Spaß zu haben.

Nach dem Bad gehen wir runter in die Küche zum Essen. Meine Tochter hatte Pfannkuchen mit Honig und Toast mit Speck gemacht, dazu gibt es noch Spiegeleier. Hm lecker. Als das Essen fast fertig ist, klingelt das Telefon. Ich nahm ab und melde mich; "Ja, hier ist Shantal Mckormeck, wer ist da?"

"Hallo hier ist das Filmstudio Hammer, könnte ich bitte mit Miss Flemming sprechen?" Ich reiche Jasmin den Hörer und meine zu ihr; "Filmstudio, Schatz." Jasmin nimmt das Gespräch entgegen.

Ein paar gelegentliche Seufzer und Ja und Nein war alles was meine Tochter und ich mitbekommen, während wir das Geschirr abspülen und wegräumen. Als Jasmin nach 5 Minuten auflegt, waren wir fertig und Anabell geht in ihr Zimmer zum spielen.

"Und?" fragte ich sie.

Jasmin stöhnt und sagt; "die wollen einige Szenen in denen Nebel vorkommt nochmal drehen. Sie meinten mein Nebel sei nicht gruselig genug gewesen. Also muss ich nächstes Wochenende zum Studio fahren und nochmal anpacken."

Jasmin hilft an Filmprojekten in denen Nebel vorkommt aus.

Kurzum heißt das, sie sorgt in meistens Horrorfilmen für den Nebel.

Leichter Job und gutes Geld.

Ich drücke sie an mich und sage; "macht nix Schatz, ich muss eh am nächsten Wochenende in der Bar eine Doppelschicht schieben. Wir haben Blood-Night für Vampire. Und Anabell ist da eh bei Mike. Er hat zwar ein Treffen an dem Abend, aber er kann sie mitnehmen." Sie sah mir in die Augen und fragte; "geht das wirklich klar?"

Ich strich ihr eine Haarsträhne zurück und lächle. Dann nickt sie und wir setzten uns ins Wohnzimmer.

Meine Tochter kommt hereingestürmt; "Mama, Mama, komm spiel mit mir, heute ist auch keine Schule." Ich lachte und setzte mich zu ihr auf den Boden, während Jasmin ein Buch aufschlägt und ließt. "Was willst du denn Spielen, mein kleiner Engel?" fragte ich Anabell. Sie überlegt. "Wie wäre es mit Halma ,Mama?"

"Ist das nicht zu schwer für dich?" Anabell schüttelte den Kopf.

Also spielen wir Halma, nach einiger Zeit gesellt sich Jasmin zu uns und spielt mit.

"Shantal du verlierst gerade, mein Schatz," meinte Jasmin zu mir.

"Das sehe ich selbst," brummte ich und fügte leicht genervt "mein Schatz," hinzu.

"Es ist ja auch unfähr das ihr zwei gegen mich spielt," brumme ich, mit einem Grinsen im Gesicht. Es macht aber trotzdem spass mit ihnen, bzw. gegen sie zu spielen. Die Wanduhr schlug 10 Uhr abends.

"Was schon so spät. Also ab ins Bett meine Lieben;" sagt meine Tochter zu uns. Wobei sie aufsteht und mit erhobenem Finger wedelt. Woraufhin Jasmin und ich wiedereinmal in Gelächter ausbrechen. Anabell stemmte die Hände in die Hüften und schnaufte verächtlich, was uns noch mehr zum lachen brachte.

Jasmin schaut mich an und sagt grinsend; "bei so einer strengen Herrin müssen wir wohl gehorchen." Ich verschluckte mich fast und drücke sie zum abschluß ganz feste. Ich nehme Jasmin's Hand und ziehe sie hoch; "komm Schatz lass uns schlafen, morgen haben wir wieder eine anstrengende Woche vor uns."

"Und ich meine Schlafen, ja," fügte ich hinzu, während wir nach oben gehen. Jasmin hebt eine Augenbraue und flüsterte mir ins Ohr; "wir werden sehen, meine liebe Shantal. Wir werden sehen."

Ich schüttelte den Kopf und ziehe sie mit ins Schlafzimmer und schließe lächelnd die Tür hinter uns.

In Mikes Bar war es ziemlich ruhig die Tage. Man merkt die Anspannung zur Bloodnight. Die Nacht der Vampire in der Bar.

Die Fässer mit frischem Blut treffen am Vorabend ein, ebenso der Schnaps dafür. Wir mixen das ganze und stellten es unter den Thresen.

"Läuft so weit ganz gut," meinte Mike zu mir. Ich polierte gerade die Draculagläser und stellte sie ins Regal. "Ja. Wenn es keine Probleme gibt bis morgen Abend sollten wir alles hinbekommen Boss." Er trat näher; "und ich kann dich wirklich alleine lassen, Shantal?"

"Ja verdammt. Ist ja nicht meine erste Nacht mit den Blutsaugern," rufe ich ihm zu und boxe ihm spielerisch auf den Arm. Er lacht und meint; "Aua. Das hat ganz schön weh getan du Tigerkätzchen." Ich verdrehe die Augen. Mein neuer Spitzname. Echt nervig, bringt mich aber zum lächeln.

"Wo sollen die letzten drei Fässer hin, Boss?" fragt ihn Edgar ein Mitarbeiter. Mike geht mit ihm nach hinten um die Fässer zu verstauen. Ich putzte derweil die Theke, als die Türglocke läutet und Jasmin hereinkommt.

"Hallo Shantal mein Schatz, kann ich noch was Helfen, bevor ich morgen früh weg muss?" fragt sie mich.

Ich gehe um den Thresen herum und küsse sie zur Begrüßung; "du könntest oben die Zimmer kontrollieren und mir nachher noch Fegen helfen."

Nach einem weiterem Kuss rauscht sie nach oben.

Ich kontrolliere den Kühlschrank. Mike kommt zurück und meint zu mir; "las mich hier weitermachen und du gehst nach oben, ja?"

Ich schüttle den Kopf und antworte ihm; "Nicht nötig Jasmin ist schon oben."

Er brummt; "na dann schmeißt den Laden doch alleine, ich kündige."

Ich lachte; "das geht nicht, denn das könnte ich niemals im Leben bezahlen und das weißt du, andernfalls müssten wir dich als Türsteher für einen Hungerlohn einstellen und mit Brot und Wasser ernähren."

Er lacht und sagt; "bloß nicht da bleibe ich dann doch noch lieber Chef dieses chaotischen Haufens. So und jetzt mach dich ans Fegen und dann seht zu das ihr Land gewinnt."

Gesagt getan. Also schnappte ich mir den Besen und beginne zu fegen. Als Jasmin runterkommt, drückt sie Mike einen Kuss auf die Wange und schlendert zur Musikbox. "Hey und ich;" rufe ich ihr zu.

 

Sie lacht und meint mit verführerischer Stimme;" du kriegst nachher noch einen ganz besonderen Kuss, so an einer bestimmten Stelle zwischen deinen Schenkeln, mein Schatz."

Ich stoße ein tiefes Knurren aus.

Mike knallte mit der flachen Hand auf den Thresen und ruft; "los an die Arbeit ihr zwei, hier wird nicht geknutscht. Und dann schert ihr euch hier raus, verstanden."

Wir salutieren beide; "verstanden Chef."

Danach brachen wir alle in Gelächter aus. Nach der Arbeit gehen Jasmin und ich nach Hause und kuschelten uns wieder vor den Kamin, da ich das kaputte Fenster immer noch nicht repariert habe.

"Sag mal wer ist eigentlich der Vater von Anabell?" fragte mich Jasmin kurz vor dem einschlafen.

Ich gähnte und meinte zu ihr; "na der Herr der Bestien."

Sie sieht mich verdutzt an; "Was? Der Herr der Bestien ist ihr Vater. Der gefährlichste, mächtigste Gestaltwandler auf Erden."

Ich nickte; "ja genau der. Ich war damals noch sehr jung und hatte meine Eltern verloren. Er nahm mich auf. Brachte mir einiges bei. Versorgte mich. Ich sagte ihm zwar das ich nur auf Frauen stehe, aber nach einem hartem Kampf, kam er in der Nacht zu mir um.. wie er es ausdrückte meine Wunden zu lecken. Erst wollte ich nicht, doch nach einer Weile, einem kurzem Flackern in seinen Augen.."

Jasmin hob die Hände; "das reicht mir. Und was geschah danach."

Ich überlegte kurz. "Er kümmerte sich weiterhin gut um mich und versorgte auch Anabell, als sie zur Welt kam. Da lernte ich auch eine junge Frau namens Isabel kennen. Wir liebten uns eine lange Zeit lang. Bis sie..." Ich schluckte schwer.

Jasmin kam ganz nah zu mir. Sie streichelte mich, spendete Trost; " lass dir Zeit. Alles gut, ja."

Es dauerte eine Weile bis ich weiterspreche;

"Also sie ist. Isabel ist, ähm."

Ich schluckte erneut, hole tief Luft und sage; "sie ist in der Schlacht gefallen. Und danach wollte ich nicht mehr im Clan leben. Stuppi der Herr der Bestien sagte zu mir das er mich immer beschützen würde, wenn ich mal Hilfe bräuchte. Er brachte mich letztendlich zu Mike. Bevor wir uns kennen lernten hatte ich die eine oder andere kurze Affäre am laufen, aber nix wollte so wirklich halten. Keine von den Frauen weckte in mir das Gefühl von Geborgenheit und liebe, bis ich dich traf. Ich fragte mich ob es nicht zu früh war für eine neue Beziehung.

Aber du hast mich überzeugt, es noch mal länger zu versuchen und sieh was nun ist. Ich habe eine wundervolle Tochter, ein tolles Haus, einen brummenden netten Boss und vor allem dich.

Meine nette, sexy Lebensgefährtin. Meine große Liebe."

Jetzt konnte ich nicht anders als ihr einen langen Kuss zu geben, welcher dazu führte, das wir uns unsere Kleider auszogen und uns nackt unter die Decke legten. Wo wir uns eng aneinander kuschelten.

Und irgendwie geht die Nacht manchmal viel zu schnell vorbei, nicht wahr.

Als ich am nächsten Morgen aufwache, ist Jasmin schon weg. Sie hat mir einen kurzen Brief geschrieben.

Noch leicht verschlafen trotte ich ins Bad um mich fertig zu machen, für die Bloodnight heute Abend. Als ich aus der Dusche komme erblicke ich meine Tochter, sie hat sich hinter einem Badetuch versteckt. Sie hat sich als Vampirin verkleidet und will mich erschrecken. Ich tue so als würde ich sie nicht bemerken und ziehe mich langsam wieder an. Gerade als ich nach meinem Oberteil greifen will, da springt sie mich an und faucht; "Grr ich will dein Blut trinken." Sie klammert sich an meinen Hals und beißt leicht zu. Ich schreie aus Spaß und renne mit ihr huckepack durchs Haus.

Als wir an der Couch vorbei kommen lass ich mich nach hinten fallen und zwinge sie so mich los zu lassen. Blitzschnell drehe ich mich um und halte sie an den Schultern fest. Ich beuge mich zu ihr hinunter und zeige meine Zähne; "Jetzt wird der Spieß umgedreht, kleines." Woraufhin ich anfange sie durchzukitzeln. Nach einigen Minuten ruft sie; "ich gebe auf Mama, du hast gewonnen." Lächelnd erhebe ich mich und helfe ihr hoch. Mühelos hebe ich meine Tochter über die Schultern und trage sie zum Essen in die Küche.

Während dem Essen grinst sie mich andauernd an. "Was ist los?" frage ich immer wieder nach, aber Anabell lächelt einfach weiter und sagt nix. Nach dem Essen spreche ich sie nochmal an und sehe ihr dabei fest in die Augen. Erst schaut sie verlegen zu Boden, aber langsam schleicht sich ein Grinsen in ihr Gesicht. Sie schupst mich und rennt um den Tisch herum ins Wohnzimmer und ruft;" fang mich dann sag ich es dir, vielleicht." Lachend läuft sie weiter. Ich schüttle den Kopf lass das Handtuch fallen und lächel. "Na schön, bereit?" frage ich grinsend.

Anabell grinst bis über beide Ohren, als sie sagt; "bei deinem Alter Mama, nehme ich Rücksicht und gewähre mir einen kleinen Vorsprung."

"Oh, wie überaus großzügig von dir," erwidere ich grinsend. Sie dreht sich um und will gerade aus der Tür verschwinden, als ich mit einem Satz auf dem Tisch stehe und mit dem nächsten Sprung vor ihr lande. Anabell kommt schlittern zum stehen und prallt gegen mich. Ich schließe die Arme und halte sie ganz fest; "ha, hab dich."

"Wow", ist alles was sie sagen kann. Grinsend las ich sie wieder los.

"Und was ist jetzt, kriegt die Siegerin nicht eine kleine Belohnung."

Anabell blick zurück zur Küche und wieder zu mir; "bald habe ich Geburtstag."

Ich nicke; "und wo willst du Feiern?"

Anabell wirkt leicht verlegen und flüstert; "im altem Schloss."

"Was, wo willst du Feiern, meine kleine?"

"Mama ich werde erwachsen," schimpft sie spielerisch.

Ich lächel und streichel ihren Kopf; "für mich wirst du immer meine kleine bleiben, also wo willst du Feiern, hm?"

"Ich wollte im altem Schloss feiern. Oben auf dem Berghang, wenn das nicht zu abgelegen ist."

Ich überlege kurz; "Hm, dir passiert da auch nichts, oder?"

Sie schüttelt den Kopf. Ich seufze, muss aber lächeln; "Okay, okay, aber nicht zu wild und bis spätestens 1 Uhr. Danach ist schluß, verstanden."

Lächelnd drückt sie mich an sich und meint; "Versprochen Mama, nur bis 1 Uhr."

Danach lässt sie mich los und läuft zur Tür um ihre Freunde anzurufen. Als sie die Tür öffnet steht plötzlich mein Bruder in der Tür und begrüßt uns. Er hebt Anabell hoch und dreht sie im Kreis. Sie hebt die Hände und ruft; "Jonathan, Jonathan."

Er lacht drückt ihr einen Kuss auf die Wange und sagt; "na das wird dann wohl nix mehr mit der Überraschung heute Abend, hallo Schwester." Ich gehe auf ihn zu und Küsse seine Wange; "hey Brüderchen, hast es wohl früher geschafft, als angenommen." Er nickt und lässt Anabell wieder auf den Boden. Die springt vor Freude im Kreis und ruft andauernd; "Hast du mir was mitgebracht, hm, hast du , hast du, hast du?" Er sieht zu mir und hebt fragend eine Augenbraue. Ich schütteln den Kopf und sage zu meiner Tochter; "eigentlich hast du erst nächstes Wochenende Geburtstag, meine kleine." Worauf hin sie einen schmolle Mund zieht und weg schaut. Ich lache und klopfe meinem Bruder auf die Schulter; "na los gib es ihr." Er reicht ihr eine kleine Box und sagt; "na dann alles gute zum Gebursttag, Anabell." Ich sehe ihn an und hebe fragend eine Augenbraue, aber er lächelt nur. Als meine Tochter die kleine Box öffnet hält sie einen Schlüssel hoch. Ihre Augen weiten sich und sie fragt meinen Bruder; "ist das etwa? Ich meine, ist es das wofür ich es halte?" Er lächelt wieder und antwortet; "er steht draußen."

Sofort springt meine Tochter auf und rennt nach draußen, wo wir sie einen freuden Schrei ausstoßen hören. Sie rennt wieder rein und ruft voller Freude; "Mama, mama, mama komm schnell, komm und guck was dein Bruder mir mit gebracht hat."

Also lass ich mich von ihr nach draußen schleifen, obwohl ich schon weiß was mich erwartet. Johnatan hat meiner Tochter ein Auto gekautf.

Ich werfe ihm einen Blick zu und sage; "mein lieber Johnatan, du weißt das Anabell noch nicht so weit ist. Sie hat erst nächstes Wochenende Geburstag und die Wandlung hat noch nicht Angefangen, was wird Jasmin dazu sagen."

Er kommt lachend auf mich zu und sagt; "meine liebe Shantal, Schwester, keine Sorge. Ich bin sicher das Anabell das schafft."

Ich drehe mich fauchend zu ihm um und flüstere; "Sie ist schon 2 Jahre überfällig, die Wandlung hätte zu ihrem illuminieren Jahr von 100 einsetzen müssen, aber sie ist ausgeblieben. Jetzt wird sie 103. Die oberste Wandlungsgrenze liegt bei 109 Jahren, wenn sie es nicht bald schafft, dann wird sie... wird sie... Sterben." Er nimmt mich in den Arm und streichelt mir beruhigend über den Rücken. Er Küsst meine Wange; "shshh, alles wird gut, okay." Ich schaue ihn noch mal drohend in die Augen und mit einem "das hoffe ich" drehe ich mich zu meiner Tochter um, welche lachend aus dem Auto steigt und auf mich zu läuft. Sie nimmt mich in die Arme und flüstert in mein Ohr; "nicht weinen Mama, ich schaffe das schon mit der Wandlung zur Erwachsenen, keine Sorge."

Ich muss lächeln, Gott ich habe sie so lieb.

"Na komm sehen wir uns dein neues tolles Auto mal an, hm."

"Oh ja. Komm mit, mama," damit zieht sie mich zum Auto.

Es ist ein Geländewagen.

Ich habe auch so einen, aber am liebsten fahre ich Motorrad und Jasmin hat einen Sportwagen. Mein Bruder fährt einen alten SUV, den Wagen unserer verstorbenen Eltern. Mit ein paar Ersatzteilen und ein wenig Magie läuft er noch einwandfrei. Johnatan bot sich an auf Anabell aufzupassen, anstelle von Mike. Als ich ihn fragte ob er das schaffen würde, gab er an das seine Frau ebenfalls heute noch kommen würde, allerdings erst heute Abend so gegen 8 Uhr, da sie noch etwas besorgen müsse. Ich weiß das es eine Kleinigkeit für Anabell ist, also frage ich nicht weiter nach.

Am Abend begann meine erste Schicht in der Bar.

Es war laut und gut besucht, selbst der Prinz der Vampire war anwesend. Meist bekam man ihn nicht zu Gesicht, da er nur in seinem Landhaus blieb und sich mit Nutten und Drogen vergnügte.

Ich mochte ihn überhaupt nicht. Ein selbstgefälliges Arschloch, wie er im Buche steht. Die ersten drei Stunden muss ich Kellner und die letzten drei bin ich hinter der Bar. Zwei weitere Mitarbeiter sind in der Küche zu Gange. Als ich gerade ein paar leere Gläser abräume, kommt der Prinz auf mich zu und packt mich grob am Handgelenk.

Sein Atem stinkt nach Alkohol und Blut; "na du Schönheit, wie wäre es mit uns? Hicks, lussstt z..zzuu anzzen?" Ich schüttel den Kopf und sage ganz normal; "nein ich habe keine lust und außerdem Arbeite ich hier." Aber er lässt nicht locker und drückt fester zu und zieht mich zu sich herum. Er sieht mir in die Augen und wendet Gedankenkontrolle an. Ein Wunder das er dazu noch in der Lage ist. LOS tanz mit MIR, hallt es in meinem Kopf wieder. Aber ich bin stärker. Ich sehe ihm geradewegs in die Augen und sage; "NEIN keine Lust." Dabei leuchten meine Tigeraugen auf. Er stolpert zurück. Nach ein paar Sekunden lässt er mich los und trottet zurück, dabei zischt er mir zu; "Es ist noch nicht vorbei, Schlampe." Ich rolle genervt mit den Augen und gehe zur Bar zurück. Ansonsten verläuft der restlich Abend weitgehend ruhig.

Als ich nach Schichtende zurück zu meinem Bike gehe, klingelt mein Handy. Bereits an der Melodie weiß ich das es Jasmin ist. Ich habe ihr die Titelmelodie von dem Anime Ghost in the Shell gegeben. Mein Chef hat ein Bären brüllen und meine Tochter ein miauen von vielen kleinen Katzen. Hm, ob ich es ändern soll wenn sie größer wird. Hm, nee ich finde es zu lustig.

"hey meine süße Miezekatze;" erklingt Jasmins Stimme durch das Handy.

"hey du, na wie läuft es so?"

"so weit ganz gut. Die Filmcrew ist zufrieden mit meiner Arbeit."

"hm, ich höre da ein leichtes Zögern in Form von einem Aber heraus."

"ja Schatz. Ähm sie haben mich für die nächsten zwei Wochen eingespannt und..."

"WAS haben die."

"nun ja sie fanden meine Arbeit so gelungen, dass sie mich für ein paar weitere Projekte eingeplant haben. Tut mir leid, ehrlich."

Ich stöhnte auf; "schon okay ist ja nicht deine Schuld, Jasmin. Aber dann wirst du die Feier meiner Tochter verpassen. Anabell hatte sich so gefreut das du kommst."

"ich weiß es tut mir leid, ja. Grüß sie ganz lieb von mir. Sie ist doch gerade bei Mike, oder?"

"ja mache ich. Nein sie ist zu Hause. Mein Bruder und seine Frau passen auf sie auf.

Sie sind heute angekommen und wollen bis zur Feier dableiben. Ich ver..." Bumm. Weiter komme ich nicht. Eine Metallstange knallt mit voller Wucht gegen meinen Hinterkopf. Ich hörte ein knacken, lasse das Handy fallen und fliege halb über mein Bike, woraufhin ich es um schmeiße und krachend in die Ladefläche eines kleinen Lkws fliege. Als ich mich wieder aufrapple sehe ich in das grinsende Gesicht des Vampirprinzen über mir. An der Stange in seiner Hand tropft noch mein Blut. Er holt zum erneuten Schlag aus und ich hebe schützend die Hände vor mein Gesicht, aber der Schlag bleibt aus. Als ich wieder hoch sehe, steht Bruno, der Liebhaber von meinem Boss hinter ihm und hält die Stange fest. Mit einem kräftigem Ruck entreißt er ihm die Stange und versetzt ihm einem Tritt in den Magen, woraufhin der Prinz ein paar Meter weite weg fliegt und gegen die Hauswand kracht. Wo er bewusstlos zu Boden geht. Bruno hält mir die Hand hin um mir aufzuhelfen. Als ich wieder stehe, keuche ich ein Dankeschön.

Er winkt ab und dreht sich kurz zu dem Prinzen um, aber der ist verschwunden. An der Wand hat er eine blutverschmierte Nachricht hinterlassen:

"Es Ist Noch Nicht Vorbei SCHLAMPE."

Na toll. Das wird noch was werden. Ich bedanke mich nochmals bei Bruno und gehe zurück zu meinem Bike. Als ich es aufhebe fällt mein Blick zum Handy. Es ist total kaputt. Na toll, was für ein Schlamassel. Zu Hause versuche ich Jasmin über das Festnetz zu erreichen, aber nur die Mailbox geht ran. Ich hinterlasse eine Nachricht, in der ich kurz schildere was passiert ist und gehe müde ins Bett.

Gleich Morgen Früh hole ich mir ein neues Handy ab. Heute Abend ist der Prinz nicht in der Bar, zum Glück. Aber irgendwie habe ich ein merkwürdiges Gefühl dabei. Es gefällt mir überhaupt nicht, das er nicht da ist. Hm, vielleicht hat er sich wieder in seinem Haus verkrochen, oder noch besser jemand "Namens Buffy" hat ihn gepfählt. Das entlockt mir dann doch noch ein schiefes Grinsen an dem Abend. Nachdem meine Schicht um drei Uhr Nachts beendet ist fahre ich todmüde nach Hause. Als ich in die nähe meines Hauses komme, merke ich das etwas nicht stimmt. Es brennen keine Lichter und es ist ruhig, zu ruhig.

Keine Vögel singen, kein plätschern des See's, keine alltäglichen Nachtgeräusche, selbst der Wind scheint zu schweigen. Aber vor allem ist es im Haus totenstill. Der Geruch eines Kampfes und der von frischem Blut steigt mir in die Nase. Aber das was ich nicht rieche macht mir mehr Angst.

Der Geruch meiner Tochter fehlt.

Als ich ins Haus stürme finde ich ein Schlachtfeld vor. Vieles ist zerstört worden. Ich renne durch das Haus und rufe immer wieder ihren Namen, aber erhalte keine Antwort. Irgendwann entdecke ich unter den Trümmern die Frau meines Bruders. Ich ziehe sie heraus. Sie ist schwer verwundet und ohnmächtig geworden, aber am Leben, ebenso finde ich meinen Bruder vor.

Sorgfältig lege ich beide draußen ins Gras vor dem Haus ab. Mir fällt leider nur eine Möglichkeit ein um beide wach zu kriegen. Ich verwandle mich in meine Tiergestalt und pinkle in die nähe ihrer Köpfe auf den Boden. Der strenge Uringeruch vermischt mit meinem Angstschweiß ist sehr stark für ihre Nasen. Und nach wenigen Sekunden schlägt mein Bruder die Augen auf. Er blinzelt ein paar mal und als er mich sieht, will er irgendwas sagen, aber ich höre ihn nicht, denn auf einmal dringt mir der Geruch von Anabell in die Nase. Es ist zwar nur eine schwache Spur, aber ich folge ihr in den Wald hinein. Immer tiefer geht es hinein, bis zu einer Lichtung. Hier verliert sich die Spur. Ich laufe verzweifelt im Kreis auf der Lichtung herum, bis mein Bruder aus den Büschen tritt. Ich knurre in seine Richtung, weil sich viele Gerüche auf der Lichtung vermischen und ich ihn nicht gleich erkannt habe. Er hebt die Hände und kommt langsam auf mich zu. Er redet beruhigend auf mich ein. Aber ich schaue ihn nur in die Augen und stelle eine unausgesprochene Frage; WER war das?

Er Antwortet das es die Vampire waren. Der Prinz und sein Gefolge.

Ich fange an zu zittern und stoße ein tiefes verzweifeltes Heulen aus, welches die Nacht erzittern lässt. Als wir wieder beim Haus sind spüre ich kaum noch meine Knochen im Körper. Ich verwandle mich zurück und Ingrid; die Frau meines Bruders; reicht mir eine Decke, in die ich mich einwickle. Mein Bruder ist am Telefonieren und ich lehne mich an Ingrids Schulter und beginne zu weinen. Nachdem mein Bruder noch zwei weitere Telefonate geführt hat kommt er zu uns rüber und zieht mich in seine kräftigen Arme. Er streichelt beruhigend über meinen Rücken. Eine ganze Weile stehen wir so da, ohne das jemand etwas sagt.

Später sitzen wir alle bei Mike zu Hause. Ich bin todmüde und will eigentlich nur noch ins Bett, aber mein Bruder erzählt uns trotzdem noch was passiert ist und wen er angerufen hat; "Die Vampire waren zu fünft und sind nachher mit einem Hubschrauber geflohen. Der Kampf war kurz und heftig. Sie haben uns überrascht, wir hatten schon geschlafen, als sie kamen. Sie packten Anabell und wollte durchs Fenster fliehen, aber sie hat sich tapfer gewehrt und geschrien.

Das hat uns geweckt und wir haben eingegriffen. Aber wir hatten lange keinen echten Kampf mehr."

Er machte eine kurze Pause; "und da meine Frau Isabel gerade Schwanger ist, war uns das Risiko zu hoch."

Ich drücke seine Hand zum Zeichen das ich das verstehen würde.

"Die Vampire haben mit Elektrowaffen und Rauchgranaten gekämpft, Verdammte Schweine. Irgendwann haben sie über Funk einen Befehl bekommen und sind geflohen, zusammen mit deiner Tochter in ihrer Gewalt. Und kurz darauf bist du gekommen und hast uns raus gezerrt. Den Rest weißt du ja." Ich nicke und unterdrücke erfolglos ein gähnen.

"Was nun?" frage ich in die Runde. Mike erhob sich und sagte; "ich habe meinen Jungs und einigen ihrer Freunde Bescheid gegeben, das sie die Augen offen halten nach deiner Tochter und Jonathans Leute kümmern sich um das Haus, er ist doch beim Bau, oder?" Mein Bruder nickt und gab an das er alles schon abgeklärt hätte. Wir bleiben die Tage in Mikes Haus und errichten im Keller einen kleinen Überwachungsraum.

Mit Kameras, die das Haus des Prinzen zeigen, in der Hoffnung das er meine Tochter dorthin bringt. Ebenso überwachen wir einige Verstecke der Vampire. Aber zwei Tage lang fanden wir nichts heraus.

Am dritten Tag fanden wir über Funk heraus, das der Prinz ein Boot bestellt hatte, welches ihn und ein "spezielles" Packet außer Landes bringen sollte. Für mich war klar das es sich dabei nur um meine Tochter handeln konnte.

Also verfolgten wir den Prinzen und nach einem heftigem Kampf, indem der Prinz und der Großteil seiner Leute starben, konnten wir meine Tochter befreien. Sie war ziemlich schwach, die drecks Vampire hatten sich von ihr genährt.

Am Abend vor ihrem Geburtstag ging es ihr aber wieder besser. Ich erklärte gerade Jasmin am Telefon was alles passiert war, als es an der Haustür klingelte. Also beendete ich das Telefonat und öffnete die Tür. Vielleicht war es ja mein Bruder, oder Mike.

Aber ich sollte mich irren, denn als ich die Tür öffnete stand niemand geringeres als der König der Vampire davor. Ich weiß so was gehört sich nicht, aber ich konnte nicht anders als mit offenem Mund da zu stehen und ihn anzuglotzen.

Er verneigte sich leicht und fragte ob er eintreten dürfte. Ich nickte stumm und führte ihn ins Wohnzimmer. Ich bot ihm was zu trinken an, aber er lehnte höflich ab. Als er platz genommen hatte sah er sich im Raum um, und sein Blick blieb an einem Bild hängen wo wir drei im Garten zu sehen waren.

"Was willst du hier, Majestät" fragte ich gereizt.

Er sah mich an und meinte ganz trocken, "Sie ist groß und stark geworden, du hast sie gut erzogen." Er machte eine ausschweifende Handbewegung und fuhr fort, "ich würde sie gerne sehen."

Ich schluckte uns sagte vorsichtig, "das geht grade nicht, sie ist noch zu schwach und du hast kein Recht das von mir zu verlangen, nach allem was passiert ist." Ich bebte innerlich, aber es half nichts.

Er wirkte gereizt als es mir ins Gesicht geiferte, " Ich habe das Recht meine Tochter ebenfalls zu sehen." Ich wollte grade etwas erwidern, als meine Tochter mit verschlafenen Augen herein kam und gähnte. "Was ist los Mami, hat dich der Onkel geärgert?" Ich schüttelte den Kopf, Anabell setzte sich zu mir auf die Couch und starrte den Vampirkönig an.

Sie fragte mich wer der Onkel ist, ich seufzte.

Ich sah ihr in die Augen und sagte;" Der Onkel da drüben ist dein Ziehvater. Er ist der König der Vampire welche dich entführt hatten."

Sie stand auf, ging zu ihm hin und reichte ihm die Hand, dabei sah sie ihn mit großen Augen an und lächelte leicht. Ich dachte mir schon das sie ihn nicht erkennen würde, wo sie damals doch noch so klein gewesen ist.

Er lachte und meinte, als er ihre Hand ergriffen hatte; " Hallo Anabell du bist echt groß geworden, ich hoffe...." Weiter kam er nicht, er zuckte plötzlich seine Hand zurück, so als hätte er sich verbrannt. Und ich konnte erkennen das seine Hand kleine Brandspuren aufwies. Was war hier los? War meine Tochter in der Lage den Vampiren schmerzen zuzufügen?

Er schaute auf seine Hand und murmelte; "das werde ich untersuchen müssen, Was ist sie?"

Ich erhob mich und schloss Anabell in meine Arme; "sie ist meine Tochter, MEINE nicht deine." Er lächelte wieder böshaft und meinte; "genauso wie sie dein Blut in sich trägt, hat sie ebenfalls auch mein Blut in sich. Das Blut von zwei unterschiedlichen königlichen Tieren."

An der Tatsache wie er das Wort Tieren betonte wusste ich das er damit eher die ungezügelte Art der Vampire meinte, wie sie sich bei "Festmahlen" benahmen, aber das würde er niemals zu geben. Er wandte sich ab und ich schickte meine Tochter wieder nach oben. Als sie weg war seufzte ich erneut und fragte warum er eigentlich gekommen war.

Er erzählte, Nein verlangte von mir das ich ihm Anabell "überlassen" sollte, weil er untersuchen "müsste" was es mit ihrem Blut auf sich hatte. Ich protestierte und diskutierte viel mit ihm, musste aber einsehen das es nichts half. Ich knickte ein und stimmte zu meine Tochter ihn eine Weile zu überlassen.

"Und was ist die andere Sache, welche ich für dich erledigen soll"

Er lächelte wieder und meinte ganz trocken; " na das liegt doch auf der Hand.

Du sollst mir einen neuen Erben besorgen, oder willst du ihn zeugen?"

Ich schrie ihn an das ich mich niemals wieder einem Mann hingeben würde, für nichts auf der Welt, ich warf ihn an den Kopf, das Er mir damals alles genommen hätte, ALLES und mich einfach in der Gosse ausgesetzt hätte, wie einen reudigen Hund.

"Na dann weißt du ja was du zu tun hast, meine Liebe." Mit diesen Worten verabschiedete er sich und verschwand wieder in der Dunkelheit aus der er gekommen war. Ich blieb im Wohnzimmer und ließ mich aufs Sofa fallen wo ich leise zu weinte anfing. Als sich eine Hand aus Nebel auf mich legte und mir Trost spendete, war ich mehr als froh Maria an meiner Seite zu wissen. Sie hatte sich im Zimmer versteckt gehalten um im Fall der Fälle einzugreifen, um mich und meine Tochter in Sicherheit zu bringen. Insofern hatte sie auch alles mitbekommen was gesagt wurde. Ich weiß nicht wie lange wir so dasaßen und uns einfach nur festhielten.

Als Maria grade etwas tröstliches sagen wollte, klopfte es an der Fensterscheibe. Wir starrten hinaus und sahen eine junge Frau dort stehen. Verwirrt zeigte ich in den Garten und ging mit Maria nach draußen.

"Was wollen sie hier...?" weiter kam ich nicht, denn die Frau schoss auf Maria zu und umarmte sie ganz feste, so als wollte sie sie erwürgen.

"Endlich habe ich dich gefunden. Du hast mir so gefehlt, mein Schatz. Ich wusste einfach das du nicht tot bist."

"Entschuldigung..." versuchte ich es nochmal aber die Frau wollte nicht loslassen. Ich packte sie grob am Arm, als sie Maria küssen wollte. Zwar nur auf die Stirn, aber trotzdem, das ist meine Maria, meine.

Ich schuppste sie zurück und drohte ihr; "hey Hände weg von meiner Freundin." Ich starrte sie finster an. Sie machte einen Schritt auf Maria zu, streckte die Hand nach ihr aus stammelte etwas. Maria ergriff meine Hand und meinte; "ich kenne sie nicht, bitte verlassen sie unser Grundstück und fassen sie mich nie wieder an." Darauf drehten wir uns weg und wollten grade ins Haus gehen, als die Fremde sie erneut packte und sagte; "bitte du musst dich doch an mich erinnern, bitte ich liebe dich doch." Maria schüttelte sich los, da schlug die Fremde ihr einfach so ins Gesicht.

Mir platzte endgültig der Kragen und ich verwandelte mich und stürzte mich auf die Fremde. Ich raste auf sie zu und versuchte ihren Arm zu erwischen, aber ich verfehlte ihn. Entweder sprang ich in meiner Wut daneben, oder die Fremde war verdammt schnell. Als ich erneut zum Sprung ansetzte machte sie nur eine Handbewegung und ich flog gegen den Baum, wie von einer unsichtbaren Windböe getroffen. Ich schüttelte mich und visierte sie erneut.

Sie lachte und rief mir zu; "na komm kleine Katze lass uns spielen." Ich ließ einfach meine Reflexe ihre Arbeit erledigen und "schaltete" mein Gehirn aus. Und tatsächlich gelang es mir sie ein paar mal zu erwischen. Aber es fühlte sich so an als ob sie gar nicht müde oder sonst irgendein Anzeichen von Schwäche zeigen würde. Ich weiß nicht wie lange unser Kampf dauerte und es wäre noch viel schlimmer geworden, wenn Maria nicht eingegriffen hätte. Und somit den Kampf stoppte. Als ich mich zurück verwandelte holt Maria mir schnell eine Decke, damit ich nicht nackt auf dem Boden kauern musste, um meine Niederlage einzugestehen. Was für eine Schmach ich wollte sie doch beschützen und nun hatte sie mich gerettet. Die fremde Frau wartete geduldig bis wir uns kurz leise unterhalten hatten und meinte dann; "ich sehe was hier los ist." Noch verwirrter als ohnehin schon starrten wir sie an. Maria hielt mich immer noch fest im Arm. Die Fremde machte eine leichte Verbeugung; "es tut mir leid ich hatte es vergessen." Das sagte sie so als wäre es das einfachste auf der Welt, es einfach so zu vergessen. Als wir sie immer noch verdutzt anstarrten, setzte sie zu einer Erklärung an.

"Mein Name ist Blitza und ich bin die Königin der Götter."

"Das glauben wir dir nicht," entgegnete Maria finster.

Die "Königin" sah sie an und meinte; "meine Liebe du hast es einfach nur vergessen, wenn ihr erlaubt dann werde ich es dir zeigen. Ich verspreche euch das es für euch keinen weiteren Ärger geben wird." Maria nickte langsam und die "Königin" legte ihr beide Hände an die Schläfe.

So standen sie eine Weile da. Als die "Königin" (ich kann das einfach nicht glauben) sich wieder zurück zog und sagte; "hm." Ich sah Maria an und sie nickte stumm. Um mir zu zeigen das alles in Ordnung war.

Ich trat vor die Fremde und fragte; "Was? Hallo, was ist mit hm?" Sie klatschte in die Hände und meinte; "ich verstehe, so ist das also." Ich wedelte ihr vor dem Gesicht herum und fragte leicht verärgert; "was verstehen Sie, hallo Antworten sie gefälligst Frau Königin." Sie deutete aufs Wohnzimmer und meinte wir sollten uns setzen. Als wir platz genommen hatten begann sie uns alles zu erzählen. Wobei ich glaube das sie einiges weggelassen hat um uns zu "schonen," wie sie es nannte.

Als sie nach einiger Zeit endlich endgültig weg war, sahen Maria und ich uns einfach nur verwirrt an. Jede ihren eigenen Gedanken nachhängend. Ich konnte das einfach nicht glauben.

Das Maria, meine Maria, schon einmal am Leben war, mit einer Göttin zusammen war und dann im Kampf mit den Titanen gefallen war. Ich stand auf und wollte Telefonieren gehen, als Maria mich fest drückte und sagte; "egal was war. Egal was kommt. Wir zwei bleiben zusammen. Für immer. Ich liebe dich." Und damit küsste sie mich feste, danach gab sie mir einen Klaps auf den Po und meinte; "so jetzt geh du mal telefonieren und ich bereite den Rest für die Party vor, oder willst du sie verschieben?" Ich sah sie kurz an, blickte nach oben wo Anabell im Flur stand und sich ihr Kleid im Spiegel ansah. Drehte mich wieder um und sagte; "nein mein Schatz hier wird nichts abgeblasen, ich bin eben nur kurz am Telefon und danach hüpfen wir zwei unter die Dusche, es sei denn du willst nicht noch etwas Spaß haben vor dem Fest." Sie lachte so herrlich das es ansteckend war und sagte; "Na das brauchst du mir nicht zweimal sagen für etwas Spaß bin ich immer zu haben, mein Schatz. Immer." Ich verzog mich ganz schnell in die Küche und rief die Nummer einer mir befreundeten Hexe an.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.04.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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